Skiclub Kelkheim e.V. - Verein zur Förderung des Skisports
Pistenpost 106
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Alfreds Schneeball

Liebe Leserinnen und Leser,

Eigentlich – so doll war dieser Winter doch nun auch wieder nicht, finde ich. Anfang Dezember ein verheißungsvoller Auftakt mit Schnee schon zum Weihnachtsmarkt, doch dann zu Weihnachten – wie so oft – wieder alles vorüber. Anfang Januar Hundswetter in der Ramsau und dann wieder banges Warten auf Winter in den eigentlichen Wintermonaten. Er kam dann zögerlich, mal warm mal kalt.

Kraniche ließen sich gar verwirren und zogen im Februar mit warmem Südwind schon wieder gen Norden – nichtsahnend von der Kaltfront des russischen Hochs mit eisigem Ostwind und Schnee bis in die Niederungen. Jäh wurden sie gestoppt, mussten rasten mit kärglichem Futter, oder gar wieder umkehren, um dem Hungerstode zu entgehen.

Bei herrlich frostigem Winterwetter mit späten Schneemassen in den Alpen ließ doch der eisige Ostwind bei so manchem Wintersportler die Lust an seinem Sport mehr oder weniger vergehen.
Und dann noch traumhafte Verhältnisse – gar in den niedrigen Mittelgebirgen – bis weit nach Ostern. Zahlreiche Berichte und Fotos dokumentieren in der 106. Ausgabe unserer Vereinszeitung wieder die Aktivitäten der abgelaufenen Saison.
All unsere Aktivitäten konnten plangemäß stattfinden, was ein Skiclub im letzten Winter vor seinem 40-jährigen Jubiläum vom Wettergott ja auch mal erwarten darf.

Ja, wahrlich – im kommenden Dezember feiert unser Skiclub Kelkheim sein 40-jähriges Bestehen.
Dazu hat der Vorstand den Beschluss gefasst, dieses nicht mit allem Pipapo, wie Festschrift und akademischer Feier zu begehen, sondern lediglich in Form eines größeren Winterfestes im Gasthaus zum Löwen (Lehnert) mit bezuschusstem Buffet, kleinem Unterhaltungsprogramm und der Ehrung verdienter Mitglieder.
Den Termin bitte vormerken: es ist der 13. Dezember. Wegen des Buffets nur mit schriftlicher Anmeldung!

Doch bis es so weit ist, haben wir noch einen ereignisreichen Sommer vor uns. Unser Terminkalender gibt aufschlussreiche Informationen. Über eine rege Teilnahme an all dem würde ich mich sehr freuen. Ist dies doch das beste Dankeschön an all jene fleißigen Helferinnen und Helfer die sich an der Organisation dieser Veranstaltungen beteiligen und sich damit oft eine Menge Arbeit auflasten.

Körperliche Fitness aufbauen während des Sommers, diese bewahren für die nächste Saison, Spaß haben in der Natur und dann an der Nutzung des weißen Mediums: Das ist unsere Philosophie.

Zu mancher These kann man geteilter Meinung sein, doch möchte ich in diesem Zusammenhang das Werk eines unbekannten Verfassers nicht unveröffentlicht lassen.

...und …viel Spaß beim Schmökern.

Autor: Alfred Herrmann

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.

Sieben glückliche Worldloppet Master

„Ski Around The World!“ So lautet das Motto der Worldloppet Ski Federation. Dies ist ein internationaler Skiverband mit Sitz in Predazzo, also in dem vielen von uns bekannten italienischen Skiort im Val de Fiemme. Zu diesem Verband haben sich Organisationen in 16 Ländern zusammengeschlossen, die nach einheitlichem Reglement und hohen Standards jährlich die weltbekanntesten Skimarathons veranstalten. Die Worldloppet Ski Federation unterhält eine enge Zusammenarbeit mit dem Cross-Country Committee der International Ski Federation (FIS). Jeder ambitionierte Skilangläufer kann an einem Worldloppet teilnehmen, wenn er sich die angebotenen Strecken zutraut.

Einige von unseren Skilangläufern hat eines schönen Tages das Fernweh gepackt. Fünfmal Oberammergau und dreimal Engadin ist ja ganz schön, sagten sie sich, aber wollen wir nicht auch unser Glück und Abenteuer bei den vielen anderen Worldloppets suchen? Der entscheidende Schlüssel zum Tor in die Welt war und ist immer noch der Worldloppet Pass. Sieben notorische Weltenbummler ließen sich so ein Dokument ausstellen: Manfred Hütter, Hubert Leitermann, Alfred Herrmann, Reiner Kretzschmar, Manfred Jansohn, Renzo Albanese und Dr. Walter Hartig. Der Pass kann ambitionierte Nordische regelrecht „süchtig“ machen, Jahr für Jahr Worldloppets zu sammeln. Genauer gesagt: Wenn man einen Skimarathon gut zu Ende gebracht hat, läßt man sich das mit Laufzeit und Platzierung durch einen Stempel offiziell bestätigen. Dabei spielt es, anders als bei Meisterschaften, grundsätzlich keine Rolle, wie schnell man unterwegs war und welchen Rang man belegt.


v.l.n.r.: Manfred Hütter (4 x Gold), Hubert Leitermann (1 x Gold), Alfred Herrmann (1 x Gold), Reiner Kretzschmar (1 x Gold), Manfred Jansohn (1 x Gold), Renzo Albarese (2 x Gold), Dr. Walter Hartig (1 x Gold, 4 x Silber)

Falls es allerdings zwischendurch an Kontrollstellen oder für den Zieleinlauf zeitliche Limits (z.B. beim Wasalauf) gibt, sind diese einzuhalten. Sonst wird man kurzerhand aus dem Rennen genommen und fällt aus der Wertung. Das Sammeln von Stempeln macht durchaus Sinn. Denn die immer wieder aufkommende Sammelleidenschaft ist auf ein großes Ziel gerichtet: Wer mit seinem Pass den Nachweis führen kann, dass er zehn verschiedene Worldloppets – davon mindestens einen in Übersee – erfolgreich gelaufen ist, darf den Titel „ Worldloppet Master“ tragen. Er erhält ein grossformatiges und edel gestaltetes „Diploma“, auf dem ihm bescheinigt wird, dass er soundsovielter „Master Worldloppet Racer“ geworden ist. Unsere sieben Mitglieder sind inzwischen alle „Worldloppet Master“. Die Diplome können bei den Titelträgern jeweils an einem Ehrenplatz bewundert werden.

Manche ließen sich aus Predazzo als Zugabe auch eine repräsentative Masters-Medaille kommen, mit der man die zu Hause gebliebenen Kollegen durchaus neidisch machen kann. Aber damit nicht genug der Ehre. Die Namen aller alten und neuen Masters werden auch noch in eine „ewige Liste“ aufgenommen. In dieser Liste (www.worldloppet.com) sind bisher Alfred, Hubert, Manfred J. und Reiner je einmal aufgeführt, Renzo zweimal, Manfred H. viermal und Walter fünfmal. Man kann sich also für die Runde der zehn verschiedenen Worldloppets ein Leben lang Zeit lassen oder das schöne Spiel so häufig wiederholen, wie man das zeitlich schafft. Der derzeitige Rekordhalter, ein Franzose, ist inzwischen 21-facher Worldloppet „Multiple“ Master. Es ist möglich, innerhalb einer Saison mehrere Wordloppets zu schaffen, weil die einzelnen Veranstaltungen nach einem weltweit abgestimmten Zeitplan an verschiedenen Wochenenden stattfinden.

In welcher Technik gelaufen wird, liegt im Ermessen des jeweiligen nationalen Veranstalters. Ideal für passionierte Stempelsammler ist es, wenn an einem Wochenende Läufe in beiden Technik-Arten angeboten werden. Wenn z.B. am Samstag der Lauf in klassischer Technik und am Sonntag in freier Technik stattfindet, kann man am ersten Tag einen langen Klassiker und am zweiten Tag einen kurzen Skater unter die Bretter nehmen. In manchen Ländern hat man keine Wahl. So ist für die jeweiligen Hauptläufe beim schwedischen Vasaloppet, dem norwegischen Birkebeinerrennet, dem italienischen Marcialonga, dem estländischen Tartu Maraton und dem tschechischen Jizerska Padesatka die klassische Technik vorgeschrieben. Dagegen kann man beim Engadin Skimarathon grundsätzlich fahren wie man will.

Allerdings findet dort, wo die Streckenabschnitte dies zulassen, eine Trennung zwischen klassischen Loipen und gewalzten Skatingbahnen statt. Um die Teilnahme flexibler zu machen, gibt es seit einigen Jahren die Wahl zwischen der Hauptstrecke und einer meist etwa halb so langen Kurzstrecke. Bei den Hauptläufen kann man „Gold Master“ und auf den Kurzstrecken „Silver Master“ werden. Alle unsere sieben Diplom-Racer lagen mit ihrer Teilnahme an den Hauptläufen mindestens einmal auf Gold- Kurs. Inzwischen ist es Usus, parallel zu den Langstrecken auch Stempel für den Silber-Titel zu sammeln. Wenn es passt, am selben Wochenende.

Jeder Worldloppet hat seinen besonderen Reiz

Auch wenn unsere Worldloppet Masters schon viele Jahre lang auf den Loipen der Welt herumgekommen sind, freuen sie sich jedes Mal auf neue Winterabenteuer. Schon im Sommer wird geplant, ein Quartier gebucht und ggf. auch bereits das Flugtickets besorgt. Dabei hat jeder Worldloppet seine eigene Geschichte und seine sehr unterschiedlichen landschaftlichen Gegebenheiten. Man könnte ein ganzes Buch darüber schreiben. Das kommt vielleicht noch. Immerhin wird seit Jahren in der Pistenpost immer wieder über besondere Erlebnisse bei den Worldloppets berichtet. Ein schönes Beispiel dafür ist der nachfolgende Auszug aus einem Bericht über den Engadiner Skimarathon 1985.

"... die ersten Sonnenstrahlen kommen über die Gipfel, die Wärme tut gut. Der Sprecher am Starterturm gibt Informationen, begrüßt prominente Teilnehmer, unterhält die Menge. Strahlend blauer Himmel, ein Hubschrauber mit filmenden Kameramännern wirbelt den Schnee auf, noch wenige Minuten bis zum Start. Heinz Maschke wäre jetzt auch dabei - eine ergreifende Szenerie. Der Countdown läuft. „Foifi, vieri, drü, zwai, ais“ Kanonendonner hallt von den Wänden, Johlen, hunderte Kehlen stoßen original eidgenössische Gebirgsjauchzer aus, durch‘s Tal geht ein unheimliches Rauschen. Mehr als zehntausend Läufer und tausend Läuferinnen setzen sich in Bewegung, der „Engadiner“ läuft. Wir durchlaufen die vorderen Startfelder – da liegen abgebrochene Stöcke, Mützen, Brillen, wie nach einer Schlacht. Jetzt nur nicht mit dem Klister irgendeinen Gegenstand aufnehmen oder einen Lauffehler begehen, sonst überrollen dich die Massen ...

aus der 47. Pistenpost, Autor: Alfred Herrmann


Anreise per Flugzeug nach Ottawa


Skistation Lahti


offene Grenze Norwegen/Schweden

Aber die Story über die Worldloppets ist ja noch lange nicht zu Ende. Auch 2013 ging es weiter. Im Anschluss an die Ramsau-Wochen im letzten Winter gönnten sich die beiden Manfreds und Renzo den 12. Dolomiten-Classicrace in Obertilliach teils beim 42 km langen Hauptlauf und teils auf der 25 km-Kurzstrecke mit Klassik-Skiern. Das Wachsen wurde (bei der Abfahrt!) zum Problem und erforderte bis zum Ziel im Ole Einar Bjöndalen-Stadion viel Schweiß und wertvolle Zeit. Das beklagte zumindest Manfred. Die beiden anderen Teilnehmer, nämlich Manfred J. und Renzo, die kürzlich einen professionellen Wachskurs im Clubheim zelebrierten, hielten sich dagegen zum Thema „Wachsen“ bedeckt.

Das Rennen in Obertilliach war der klassische Part zum 39. Dolomitenlauf, der über 60 km in Freier Technik in Lienz in Osttirol stattfand. Lienz und Obertilliach waren schon mehrfach Ziele unserer Weltumrunder. Natürlich konnten sie sich auch immer wieder in Oberammergau beim König Ludwig Lauf über 50 km, beim Engadin Skimarathon über 42 km und beim tschechischen Jizerska Padesatka über 50 km austoben. Oberammergau war – wie in der 104. Pistenpost nachzulesen – 2012 durch ein Frost-Chaos mit bis zu 24 Minusgraden überschattet. Der Jizerska Padesatka im Isergebirge nahe Reichenberg (Liberec) ist für Manfred H. stets ein Heimspiel, weil er dort herstammt. Manfred mit seiner Leidenschaft für den Osten war auch schon beim ebenfalls 50 km langen polnischen Worldloppet Bieg Piastow. Es wird sicher nicht lange dauern, bis er für uns den Demino Marathon in Russland testet, der sich als 16. Worldloppet beworben hat. Über viele Jahre hinweg haben mehrere unserer Clubmitglieder den sportlichen Reiz, aber auch die Schneeprobleme von zwei der längsten Worldloppets erlebt. Die Rede ist hier vom 70 km langen Marcialonga und dem französischen Transjurassienne mit wahlweise Distanzen von 54 und 76 km. Kein Zweifel, die Streckenführung geht durch reizvolle Landschaften. Aber häufiger als in anderen Ländern mussten die Loipen immer wieder einmal gesperrt, drastisch verkürzt oder an vielen kritischen Stellen ständig ausgebessert werden.


Startplatzsicherung 2h vorm Start beim Vasaloppet


Verpflegungsrucksackpflicht beim Birkebeiner


American Birkebeiner Museum

Trotzdem wurden in der Erinnerung aus Problemen und Strapazen oftmals bleibende Erlebnisse. So gehört es zu den immer wieder gern erzählten Stories, dass sich unsere Truppe trotz mancher Stürze auf Eisplatten am Ende über eine sehr fröhliche Teilnahme am Marcialonga freuen konnte. Von grenzwertigen Erlebnissen konnten auch Hubert und Manfred H. berichten, als sie trotz katastrophaler Schneelage den Transjurassienne im französischen Jura bewältigten. Herzlich gelacht wurde dabei (allerdings erst nach dem Happyend) über das Missgeschick von Manfred H., der beim chaotischen Start seine blaue Jacke samt Autoschlüssel an einer mobilen Toilettenkabine hängen ließ und erst nach Tagen fündig wurde.

Faszination in Kanada und Skandinavien

Mitte Februar dieses Jahres flogen die beiden Manfreds und Renzo nach Ottawa, der Hauptstadt Kanadas, um dort beim Gatineau Loppet (53 und 29 km) mitzumachen und nebenbei das kanadische Parlament zu besuchen. Der kanadische Worldloppet, der früher Kekinada hieß, war schon mehrfach Ziel unserer Clubmitglieder. Als einmal Alfred und Reiner mitkamen, lag so wenig Schnee, dass der Lauf um Haaresbreite ausgefallen wäre und nur eine notdürftig präparierte Strecke befahrbar war. Das Gleiche erlebte damals unsere Crew auf dieser insgesamt schneearmen Tour beim American Birkebeiner, der von ursprünglich 54 km auf weniger als die halbe Strecke verkürzt war. Glücklicherweise gab es dafür im Pass die Stempel für die Hauptläufe. Und eine Faszination für Skiläufer bedeuten Kanada und viele Regionen der USA bis hinauf nach Alaska allemal. Näher als Kanada liegt natürlich Skandinavien. Wie das Wort „Nordische“ schon sagt, sind und bleiben Norwegen, Schweden und Finnland für die Skilangläufer die „Wiege des Skilaufs“. Nur schwer lässt sich aufzählen, wie häufig unsere ambitionierten Clubmitglieder schon bei den drei skandinavischen Worldloppets teilgenommen haben. Es kann deshalb nicht überraschen, dass ganz oben auf der Wunschliste für den kommenden Winter wieder einmal der Vasaloppet steht. Dieser mit 90 km längste und mit 20.000 Teilnehmern größte Worldloppet findet dann im 90. Jahr statt und ist damit auch der älteste. Zuletzt war dort im März 2011 ein Team mit den beiden Manfreds und Hubert am Start. Alle drei waren vorher beim legendären Ultra-Marathon schon mindestens drei Mal dabei und ließen sich deshalb eine besondere Variante einfallen. Sie entschieden sich für die „Offene Spur“, die stets eine Woche vor dem Hauptlauf stattfindet. Strecke, Kontroll- und Verpflegungsstellen, Zeitnahme – all das ist wie beim Originallauf. Großer Vorteil: Man kann innerhalb eines Zeitfensters individuell starten und erspart sich den beim Massenstart ungeheuer zeitaufwendigen und strapaziösen Engpaß in Sälen.


Eröffnung Vasaloppet mit „Gustav Vasa und der Kranskullan“


Worldloppet Emblem

Immer wieder einmal ließ es sich einrichten, den Start beim Vasaloppet mit einer Teilnahme am Finlandia Hiihto (50 km) in Lahti oder am Birkebeinerrennet (54 km) zwischen Rena und Lillehammer zu verbinden. Besonders gut vertreten war der Skiclub beim Birkebeiner 2001, als Alfred und Reiner mit dem Wohnmobil auf großer Skandinavien- Tour waren und sich in Lillehammer mit den beiden Manfreds und Hubert trafen. Beim Finlandia bleiben neben vielen schönen Erlebnissen auch „Schrecksekunden“ in Erinnerung. Einmal standen Renzo, die beiden Manfreds und Walter bei der Ankunft spät abends in Lahti vor verschlossenen Türen, weil das im Sommer gebuchte Hotel inzwischen pleite war. Ein anderes Mal brauchte Manfred H. beim Start in Lahti ein kleines Wunder, um in letzter Sekunde an seinen Transponder mit Chip zu kommen, den er in seinem Rucksack inmitten eines noch völlig unsortierten Gebirges von Gepäck vergessen hatte. Auch Alfred und Reiner kamen am Ende mit dem Schrecken davon, als sie bei ihrer An- und Abreise per Bus und Bahn Gepäckstücke auf dem Bahnsteig stehen ließen. Auf dem Wege nach Skandinavien haben unsere Worldloppet Master dann und wann auch den 63 km langen Tartu Maraton in Estland unter ihre Bretter genommen. Der Name des Startortes Otepää ist vor allem durch Alfreds Schilderungen von einer abenteuerlichen Pionierreise über Riga in aller Munde. Worüber bisher noch niemand aus unserem Club berichten konnte, sind der Sapporo International Ski Marathon in Japan und der Kangaroo Hoppet (sic!) in Australien. Wären das nicht einmal wahrhaft originelle Ziele beim Skilauf Rund Um Die Welt?

Autor: Hubert Leitermann

 

Hubert Leitermann hat sich in seiner langen SCK-Zugehörigkeit auf vielen Feldern engagiert, Erfahrungen eingebracht und Interessierten zugänglich gemacht. Seine tollen Beiträge für unsere Pistenpost sind immer eine Bereicherung. Hubert – bitte nicht nachlassen

Masters World Cup - wieder einmal eine große Herausforderung

Ein wagemutiges Langlauf-Quartett

„Forza, forza! Heja, heja! Hyvvä, hyvvä! Dawai, dawai!” Weit über die tief verschneite Hochebene mit dem verzweigten Loipen-Netz schallen die Schlachtrufe der Zuschauer aus 25 Nationen. Angefeuert von Kollegen und Familien kämpfen insgesamt rund 1.200 Skilangläufer, davon 900 Männer und 300 Frauen im Alter von 31 bis über 80 Jahren um Weltmeister-Titel und ehrenvolle Platzierungen. Vielen geht es auch einfach ums Dabeisein im illustren Kreis begeisterter Skisportler aus aller Welt. Wer schon öfters teilgenommen hat, freut sich auch stets auf das Wiedersehen mit Freunden.

Die vier Teilnehmer unseres Skiclubs bringen den nötigen Ehrgeiz mit und haben sich seit Dezember in Livigno und Ramsau wie natürlich auch auf der heimischen Taufsteinloipe gewissenhaft vorbereitet. Sie wissen aber auch, dass sie auf eine Weltelite treffen, die sehr oft aus den schneesicheren Hochburgen des Skilanglaufs kommt. Auf jeden Fall wird der Skiclub durch ein wagemutiges und kampferprobtes Quartett vertreten: Marion Buchholz, Günther Cellarius, Hubert Leitermann und Patrick O´Connor. Der Masters World Cup findet seit nunmehr 32 Jahren statt, jedes Jahr in einem anderen Land. Im letzten Jahr war der Deutsche Ski-Verband in Oberwiesenthal Gastgeber. Diesmal wurde vom 14. bis 24. Februar Asiago in Italien zum Austragungsort gewählt. Asiago? Wo bitte findet man den Wintersportort auf der Alpenkarte? Südlich von Südtirol und dem Trentino in der Provinz Venezien nur noch etwa 100 km von Venedig entfernt. Also im tiefsten Italien? Ja, aber überraschenderweise hat sich hier in einem einst schwer zugänglichen Hochtal eine deutschsprachige Enklave über Jahrhunderte gehalten. Da und dort hört man heute noch einen deutschen Dialekt, den sie „cimbrisch” nennen. Wohl nach den germanischen Stämmen der Cimbern und Teutonen, die es während der Völkerwanderung hierher verschlagen hat.

Ein echter Geheimtipp

Wenn Asiago nicht so weit von uns weg wäre (immerhin stolze 800 km), wäre es ein echter Geheimtipp für Skilangläufer. Ähnlich wie in Ramsau erstreckt sich auf einer Höhe von 1100 bis 1200 Metern ein Loipennetz von 150 km. Hinzu kommt aber noch die Skiarena „Campomulo”, die auf einer Höhe von 1500 bis 2000 Metern mit einem landschaftlich reizvollen und professionell gepflegten Langlaufzentrum, wie man es in dieser Gegend nicht erwartet. Da in Ortsnähe beste Schneeverhältnisse herrschen, bietet ein weitläufiger Golfplatz gute Voraussetzungen für die Austragung der Wettkämpfe. Die Höhenloipe wird als Ausweichgebiet nicht in Anspruch genommen, ist aber an wettkampffreien Tagen ein beliebter Ausflugsort und ideales Trainingsgebiet. Regeln und Rituale des Masters World Cups sind denen der World Cups für die Profis nachempfunden. Entscheidender Unterschied: Start und Wertung erfolgen in Gruppen nach 5er Altersklassen. Teilnehmen darf, wer mindestens 30 Jahre alt ist und nicht mehr für einen Nationalkader startet. Das heißt, man trifft immer wieder auf ehemalige Nationalläufer. Der prominenste Altstar ist diesmal der Norweger Björn Dählie, der allerdings in erster Linie als Ehrengast angereist ist. Er erscheint bei der Eröffungsfeier mit einem kurzen Grusswort, ist dann jedoch bei der Abschlussfeier nicht mehr zu sehen.

Viele Starts auf anspruchsvollen Strecken

Wenn man sich bewusst macht, dass innerhalb einer Wettkampfwoche insgesamt 1.200 Skiläufer bei drei individuellen Rennen plus einer Staffel starten, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass jeder Teilnehmer einem straffen Zeitplan und einem festen Reglement mit Androhung von Disqualifikation unterworfen ist. Für jedes Rennen muss man sich schon frühzeitig bei der Anmeldung entscheiden, ob man im klassischen Stil oder im freien Stil (meist Skating) antritt.

Gestartet wird in 12 Altersgruppen, jeweils getrennt nach Damen und Herren. Die angebotenen Wettkämpfe sind in der Streckenlänge nach dem Alter gestaffelt.

Marion Buchholz schlägt sich in ihrer Altersklasse F 7 (61 bis 65 Jahre) wacker mit 27 anderen Skaterinnen auf den Distanzen über 10,15 und 30 km. Sie gehört jedes Mal ohne Probleme zu den Finishern, kann sich aber nicht so recht über ihren Platz hinter etlichen starken Frauen aus Russland, Kanada und den USA freuen. „Ich weiß nicht, ob sich mein Umzug nach Ramsau gelohnt hat”, grübelt sie typischerweise nach dem ersten Lauf. Doch als sie die Chance bekommt, in einer deutschen Frauenstaffel um die nationale Ehre zu kämpfen, ist unsere ehrgeizige und überaus trainingsfleißige Skikollegin wieder mit Gott und der Welt versöhnt. Sie überlegt nur, ob sie künftig für Österreich startet. Warum? Sind vielleicht die deutschen Kollegen nicht so nett zu ihr wie die charmanten Steirer und Kärntner? Nein, nein, sagt sie und schwärmt davon, dass für sie bei österreichischen Volksskiläufen wie „Tour de Ramsau”, Steierer Lauf oder Saalfeldener Skivolkslauf stets ein Platz auf dem Treppchen „reserviert” ist.

Günther Cellarius ist in Asiago in seinem Element. Er kriegt Sternchen in die Augen, als er die tief verschneite Winterlandschaft erlebt und auf Loipen herumtoben kann, die wie zu besten Zeiten im Vogelsberg anspruchsvoll und gepflegt sind. Doch sein Talent ist hier auf der Weltbühne mehr gefordert als bei Hessischen und Deutschen Meisterschaften. Seine Altersklasse M 7 (61 bis 65 Jahre) ist allein in der Skating-Technik mit 83 Teilnehmern von allen Klassen am stärksten vertreten. Das heißt: sein Gruppenstart wird jedesmal zum Massenstart. Vor allem auf dem ersten Kilometer ist die Sturzgefahr groß. Man muss sich das bildlich vorstellen: Wenn der Startschuss ertönt, wird auf einer Breite von 18 Spuren mit wildem Stockeinsatz losgelaufen. Dann drängt sich alles durch einen Engpass in eine steile Abfahrt mit anschliessender scharfer Kurve. Beim ersten Wettkampf, bei dem es über 15 km geht, wird Günther in besagter Kurve in den Tiefschnee abgedrängt und muss vor allem froh sein, dass seine Stöcke heil bleiben.

Angesichts der diesmal besonders zahlreichen und leistungsstarken Konkurrenz und des Sturzrisikos kann sich Günther freuen, dass er nicht nur beim ersten Lauf, sondern auch bei den folgenden Rennen über 10 und 30 km mit guten Platzierungen im Mittelfeld heil durchkommt.

Langläufer leben länger

Nirgends wird die alte Sportler-Weisheit „Langläufer leben länger” deutlicher in Erinnerung gerufen als beim Masters World Cup. Nach der Zahl der Teilnehmer dominieren zwar die Jüngeren. Und das ist auch gut so. Doch gleichzeitig sind die reiferen Senioren angemessen vertreten. So könnte man bei Hubert Leitermann, der in der Altersklasse M 10 (76 bis 80 Jahre) startet, annehmen, dass nur noch eine Handvoll von Teilnehmern Titel und Medaillen unter sich ausmachen. Doch weit gefehlt: In dieser Altersklasse sind sage und schreibe 23 Skater und 33 Klassiker fest entschlossen, auf den Strecken 5, 10 und 15 Kilometer ihre jahrzehntelange Erfahrung auszuspielen. Auch Hubert weiß, dass er sich nicht hängen lassen darf, denn gemeinsam mit seiner Gruppe starten die Altersklassen M 11 (81 bis 85 Jahre) und M 12 (86 bis 90 Jahre). Und da trifft man noch auf ganz verbissenene Kämpfer wie unser ehemaliges Clubmitglied Wolfgang Schreiter. Hubert gibt deshalb wieder einmal als technisch versierter Skater sein Bestes, auch wenn es beim Asymmetrischen auf den steilen Anstiegen nicht mehr wie früher zum Springen reicht.

Patrick O´Connor ist bei früheren Masters World Cups oft und gern für den irischen Skiverband gestartet. Einziger Athlet, Teamchef und Fahnenträger in Person. Das darf er nicht mehr, seit ein missgünstiger Schweizer Funktionär aufgedeckt hat, dass ein solcher Verband nie existiert hat und nur dem Wunschdenken unseres Clubkollegen mit irischen Wurzeln entsprach. Daraufhin fand der in New York geborene und zeitweise in Amerika lebende Patrick freundliche Aufnahme im US-Skiteam, das in Asiago mit einer starken Hundertschaft vertreten ist. Patrick startet in Asiago erstmals in der Altersklasse M 9 (71 bis 75 Jahre). Wie meist in früheren Weltmeisterschaften absolviert er die Distanzen 10, 15 und 30 km im klassischen Stil und bleibt damit der Tradition im Skiclub treu. Sein lädiertes Knie gibt halbwegs Ruhe, sein „Wäx is super!” und der schnellste irische Skiläufer ist er allemal. So kann es auch in Zukunft weiter gehen. Am Abschlussabend auf der Tanzfläche beim ausgelassenen Italo-Rock will Patrick von Marion und Hubert wissen: „Kommt ihr im nächsten Jahr auch zum Masters nach Österreich?” Spontane Antwort vor allem von der Neu-Österreicherin Marion: „Klar sind wir im Januar im Pillerseetal mit dabei!“

Autor: Hubert Leitermann

 

Hubert Leitermann hat sich in seiner langen SCK-Zugehörigkeit auf vielen Feldern engagiert, Erfahrungen eingebracht und Interessierten zugänglich gemacht. Seine tollen Beiträge für unsere Pistenpost sind immer eine Bereicherung. Hubert – bitte nicht nachlassen

Langlaufaktivitäten

Relativ früh im Winter hatten die Mittelgebirge unserer Region schon Schnee. Bereits Ende November schneite es bis in die tieferen Lagen. Den ersten Schneekontakten stand nichts im Weg. Die Hoffnung auf weiße Weihnachten erfüllte sich dann doch nicht, weil Tiefdruckgebiete für die Zufuhr von wärmeren Luftmassen sorgten. Auch Anfang Januar war es für die Jahreszeit eigentlich reichlich mild. Da hatten es die Ramsaufahrer besser. Gute Schneeverhältnisse und entsprechende Temperaturen sorgten führ gelungene Langlaufwochen. Mitte/Ende Januar wurde es dann in Hessen und Umgebung wieder kälter und es bildeten sich relativ gute Schneeverhältnisse, insbesondere in den Höhenlagen, auch im Taunus. Die ersten Wettbewerbe konnten dann an den letzten Januarwochenenden durchgeführt werden.

Was die Loipen im Taunus angeht, so gab es am 5. Februar 2013 einen Gesprächstermin mit dem Geschäftsführer des Naturparks Hochtaunus, Herrn Hartmann, in der Geschäftsstelle der Organisation in Oberursel. Initiiert hatten dies Alfred sowie Thomas Ohlenschläger, engagiert in der Sektion Frankfurt des Alpenvereins und Mitglied im SCK.

Ziel des Gesprächs, bei dem auch der Verfasser als Vertreter des HSV mitwirkte, waren eine Sachstandsfeststellung und mögliche Verbesserungsmaßnahmen. Zum Ende des Nachmittags konnte schließlich resümiert werden, dass am neuen Loipenkonzept des Naturparks weiter gearbeitet werden soll. Weiterhin wird, voraussichtlich noch 2013, ein neues Spurgerät, das mit einer Zugmaschine des Naturparks kombinierbar ist, beschafft werden. Für ergänzende Maßnahmen zur Verbesserung der teilweise zerfahrenen Wege im Bereich der Loipenführung wurde die Mithilfe von Aktiven der Bezirksvereine anboten.

Die Problematik uneinsichtiger Fußgänger auf präparierten Loipen wurde umfassend behandelt und soll beim nächsten Gespräch, nach den Sommerferien, weiter vertieft werden. Leider ist Thomas Ohlenschläger kürzlich, für alle überraschend, verstorben und wird als kompetenter Ratgeber nicht mehr zur Verfügung stehen.


Zurück zum Wettkampfgeschehen des vergangenen Winters. Während am Wochenende 26./27.1. zwei Veranstaltungen im Vogelsberg abliefen, mit dem HSV Nachwuchscup unter gleichzeitiger Wertung als Bezirksmeisterschaft, Bezirke 4 und 1, sowie der SCK-Clubmeisterschaft (Samstag), schloss sich der Dieter-Luft-Gedächtnislauf am Sonntag an. Am Samstag, dem 9.2., folgten die 35. Hess. Forstlich Nordischen Skiwettkämpfe an gleicher Stelle. Die Beteiligung der SCK-Aktiven war an beiden Wochenenden relativ überschaubar.

Leider mussten bereits gemeldete SCKler wegen Erkrankung oder sonstiger Verhinderung kurzfristig absagen. Dies trifft hauptsächlich auf die Bezirks- und SCK-Meisterschaften zu. Vereinsmeister wurde Günther Cellarius, der knapp vor Helmut Loos ins Ziel kam.Lothar Keller entschied die AK 71 für sich, während Manfred Jansohn (Jg. 39) und Dr. Walter Hartig (Jg. 34) als älteste Teilnehmer für ihre Platzierungen in beiden Wertungen, geehrt wurden.

Als Bezirksmeister (Bez. 1) überzeugte erwartungsgemäss Peter Gauer vom TuS Rambach, vor seinem Vereinskameraden Thorsten Schätzlein. In der Zeitrangliste reihte sich Helmut Loos als Fünftplatzierter ein.

Auch bei den „Forstlichen“ war der SCK eigentlich gut vertreten. Bei diesem Wettbewerb wird nach der Hälfte der Strecke mit Lasergewehren geschossen.

Insgesamt müssen drei Treffer erzielt werden, bevor man weiterlaufen kann. Die Lasertechnik erlaubt, solange zu schießen, bis alle Treffer erfolgreich sind. Außerdem ist diese Art von Schießen im Gegensatz zu Luftdruck- oder sonstigen Sportwaffen absolut unproblematisch. Ein genehmigungspflichtiger Schießstand, sowie umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen, werden nicht benötigt. In der freien Technik ging Hubert Leitermann an den Start. Er beendete das Rennen der AK 71/76 als Zweiter. Lothar Keller wurde Erster in der gleichen Klasse, der klassischen Technik. Bei den Herren 61/66, freie Technik, siegte Günther Cellarius, vor dem Verfasser und Heinz Klier. Einer der Höhepunkt der Saison sollten die Deutschen Senioren Meisterschaften im Schwarzwald sein. Ausgerichtet vom SV Baiersbronn wurden die Rennen auf den Loipen am Knibis ausgetragen. Bei sehr guten Schneeverhältnissen und teilweise Nebel wurden am Wochenende 2./3.3. ein Skating- und ein Klassik-Wettbewerb durchgeführt. Insgesamt waren am Samstag sieben und Sonntag acht Aktive aus hessischen Vereinen am Start, darunter Günther Cellarius und der Verfasser. Platzierungen 10 km Skating: Dr. Rogge (Gersfeld, A 46) 3. Pl.; A. Weber (Schotten, gleiche AK) 6. Pl.; R. Adolph (Hartmannshain, A 61) 6. Pl.; G. Cellarius u. Verfasser 8. u. 10. Pl., gleiche AK; A. Henning (Lanzenhain, A 56) 10. Pl.; E. Mengel (Schotten, A 71) 6. Pl. Platzierungen 15 km Klassisch: Dr. Tannert (Gersfeld, A 41) 4. Pl.; Dr. Rogge, (A 46) 2. Pl.; A. Weber u. J. Ulbrich (gleiche AK/Verein) 4. + 5. Pl.; A. Henning u. M. Jöckel (A 56 /gleicher Verein) 9. +11. Pl.; G. Cellarius u. Verfasser (A 61) 6. + 7. Pl.; H. Hedrich (Gebenhain, A 76) 3. Pl.; M. Patt (Schotten, A 81) 1. Pl. Abschließend muss noch erwähnt werden, dass Marion Buchholz, Günther Cellarius, Patrick O´ Conner und Hubert Leitermann vom 14. – 23.2. an der Senioren-WM in Asiago mit weiteren Hessen, insbesondere auch vom TGV Schotten, teilgenommen haben.

Autor: Bernhard Döring

 

Bernhard Döring, unser Sportwart Nordisch, berichtet regelmäßig in der Pistenpost über Aktivitäten und Angebote aus seinem Trainingsbereich, die nicht nur die kalte Jahreszeit voraussetzen, sondern ganzjährig stattfinden.

Langlauf in Ramsau Januar 2013

Langlauf in Ramsau Januar 2013

In dieser Woche gehört der Körper dem Skiclub

Was hat dieser tolle Satz von Helmut zu sagen? Die Auflösung kommt später – jetzt erst mal der Reihe nach. Samstags wurde ich von Helmut und Moni abgeholt, und los ging’s. Um München war mal wieder Stau, und es schneite leicht. Wir waren voller Hoffnung auf guten Schnee. Auch im Salzburger Raum war alles herrlich weiß verschneit. Ab Schladming dann aber kein Schnee zu sehen, auch in Ramsau Straßen frei, wenig Schnee – große Enttäuschung. Im Blasbichler Hof neues Ambiente – man hatte renoviert. Nun mssten wir uns erst mal neu sortieren, aber man gewöhnte sich schnell an die schön gestalteten Räume.

Ich war, wie immer, bei Familie Knaus im Haus „Bergwald“ im Einzelzimmer untergebracht – war total zufrieden wie auch die anderen Mitbewohnerinnen. Beim ersten gemeinsamen Abendessen, von Moni mal wieder bestens präpariert und organisiert, Begrüßung durch unseren Vorsitzenden Alfred, von mir „Don Alfredo“ genannt. Er hieß auch die „Neuen“ willkommen – Christiane, Monika und Renate.

Im Skiclub ist man ja immer sofort integriert, und so war’s auch diesmal. Sonntagfrüh ging’s erst mal los mit Gymnastik zum Aufwärmen. Helmut hatte sich dazu bereit erklärt und machte dies ganz wunderbar die ganze Woche. Vielen Dank, lieber Helmut! Nach der Gymnastik wurden die LL-Gruppen eingeteilt. Die Übungsleiter Alfred, Manfred, Helmut und Renzo waren startklar, uns in Sachen Technik auf den neuesten Stand zu bringen. Unter ihrem kritischen Blick drehten wir auf der Loipe zwecks Einteilung unsere Runden. Auch unsere Neuzugänge warteten gespannt auf ihren Einsatz auf den schmalen Brettern. Zu unserer Freude war der Schnee besser als erwartet, so konnten wir zielstrebig in die gut präparierten Loipen starten. Ich war der Gruppe Helmut zugeteilt – insgesamt waren wir sieben Personen, und ab ging’s auf die Märchenwiese. Mein Wachsski, mit Band versehen, lief ganz gut. Ein guter Start für eine schöne Woche! In dieser Woche schneite es immer wieder, so dass wir durchweg gute Schnee- und Loipenbedingungen hatten. Ich wechselte ab zwischen Wachs- und Schuppenski, je nach Schneebeschaffenheit. Bei Neuschnee war der Schuppenski besser, da sich keine Stollen bilden konnten. Die Tage in meiner Gruppe waren sehr abwechslungsreich, mal ging’s in die Sonnenloipe, dann Kulmbergloipe, Schildlehen, Steirer Loipe usw., natürlich immer auch mit Einkehrschwung. An einem Vormittag war eine unserer LLDamen nicht ganz fit und „schwächelte“ etwas. Da fragte Helmut ihren Ehemann: „Sag mal – was hast Du denn heute Nacht mit Deiner Frau gemacht? Also – merkt Euch: In dieser Woche gehört der Körper dem Skiclub“. Großes Gelächter unsererseits – diesen Satz muss man sich merken.


Teilnehmer der 1. Langlaufwoche


Teilnehmer der 2. Langlaufwoche

Am Mittwoch und Donnerstag hatte es wieder geschneit. Pulverschnee – ein herrlicher Anblick – und dann dieser Blick auf die Bergwelt, der Dachstein strahlte in der Sonne. Natur, wie bist Du so wunderbar! Donnerstagabend ging’s dann wieder traditionell auf die Halser Alm. Bei Eiern und Speck rührten wir eifrig in den Pfannen und schmausten voll Hochgenuss das Hauptgericht Kaiserschmarrn. Es war mal wieder schön und sehr gemütlich beim Singen und Schunkeln. Freitag – letzter Tag in der Loipe. Wir hatten uns die Rittisbergloipe ausgeguckt mit Einkehrschwung in der Sonnenalm. Pulverschnee, –5°C, Sonne – herrlich! Los ging’s! Für mich war’s dann doch etwas mühselig – die vier Herren vor mir waren sofort ab über alle Berge, nur einer war noch hinter mir (zum Glück!). Aber schließlich schaffte ich es doch noch und sank leicht ermattet in der Sonnenalm auf die Bank. Topfenstrudel mit Vanillesoße und Zwetschgenmus brachten mich wieder auf die Beine.

Am Samstag hieß es dann Abschied nehmen von Moni und Hans, den tollen Loipen und der herrlichen Bergwelt. Eine wunderbare Woche war zu Ende. Dank an Don Alfredo, den Organisator dieser LL-Woche, und Dank den Übungsleitern Manfred, Helmut und Renzo. Es war schön! Und fürs nächste Jahr wissen wir schon jetzt, wem in der LL-Woche unser Körper gehört!

Autor: Uschi Dannenmann

 

Als Gründungsmitglied und von 1975 bis 1987 Schriftführerin des Vereins, zählt Ursula (Uschi) Dannenmann zum Urgestein des SCK. Der größte sportliche Erfolg der begeisterten Wintersportlerin ist der Titel „Skikönigin“, den sie nach den Clubmeisterschaften 1996 tragen durfte.

20 Jahre Ski-to-Tal – Die Trainingsfahrt nach Soraga 2013

– Oder warum 4 + 2 nicht gleich 2 + 4 ergibt und nur 3 + 3 Erfolg hat, wenn man 6 haben will! –

Am 16. Februar war es endlich mal wieder soweit – Skifahrwillige aus dem gesamten Rhein-Main- Gebiet machten sich auf in die Dolomiten, um sich dort unter fachkundiger Führung mehrerer Übungsleiter aus dem Skiclub Kelkheim und der Skigilde Langen auf Pisten zu wagen. Für die historische 20ste Trainingsfahrt konnte Michel über 50 Anmeldungen für sich verbuchen und Männlein wie Weiblein nahmen laut Augenzeugenberichten in den frühen Morgenstunden in Kelkheim und Langen im Reisebus Platz, welcher wie immer von „unserem Detlef“ sicher in die Urlaubsregion im Fassatal gelenkt werden sollte. Es sollte für die „Busfahrer“ eine lange Reise werden – auch die Tatsache, dass man erst spät abends im Hotel Latemar ankommen sollte, wurde von den meisten Businsassen gelassen hingenommen. Wurde die Gruppe doch ausreichend mit Pausen, Schokoschaumküssen, Getränken und anregenden Gesprächen bei Laune gehalten. Als Backup und mit allerhand Gegenständen bestückt fuhr ein kleineres Grüppchen mit einem schicken VW-Bus ins Zielgebiet und kam punktgenau mit dem großen Bruder in Soraga an. Nahezu zeitgleich hatte sich ein kleines Grüppchen Menschen ebenfalls in Bewegung gesetzt und war in Privatwagen nach Soraga gereist. Das waren wir – die nach einer Zwangspause im letzten Jahr – als ganz besonders skihungrig einzustufen waren und daher noch eine weitere Woche in Südtirol dazu gebucht hatten. Ebenso waren die beiden Kaisers – die nach dem Abfahrtslauf im Sellagebiet dem Langlauf auf der Seiser Alm frönen wollten – mit ihrem PKW bereits vor Ort, als wir nachmittags das Hotel Latemar erreichten.

Das Hotel – etwas oberhalb des Ortskerns von Soraga gelegen – sollte für die nächsten sieben Tage fast vollständig in unsere Hände fallen. Und so bezogen wir unser Zimmer und nach einem ersten Orientierungslauf in Soraga blieb uns nur noch die Ankunft des Reisebusses abzuwarten. Dieser quälte sich dann auch im Dunkeln gegen 19 Uhr abends den kleinen Berg zum Hotel hoch, wo wir bereits als Empfangskomitee warteten. Schnell war der Bus entladen und spuckte jede Menge Menschen – mit bekannten und neuen Gesichtern – aus, die in Windeseile die Eingangshalle des Hotels bis zum letzten Zentimeter füllten, um an ihre Zimmerschlüssel zu kommen. So, die erste Etappe war also geschafft, und endlich konnten die hungrigen Mäuler gestopft werden. Was in Anbetracht der im wahrsten Sinne des Wortes aufgefahrenen Mengen an Speisen sicherlich kein Problem darstellen sollte. Vorspeisen, Salate, ganze Gemüseplatten, Beilagen und vieles mehr wurden auf großen Rollwagen in den voll besetzten Speisesaal gekarrt und auf einem strategisch günstig angeordnetem Sideboard platziert, sodass schlagartig die Schlacht am Büfett beginnen konnte. Im Laufe der Woche entwickelten einige Spezialisten recht interessante Praktiken, wenn es um die Technik der Parallel-Befüllung mehrerer Teller ging. Wie bei allen Trainingsfahrten üblich wurde auch in diesem Jahr die freie Tischordnung gepflegt, sodass nach anfänglichen bedien- und abrechnungstechnischen Diskussionen und Verwirrungen an manchen Tischen munteres Bäumchen-Wechsel-Dich praktiziert wurde. Ausnahmen bestätigen die Regeln und so konnte man gegen Ende der Woche das ein oder andere „Reserviert-Schild“ erkennen, für solche Gruppen, deren Mitglieder sich so gar nicht voneinander trennen konnten. Nachdem auch noch der letzte Gast seine Suppe erhalten, die Hauptspeisen verdrückt waren, der erste St. Urban- Wein die Geschmacksprüfung bestanden hatte und der Rotwein von Kennern degradiert worden war, konnte man sich neuen kniffligen Aufgaben stellen: auf einer Liste musste das Essen für den nächsten Tag pro Kopf und Tisch angekreuzt und auf einer zweiten Liste der Nachtisch für den ersten Abend bestellt werden! Kurz gesagt, es zeichnete sich ein munteres Bestellchaos ab, was dazu führen sollte, dass der Chef (Michel) doch am nächsten Abend um etwas Disziplin bitten musste. Um der netten Restaurant- Crew die „bella figura“ zu gewährleisten und, um ihnen nicht das Gefühl zu geben, sie wären diejenigen gewesen, die womöglich zu wenig von einem bestimmten Gericht eingekauft haben, sollte sich doch jeder an seinem Tisch merken, welche Haupt- und Süßspeisen er bestellt hatte – ja, das sind die Herausforderungen, die ein Gruppenurlaub mit sich bringen kann. Letztendlich wurden jedoch fast alle Gäste zufriedengestellt und ihr könnt mir glauben: VERHUNGERN MUSSTE NIEMAND! Unsere clevere Marianne hatte nämlich direkt den Vorschlag eingereicht, man möge sich doch seine Speisenauswahl ganz dezent auf der Innenseite der zur Verfügung gestellten Serviettentasche notieren. Und so war zumindest unser Tisch immer auf dem aktuellen Stand und die Abendessenrunden verliefen reibungslos. Nach einer kurzen Ansprache unseres Organisators konnten wir somit dem Rest des Abends entgegensehen und an der Rezeption die Listen der Ski-Gruppen-Einteilungen studieren. Nachdem die Anreise für einen Teil der Gruppe doch recht lange und anstrengend verlaufen war, wurde in diesem Jahr leider auch auf das seit Jahren beliebte Kennlernspiel verzichtet. Jedoch kündigte Michel ein paar wenige Highlights für die Woche an! Wie zum Beispiel eine Powerpoint-Präsentation anlässlich der 20. Trainingsfahrt mit anschließendem Disco-Abend mit DJ Wolfgang und einer Terrassenabschlussparty am Freitag. Nach kurzer Diskussion konnte man sich sogar darauf verständigen, dass der erste Skitag um 8.30 Uhr beginnen sollte, sodass nun endlich die ersehnte Ruhephase einsetzen und jeder zu Bett gehen konnte. Der Sonntag machte nach anfänglichem Schwächeln doch noch seinem Namen alle Ehre und das Blau des Himmels lud alle auf einen schönen Skitag ein.

Die Gruppen standen fest, die Leihskier waren mit ihren Besitzern an Bord, Detlef kutschierte uns gekonnt die sieben Haarnadelkurven auf den San Pellegrino hoch, die Skipässe für die „Gruppo Kelkheim“ wurden gekauft und verteilt und jeder freute sich auf vier Skitage im Sellaronda-Gebiet und zwei Tage in lokalen Skiarealen – Dolomiti Superski 4+ 2 J.

Die erste Skigymnastik der Woche brachte alle in Schwung! Und so konnten sich alle Gruppen mit ihren Ü-Eiern auf jeglicher Piste amüsieren. Am Nachmittag nahmen wir bereitwillig verloren wirkende Skifahrer in unserer „blauen“ Gruppe auf, die sich problemlos unserer Dynamik anpassten, Carmen gönnte sich eine kleine Verschnaufpause, wir – Gerlinde und ich – konnten vor Schneekanonen die Skikanonen mimen und dank unseres neuen Guides Rolf durften wir eine herrliche 10 km lange Talabfahrt genießen. Nach einem herrlichen Skitag am Passo San Pellegrino und Falcade kamen alle gesund, munter und einigermaßen pünktlich am Nachmittag auch wieder am Bus an, wo es zur Belohnung Glühwein, Bier und Schaumküsse gab (Dankeschön, lieber Thomas)! Anhand der sehnsüchtigen Blicke, der Bereitwilligkeit Schlange zu stehen und auch noch Geld für diverse Getränke auszugeben, lässt sich erkennen, wer da am ersten Skitag den meisten Durst entwickelt hatte. An diesem Abend wurden wir mit Seehecht (Nasello in bianco) und ähnlichen Köstlichkeiten überrascht. Schnell waren die Teller leer und der gemütliche Teil des Abends konnte nach dem üppigen Nachtisch beginnen.

Gespannt waren wir nun auf den nächsten Skitag, der für uns mit Melittas professioneller Skigymnastik an der Talstation von Pradel – Rodela begann. Unsere Gruppe hatte mittlerweile Zuwachs bekommen und so wurde erst einmal beratschlagt, ob wir nun die Sellaronda in die eine oder andere Richtung fahren sollten. Schnell konnten wir uns einigen, dass wir auf jeden Fall einen schönen, entspannten Skitag erleben und auch die Schönheit der Berge rund um die Sellagruppe genießen wollten, was den grünen Schmauchern in unserer Gruppe natürlich auch die Gelegenheit für das ein oder andere Zigarettchen bot. Der rot markierten Sellaronda-Beschriftung folgend konnten wir bei herrlichem Sonnenschein, besten Pistenverhältnissen und gutem Spürsinn für Sonnenhänge – Carmen sei Dank – einen wunderbaren Skitag erleben. Das Ehepaar mit dem herrlichen Namen „Groundwater“ hat unsere Gruppe an diesem Tag hervorragend ergänzt und es machte viel Spaß, gemeinsam die teilweise noch jungfräulichen Pisten hinab zu sausen. An dieser Stelle sei nochmals ausdrücklich erwähnt, dass eine blaue Gruppe nicht immer gleichbedeutend ist mit der Bezeichnung für schlechte Skifahrer (auch wenn das der ein oder die andere so interpretieren wollte) und vielleicht so manches Skifahrerlatein am Abend ein wenig geflunkert sein mochte, wenn man an die Kilometerangaben denkt, die da so als Höchstleistung im Raum standen.

Wohlbehalten und ohne nennenswerte Verletzungen wurden wir mit dem Bus wieder ins Hotel geschaukelt, wo uns typisch italienische Leckereien und ein Empfangscocktail von der Familie Decrestina vor dem Abendessen erwarteten. Nachdem die Appetithäppchen verschlungen waren, die Cocktails geschmeckt hatten und der Speisesaal im Untergeschoss erneut für uns gedeckt war, konnten wir hausgemachte Tortelli als auch Omelette mit Spargel genießen, bevor uns das Highlight der Woche im Gemeinschaftsraum erwartete.

Unter dem Motto „20 Jahre Trainingsfahrt mit dem SCK“ hatte Michel eine Präsentation aus Bildern zusammengestellt. Anfängliche technische Probleme mit der Powerpoint-Beamer-Kommunikation konnten schnell behoben werden und nachdem dann auch noch ein schlauer Dieter auf die Idee kam noch den Deckel vor der Linse des Beamers zu entfernen stand, einem zweistündigen „Lichtbildervortrag“ nichts mehr im Wege. Beginnend mit der ersten Trainingsfahrt nach Engelberg, über Les Diablerets, Crans Montana, Zauchensee, Brixen, Campitello, Ischgl, Zillertal und Kronplatz gelangten wir nach vielen Bildern und ebenso vielen netten Anekdoten zur heutigen Fahrt nach Soraga. Und eine besonders nette Überraschung gab es an diesem Abend für alle, die schon mehr als das zwölfte Mal mit dabei waren. Der Skiclub hat sich in diesem Jahr etwas Besonderes einfallen lassen und ein sonnengelbes Funktions- T-Shirt bedrucken lassen, dass nun den „alten Hasen“ unter viel Applaus überreicht wurde. Glück hatten aber auch die in dieser Skiwoche unter dem Sternzeichen Wassermann oder Fische Geborenen – denn sie bekamen ebenfalls ein solches Shirt geschenkt. Den Anfang machte Jean, gefolgt von Ina II. und Ulli – und auch ich bekam neben dem obligatorischen Geburtstagsständchen mit Torte und Kerze ein solch schönes Andenken geschenkt. Vielen Dank dafür! Der Abend klang aus, leider ohne dass DJ Wolfgang in Aktion hätte kommen können, waren doch die vielen Fotos und Geschichten ein wenig in die Länge geraten. Aber auch dafür gab es eine Lösung – Wolfgang bot sich freiwillig an, am kommenden Mittwoch einen Disco-Abend zu veranstalten, sodass die Tänzer doch noch auf ihre Kosten kommen konnten! Am nächsten Tag entführte uns Detlef in ein schönes Skigebiet im Val de Fiemme, wo noch in dieser Woche die Nordic World Ski Championships ausgetragen werden sollten. So kamen wir an diesem Tag nicht nur in den Genuss, in einem herrlichen Gebiet Skilaufen zu können, sondern auch am Abend die ersten Damen „fliegen“ zu sehen, die sich mutig von der Schanze in Predazzo stürzten.

Das Skigebiet Latemar konnten wir ausgiebig genießen. Und nachdem sich unsere Carmen mit dem Pistenplan in der Hand intensiv über die besten Abfahrten informiert und die Damen mit ihrem Wundertee versorgt und gewärmt hatte, ging es dann auch auf die wunderschönen Pisten mit herrlichem Panoramablick. Ein Skigebiet in dem es auch an zünftigen Hütten nicht mangelte! Ein super Skitag in einem tollen Gebiet, in dem ich mich mutig nach Carmens Motivation zusammen mit ihr und Renate die schwarzen Pisten hinunterstürzte. Achim wollte währenddessen auf uns warten, bis wir wieder an unserer verabredeten Kreuzung mit ihm zusammentreffen würden. Wer konnte denn ahnen, dass ausgerechnet auf dieser Piste in einer Höhe von 2.400 m ein Künstler sowohl ein Iglu als auch eine Eisrobbe in den Schnee gesetzt hatte, die wir natürlich ausgiebig betrachteten und uns nach einer kleinen Krabbelstunde noch ins Iglu-Gästebuch eintragen mussten. Wieder vereint mit dem Rest unserer Gruppe konnten wir also die Fahrt fortsetzen und zum guten Abschluss ein wärmendes Getränk zu uns nehmen!

Nach solch einem intensiv-aktiven Skitag ließen wir uns die Salmonata und Herz-Ravioli besonders gut schmecken und beschlossen aufgrund des bevorstehenden nächtlichen Ereignisses (0:00:01 Uhr am 20.2.) relativ zügig schlafen zu gehen. Pünktlich wurde ich mit Sekt und Wunderkerzen anlässlich meines Geburtstags geweckt. Das konnte ja nur ein schöner Skitag werden! Er begann mit einem leckeren Frühstück – wie üblich, mit herzlichen Umarmungen der Ü-Eier, einer von Marianne liebevoll gebastelten Papierblume zum Geburtstag und der geplanten Fahrt mit dem Bus Richtung Sellaronda (Pradel-Rodela). Doch welch böse Überraschung, als wir nach dem obligatorischen „ich muss noch mal schnell“… Start am Zugang zur Gondel standen… der erste unserer Gruppe konnte nicht durch die Schranken gehen! Na ja, kann ja mal passieren dachten wir, bis der nächste es versuchte und ebenfalls gegen das Drehkreuz prallte.

Inzwischen war ein freundlicher Liftangestellter mit wenigen Englischkenntnissen davon in Kenntnis gesetzt worden, dass wir doch einen Super-Dolomiti-Skipass 4+2 käuflich erworben hatten und nun den vierten Skitag (was dem 3. Sellatag entsprach) in der Sella verbringen wollten. Woraufhin er nach einem längeren italienischen Telefonat mit der Information zu uns zurückkehrte, dass 4+2 eben NICHT gleich 2+4 sei. Das verstehe, wer wolle – Carmen verstand allerdings sofort, dass wir wohl nur berechtigt waren, 2 Tage in der Sella, dafür aber 4 Tage in lokalen Gebieten Ski zu laufen. Das konnte doch nur ein kleines Missverständnis sein – oder? Und das ausgerechnet an meinem Geburtstag, an dem sich „Rudolpho“ darauf gefreut hatte, mit mir die Sellaronda zu fahren! Also was sollten wir tun? Die anderen waren zwischenzeitlich auch aufgelaufen und nicht auf der Piste angelangt. Also wurde das Kassenhäuschen von uns gestürmt, allerdings zunächst mit wenig Erfolg. Also hieß es für uns: Alles einsteigen – Türen schließen und Vorsicht bei der Abfahrt – und ausnahmsweise durften wir alle dieses eine Mal unsere Skischuhe im Bus anbehalten! So wurden wir denn wenigstens für einen halben Skitag noch zum San Pellegrino gebracht, wo sich unsere – der Italienischen Sprache mächtigen – Übungsleiter mit den Kassierern herumschlagen durften. Während wir schon mal die ersten Pulverpisten in Augenschein nahmen, wurden also die Verhandlungen geführt und „erfolgreich“ abgeschlossen. Jeder von uns bekam einen neuen Skipass mit dem Aufdruck 3+3 – gut das ergibt ja auch 6 – und alle waren zufrieden. So konnte Rudolpho also doch noch den Pistentag genießen und hielt sich wacker bis zum Schluss, als es den wohlverdienten Geburtstags-Bombardino gab! Danke Ihr Lieben – für den schönen Tag!

Mit einem ebenso leckeren wie lustigen Abendessen klang der Abend langsam aus, es gab Eiersuppe und „Hähnchen zum Ofen“ was uns zu kreativer Höchstform und albernem Gelächter veranlasste. Doch nicht nur die Speisekarte brachte uns zum Lachen. Hatte das Hotel doch an diesem Abend keine Kosten und Mühen gescheut und zwei Kellner der besonderen Art engagiert. Bilder sagen mehr als 1000 Worte…Mit großer Selbstverständlichkeit und sehr zuvorkommend wurden alle – wirklich alle – Gäste von Uwe und Holger bedient! Um die Kalorien des Tages wieder einigermaßen abbauen zu können, durfte dann auch am späteren Abend das Tanzbein mit DJ Wolfgang geschwungen werden. Typische Pistenmusik und Schlager zum Mitsingen und Mitklatschen motivierten einen Großteil der Tanzlustigen und Tanzwilligen! Die Woche neigte sich langsam aber stetig dem Ende zu, zwar wurden keine Skiverletzungen registriert, doch aber ein erheblicher Ausfall an Grippe- und Magenkranken, sodass viele tatsächlich das Bett hüten mussten und entsprechend wenig feste Nahrung zu sich nehmen konnten. Für die „Gesunden“ unter uns ging es nun tatsächlich am Donnerstag nochmals in die Sellarunde und Detlef parkte seinen Bus nur wenige Kilometer von Soraga entfernt in dem schönen Örtchen Canazei.

Nebel war ins Tal gekrochen und hatte über Nacht Neuschnee gebracht. Doch die Viren hatten auch leider einen der Ü-Leiter überrascht und so mussten die Skifahrer auf die übrigen Skilehrer aufgeteilt werden, was nicht immer ohne Murren vonstatten ging. In einer kleinen Minigruppe, die von uns „Blauen“ noch übrig war, absolvierten wir die Runde mit Carmen und brachten so auch diesen Skitag zu einem guten Abschluss.

Dieser gestaltete sich natürlich in Canazei etwas anders als üblich. Hatte dort doch einige Herrschaften das Shopping- und Schnapsprobierfieber gepackt. Mitbringsel mussten eingekauft werden, Schnaps, Olio picante und andere Leckereien. Um auf eine gelungen Skiwoche anzustoßen machten wir uns auf zur legendären „Oma“, wo wir auch schon in den Jahren zuvor – bei den Campitello-Fahrten – mit leckeren Getränken und kleinen „Amuse gueules“ verwöhnt worden waren. Also schon mal vormerken für 2014: bei „Oma“ gibt’s den besten Bombardino und eine Rotweinauswahl, die sich sehen lassen kann und selbst verwöhnte Gaumen wie den von Dieter II. zufriedenstellen. Den Höhepunkt des Abends oder besser gesagt der Woche erlebten wir mit einem „Ladinischen Abend“ – Cena ladina, der von der Gastgeberfamilie arrangiert worden war. Nicht nur die Speisenfolge sondern auch die besondere Darbietung der Spezialitäten war ein voller Erfolg. Feigenmaultaschen, Chardonnay-Weinsuppe, Spinatnockerln, Hirschgulasch Tiroler Art und zum Abschluss Apfelstrudel. Wir alle waren zum Platzen voll.

Der letzte Skitag brach an und bescherte uns erneut Pulverschnee und Sonnenschein. So steuerten wir mit VW- und Reisebus ein letztes Mal ins Gebiet am San Pellegrino. Die Luft glitzerte von Schneekristallen in der Sonne und bestens gelaunt machten wir uns auf die Piste. Fast über den Wolken schwebend fuhren wir die Hänge hinab und mit den Liften wieder hinauf, bis auch die letzten Mitglieder unserer munteren Gruppe müde waren, und schließlich wollten wir ja auch pünktlich wieder am Bus sein. Letzte Hüttenschmankerln nahm man zu sich, und der ein oder andere gönnte sich auch noch ein Bierchen dazu.

Nun hieß es wieder in den Bus einsteigen und zum Hotel Latemar zurück fahren, wo an dem Nachmittag bereits Anton und die Terrassenparty warteten. Das Team hatte sich wieder alle Mühe gegeben und Schinken, Käse, Brot, Glühwein, Kalt- Wein, gespickt mit Witz und Musik – nicht zu vergessen eine tolle Dekoration – vorbereitet. In lustiger, ausgelassener Runde wurde nicht nur der traditionelle Anton, der zwischenzeitlich neue Hörner bekommen hatte, mit großer Freude begrüßt, sondern auch unsere immer noch fit-fitter-am fittesten Seniorin Isolde auf dem Gepäckwagen „zur Liftstation“ gerollt. Einen Höhepunkt des netten Ausklangs auf der Terrasse bildeten jedoch die musikalischen Einlagen der Gastfamilie und die fast schon feierliche Überreichung eines Erinnerungstellers für den Skiclub Kelkheim, den der Chef des Hauses selbst bemalt hatte. An dem Spektakel nahm die ganze ladinische Familie teil und nachdem alle Leckereien verputzt und auch der Letzte des Tanzens und Trinkens erst mal müde geworden war, konnte der Gang zum Büfett angetreten werden. Dies wird uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Mit Kürbis Tortelli, „Tipisch Fliesch“ aus dem Trentino und den üblichen Beilagen vom Büfett genossen wir das letzte Abendessen, welches von sehr außergewöhnlichen Kellnern serviert wurde. Belohnt wurden auch dieses Mal wieder die Übungsleiter und Detlef – doch nicht nur mit Fußwärmern und Skimütze, sondern auch mit einem eigens von Wolfgang verfassten Gedicht, herzlichem Applaus und einem dicken Schmatz von Maru! Nach dem Abendessen, diversen Verdauungssäften und Espressi machte sich wohl jeder ans Packen der Koffer.

Und so ging eine schöne Woche damit zu Ende, dass jeder, der mit Detlef angereist war, auch wieder mit ihm nach Hause fuhr. Die Krankenstationen waren aufgelöst, Schniefnasen hatten mehr oder weniger das Tropfen eingestellt und die Mägen waren wieder beruhigt. So konnte nach dem Frühstück am 23.2. die Beladung sämtlicher Fahrzeuge von statten gehen. Unglaublich, was so alles in einen VW-Bus passt, hoffentlich kommt er aber überhaupt vom Parkplatz herunter – so wie der festgefroren war!

Doch Detlef hat es mal wieder prima hin bekommen und mit vereinten Kräften haben wir alle Skier, sortiert nach Herkunft und Zielort, und sämtliche Koffer, Lautsprecherboxen und Verpflegungspäckchen in den Fahrzeugen unterbringen können. Bevor wir uns nun selbst ans Kofferpacken wagten, verabschiedeten wir uns herzlich von unseren Mitstreitern und sahen den Bus dann schließlich gemächlich ins Tal fahren – in einen strahlend blauen Tag, der uns in unsere zweite Skiwoche bringen sollte. Es war eine schöne Woche in Soraga und wir werden uns im nächsten Jahr bestimmt wiedersehen! Auf Wiedersehen im Latemar – 2014!

Autor: Monika Bischoff-Schaefer

Wolfgang (Goethe)‘s Dichtkunst: Eine Skifahrt in die Dolomiten

Im Februar war’s, ich kann’s Euch saache, es war‘n schon so verrückte Taache.
Von Kelkheim ging es mit dem Bus, noch war es so, dass keiner muss!
In Langen da war’s dann fürwahr, da musste jeder, das war klar.
Die Fahrt mit Detlef, die war nett, geblieben wär ich gern im Bett.

Im Bus war’s kalt mal und mal heiß, es war ‘n moderner wie ich weiß.
Doch hat’s geklappt, auch wenn benommen, sind wir am Skiort angekommen!
Kaum war’n wir da, da ging’s schon los, in welchem Zimmer lieg ich bloß?
Dann ging’s zum Trinken und zum Futtern, Portionen groß, so wie bei Muttern!

Organisiert war’n alle Gruppen, die Männer mit den schönsten Puppen,
ich mein die kleinen, hübschen Dinger, die man kann wickeln um die Finger.
Die Übungsleiter vorne weg, sie ham gelockt mit Käs und Speck.
Kaum dann im Gasthof angekommen, war’n Füß‘ geschwollen, Kopf benommen.

Dann war’n die Treiber wieder dran, „jetzt macht schon hin, wir müssen ran“!
Der Detlef wartet mit dem Bus, es kam so wie es kommen muss!
Die Pisten überfüllt mit Hippie, schon musste wieder jeder Pippi.
Am Abend dann, die Übungsleiter, tun so als wär der Tag nur heiter,
Dabei war’n sie wie wir gestresst, als wenn man uns nur fahren lässt!

Sie schauen, helfen und sie glucken, achten auf alles und sie gucken,
dass keiner auf der Strecke hält und womöglich Zeche prellt!
So ging die Woche schnell vorbei, am letzten Abend ohne Brei,
Büfett, Menü und mit viel Wein, so bringt man seine Seele rein!

Ralf, Michel, Uwe und die Carmen, war’n immer da, in Gottes Namen,
Melitta, Holger, Michael dazu, war’n der Rest der tollen Crew.
Sie alle haben uns gut geführt, ich bin schon wieder ganz gerührt.
Ein kleiner Dank von allen – viel Grüß‘, es ist was für die warmen Füß‘!!!
Habt Dank für Eure liebe Müh, wir sehen uns zur Abfahrt morgen früh!

 

Seit vielen Jahren ist Monika Bischoff-Schaefer mit dem SCK verbunden. Aus anfänglichen Courchevel-Reisen haben sich Fahrten nach Zauchensee, Brixen, Campitello, Obertauern, Zillertal, Kronplatz und Soraga ergeben. Monika ist begeisterte PADI Tauchlererin, Fotografin, Skifahrerin, Rennradfahrerin und beruflich im Bereich Gartenbauwissenschaften / Phytomedizin als Versuchsingenieurin tätig.

Schneeschuhwandern – die langsame Seite des Wintersports

Schneeschuhe… das sind doch diese Riesenteller aus Holz und Lederriemen, mit denen die Trapper und Indianer seinerzeit durch die verschneiten Berge Colorados gestapft sind. Was hat das mit uns hier in Kelkheim und Langen zu tun? Auf die Bison- und Elchjagd werden wir doch wohl kaum gehen… oder doch??

Nun, das wohl eher nicht, aber dennoch macht Schneeschuhwandern einen Heidenspaß. Warum nicht mal die Abfahrtski und Snowboards beiseite legen, die – mehr oder weniger überfüllten – Skipisten gaaaanz weit links liegen lassen, und sich stattdessen aufmachen in die einsamen Landstriche der näheren oder ferneren Umgebung. Die Skitourengeher werden wohl noch am ehesten nachempfinden können, wie beruhigend die Einsamkeit in den Wäldern und Bergtälern sein kann. Wir haben zwei Tage der Ski-to-Tal Tour 2013 in Soraga genutzt, um weitab vom üblichen Wintersport die Natur zu erleben. Am Montag ging es bei strahlendem Sonnenschein los, einmal grob die Gegend zu erkunden – zunächst noch ohne die großen Schneeschuhe. Für den Anfang sind winterfeste Wanderstiefel und ein paar Spikesohlen zum Drunterschnallen ausreichend, denn in der näheren Umgebung der Ortschaften sind die Wege von Spaziergängern und Gassi gehenden Hunden doch hinreichend platt getreten. Dennoch: Trotz der eindeutigen Spuren von Zivilisation haben wir auf unserem 16 km Rundgang (770 Hm) um Soraga und Moena herum in den Wäldern keinen einzigen Menschen gesehen. (Natürlich einmal abgesehen von Moena, das wir einmal durchquert haben, um vom westlichen Talrand zur östlichen Seite zu kommen. Obwohl: Am Nachmittag war Siesta – viel los war da auch nicht……)

Nach diesem ersten Schnuppertag wurde es am Donnerstag dann ernst: Es hatte die Nächte zuvor ordentlich geschneit, die Sonne war leider weg (zumindest im Tal), es war grau, diesig und immer wieder schneite es ein paar Flocken und Graupel. Macht nichts – es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Also rein in den Schneeanzug, die Gamaschen über die Stiefel, Proviant, Karten, GPS und Handy (und Ersatzakkus!) in den Rucksack, eine Stirnlampe auch – es wird ja schließlich früh dunkel – Wanderstöcke in die Hand, und natürlich die Schneeschuhe (aber die für die erste Strecke erst mal in den Rucksack). Aus Soraga kommt man schnell raus, und nach wenigen Kilometern hatten wir im Wald einen Punkt erreicht, an dem vor uns nur ein Rotwild (oder so – ich bin kein Fachmann in diesen Dingen) seine Spuren hinterlassen hat. Also die Schneeschuhe unter die Stiefel geschnallt, die Wanderstöcke in die Hand, und los geht´s, die unberührte Winterlandschaft im Wald erleben. Es ist ein berauschendes Gefühl, alleine unterwegs zu sein, wenn der frisch gefallene Schnee die Natur mit einer weißen Wattedecke überzogen hat, alle Geräusche gedämpft sind und man auf den Wegen der erste Mensch ist, der seine Spuren in den Schnee drückt, hier und da neben die von Rotwild und Hase…… An diesem Tag waren wir etwa 15 km in den einsamen Wäldern westlich von Soraga unterwegs (940 Hm), davon knapp die Hälfte auf Schneeschuhen. Im Wald war der (Neu-) Schnee locker und stellenweise 80 cm tief – dank der großen Auflagefläche unserer Schneeschuhe sanken wir dennoch nicht allzu tief ein.

Bei dieser Gelegenheit ein paar Worte zur Technik: Aus den eher primitiven Geräten der Frühzeit sind inzwischen Hightech-Wintersportgeräte geworden. Wir waren auf MSR Lightning Ascent´s unterwegs, die ich von zu Hause mitgebracht hatte. Ein leichter Aluminiumrahmen, rundherum mit bissigen Zähnen zum festen Zupacken auf Harsch und Eis, versteifende Querstreben aus Stahl und einem rotierend gelagertem Fußteil (für bequemes und natürliches Abrollen) mit weiteren Zähnen, darüber ein leichtes Verdeck aus Neopren, das das Einsinken im tiefen Schnee reduziert – das hat nichts mehr mit Holz und Lederriemen zu tun…… (Die integrierte Steighilfe, die beim Erklimmen von steilen Hängen zum Einsatz kommt, haben wir für das einfache Gelände zum Glück nicht benötigt.) Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der professionellen Ausrüstung darf man natürlich die Launen und Gefahren der Natur nicht unberücksichtigt lassen. Gerade bei der Einsamkeit unterwegs sollte man stets die Umgebung, das Wetter und die Zeit im Auge behalten – ein Unfall irgendwo im Nirgendwo kann böse ins Auge gehen. Wir haben uns deshalb regelmäßig per SMS mit den GPS Koordinaten und unserem Status bei Michel und Ralf gemeldet; Sicher ist sicher……

Und, Interesse bekommen? Fragt doch beim nächsten Winterurlaub mal in der Touristeninformation nach. Häufig werden in der unmittelbaren Umgebung Schneeschuh- Schnuppertouren angeboten, teils sogar kostenfrei. Ein normaler Skianzug reicht, nur feste Winterwanderstiefel sollte man mitgebracht haben. Wer auf eigene Faust losmöchte, kann Schneeschuhe für wenig Geld in den Hotels oder Sportgeschäften ausleihen – man muss sich nicht gleich für 200-300 Euro pro Paar in Unkosten stürzen... Die Natur, die Ruhe und den Spaß – die gibt’s dazu umsonst...

Autoren: Brigitte Böhm, Thomas Staudte

PS: Bilder, Videos und Karten von den beiden Touren findet ihr auf www.tinyurl.com/SoragaSchneeschuh

 

Thomas Staudte aus Langen ist seit Februar 2012 Mitglied im SCK. Neben dem alpinen Skilaufen geht er gerne Schneeschuhwandern, ist im Sommer auf Wandertouren unterwegs, oder macht auf dem Mountainbike das Langener Umfeld unsicher – ein guter Ausgleich für den Job als selbstständiger EDV-Berater.

SnowXXpress Zillertal

Auf der Ski- und Snowboard-Freizeit waren dieses Jahr ca. 65 Leute mit. Es gab vier Snowboardgruppen und fünf Skigruppen für Kinder und Jugendliche, die je nach Können aufgeteilt wurden. Alle Ski- und Snowboardlehrer sind Mitglied beim Skiclub. Besonders cool ist, dass die meisten davon ziemlich jung sind und sich gut in ihre Schüler einfühlen können. Am ersten Tag ging es nach Mayrhofen zum Penken. Dort konnten die Gruppen das erste Mal fahren. Das Wetter war zwar nicht so kalt, wie man sich das wünscht, aber der Schnee war super und alle genossen es sehr. Leider gab es auch zwei Verletzte: Einen Armbruch und einen Kreuzbandriss (Skilehrer Kalli). Auch mussten wir am Abend nochmals beim Skiverleih vorbeifahren, da dieser uns, im Gegensatz zu letztem Jahr, mit teilweise sehr schlechtem Material ausgestattet hatte. Nach dem Abendessen versammelten sich alle im Partykeller zum Kennenlernabend. Dort wurden noch einzelne Leute in eine andere Ski-/Snowboard Gruppe eingeteilt. Danach wurden Gruppen gebildet, die sich mit einem Fragebogen über die Fahrt, den Bus und das Hotel auf eine Rallye begaben.

Busfahrer Detlef war nach der 10. Frage über die PS-Zahl des Busses und die Anzahl der Sitze schon leicht genervt. Den folgenden Gruppen machte er es schwerer, sie mussten sich dann die Sitzzahl selbst ausrechnen.

Nachdem alle ihre Zettel wieder abgegeben hatten, wurde die Platzierung verlesen. Am zweiten Tag fuhren wir nach Kaltenbach und wieder gab es – trotz weichem Schnee und schönem Wetter – einen Armbruch.

Da einer der Betreuer auch Notarzt ist, wurden die Verletzten immer sofort super versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Beide Verletzte sind nicht nach Hause gefahren. Obwohl sie nicht mehr Ski-/Snowboard fahren konnten, hatten Sie viel Spaß. Nur Kalli musste leider die Heimreise antreten. Wer zu spät zum Bus kam, weil er vielleicht noch einkaufen war, musste auf der Heimreise etwas vorsingen. Und zwar mit Mikrofon – wie es ein paar von den Jungs vorgemacht haben! Am Abend wurde Häkeln angeboten – Häkelmützen sind ja momentan total in!

Der dritte Tag begann wieder in Kaltenbach und ist ja bekannt dafür, dass an ihm die meisten Unfälle passieren. Deshalb wurden von den Ski-/Snowboardgruppen zusätzliche Pausen gemacht. Und so blieben wir unfallfrei und konnten einen schönen „Schneesportgerätetag“ genießen. Am Nachmittag durften wir im Supermarkt einkaufen gehen. Allerdings wurde uns erst am Morgen im Bus Bescheid gesagt, und so hatten manche kein Geld dabei – vielleicht könnte das nächstes Jahr schon am Abend zuvor bekannt gegeben werden. An diesem Abend wurde ein Wachsworkshop angeboten. Am nächsten Morgen fuhren wir wieder nach Mayrhofen zum Penken und hatten 15 cm Neuschnee – Juchuuuuuuuuu!!! Abends wurde passend dazu Lawinenkunde angeboten. Trotz knapper Vorbereitung war der Kurs richtig gut. Wir lernten die verschiedenen Lawinentypen kennen, wie es zu einer Lawine kommt und wie man dafür sorgen kann, dass man im Notfall schnell gefunden wird.

Am Donnerstag sind wir in die Zillertalarena gefahren. Dort sind mehrere Skigebiete miteinander verbunden. Das gesamte Gebiet ist dadurch sehr langgezogen. Ein paar von den fortgeschrittenen Gruppen machten sich einen Spaß daraus, durch alle Skigebiete bis ganz ans Ende zu fahren und wieder zurück. Andere Gruppen waren wiederum so früh unten, dass sie noch auf der Sommerrodelbahn fahren konnten. Am Abend wurde eine Fackelwanderung veranstaltet. Die vorderste Gruppe ist so schnell gelaufen, dass die hinteren die erste Abzweigung fast verpasst hätten. Zum Glück sah einer von uns noch gerade so einen Lichtschimmer, so dass wir den richtigen Weg nahmen. Am Ende sind aber doch alle am Sporthotel angekommen. Zu unserem Hotel habe ich noch gar nichts erzählt: Wir sind zu viert bis acht jeweils in einem Zimmer untergebracht. Im Keller gibt es einen Partyraum, eine Wellnesslandschaft und eine Bücherwand. Überhaupt ist genug Platz im Haus für spielende Kinder und für die Erwachsenen gibt es eine gemütliche Bar mit Kamin. Sonja, unsere Wirtin, ist sehr nett und sorgt immer gut für uns.

Am letzten Tag unserer Fahrt gab es verschiedene Workshops, wo sich jeder aussuchen durfte, wo er mitmachen wollte. Es gab unterschiedliche Fun-Park-Workshops und einen Lawinenworkshop. Auch eine Gruppe, die nur gefahren ist.

Beim Lawinenworkshop mussten sich die Teilnehmer erst mit dem Piepsgerät und den anderen Lawinenrettungsgeräten bekannt machen. Dann wurde erklärt, wie man beim Suchen vorgeht. Erst danach durften die Teilnehmer anfangen, nach dem in diesem Fall fast Verschütteten oder den vergrabenen Piepsgeräten zu suchen.

Bei den Fun-Park-Gruppen gab es eine Anfänger-Gruppe, deren Teilnehmer das erste Mal gesprungen sind und einige kleine Tricks ausprobieren durften. Die zweite Gruppe war die fortgeschrittene Gruppe. Dort sind sie über die großen Kicker gesprungen. Die letzte Fun-Park-Gruppe ist über die Boxen gefahren und hat dort Tricks gelernt. Am Nachmittag durften alle frei fahren. Am Abend war dann der Abschiedsabend. Dort wurden Filme und Diashows von den Gruppen vorgestellt, die sie während dieser Woche gedreht haben. Die ursprüngliche Aufgabe hieß: denkt Euch eine Geschichte aus und setzt diese in Bildern oder Film um. Jede Gruppe hatte ganz außergewöhnliche Ideen, die zu großem Gelächter führten. Vom dämonischen Geschichtenerzähler über Fotogeschichten, Boxenstopp beim Skifahren bis hin zum Krimi war alles dabei. Am Ende bekam die Siegergruppe einen Preis.

Ostersamstag fuhr uns Detlef schnell, sicher und staufrei nach Hause. Die Fahrt hat allen viel Spaß gemacht.

Autor: Tanja Kroneberger

 

Tanja Kroneberger ist 14 Jahre alt und fährt seit 10 Jahren Ski sowie seit 5 Jahren mit gleich großer Begeisterung Snowboard. Sie ist sehr kreativ, schreibt gerne Fantasy-Geschichten, die sie auch gleich in Rollenspiele umsetzt, in die sie alle in ihrer Umgebung mit einbezieht. Demnächst möchte sie ihr erstes Buch verfilmen. Reiten und Querflöte gehören zu ihren weiteren Hobbies.

Herbstabschluss des Rollskitrainings

Mit dem traditionellen Berglauf im November, Hohemark – Großer Feldberg, über eine Distanz von 11,3 km mit einer Höhendifferenz von ca. 570 Metern hat wieder eine beachtliche Anzahl von SCK-Langläufern das „Trockentraining“ beendet. Krönender Abschluss mit einem guten Hunger war dann das anschließende Brunch-Buffet im Alten Brauhaus in Oberursel.

Autor: Alfred Herrmann

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.

Auf der Schwimmbadwiese

Mit dem traditionellen Berglauf im November, Hohemark – Großer Feldberg, über eine Distanz von 11,3 km mit einer Höhendifferenz von ca. 570 Metern hat wieder eine beachtliche Anzahl von SCK-Langläufern das „Trockentraining“ beendet. Krönender Abschluss mit einem guten Hunger war dann das anschließende Brunch-Buffet im Alten Brauhaus in Oberursel.

Autor: Alfred Herrmann

 

Erfolgreicher Weihnachtsmarkt 2012

Eine Gesandte des abgelaufenen Herbstes stattete uns gar einen Besuch ab. Mit einem Pegel von 4 bis 5 Jagatees hat er sich dann als einer der besten Kunden des Abends endgültig von uns verabschiedet.

Autor: Alfred Herrmann

 

Winterfest 2012

Mit gekonnten, spontanen Einlagen sorgten Hubert Leitermann, Norbert Kröger und Peter Rossmann für kulturelle Abwechslung. Höhepunkt war natürlich wieder der Auftritt unseres Oberbazis Klaus Dieter. Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft konnten Caroline Sabel und Bernd Cromme geehrt werden. Bernd Cromme bekleidete in den Jahren 1998 bis 2000 das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden.

Autor: Alfred Herrmann

 

25-jährige Mitgliedschaft

Weil seine Teilnahme an unserem Winterfest nicht möglich war, wurde Rudi Holz bereits während der Jahreshauptversammlung für seine 25-jährige SCK-Mitgliedschaft mit Urkunde und Jubiläumsnadel geehrt.

Autor: Bernd Tränkner

 

Wachsschule

Im Rahmen der Angebote in unserem SCK-Clubeim gestalteten M. Jansohn und R. Albarese am 12. März eine informative „Wachsschule“ für ambitionierte Langläufer oder Einsteiger. Die Fachkompentenz der beiden erfahrenen und mehrfach vergoldeten Wordloppets-Masters wurde von den Besuchern dankbar aufgenommen und auch noch abgerundet mit einer anschließenden interessanten Videovorführung vom Worldloppet 2012 in Ottawa.

Autor: Bernd Tränkner

 

Trauer um Thomas Ohlenschläger

 

Neue SCK-Mitglieder

Nach Erscheinen der 105. Pistenpost begrüßen wir ganz herzlich folgende neuen Mitglieder in unserem Skiclub Kelkheim:
Robin Fischer; Dominik Berrang; Claudia Andörfer; Monika Sachs; Tina, Annika, Andreas und Tobias Herbst; Gesine, Matthias, Benedikt und Franka Wilke; Renate Christ; Hannelore und Johann Hartmann; Christina Ventzke; Jörg Wedde; Astrid Czech-Urban und Irene Thiedmann. Der aktuelle Mitgliederstand unseres Skiclub Kelkheim per Mai 2013 beträgt 493 Mitglieder (zum gleichen Zeitraum des vorigen Jahres waren es 482 Mitglieder).

Autor: Irene Kilp