Skiclub Kelkheim e.V. - Verein zur Förderung des Skisports
Pistenpost 82
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Schneeball 82

Liebe SCK-lerinnen!

Die so sehr erwartetete Saison 2000/2001 ist nun auch schon wieder Geschichte. Mein im letzten "Schneeball“ geäußerter Wunsch auf eine unfallfreie Saison ist, abgesehen von einigen kleinen Blessuren, glücklicherweise in Erfüllung gegangen.

Sehr deprimierend ist jedoch die Tatsache, dass Frau Holle leider nicht gewillt war, auch den Wunsch nach ausreichendem Schnee für den Skilanglauf in den heimischen Mittelgebirgen zu erfüllen. Denn neben dem Alpinskilauf und dem Hallentraining ist dies die dritte Säule unserer Club-Daseinsberechtigung. Erstmals in der Vereinsgeschichte war es dem Zweckverband Naturpark Hochtaunus über einen einzigen Tag hinausgehend nicht möglich, auf einer der ausgewiesenen Loipen eine Spur zu präparieren. Selbst im sonst so schneesicheren Vogelsberg gab es gespurte Loipen nur während weniger Tage.

Somit war auch erstmals das Gemeinschaftserlebnis im heimischen Schnee mit der damit verbundenen Geselligkeit und dem Wiedersehen gleichgesinnter Freunde nicht mehr möglich.

Nur einem begrenzten Kreis blieb dies durch die Teilnahme an der Langlaufwoche in der Ramsau oder an einem der großen Volksläufe, mit damit verbundenen Reisekosten, vergönnt.

Sollten im Zuge der nun kaum noch übersehbaren Folgen einer klimatischen Veränderung auch in Zukunft spontan verabredete Treffen im Schnee der unmittelbaren Umgebung nicht mehr möglich sein, besteht die Gefahr, dass wir nur noch als Touristik-Skiclub eine Überlebenschance haben. Jugendlichen, Familien und Menschen die weniger bereit sind für den Skisport tief in die Tasche zu greifen, fehlt durch diese Entwicklung mehr und mehr die Motivation einem Skiclub beizutreten. Viele, einst aktive Vereine unserer Region haben wegen dieser Entwicklung leider schon kapituliert.

Demzufolge ist es umso wichtiger, neben der nimmermüden Hoffnung auf Winter, die auch ihrem Namen gerecht werden, mit Sommeraktivitäten und Geselligkeit fördernden Veranstaltungen unseren Skiclub "über den Sommer zu bringen".

Neben dem ganzjährigen Hallentraining, dem Lauf- und Walkingtreff, dem Inlineskaten und Skirollerlaufen, sind unsere weniger direkt der sportlichen Fitness dienenden Veranstaltungen wie Radtouren, Wanderungen mit Grillparty,

Wasserski, Tal Total, Sommerfest, Winterfest, Beteiligung an der Organisation von Sportveranstaltungen ( Kelkheimer Halbmarathon, Inlinertour)und nicht zu vergessen der Treff nach dem Hallentraining im "Alten Rathaus Münster“ für den Verein überlebensnotwendig.

Geselligkeit, Bekanntschaften und Freundschaften fördernde Kontakte während des ganzen Jahres sind wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Vereinslebens.

Menschliche Begegnungen verhindern drohende Vereinsamung in unserer durch die Überbewertung des Individualismus geprägten Zeit.

Auch als Ausgleich zu den Anforderungen des Berufslebens und der "mobilen“, jedoch einen Großteil der Freizeit im Stau und vor Ampeln verbringenden Gesellschaft, sind Begegnungen und persönliche Gespräche von äußerster Bedeutung.

Moderne Kommunikationsmöglichkeiten, Internet, EMail, Handy, Fernsehen, dienen dem schnelleren Informationsfluss, sind Bereicherungen für unsere "Informationsgesellschaft“.

Sie sind jedoch keine ausschließliche Alternative zu persönlichen, menschlichen Kontakten oder zum gemütlichen schmökern der "Pistenpost" auf der Couch.

Ausschließlicher Austausch über diese Kanäle führt zur menschlichen Verkümmerung und Vereinsamung. Hier sind die so oft überheblich als rückständig betrachteten und deshalb belächelten Vereine und ihre Angebote wichtiger Grundpfeiler einer friedfertigen, von gegenseitiger Rücksichtnahme geprägten Gesellschaft.

Ich hoffe auf rege Beteilung an unseren Aktivitäten, während eines Sommers, der hoffentlich auch seinem Namen gerecht wird.

Denn auf einen richtigen Sommer folgte in früheren Jahren auch zumeist ein richtiger Winter – und dann wären wir doch wieder so richtig in unserem Element.

Autor: Alfred Herrmann

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.

Nachwuchs

Unser Skiclub Nachwuchs



Benjamin Reisser

11. März 2001



Ronja-Maria Wolf

15. April 2001

 

Ramsau Trainingsfahrt

Es ist Freitagnachmittag und ich müßte eigentlich Koffer packen. Stehe unschlüssig vor dem Kleiderschrank und überlege, ob auch die Regenjacke mit soll? Seid den frühen Morgenstunden regnet es in Strömen. Ist das ein Auftakt zum Langlaufen? Ich denke bereits über Alternativen nach: Wanderschuhe? Rollerski? Der Kofferraum ist ja groß genug, also kommt alles mit.

Auch die Fahrt am Samstag beginnt bei wolkenverhangenem Himmel. Bald langweile ich mich als Beifahrer und fange an zu telefonieren. Was wäre die Welt ohne "Handy“. Rangmäßig rufe ich zuerst Alfred & Marlene an, um zu horchen, in welchem Stau sie gerade stecken. Hier erfahre ich jedoch, daß beide schon einen Tag früher gefahren sind und bereits vor Ort sind. Die Sonne strahle vom azurblauen Himmel (ich versuche mich zu erinnern wie das eigentlich aussieht) alle Loipen seien gespurt bei besten Schneeverhältnissen. Da Alfred selten zum Veräppelt neigt, glaub’ ich ihm gerne und dränge Ulli doch etwas aufs Gas zu treten. Hinter München reißt tatsächlich die Wolkendecke auf und wir erspähen weiße Bergspitzen. Noch bei Tageslicht erreichen wir das schneebedeckte Ramsau, bei wolkenlosem Himmel leuchtet der Dachstein im Abendrot (kitschig aber schööön).

Am ersten Skitag überrascht uns Andrea, als frischgebackene Übungsleiterin, mit abwechslungsreichen Spielen. Ohne Stöcke auf den viel zu schmalen Brettern erleben wir die erste Schneeberührung nach fast einem Jahr. Nach kurzer Zeit ist allen pudelwarm und wir haben einen Heidenspaß. Das absolute Highlight ist am Schluß die menschliche Waschstraße. Ob als Ferrari, LKW oder Smart, jeder läßt sich genußvoll bürsten, streicheln, rubbeln oder befönen. Das Gegacker und Gekichere ist riesengroß.

Moni drückt sich am Fester die Nase platt und amüsiert sich köstlich über unser Treiben. Eigentlich müßte sie in der Küche am Kochtopf stehn, aber so etwas bekommt sie nicht alle Tage geboten.

Am ersten Abend stecken unsere Übungsleiter die Köpfe zusammen und hecken etwas Neues aus. Wir sollen nicht mehr wie bisher in Leistungsstufen eingeteilt werden? Jeder ÜL will täglich wechselnde Schwerpunkte anbieten. Am Vorabend erfährt man die geplanten Aktivitäten des Folgetages und man muß sich jeden Tag aufs Neue entscheiden. Ich finde im Angebot: Anfängerkurs, kürzere Tour mit Schwerpunktübungen, Skiwanderung, Skating. Ich grübele, was mach ich bloß, ach was war das früher einfach und jetzt muß ich mich selbst entscheiden. Am liebsten würde ich eine längere Skiwanderung mitmachen aber für den Engadin-Lauf sollte ich eigentlich noch das Skating trainieren. Wie krieg’ ich das alles unter einen Hut. Bei 6 Skitagen muß ich mir einen Plan machen, da hilft alles nichts.

Unserem jüngsten Teilnehmer Paul (11 Jahre) war es nach 2 Tagen Anfängerkurs schon zu langweilig und er spähte zur Gruppe “Schwerpunktübungen“.

Die Fortschritte stellten sich schnell ein so dass ihm die letzten 2 Tage noch Zeit zum Skating blieb. Hier schlummert absolut jugendliches Talent, das es zu fördern gilt.

Manfred bietet am zweiten Nachmittag eine lockere Wanderung zur Sonnenalm am, der ich mich gerne anschließe. Am Münsterer Knoten erfahre ich jedoch, daß die Tour nicht direkt über die Halser Alm sondern über die Rittisberg Loipe führen soll. Ich zögere, meine Beine sind schon etwas schwer und wollen lieber den direkten, kürzeren Weg gehen, der Kopf entscheidet jedoch: bleib bei der Gruppe und teile dir deine Kräfte ein.

Beim Aufstieg nach den Fischteichen hänge ich bald japsend hinten dran. Die Gruppe pausiert solidarisch, um mich ab und zu etwas näher kommen zu lassen. Manfred jedoch treu an meiner Seite unterhält mich, so daß auch ich schlapp aber erleichtert die Sonnenalm erreiche. Bis ich in die Hütte komme, haben die anderen schon mindestens einen Glühwein getrunken, aber zum weiteren komme ich gerade richtig.

Der Hüttenwirt Gerald begrüßt uns wie alte Bekannte, erzählt in seiner frischen Art einen Witz nach dem anderen. Morgen werde ich wohl Bauchmuskelkater vom Lachen haben. Der Trick mit dem Teeumschütten klappt immer wieder. .... rutscht vor Schreck das Herz fast in die LL-Hose.

Donnerstag abend wird das Abendessen auf die Halseralm verlegt. Dies bedeutet, vor dem Essen eine einstündige Wanderung. Moni und Hans kochen auf dem holzbeheizten Herd Rührei mit Speck, das zusammen mit dem selbstgebackenen Brot köstlich schmeckt. Wer sich nach dem Kaiserschmarrn nicht die Finger leckt, ist selbst schuld. Was wäre jedoch die Halseralm ohne unseren Gitarrenherbert. Er beherrscht nicht nur das Gitarrenspielen sondern kennt auch die Liedertexte auswendig.

Die erste Strophe kann ich fast immer mitsingen, jedoch ab der zweiten muß ich bei schwachem Kerzenschimmer in die Mundorgel spähen. Bei sternklarem Himmel machen wir uns auf dem Heimweg, der nach xxxx Jagatee recht lustig wird.

Am darauffolgenden Tag ist es uns gelungen, die Dampfsauna zur Explosion zu bringen. Die Sicherung flog daraufhin raus und der Saunabereich samt Kellergeschoß versank plötzlich im Dunkeln. Ein auf dem Flur befindlicher neuer Saunagast erlebte jetzt die Begegnung der ganz besonderen Art: Ein notdürftig handtuchumschlungener Geist schlich durch die Gänge auf der Suche nach dem Sicherungskasten, was im großen Kellerbereich mit dem vielen Räumen nicht einfach war.

Ramsau macht sich als Langlaufzentrum der Weltspitze einen guten Namen. Die neu angelegte 30 km Skatingrunde lockt die sportlichsten Geister an. Recht anspruchsvoll ist die Spur angelegt und – Eigenlob stinkt zwar aber es muß jetzt einfach sein – selbst von mir in Etappen gut zu meistern. Der Einstieg ist unmittelbar beim Haus, so dass die Anfahrt mit dem Auto der Vergangenheit angehört.

Wir erlebten eine viel zu kurze Woche mit besten Schneeverhältnissen, viel Spaß bei den Erlebnissen und bei bester Langlauflaune. Unseren besten Dank – ich nehmen mir die Freiheit und spreche mal im Namen von allen Teilnehmern - an die Übungsleiter für ihr Engagement und die neuen Ideen.

Autor: Annemarie Kaiser

 

Annemarie Kaiser – nicht nur unsere stellvertretende SCK Vorsitzende – sondern auch ausgebildete Übungsleiterin für die Bereiche Nordic Walking und neuerdings auch für Skike (Nordic Skating oder Nordic Blading mit Langlauf-Stöcken) eine zum Skiclub passende Trendsportart, die im Gelände und auf der Straße ausgeübt werden kann.

Brixen Trainingsfahrt

Anfang Februar ging es wieder los, zur inzwischen achten gemeinsamen Trainingsfahrt der Skiclubs aus Kelkheim, Langen und Taunus.

Auf Grund der aktuellen winterlichen Wetterlage mit einer fest gefahrenen Schneedecke etwas verspätet, aber dadurch für den Winterurlaub entsprechend gut eingestimmten etwa 60 Teilnehmern aus dem Taunus und näherer Umgebung, ging es dann 08:45 Uhr nach Langen, die übrigen ca. 20 Wintersportler abzuholen. Eine erste Pause wurde nahe Nürnberg eingelegt, galt es doch auch die Mitfahrenden zu komplettieren.

Die nie langweilige Anfahrt, trafen sich doch eine Großzahl wohl bekannter aber lange Zeit nicht gesehener Wiederholungstäter (sprich Mehrfachmitreisende) wieder, dauerte dann doch etwas länger als geplant Unser stets umsichtig agierende Fahrer Michael ?? konnte aber mit seiner guten Ortskenntnis und zielsicheres Umfahren von München Zeit gut machen.

Michael Leibssle einer der Initiatoren dieser wie immer bestens organisierten Fahrten konnte sein Erstaunen kurz vor Ankunft nicht verbergen und sagte: “So was habe ich noch nie erlebt!“ und meinte die während der ganzen Fahrt geschlossene Schneedecke der Landschaft.

Nach dem Beziehen der Zimmer und einem kurzen Treffen, um organisatorische Details zu verbreiten, galt es die Qualität der Hotelküche zu überprüfen. Manche(r) musste dabei wohl gute Vorsätze - limitierte Kalorienaufnahme und so weiter - ernsthaft in Frage stellen oder mal eine Woche vergessen, denn umfangreiche Menüs und Buffets ließen diese Ideale dahin schmelzen.

Apropos Schmelzen, dies schafft den Ubergang zur Beschreibung der vor-herrschenden Witterung unseres Urlaubs. Nach anfänglichem Schneefall klarte es dann am Sonntag auf und viereinhalbe Tage mit blauem Himmel verschaffte uns beste Urlaubsstimmung. Ein wenig Begrenzung erfuhr die Hochstimmung aber wegen des einsetzenden Föns, der in Süddeutschland mit ortsweise fast 20 C wohl Biergartenstimmung schaffte.

Gleichzeitig damit konnte unser stets gut gelauntes Betreuerteam, dem es wieder gelungen ist unser Können auf Ski oder Snowboard zu steigern, sein Improvisationsvermögen unter Beweis stellen: nach dem Sperren der bei unserem Hotel endenden Abfahrt auf Grund der Witterungsfolgen, wurde kurz entschlossen ein Bus-Shuttle zur selbst errichteten Schneebar organisiert. Wohl nur wenige werden das damit verbundene Streichen der vorgesehenen Ski-Rallye zu Gunsten einiger individueller Stunden Ski fahren bei Sonnenschein bedauert haben.

Am Montagabend hatte es Gelegenheit gegeben an einem Hüttenabend mit anschließender Rodelfahrt teilzunehmen, die zahlreich wahrgenommen wurde. Die Stimmung mit Gesang und bei einem Lagerfeuer war bestens.

Zwei Teilnehmer hatten von der Rodelabfahrt etwas mehr und werden sie länger in Erinnerung behalten haben, sorgten doch ein verdrehtes Knie für eine Zwangspause der Skibretter und hatte der sonst auf Skiern wohl kontrolliert fahrende Stefan Passarge ein wenig Haut seines Schienbeins gelassen; ihre gute Laune verloren sie keinesfalls.

Mit von der Partie war auch Anton aus Langen, der mit seiner sommerbeinlangen Lederhose das einheimische Bedienpersonal der Aufstiegshilfen beeindruckte und zur Belohnung von ihnen gefäßerweiternde Kurzgetränke verschrieben bekam.

Beim Gäste-Tennisturnier des Hotels bewies er, dass er nicht nur verloren gegangene Holzlatten im Schnee ausfindig machen und ausgraben kann, sondern genauso perfekt Tennisbälle sammeln kann.

Der rundum gelungene Ski-Urlaub wurde am Freitag für die weniger wetterfest(gekleidet)en durch den Durchzug eines Niederschlagsgebiets beendet.

Sie wärmten sich in der Sauna auf. Wer standhaft geblieben war, wurde am späten Nachmittag noch mit einigen Sonnenstrahlen zum Neuschnee belohnt.

Martin Antberg

 

Das gelbe Wunder auf der blauen Piste oder 1. Übungsleiter in Not

Sonntag, 4. Februar 2001

Ich durfte zwei reine Anfänger begrüßen, Jutta und Sarnir. Wir begannen bei leichtem Regen und weichem Schnee mit unseren Übungen:
Rein in die Bindung und wieder raus, gleiten auf einem Ski.
Ich merkte sofort die Beiden sind gut.
Wir also vom einbeinigen auf beide Ski.
Im Treppenschntt ging‘s schweißtreibend bergauf.
Beidbeiniges Gleiten gegen den Berg und Peng, der erste Sturz und Peng der zweite.

Aber ich glaubte ich sah nicht richtig, beide kamen ohne fremde Hilfe wieder hoch. Danach ging‘s rasant schnell weiter. Erste Bögen links, erste Bögen rechts. Samir ganz Kavalier überließ der Dame das schnellere Verständnis für die Bögen. Nun kamen mehrere Bögen am Stück. Klasse, denn ohne größere Probleme wurden diese gemeistert. Davor hatte Jutta uns eine kleine Zigarettenpause eingeräumt! Nach einer Stunde standen wir zum ersten Mal in unserem kurzen Ski-Leben an einem Schlepplift. Und als hätten wir nie etwas anderes gemacht schafften wir diese Steighilfe ohne Sturz. Oben lockte die Schneebar, Durst, aber wir ließen sie links liegen und weiter ging das Abenteuer.

Das klappte alles so gut, daß wir den nächsten Lift nahmen. Kein Teller, sondern ein Bügel zog uns nun hoch und ich freute mich, denn auch hier war das Gelände blau ausgeschrieben.

Nun kamen wir an den Bindungstest‘s nicht mehr vorbei. Stürze, Bindung auf, erneuter Versuch in geschlossene Bindung wieder einzusteigen. Ich atmete auf, denn ich merkte sie brauchten mich doch noch! Nach der dritten Fahrt mit dem Bügel hatten wir aber auch diesen Hang im Griff!

Nun gönnten wir uns eine Mittagspause und trafen alle Cracks. Die Gelben Jacken hatten alle ihre Schäfchen in‘s Trockene gebracht. Die beiden trafen ihre Partner und ich nutzte die Pause die nächste Piste zu besichtigen.

Auch blau, also fahrbar, das könnten wir machen. Nach der Pause ging‘s mit dem Sessellift weiter. Drei verschiedene Liftanlagen am ersten Tag bedeutete auch für mich absoluten Rekord. Und wir hatten Zuwachs bekommen. Die Gruppe 2 (Simone) waren so rasant gefahren, daß Esther und Gudrun dem Tempo nachgaben und zu uns wollten. Toll ! Jetzt hatte ich also drei hübsche Mädel‘s und einen knackigen jungen Kerl, das gibt eine tolle Woche dachte ich mir, aber der erste Tag war noch nicht vorbei.

Wir fuhren noch einmal Bügel und Sessel. Die beiden Neuen fühlten sich aufgrund unseres Tempos sehr wohl. Bei einer der Sessellift-Fahrten schaute ich mir noch einmal die Ski-Gebietkarte an und sah, daß die Talabfahrt, die am Hotel endete, blau war und ich fällte die folgenschwere Entscheidung, daß wir diese Abfahrt in Angriff nehmen sollten.

Es war ca. 15 Uhr, als wir die Abfahrt begannen. Als erstes traf ich Simone mit ihrer Gruppe. Ihr Kommentar, „der erste Hang hat‘s in sich, dann geht‘s“. Dieser erste Hang war recht steil (blau weit entfernt), aber er war breit und so schafften wir diesen mit kleineren Problemen, aber wir schafften ihn. Danach kam eine sehr lange Schrägfahrt. Auch breit und wir kamen gut voran! Wir wurden überholt von Melli, Michel, Stefan, Kai, Ralf, Marcus und Wolfgang. Wir wußten noch nicht was auf uns zu kam! Und ich sagte auf die Frage ob‘s geht „Na klar, wir sind top.“ Dann die erste Kante und mir stockte der Atem. Steil und eng, wenn das eine blaue Piste war, dann hatte ich mich verfahren. Ich dachte die Streif ist in Kitzbühl. Die ersten schnallten die Ski ab. Zwei versuchten es und kamen tatsächlich dieses Teilstück hinunter. Da kam das Gelbe Wunder zur Hilfe. Egal wo ich hinschaute, von oben, von der Seite und sogar von unten. (erst Stefan, geschickt von Jitka, Danke!, dann Harry, obwohl selbst nur Teilnehmer).

Holger auch mehr Urlauber, übernahm Gudrun. Stefan probierte es mit Jutta und stellte fest, daß sie für den ersten Ski-Tag schon sehr weit war. Samir wurde von Ralf und Harry abwechselnd den Hang hinunter geleitet. Esther folgte mir und machte einfach alles was ich wollte. Dann nach mehreren schweren Stellen war der Zielhang in Sicht. Breit und flach und wie am Vormittag blau. Hier fuhren alle wieder alleine und wir holten uns das Selbstvertrauen für die noch anstehende Woche zurück.

Vielen Dank allen Beteiligten, ob Gruppe 1 oder ÜL‘s ohne die diese Story hätte nicht geschrieben werden könnte.

Im Laufe dieser Woche wurde aus Jutta (Katja) und Samir verletzte sich leider, als er von Kai betreut wurde, kommt aber im nächsten Jahr wieder mit.

Esther und Gudrun waren ein Gewinn für unser Team und machen hoffentlich weiter so gute Fortschritte.

Euer notleidender

Autor: Michael Bradler

 

Die Foto-Lovestory

Schauplatz: " Wilder Kaiser " / Trainingsfahrt alpin vom 3.-10.Februar 2001

Lisa (12 Monate) und Lars (15 Monate) verbrachten ihren ersten gemeinsamen Winterurlaub mit den Skiclubs Kelkheim, Taunus und Langen in Österreich, in Brixen im Thale. Sie wohnten im ersten Haus am Platze, dem "Sporthotel Brixen“ und genossen neben dem kulinarischen Angebot, bestehend aus einem reichhaltigen Frühstücksbuffet und einem viergängigem Abendmenü das Freizeitangebot des Hauses: Saunalandschaft mit Dampfbad, Schwimmbad, Fitnessraum, Tennisplätze.

Verwundert schauten sie drein, wenn sich morgens die ganze Meute, bepackt mit komischen langen Brettern und Stöcken, in den engen Skibus quetschte und erst abends geschafft ins Hotel zurückkamen. Die Leute schienen aber recht gut drauf zu sein, und ihnen machte das, was sie tagsüber taten auch anscheinend viel Spaß.
Das war den beiden viel zu anstrengend und sie zogen es vor, in ihren Sportwagen gemütlich spazieren geschoben zu werden.

Am vorletzten Tag, Donnerstag, wurden die zwei Kleinen früher als gewöhnlich aus dem Mittagsschlaf gerissen – es schien etwas besonderes zu passieren ! Tatsächlich, da standen all die Leute mit ihren komischen Brettern und Stöcken am Ende einer großen, breiten, ansteigenden Schneefläche. Sie hörten laute Musik, aßen Käsehäppchen und Brot und tranken eine rote, dampfende, heiße Flüssigkeit aus einem großen Topf. Die beiden hatten den Eindruck, dass die "Großen“ immer fröhlicher wurden, je mehr sie von diesem Zeug tranken. Ihnen selber wurde aber das Getränk vorenthalten und es gab wieder nur Tee aus dem Fläschchen.

So setzten sie sich etwas abseits auf Lisas warmes Fell und schauten dem bunten Treiben zu:

 

Engadiner Skimarathon

Der Engadiner - wieder ein großes Cluberlebnis

Als Vorspiel gabs Frauenpower. Eine Woche vor dem großen Ereignis, dem 42 km langen Engadiner Skimarathon, fand am 4.März der 2.Engadiner Frauenlauf statt.

Am Start waren Anne Kaiser, Annette Leitermann und Gretel Emmerich.
Zusammen mit mehr als tausend anderen Frauen kämpften sie sich über die 17 km – Distanz vom Flugplatz Samedan über die recht beachtlichen Berge - von gestressten Läufern "Golanhöhen" genannt - nach S’chanf.

Während Anne und Gretel als Skaterinnen ihr Glück versuchten, blieb Annette dem klassischen Stil treu, der in unserem Club immer noch sehr hohes Ansehen genießt.

Beim letzten Trainingscamp in Ramsau hatte sie sich eigens für diesen Einsatz noch in Alfred’s Kurs den nötigen Diagonal-Schliff verpassen lassen. Die Bedingungen für den diesjährigen Frauenlauf waren gut: freundliches Wetter, gute Loipen und vor allem nicht der oft gefürchtete Gegenwind. Als erste traf Anne im Ziel ein, die damit ihr erstes Skating-Rennen in überraschend guter Zeit gemeistert hat.

Offenbar hat sich der Trainingsmix aus Walking, Inline-Skating und Ramsau-Woche bezahlt gemacht. Gretel, die schon manchen Skimarathon als Altersklassen-Siegerin überstanden hat, brachte auch dieses vergleichweise kurze Rennen bestens über die Runden.

Annette schließlich kam mit Rennschuppe so gut über die Golanhöhen, daß sie ihre Zeit vom Vorjahr wesentlich unterbieten konnte.
Sehr glücklich sah sie aus.

Glücklich war auch Wolfgang Emmerich, der als Mitorganisator am gleichen Tag den Funktionärslauf über die volle Distanz des Skimarathons, also 42 km, in sehr guter Zeit bewältigte.

Den anderen Clubmitgliedern, die im Laufe der folgenden Woche individuell anreisten, stand die große Herausforderung noch bevor.

Zum Auftakt traf man sich am Freitag wieder bei der traditionellen Nudelparty im Chesa Plaz in La Punt, wo Wolfgang und Gretel Jahr für Jahr Quartier machen und wo familiäres Ambiente im rhätoromanischen Stil einen zünftigen Rahmen abgibt. Fast hätte man eine Clubmeisterschaft durchführen können, denn immerhin waren 18 Nordische zusammen.

Gemeinsam traf man sich dann auch wieder am Sonntag, dem 11.März, am riesigen Startplatz in Maloja. Erneut war es ein packendes Schauspiel, als insgesamt rund 13.000 Skater und Klassiker in vier Blocks nach Böllerschüssen aus einer regelrechten Kanone auf breiter Front starteten. Und dies bei strahlendem Sonnenschein und zunächst kaltem, griffigen Schnee.

Im Gegensatz zum Vorjahr, als tiefe Wasserlöcher und blanke Eisflächen den Start erheblich erschwerten, herrschten auf dem Malojasee und dem Silsersee gute Schneeverhältnisse.

Nach wie vor problematisch waren die Engpässe in den Waldregionen. Lange Wartezeiten und große Vorsicht erforderten vor allem der Aufstieg zur Olympiaschanze bei St.Moritz und die berüchtigte Matratzenabfahrt im Stazer Wald. Die verlorene Zeit hatte zudem den Nachteil, daß die Sonne den Schnee erwärmte und ab Pontresina der Kampf mit dem Sulz begann.

Dennoch kamen alle SCK-Läufer gut ins Ziel. Als erste – das Empfangskomitee aus Corinna und Renate war noch gar nicht postiert – trafen nacheinander Renzo Albanese, Winfried Diel und Norbert Kröger ein, alle mit guten Zeiten. Bald folgten aber auch Hubert Leitermann, Manfred Jansohn, Ulli Kaiser und Manfred Hütter.

Während alle Genannten schon mehrfach den Engadiner Skimarathon gelaufen sind, war es für Gerd Löwer eine Premiere – und was für eine! Obwohl er in Ramsau gerade erst in Crash-Kursen die Skating-Technik erlernt hatte, bewältigte er auf Anhieb die 42 km unter vier Stunden. So beginnt ein große Skikarriere!

Natürlich hat unser Club auch Karrierefrauen. Mit den Männern messen kann sich zweifellos Marion Buchholz, die erwartungsgemäß wieder ein sehr gutes Rennen lief. So etwas wie die Aufsteigerin der Saison ist Ute Diel. Sie stand nicht nur bei den hessischen Meisterschaften in der Rhön auf dem Siegertreppchen, sondern erreichte auch auf der 25 km-Distanz beim König-Ludwig-Lauf eine gute Plazierung.

Den Engadiner Skimarathon lief sie zum ersten Mal, und dies sofort mit einer respektablen Zeit. Es lebe der Nachwuchs!

Gretel stand – wie nicht anders zu erwarten - die Marathon-Strecke ebenso souverän durch wie eine Woche vorher den Frauenlauf. Das gilt auch für Annette.
Ermutigt durch das gute Abschneiden beim Frauenlauf, entschied sie sich kurzentschlossen, wenn auch mit erheblichem Herzklopfen, zur Nachmeldung für den Marathon. Als einzige lief sie mit klassischen Skiern und war die glücklichste Frau der Welt, als sie es unter fünf Stunden schaffte. Diesen Erfolg hat sie aber auch Wolfgang zu verdanken, der sie dank seiner großen Erfahrung sicher durch alle Höhen und Tiefen - auch die moralischen - begleitete. Als auf der vereisten Steilabfahrt im Stazer Wald überalll zwischen den mit Matratzen umwickelten Bäumen gestürzte Skifahrer umherlagen, lotste er Annette in einem Spezialslalom heil ins Tal.
Im Ziel wartete auf alle Finisher wieder das Empfangskomitee mit Küßchen und Champagner - allerdings diesmal ohne SCK-Fahne. Die muß nächstes Jahr unbedingt wieder mit.
Denn wie gesagt: Beinahe wars eine Clubmeisterschaft.

Autor: Hubert Leitermann

 

Hubert Leitermann hat sich in seiner langen SCK-Zugehörigkeit auf vielen Feldern engagiert, Erfahrungen eingebracht und Interessierten zugänglich gemacht. Seine tollen Beiträge für unsere Pistenpost sind immer eine Bereicherung. Hubert – bitte nicht nachlassen

Ergebnisse des Engadiner Skimarathon 2001

Ergebnisse vom Engadiner Frauenlauf 17 km Freistil

Name Laufzeit
Kaiser, Annemarie 1:14:12,5
Emmerich, Gretel 1:17:36,8
Leitermann, Annette 1:38:25,0

Ergebnisse vom Engadiner Skimarathon 42 km Freistil

Name Laufzeit
Buchholz, Marion 3:06:05,7
Diel, Ute 3:20:31,8
Emmerich, Gretel 4:16:25,8
Leitermann, Annette 4:57:22,4
Albanese, Renzo 2:16:24,8
Diel, Wilfried 2:18:16,9
Kröger, Norbert 2:31:34,7
Leitermann, Hubert 3:01:58,9
Jansohn, Manfred 3:09:44,8
Kaiser, Ulrich 3:26:24,5
Hütter, Manfred 3:41:21,6
Löwer, Gerd 3:58:11,5
Emmerich, Wolfgang *) 2:50:22,6
*) Funktionärslauf

 

Nordland Tour

Birkebeiner Rennen - mit dem kleinen König übers große Fjell

Es war einmal im fernen Norwegen, daß der neugeborene Königsohn Hakon im Laufe von Bürgerkriegswirren in höchste Lebensgefahr geriet. Wer rettete den Trohnfolger vor den Aufständischen mitten im tiefen Winter? Natürlich nordische Skifahrer, die das Kind in ihren Umhängen bargen und durch tiefen Schnee weit, weit über die Berge in Sicherheit brachten. Man nannte sie Birkebeiner, weil sie ihre Beine mit Gamaschen aus Birkenrinde umwickelt hatten. Zugetragen haben soll sich dies vor 800 Jahren in der Gegend von Lillehammer. Im Gedenken daran gibt es seit 64 Jahren das Birkebeiner Rennet, ein Skimarathon, der über über die Strecke von 58 km von Rena nach Lillehammer führt. Die Besonderheit: Jeder Teilnehmer muß einen Rucksack von mindestens 3,5 kg Gewicht bei sich tragen, so schwer soll das königliche Baby wohl gewesen sein. Da der Birkebeiner zu den berühmten Worldloppets zählt, wollten sechs unserer Skilangläufer, die einen Worldloppet-Paß besitzen, das große Abenteuer wagen und am 17.März am 64.Birkebeiner-Rennen teilnehmen.

Mit dem Flugzeug über Oslo reiste das Quartett Renzo Albanese, Manfred Hütter, Manfred Jansohn und Hubert Leitermann an, die für eine Woche eine zünftige Ferienwohnung in einem typisch norwegischen Holzhaus in Lillehammer bezogen.

Alfred Herrmann und Reiner Kretzschmar stießen auf dem Land-See-Weg hinzu. Sie hatten das wahr gemacht, was im SCK- Reiseprogramm unter dem vielversprechenden Motto angekündigt war:

Zu den Kultstätten des Nordischen Skisports - Eine Gemeinschaftsfahrt mit Reisemobilen vom 28.Februar bis 20.März. In der Tat fehlte es bei dieser Fahrt nicht an schönen Erlebnissen, die das Herz jedes echten Nordischen höher schlagen lassen. Zusammen mit Marlene und Uschi erlebten sie als Zuschauer hautnah den berühmten Vasalauf in Schweden, den sie schon vor ein paar Jahren aktiv mitgemacht hatten.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Holmenkollenspiele in Oslo, bei denen spannende Weltcup-Veranstaltungen im Skilanglauf und Skispringen stattfanden. Drittes Highlight war schließlich die persönliche Teilnahme von Alfred und Reiner am Birkebeiner-Rennen.

Am Renntag mußte unser Team schon mitten in der Nacht aufstehen,um die zweistündige Busfahrt zum Startplatz in Rena anzutreten. Ausgesetzt werden wir schließlich auf freiem Felde mitten in einer nordischen Winterlandschaft, wie sie im Buche steht. Eine tief verschneite Landschaft mit meterhohem Pulverschnee, der in rosa Licht getaucht wird, als die Sonne aufgeht. Zunächst herrscht noch klirrende Kälte bei 12 Grad Minus.

Nach und nach treffen die Läufer ein, ihre dünnen Rennanzüge noch unter Wärmekleidung verborgen. Doch bald ziehen sie Jacken und Überhosen aus, um sie im Rucksack unterzubringen. Dann wird das Gewicht des Rucksacks gewissenhaft an den zahlreichen Hängewaagen überprüft, die man ringsum in den Schnee gesteckt hat. Die meisten haben mehr als die vorgeschriebenen 3,5 Kilo, weil sie noch reichlich warme Getränke und Notverpflegung dabei haben. Nicht ohne Grund. Bei früheren Rennen hat man schon öfters erleben müssen, daß Schneestürme aufkamen, die es vielen Teilnehmern schwer machten, jeweils rechtzeitig zu den Versorgungsstellen vorzudringen.
Manfred Jansohn, der schon früher einmal am Birkebeiner teilgenommen hatte, kann davon ein Lied singen.

Der Start der insgesamt 9.000 Teilnehmer erfolgte zeitlich verteilt nach Altersklassen. Die über 60jährigen gingen um 8 Uhr als erste auf die Strecke, dann folgten im Viertelstundentakt die verschiedenen Klassen der mittleren und schließlich der jüngeren Altersklassen. Für unser Team hieß das: Hubert, Reiner und die beiden Manfreds starteten mit der ersten Welle um 8 Uhr, Alfred um 8.45 Uhr und Renzo um 9 Uhr.

Zugelassen war ausschließlich klassischer Stil. Dies kam den profilierten Klassikern des Skiclubs natürlich entgegen, während sich die Skatingspezialisten wie Renzo und Hubert nicht so zu Hause fühlten wie vor einer Woche beim Engadiner. Aber vom ganzen Team war von Anfang an hoher Einsatz verlangt, da es die ersten 15 km nur kräftig bergauf ging. Dann erst war auf etwa 1000 m Höhe das Fjell erreicht, eine hügelige Hochfläche, die kaum bewaldet ist und viele Kilometer weit einen offenen Blick bietet. Wehe, wenn der Sturm über die Schneeflächen tobt.. Denn auch am Renntag war trotz Sonnenschein und stabilem Wetter ständig ein kühler Wind zu spüren. Der Schnee blieb kalt und pulvrig und die Loipen gut in Schuß. Stets waren mindestens vier Spuren vorhanden, an breiteren Stellen bis zu acht. Das war auch notwendig, denn durch den versetzten Start nach Altersklassen stürmten das ganze Rennen über die schnellen Jüngeren heran, um die Älteren zu überholen. An steilen Abfahrten waren die Überholmanöver bisweilen so gewagt, daß es immer wieder zu riskanten Karambolagen kam. Die Loipen waren dann teilweise so zerfurcht, daß alpines Stehvermögen gefragt waren, um heil durchzukommen. Es gab aber auch richtig schöne Familienstimmung. Viele Norweger waren mit ihren landestypischen rot-blauen Anoraks mit Kind und Hund an die Strecke gekommen.

Sie bauten sich Schneehöhlen und feuerten die Läufer fahneschwenkend und mit Heja-Rufen an. An den Versorgungsstellen herrschte reges Leben und Treiben, aus dampfenden Kesseln wurde Tee gereicht. Überall tönte fröhliche Musik, am eindrucksvollsten waren aber kleine Sängergruppen, die irgendwo auf der Strecke im tiefen Schnee standen und wehmutsvolle Weisen sangen. In solchen Momenten vergaßen wir die Strapazen und waren richtig gerührt, bei einem echten norwegischen Volksfest dabei zu sein.

Einige Zuschauer riefen: Ihr seid Helden!

Und wir erlebten einmal mehr, was es heißt, in Norwegen ein tüchtiger Skifahrer zu sein. So kamen wir Stunde um Stunde voran, wobei wir uns dann und wann trafen.Immer, wenn wir dachten, es geht nur noch geradeaus oder bergab, kam der nächste gewaltige Anstieg.
Namentlich der lange Bergrücken bei Kilometer 35 ging bös in die Knochen. Aber bei Kilometer 50 gings dann doch bergab und am Ende ins Olympia-Stadion von Lillehammer. Wir waren glücklich, weil wir es alle geschafft haben und uns als Anerkennung eine schöne Medaille um den Hals gehängt wurde. Jeder war mit seiner Zeit zufrieden, besonders Alfred, der mit seiner Zeit von 5:30 Stunden sozusagen der Clubmeister unseres Birkebeiner-Teams wurde.

Zum Abschluß unseres Norwegenausflugs gab es dann noch ein wettkampffreies, schönes Cluberlebnis, und zwar eine Skiwanderung, bei der auch Marlene und Uschi dabei waren. Was beim Rennen naturgemäß zu kurz gekommen war, konnten wir jetzt in vollen Zügen genießen: Einen wahren Wintertraum. Strahlender Sonnenschein und zwei Meter Pulverschnee, glitzernde Schneekristalle, tief verschneite Tannen, ein Märchenwald. Das müßten wir einmal im Taunus haben, schwärmte Alfred und fotografierte, was die Linse hergab.

Wir alle aber bemühten uns, die Eindrücke tief in uns aufzunehmen, um den Daheimgebliebenen etwas von den Skiabenteuern im Norden vorzuschwärmen.

Autor: Hubert Leitermann

Ergebnisse: Birkebeinerrennet 17.3.2001

Name Laufzeit
Herrmann, Alfred 5:30:51
Albanese, Renzo 5:36:37
Jansohn, Manfred 6:03:06
Kretzschmar, Reiner 6:10:37
Leitermann, Hubert 6:22:32
Hütter, Manfred 7:22:32

Vasaloppet 5.3.2001

Salen - Mora / Schweden 90 km km Klassische Technik

Name Laufzeit
Förster, Michael 5:40:25

 

Hubert Leitermann hat sich in seiner langen SCK-Zugehörigkeit auf vielen Feldern engagiert, Erfahrungen eingebracht und Interessierten zugänglich gemacht. Seine tollen Beiträge für unsere Pistenpost sind immer eine Bereicherung. Hubert – bitte nicht nachlassen

Wettkampfsaison -nordisch- 2000/2001

Entgegen mancherlei hoffnungsvollen Erwartungen sollte der letzte Winter doch eine große Enttäuschung werden.

Die jeweiligen Wettervorhersagen waren mit wenigen Ausnahmen lediglich dazu geeignet engagierte Skiläufer, insbesondere im Mittelgebirgsraum, in eine ausgeprägte Frustration zu treiben.
Die Diskussion um die sich bereits nachhaltig bemerkbar machende globale Erderwärmung erhielt allenthalben kräftige Nahrung.

Unter diesen Umständen konnte es nicht verwundern, dass die vorgesehene Wettkampfplanung weitestgehend als Makulatur anzusehen war.
Dies traf auch für einige überregionale Veranstaltungen zu.
Somit kam es auch zwangsläufig zu Terminüberschneidungen, was sich insbesondere bei den regionalen Wettkämpfen hinsichtlich der Teilnehmerzahlen nachteilig bemerkbar machte.
So konnten die Bezirksmeisterschaften, wieder gemeinsam mit dem Bezirk 2, erst am 4. Februar stattfinden.
Die Terminkollision mit dem traditionellen König-Ludwig-Lauf in Oberammergau, war unvermeidbar, wollte man die Gelegenheit einer halbwegs guten Schneelage in eigenen Gefilden nutzen.

Dennoch gingen Läufer (keine Läuferinnen) aus 4 Vereinen des Bezirk 1 an den Start, darunter immerhin 5 vom SCK.
Nach 16,5 bzw. 11 km (ab HA 6), in der freien Technik, konnten folgende Plazierungen erzielt werden:

HA 60, 1. Pl. Jan Marwede; HA 56, 2. + 3. Pl. Alfred Herrmann + Patrick O´Connor HA 50, 1. + 2. Pl. Bernhard Döring + Norbert Kröger.
An den planmässig für die folgende Woche vorgesehenen Deutschen Meisterschaften der Senioren, Masters ( 8. -11. Febr.), die in Weiler in den Bergen / Schwäbisch Gemünd stattfinden sollten, nahmen vom SCK, Marion Buchholz und Barbara Wardeck-Mohr teil.
Wegen der bereits erwähnten Wetterkapriolen musste der ausrichtende TV Weiler die Meisterschaften kurzfristig ins Klein Walsertal (Mittelberg) verlegen.
Für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung, trotz schwieriger Voraussetzungen, erntete der Verein schliesslich grosses Lob von allen Beteiligten.

Marion erreichte sowohl über 10 km, CL (DA 46), als auch über 10 km FT den jew. 3. Platz. Barbara war über 10 km, CL in der gleichen Klasse als 4. und über 20 km, CL als 3. erfolgreich.

Die Hessischen nordischen Meisterschaften, bereits für den 27./28. Januar vorgesehen gewesen, konnten, nach einigem Hoffen und Bangen, am 3 und 4. März am Schwabenhimmel (Rhön) veranstaltet werden.
Während alle Wettkämpfer am Samstag (Einzelrennen) mit ständigem Schneefall und stumpfer Spur zurechtkommen mussten, zeigte sich am Sonntag (Staffelrennen) bereits frühzeitig ein strahlend blauer Himmel bei leicht frostigen Temperaturen.
Die Schneelage durfte für beide Tage als erstaunlich gut bezeichnet werden.
Die Veranstaltung wurde erstmals als gemeinsame HM der Kinder, Schüler, Junioren, Jugend u. Senioren ausgetragen.
Vom SCK gingen im Einzelrennen 6 Teilnehmer an den Start, davon 2 Damen.
Folgende Plazierungen wurden erzielt:

DA 46, 10 km FT, 1. + 2. Pl. Ute Diel + Marion Buchholz;
H allg., 15 km FT, 4. Pl. Holger Hüttlinger; HA 46, 15 km FT, 3. Pl. Winfried Diel;
HA 51, 1. Pl. Bernhard Döring (konkurrenzlos);
HA 56, 2. + 3. Pl. Peter Roßmann + Patrick O`Connor.

Im Staffelrennen der allgemeinen Klasse erreichten Holger Hüttlinger (CL), Renzo Albanese + Winfried Diel (beide FT) einen beachtlichen 5. Platz, hinter der starken Konkurrenz vom SC Willingen 1 + 2, TGV Schotten und SKG Gersfeld.

Wegen des Fehlens eines Läufer konnte leider keine 2. SCK-Staffel aufgestellte werden.
Einem Start einer gemischten Staffel SCK/SZ Wiesbaden stand schliesslich doch nichts im Wege.
Gemeinsam mit Alfred Trusch (SZ/FT) erreichten Norbert Kröger (FT) und Bernhard Döring (CL) bei den AK-Staffeln/ausser Konkurrenz ebenfalls einen 5. Platz (gesamt AK-Wertung, 10. Pl.).

Autor: Bernhard Döring

 

Bernhard Döring, unser Sportwart Nordisch, berichtet regelmäßig in der Pistenpost über Aktivitäten und Angebote aus seinem Trainingsbereich, die nicht nur die kalte Jahreszeit voraussetzen, sondern ganzjährig stattfinden.

Skihase heiratet Übungsleiter

Nach etlichen gemeinsamen Abfahrten war es am Donnerstag, den 12.4.2001 endlich soweit:

Vor der malerischen Kulisse der Altstadt von Idstein gaben sich Sandra und Stefan im dortigen Standesamt das Jawort. Da sich das Brautpaar schon im Vorfeld auf den Familiennamen Pasarge geeinigt hatte, ging die Trauung recht zügig vonstatten.

Neben einer netten Anspache und einem kleinen Ausflug in die Geschichte des Trauzimmers verstand es der Standesbeamte ausgezeichnet, Sandra und Stefan für die zahlreich erschienenen Fotografen ins rechte Licht zu rücken. Danach ging es durch ein vom Skiclub Kelkheim und dem Reitverein gestelltes Spalier zum angrenzenden Rosengärtchen, um mit Sekt auf das Wohl des Brautpaares anzustoßen.

Wir wünschen Sandra und Stefan noch viele unverspurte Hänge und solch einen blauen Himmel wie am Tage ihrer Hochzeit. Ein Paar kleine Skier stehen ja schon auf der Anschaffungsliste für das nächste Jahr.

Bleibt nur noch die Frage: Völkl oder Rossignol ?

Autor: Mathias Wolf