Skiclub Kelkheim e.V. - Verein zur Förderung des Skisports
Pistenpost 83
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Schneeball 83

Liebe SCK-lerinnen!

Nicht völlig zu unrecht wird seitens vieler Politiker aller Ebenen und Couleur kritisiert, ein Großteil der Bevölkerung verhalte sich wie in einer Zuschauer-Demokratie. Aktive Mitarbeit in Politik oder anderswo: Fehlanzeige.

In unserer von Medien dominierten Welt beschränkt man sich tatsächlich lieber auf das Zuschauen aus der ersten Reihe. Das kostet weder Mühe, Zeit noch Geld. Engagement in Organisationen oder Vereinen ist nicht „in“, hindert im Bestreben nach "Selbstverwirklichung“, jeder ist sich selbst der nächste. Wenn es darum geht, sich persönlich für die Allgemeinheit einzubringen, verweigern sich die meisten. "Ehrenamtliche“ Tätigkeit ist offenbar nichts, was zum Renommee beiträgt und findet nur wenig öffentliche Akzeptanz. Aber dennoch sind rund 7,5 Millionen Menschen „ehrenamtlich“ tätig.

Der deutsche Sport, der auf freiwilliges Engagement angewiesen ist, versucht für das „Ehrenamt“ massiv zu werben. Es werden Vorschläge diskutiert die Attraktivität auch beispielweise über Steuervorteile zu steigern. Es wurde für 2001 das "Jahr des Ehrenamtes“ ausgerufen, doch geändert hat sich bisher kaum etwas.

Bei Vorstandswahlen, wir selbst haben es in den zurückliegenden Jahren am eigenen Leib erfahren, sind insbesondere in den Verwaltungstätigkeiten die Posten nur schwer zu besetzen. Vorsitzende zu finden ist heutzutage nur noch selten eine der leichtesten Übungen. Schelte und Genörgele an Funktionären ist nicht unbedingt ein Motivationsschub für potentielle Kandidaten. Doch am Ende finden sich immer wieder Bereitwillige sich in ein Amt wählen zu lassen oder eine Aufgabe zu übernehmen.

Den reinen Konsumenten muss bewusst werden, dass ohne freiwilliges Engagement im Sport in absehbarer Zeit nur noch teuer zu bezahlende und kaum am Gesellschaftlichen Leben interessierte Unternehmen zwecks sportlicher Betätigung zu Verfügung stünden.

Ausbildungseinrichtungen, Wirtschaft, Politik und Medien sollten sich bereit erklären dem "Ehrenamt“ zu mehr Akzeptanz zu verhelfen. "Ehrenamtliche“ Tätigkeit sollte auch honoriert werden, in der Schule oder im Beruf und nicht umgekehrt mit nur Nachteilen verbunden sein.

Doch der große Unsicherheitsfaktor bei allen Bemühungen bleibt, dass es „in“ geworden ist sich als überlastet zu betrachten. Für immer mehr Menschen sind Belastungen durch freiwillige Tätigkeit untragbar, man möchte seine Freizeit nichtmal auch nur zeitweiligen Zwängen unterwerfen.

Dennoch: Allen muss deutlich gemacht werden, gäbe es keine Menschen mit dem Willen zum „ehrenamtlichen“ Einsatz – das Leben in der Republik wäre ärmer und teurer. Für andere ein Bisschen Zeit erübrigen, Bequemlichkeit und Egoismus im Dienst der Allgemeinheit hintanzustellen wäre ein Beitrag zu mehr Lebensqualität und würde für mehr Wärme in unserer Gesellschaft sorgen – gerade jetzt nach dem 11. September.

Ich danke ganz herzlich allen die unseren Verein, den Vorstand und mich im vergangenen Geschäftsjahr in irgend einer Weise unterstützt haben und wünsche allen Mitgliedern und Freunden ein geruhsames Weihnachtsfest und ein friedvolles neues Jahr – und nicht zu vergessen – einen schneereichen Winter.

Autor: Alfred Herrmann

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.

1. Mai-Wanderung

Bei sommerlichen Temperaturen haben sich wieder zahlreich die Skiclubmitglieder zur traditionellen Maiwanderung getroffen.
Diesmal ging es von Kelkheim-Hornau über Mammolshain, wo erstmal das Henninger Radrennen beobachtet wurde, zum Garten von Herbert Reisser.

Wieder wurden wir bestens empfangen und mit kühlen Getränken versorgt.
Die Stimmung wurde immer besser. Einige Teilnehmer wollten gar nicht mehr nach Hause

 

Radtour 2001 von Mainz nach Ingelheim

Einer guten Übung folgend unternahmen wir auch in diesem Jahr eine Radtour als geselligen Ausflug in unsere nähere Umgebung. Geführt wurde die Tour wieder von Annette und Hubert. Dieses Mal ging es in Hessens verlorene Westgebiete, und zwar ins nördliche Rheinhessen.

Rheinhessen-Info

1818 beim Wiener Kongress Hessen zuschlagen;
größtes deutsches Weinbaugebiet und weltweit größtes Silvaner-Anbaugebiet;
vom 137 Gemeinden haben nur 3 nichts mit Weinbau zu tun.
Höchste Sonnenscheindauer aller deutschem Weinbaugebiete und Weinregion mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Weinbruderschafts-Wahlspruch: "Non vanitamus sed habemus“
(rheinhessisch übersetzt: „Mer strunze net, mer hunn.“)

Wir trafen uns am Samstag, dem 18.August, direkt am Rhein in Heidenfahrt und fuhren über den pappel-gesäumten Leinpfad in Richtung Mainz. Mit von der Partie waren 22 Radler - die meisten waren „Stammgäste“- auf Tourenrädern, Mountainbikes und sogar Rennmaschinen. Es war ein flottes Erlebnisbiking.

Hinter den trinkenden Bäumen lag ruhiges Wasser wie ein glänzender Spiegel, durch eine langgezogene Insel von der Hauptfahrrinne des Stroms getrennt. Schmucke Yachten dümpelten vor sich hin. In Budenheim kehrten wir dem Rhein den Rücken und fuhren landeinwärts durch den Mainzer Vorort und den Gonsenheimer Stadtwald, dann durch Gemüsefelder in Richtung Lerchenberg, wobei das Hochhaus des ZDF-Sendezentrums am Horizont als Wegweiser diente. Ein freundlicher Wirt, der seinen Biergarten für den samstäglichen Ansturm durstiger Gäste herrichtete, rief uns beim Vorbeiradeln ein neugieriges „Wo macht’er dann hii?“ zu.

Hubert probierte erstmals ein von ihm entwickeltes Verfahren aus, schwächelnden Mitfahrern per Abschlepptechnik den Berg hinauf zu helfen, das nun auch beim Deutschen Patentamt unter dem Bezeichnung "BLS“ (Biker-Lifting-System) zur Genehmigung angemeldet werden soll.

Wenig später war der höchste Punkt unserer Tour erreicht und durch den Nieder-Olmer-Wald, eines der ganz wenigen geschlossenen Waldgebiete im Acker- und Weinland Rheinhessen, erreichten wir die freie, himmeloffene Hügellandschaft.
Ein Wolkenschleier lag schon seit dem Morgen gnädig vor der Sonne, die während der ganzen Vorwoche die Erde mächtig aufgeheizt hatte, doch die Temperaturen blieben sommerlich hoch, so daß zumindest die weniger Trainierten den mäßigen Aufstieg im Schweißbad erlitten. Die gut Trainierten dagegen lieferten sich Sprints a`la Erik Zabel. Das förderte zugleich Hunger und Durst. Alfred forderte mit zunehmender Vehemenz : „Wann gibt`s endlich Wein?“ und Günther Cellarius gestand, das er einen Bärenhunger habe. Doch das gelobte Land war näher als gedacht.

Gegen Westen kamen bald die Weinberge des Selztals in Sicht und in flotter Fahrt ging’s hinunter nach Schwabenheim, wo wir dann auf den Selztal-Radweg stießen, der von Alzey nach Ingelheim stets entlang dieses teilweise renaturierten Baches führt und erst unlängst als jüngste touristische Errungenschaft fertiggestellt werden konnte.

Ein Gutsausschank am Wege lockte zur Einkehr und so konnte den ausgetrockneten Kehlen und leeren Mägen abgeholfen werden. Saumagen, Pommes mit appetitlicher Farbe, gebackener Camembert und musikalischer Handkäs‘ standen bald auf den Tischen. Auch die Sonne hatte sich aus dem Wolken getraut und ließ uns fortan nicht mehr aus den Augen.

Nach der Mittagsrast fuhren wir dann auf dem Radweg selz-abwärts, durch Groß-Winternheim in Richtung der Rotweininsel Ingelheim. Pferdekoppeln, alte Mühlen und Auwaldreste säumten den Weg.

In Ingelheims historischem südlichen Stadtteil mit zahlreichen restaurierten Anwesen fanden wir noch eine Straußwirtschaft, auf deren Terrasse wir in der Sonne brieten. Der Hausherr und Winzer war entzückt, sich mit unseren aktiven Läufern über Ausdauersportarten unterhalten zu können.

Der Nachmittag war fortgeschritten, als wir zur letzten Etappe aufbrachen. Entlang der Selz durch Ingelheim und an Gartenkolonien vorbei dem Rhein zu. Die Aussicht vom nahen Bismarckturm oder die ausgegrabene Kaiserpfalz Karls des Großen lockte die weinbeschwerten Gemüter nicht mehr. Dann über den Radweg, der den Rheindamm begleitet, zum Ausgangspunkt beim Ausflugslokal „Käpt’n Nuss“. Nach mehr als 50 gefahrenen Kilometern Schlußrast bei Kaffee, Wein und Bier. Jetzt lag der Rheingau gegenüber in der Sonne und auf der Wasserautobahn zogen die Frachtschiffe und Touristen-Dampfer vorüber.

Als die letzten dann aufbrachen, den Heimweg anzutreten, sagte auch die Sonne über den westlichen Rheingauhügeln Gute Nacht und warf ihr letztes Licht noch einmal spektakulär auf die Wasser des Rheins. Ein Abschiedsblick wie aus dem Bilderbuch!

Autor: Karlheinz Haubs

 

Sommerfest 2001: Sweet Sixties


 

Wasserski-Wochenende 2001

Dieses Jahr fand das Wasserski-Wochenende vom 17. – 19. August zum ersten Mal im "Hot Sport Seepark“ in Niederweimar, in der Nähe von Marburg statt.

Die Fahrzeit mit dem Auto von Frankfurt nach Niederweimar beträgt ca. 45 min. Da der Bahnhof Niederweimar direkt am See liegt, kann man auch mit der Dt. Bundesbahn stündlich oder zur Feierabendzeit sogar 1/2 stündlich die Züge Frankfurt – Kassel benutzen.

Der "Hot Sport Seepark“ hat einiges an Freizeit- und Sportvergnügen zu bieten.

Als kostenlosen Service bei Anmietung der Seilbahn oder Erwerb einer Tages-, oder Stundenkarte gilt die Benutzung von Wasserski, Kneeboards, und Schwimmwesten ( Benutzung der Schwimmwesten ist Pflicht ). Als Mietservice Ausrüstung kann man Neopren-Shorty, Wärme-Anzug, Trick-/Mono-Ski und drei verschiedene Arten von Wakeboards (eine Art Snowboard auf dem Wasser) ausleihen.

Für alle, die lieber ersteinmal zuschauen möchten, gibt es eine Schirmbar auf der Besucherterrasse , eine Liegewiese (Textil oder FKK), eine Wasserrutsche, ein Wassertrampolin, schwimmende Kletterfelsen oder auch Beachvolleyballplätze.

Ein kleiner Bereich des Sees ist für Nichtschwimmer abgetrennt.

Dem Skiclub Kelkheim, Taunus und Langen stand nun die Seilbahnanlage am Sonntag, dem 19.8. von 9:00 Uhr bis zunächst 10:00 Uhr exclusiv zur Verfügung.

Unsere „Profis“ standen dann auch schon pünktlich an der Startrampe und erlebten alsbald den Rausch der Geschwindigkeit. Für mich war es das erste Mal und ich hatte ziemlich weiche Knie und ein heftiges Kribbeln im Bauch. Für jeden Tip dankbar schlüpfte ich dann in meine Wasserski und brauchte nicht lange auf den Start zu warten.

Wo der feste Boden aufhörte fing der Spaß dann an ! Es war genial ... bis zur ersten Kurve ! Leider sollte sich herausstellen, daß es nicht so einfach war, selbst nach einem gelungenen Start, eine ganze Runde auf der Bahn zuschaffen.

Denn die Kurven mußten taktisch angegangen werden. Mein Ergeiz ließ mich jedoch nicht im Stich und am Ende habe ich ganze zwei Runden geschafft.

Einige Skiclubmitglieder bevorzugten die Wakeboards oder versuchten sich beim Monoskifahren.

Da das Wetter an dem Morgen noch etwas zu Wünschen übrig liess und die Leute von der Anlage so viel Spaß mit uns hatten, bekamen wir noch eine Stunde Verlängerung.

Um 11.00 Uhr hatten wir dann alle ziemlich lange Arme und freuten uns auf ein kräftiges Frühstück. Den Rest des Tages verbrachten wir gemütlich am See.

Es war wirklich ein tolles Erlebnis, an welches ich aufgrund eines unglaublichen Muskelkaters die nächsten Tage ständig erinnert wurde.

Autor: Doris Franzisket

 

Mein erster Marathon

Da stehe ich nun mit der Startnummer 145 an der Friedensbrücke in Würzburg. Nicht allein, sondern mit fast 4000 anderen Läuferinnen und Läufern, die am ersten Würzburger Stadtmarathon teilnehmen. Es ist Sonntag, der 20.Mai 2001. Als um Punkt Neun der Bürgermeister den Startschuss gibt, bleibe ich immer noch stehen. Das liegt nicht nur daran, daß ich einen Chip am Schuh trage, der die Zeit erst zu messen beginnt, sobald ich die Startlinie überquere. Was mir zunächst Ruhe gibt, ist schlicht der Umstand, daß ich mich im Läuferfeld bescheiden ganz hinten eingereiht habe. Und da geht es bekanntlich ruhiger zu und oft auch lustiger. Sport soll Spaß machen. Aber es wäre natürlich vermessen, zu behaupten, daß ich aus lauter Spaß an der Freud nach Würzburg gefahren bin, um locker meinen ersten Marathon auf den Asphalt zu legen. Tatsache ist , daß ich Bammel habe, und das nicht erst seit der Nacht vor dem Wettkampf.

Gut, den Kelkheimer Halbmarathon habe ich - mit freundlicher Unterstützung der lieben Kollegen vom Skiclub - schon zweimal geschafft, aber ein Marathon ist eben mit 42 Kilometern doppelt so lang. Deshalb habe ich mich auch nicht darum gerissen, mir diese Tortur freiwillig anzutun. Aber ich bin eben zur Startnummer gekommen wie die berühmte Jungfrau zum Kinde. Ein Tombola-Gewinn beim ARQUE-Lauf, den ich zunächst weiter schenken wollte. Aber was machen da die lieben Ski- und Laufkollegen? Sie rufen unisono: „ Annette, den Marathon mußt Du selbst laufen!“. Zugegeben, der Gedanke war verführerisch, denn eine Marathoni zu sein, ist das Höchste, was ein Hobbyläuferin erreichen kann. Ich begann heftig zu grübeln, zu rechnen und zu planen und meldete mich schließlich an. Von November bis Mai blieb mir noch ein halbes Jahr zum Trainieren. Vier bis fünf Mal die Woche auf den Albertsweg, bis der von Kabellegern aufgerissen wird. Dann eben über die Felder bis Zeilsheim und das auch bei Wind und Regen. Oft nur eine Stunde, aber immer wieder auch Läufe über zwei Stunden und länger. Anleitungen über richtiges Marathontraining finde ich in Büchern, die ich zu Weihnachten von allen Seiten geschenkt bekomme. Zu einer wichtigen Generalprobe wird mein erster Engadiner Skimarathon. Mit Skiern geht’s zwar leichter als mit Laufschuhen, aber die magische 42-Kilometer-Distanz habe ich immerhin bewältigt. Gut für die Moral, aber natürlich keine Garantie fürs Durchkommen.

Hoffentlich halten die Muskeln!

"Lauf nicht auf Zeit, sondern als Finisher“, hat mir Wolfgang Emmerich mit auf den Weg gegeben, als ich immer wieder anfing, mir meine Zielzeit und meinen Kilometerschnitt nach wissenschaftlichen Formeln auszurechnen. Und an Wolfgangs Rat halte ich mich jetzt in Würzburg auf der Strecke. Die Puste müßte reichen, denke ich, aber Gott gebe, daß meine Muskeln durchhalten. Ich trabe wie im Training. Gleichmäßiger Laufrhythmus möglichst immer unterhalb der Belastungsgrenze. Und wie häufig beim Training läuft Hubert treu und brav an meiner Seite. Er hat schon so viele Marathons und Ultras gelaufen, daß er dieses Erlebnis auch mal seiner Frau gönnen kann. Das ist sehr beruhigend, aber das Tempo bestimme ich - wie immer. Ich fühle mich bestätigt, als ein Läufer seine schwächelnde Partnerin mit dem Zuspruch ermutigt: „Halt Dich an die Frau da, die läuft schön gleichmäßig!“ Es dauert nicht lange, bis ich einen kleinen Troß von Läuferinnen und Läufern in meinem Windschatten hinter mir her ziehe.

Viel weiter vorn laufen Ulli Kaiser und Klaus Knam. Da es eine Wendestrecke mit mehreren Engpässen ist, begegnen wir uns und rufen uns gegenseitig Mut zu. Anne Kaiser betreut uns an der Strecke. An der steinernen Fußgängerbrücke tauchen zu meiner Freude überraschend auch Elfi und Horst Barthel auf, unsere Musik- und neuerdings auch Lauftreff-Freunde. Auch sie leisten wichtigen moralischen Beistand. Was ansonsten die Betreuung der Läufer angeht, so geben sich die Würzburger Helfer große Mühe. Alle fünf Kilometer gibt es einen Versorgungsstand mit einer Auswahl an Getränken und reichlich Bananen. Ich lasse von Anfang an keinen Stand aus, auch wenn ich zur Sicherheit Hubert einen Gurt mit Wasser und Bananen umgehängt habe.

Die Strecke ist 21 km lang und muß zweimal durchlaufen werden. Sie führt zunächst vom Zentrum in einer Schleife durch den Vorort Zellerau, kommt dann wieder am Startplatz vorbei und erstreckt sich bis Heidingsfeld und Sanderau hin und zurück in der Nähe des Mains entlang, um schließlich nach einer Ehrenrunde durch die barocke Altstadt am Mainufer zu enden. Das Besondere in Würzburg ist, daß man nach einer Runde aufhören kann und dann eine Urkunde für den absolvierten Halbmarathon erhält. Das ist Chance und Tücke zugleich: Chance, weil man nach 21 km nicht leer ausgeht, und Tücke, weil die Versuchung groß ist, dem Treiben ein Ende zu machen, ehe es in die zweite Runde geht. Ich widerstehe der Versuchung, obwohl ich zu meiner Enttäuschung feststellen muß, daß sich der ganze Pulk, den ich im Schlepptau habe, schon nach einer Runde schmählich ins Ziel flüchtet. Zudem wird meine Entscheidung auch nicht gerade dadurch erleichtert, daß ein Kampfrichter mir zuruft:“Sie wollen in die zweite Runde? Denken Sie daran, daß um 15 Uhr Zielschluß ist!“. Selbst Hubert sieht mich fragend an. Aber ich trabe weiter. Noch fühle ich mich ganz passabel, und mit zweieinhalb Stunden für die erste Runde liege ich auch noch gut im Zeitlimit.

Wann kommt der Mann mit dem Hammer?

Freilich verändert sich in der zweiten Runde das Umfeld ganz entscheidend. Mehr als die Hälfte aller Läufer hat sich von Anfang an oder kurzentschlossen für den Halbmarathon entschieden. Die meisten davon sind bestimmt schon unter der Dusche oder im Biergarten. Auf der Strecke wird es einsamer, weil große Lücken entstehen. Meist sehen wir nur noch an den Wendepassagen, wer vor und wer hinter uns liegt. Einige Verpflegungsstellen beginnen mit dem Abbau, bis sich dann per Handy herumspricht, daß wir und noch einige andere auf der Strecke sind. Auf einmal merke ich, daß ein Rotkreuz-Wagen hinter uns herfährt. Nach einiger Zeit wartet an einer Kreuzung ein zweiter Rettungswagen. Ein freundlicher Sanitäter empfängt mich mit den Worten:“Sie sind jetzt die Letzten, die hinter Ihnen haben alle aufgegeben. Wir übernehmen Sie“. - „Nein, nein...“, wehre ich energisch ab, „ich will noch weiterlaufen!“ - Über so viel Laufeifer muß der Mann vom Rettungdienst amüsiert lachen: „ Wir lösen nur unsere Kollegen vom anderen Wagen ab. Laufen Sie ruhig weiter, wir fahren hinter Ihnen her und passen auf Sie auf!“ Also wieder trab, trab, trab... soweit die Füße tragen. Wie weit sind wir eigentlich? Kilometer 28? Kommt da jetzt nicht bald der Hammermann, von dem altgediente Marathonis immer wieder Schlimmes zu berichten wissen? Muß mir jetzt nicht bald schwarz vor den Augen werden und die Beine schwer wie Blei Ich horche in mich hinein. Mein Atem geht noch relativ ruhig. Meine Beine sind längst nicht mehr die frischesten, aber noch tun sie nicht weh. Was mir am meisten zu schaffen macht, ist die Hitze. Eine strahlende Sonne sorgt für sommerliche Temperaturen Ich bleibe an der Verpflegungsstelle kurz stehen, um so viel Flüssigkeit wie nur möglich aufzunehmen. Hubert trägt in der Hand zwei große Wasserflaschen, damit ich mir immer wieder Kopf und Nacken kühlen kann. Dankbar nutze ich jede Dusche, die die Feuerwehr an der Straße aufgebaut hat. Jeder Baum, der Schatten spendet, ist eine Zuflucht. So kämpfe ich mich von einem Kilometerschild zum anderen. Es wird mühsamer und mühsamer und dies vor allem in den weiten Streckenabschnitten mit wenig Zuschauern. Erst so fünf Kilometer vor dem Ziel wird es wieder belebter, und immer mehr Zuschauer feuern mich an: „Macht weiter so! Ihr schafft es!“

Mit Blaulicht ins Ziel

Als moralischer Freund und Helfer erweist sich auch die Polizei. Ein Mannschaftswagen und sechs "Weiße Mäuse“ auf Motorrädern tauchen auf. Ich höre, wie sie unsere treuen Sanitäter fragen:“Was macht Ihr hier?“ - Auf die Antwort „Wir sichern die letzten Läufer ab“ entgegnet entschlossen die Polizei: „Dann sichern wir Euch ab!“ Und schon sind wir mittendrin in einem stattlichen Konvoi. Vorn ein Polizei-Motorrad mit Blaulicht, dann ich mit meinem "Hasen“ Hubert, beide im rot-weißen Trikot . Hinter uns der Rettungswagen, anschließend eine Motoradstaffel und zum Abschluß die Grüne Minna vom Überfallkommando. Für die Zuschauer muß dies wie ein Staatsempfang ausgesehen haben. Viele gucken fasziniert und halten uns wohl für Prominente. Bravorufe von Bürgersteigen und Balkonen. Wir winken zurück. Hubert ruft nach allen Seiten:“Danke,danke!“ Kurz vor dem Einbiegen in die Altstadt entdecke ich auf dem Asphalt die weiße Kilometerangabe mit der Zahl 40. Ich könnte jubeln, denn ich bin jetzt sicher, daß ich es schaffe. Die letzten zwei Kilometer durch die Gassen und Plätze rings um die Kirche werden zum wahren Triumphzug. Viele Gäste in den vollgefüllten Straßencafes und Biergärten springen auf und feuern uns lautstark an. Immer wieder formiert sich eine La Ola, und viele kommen mit Getränken angelaufen. An der alten Mainbrücke werden wir durch die enge Gasse von Zuschauern begeistert durchgeklatscht. Dann der Endspurt bis zum Ziel. Der Polizist auf dem Motorrad vor uns sagt zu mir: „ Jetzt aber nochmal ein kräftiger Spurt! Ich habe den Sieger ins Ziel gebracht und da werde ich wohl auch noch die Letzten gut ins Ziel bringen!“ Sagts, macht sein Blaulicht an, gibt Gas und eskortiert uns in den schmalen Zielkanal. Ich nehme alle meine Kraft zusammen und laufe, was meine Muskeln noch hergeben. Auf der elektronischen Zeittafel steht die Zahl 5 Stunden und 31 Minuten. Ich bin überglücklich. Der erste Marathon ist geschafft.

Autor: Annette Leitermann

 

Im Banne des Mount Everest

Wir halten die Luft an und blicken dem Piloten gespannt über die Schulter. Mit einem kühnen Sprung setzt unsere kleine Propellermaschine der Yeti Air auf der winzigen Landebahn auf, die regelrecht am Felsen klebt und deshalb steil nach oben führt. "Namaste!“ begrüßen uns die freundlichen Nepalesen, die uns durch den engen Ausstieg ziehen.

Namaste heißt willkommen, aber auch Grüß Gott und Friede sei mit Dir.

Von Kathmandu, der auf 1300 Metern gelegenen Hauptstadt Nepals kommend, landen wir im Bergort Lukla, einer kleinen Siedlung auf 2.800 Metern Höhe. Wir sind mitten im Sherpa-Land. Kein Auto weit und breit, denn es gibt keine Straße. Nur ein schmaler, beschwerlicher Bergpfad windet sich durch tief eingeschnittene, wild zerklüftete Bergtäler mit reißenden Gebirgsflüssen. Wer immer den Mount Everest besteigen will, der muß mit Tonnen von Expeditionsausrüstung hier durch, entweder auf dem Rücken zottiger Yaks oder dem von Trägern. Viele Achttausender-Bezwinger haben hier ihre Spuren hinterlassen: Edmund Hillary, Reinhold Messner, Hans Kammerlander ... Letzterer ist auch zur gleichen Zeit wie wir wieder einmal unterwegs, allerdings nicht auf Expeditionskurs, sondern als Reiseleiter seiner Südtiroler Bergsteigerschule.

Wir sind nicht zum Dach der Welt gekommen, um Messner & Co. Konkurrenz zu machen. Unsere vom Deutschen Alpenverein veranstaltete anspruchsvolle Hochtour ist auch so schon, was Kondition und Klettertechnik angeht, für Manfred Hütter und mich (Hubert Leitermann) ehrgeizig genug. Bereits die altersmäßige Zusammensetzung unserer 13-köpfigen Bergsteigergruppe - der jüngste Mann 26 Jahre und die jüngste Frau 22 Jahre - sorgt dafür, daß von einem beschaulichen Seniorenwandern keine Rede sein kann. Geführt werden wir von zwei freundlichen Sherpas, die vom Alpenverein ausgebildet sind. Jambi geht als Pacemaker voraus und Mankadi paßt hinten auf, daß niemand schlapp macht oder beim vielen Fotografieren den Anschluß verliert.
Der Reisetermin, das erweist sich bald, ist in der Nachmonsunzeit goldrichtig gewählt: Von der Anreise am 18.Oktober bis zur Rückreise am 9.November fällt in den von uns besuchten Bergregionen kein Tropfen Regen. Tagsüber wird es meist spätsommerlich warm, nachts sinkt das Thermometer vor allem in den höheren Lagen oft unter Null. Wohl dem , der wie Manfred einen warmen Dauenschlafsack besitzt. Denn wir übernachten meist in einfachen , sehr dünnwandigen und ungeheizten Hütten, die den noblen Namen Lodge sicher nicht verdienen. Zünftig ist es trotzdem. Besonders auch in den Zelten, in denen wir ausgerechnet die kältesten Nächte auf fünftausend Metern Höhe erleben.

Hängebrücken und Heiligtümer

Über sieben Brücken mußt Du gehen... Und in der Tat: es sind sieben schwankende Hängebrücken, zuletzt die berühmte Hillary Bridge, die wir bewältigen müssen. Wer schwindelfrei ist, bewegt sich freihändig und genießt den Blick in den gurgelnden Gebirgsfluß. Wer sich unsicher fühlt, kann sich mit den Händen an den Stahlseilen entlanghangeln. Am Steilaufstieg nach der Hillary Brücke wird plötzlich ein Steinschlag ausgelöst. Ein deutscher Bergsteiger wird am Bein getroffen und erleidet eine stark blutende Platzwunde. Wir verbinden ihn und bringen ihn nach Namche Bazar, dem auf 3.500 Metern gelegenen Hauptort des Sherpa-Landes. Dort wird der Verletzte von französischen Ärztinnen, die sich ebenfall auf Bergtour befinden, in einer kleinen Operation bestens versorgt. Namche Bazar ist eine Siedlung, bei der mehrere große Hauptverbindungswege zusammentreffen. Es gibt hier Gaststätten, Geschäfte, ein Postamt und eine Bank. Wir finden sogar eine deutsche Bäckerei und lassen uns mit Schweineohren und Schwarzwälder Torte verwöhnen. Natürlich besuchen wir auch das Hillary- Museum und das Sherpa-Museum, die unter anderem viele eindrucksvolle Fotos und Berichte von den Siegern und Verlierern der großen Expeditionen zeigen. Für die heldenhaften Leistungen empfinden wir eine tiefe Bewunderung. Von einem Aussichtsberg genießen wir erstmals einen phantastischen Blick auf den Mount Everest und den Lhotse.

Nach einem Akklimatisationstag in Namche Bazar pilgern wir auf dem Karawanenweg, der über hohe Pässe nach Tibet führt, zum Kloster Thame. Dabei sind wir schon vom Beginn unserer Tour durch Nepal darauf eingestimmt, daß wir uns in einem Land mit großer religiöser Tradition bewegen. Überall auf unserem Weg finden wir bunte Gebetsfahnen, Felsen mit Schrifttafeln und Gebetsmühlen, die oft wie Getreidemühlen an Bächen stehen und von Wasserrädern angetrieben werden.

An vielen markanten Plätzen steht eine Stupa, die wie eine weiße Kapelle in den Himmel ragt und mit den Augen Buddhas über die heiligen Berge wacht. Das Hochgebirge Nepals zählt zum tibetischen Kulturkreis, und das heißt zum Buddhismus, obwohl die große Mehrheit der 26 Millionen Nepalesen sich offiziell zum Hinduismus bekennt. Auch in dem auf 3.800 Metern Höhe gelegenen Kloster Thame leben buddhistische Mönche nach tibetischer Tradition.

Uns gegenüber sind sie erstaunlich tolerant, wir dürfen in den Gebetsraum, wo die Mönche in ihren dunkelroten Kutten gerade ihre Zeremonien abhalten und mit Muschelhörnern und Alphörnern jene Klänge erzeugen, die schon viele andere europäische Bergsteiger in den Bann gezogen haben.

Dem tiefen religiösen Erlebnis folgt immer wieder ein gewaltiges Naturerlebnis. Neben den allgegenwärtigen Achttausendern gibt es nicht minder eindrucksvolle Siebentausender wie der dem Lhotse nahestehende Nuptse oder der uns immer wieder begleitende Prachtgipfel Ama Dablam. Den ebenfalls stattlichen Pumori betrachten wir allerdings mit gemischten Gefühlen, als wir erfahren, daß dort gerade fünf spanische Bergsteiger durch einen Eissturz ums Leben gekommen sind. Ob es daran liegt, daß im Herbst die Zeit für Vorstöße in so große Höhen eher ungünstig ist und die meisten Expeditionen deshalb im April und Mai stattfinden?

Island Peak unser Traumberg

Wir bleiben jedenfalls zuversichtlich, daß für die von uns geplanten Fünf-und Sechstausender die Jahreszeit günstig ist. Am ersten Gipfel, dem 5350 Meter hohen Gokyo Ri fühlen wir uns bestätigt. Der Berg ist technisch leicht, die Aussicht überirdisch.

Vier der insgesamt acht Achttausender Nepals sind für uns zum Greifen nahe: Mount Everest (8.848 m), Lhotse (8.516 m), Makalu (8.463m) und Cho Oyu (8.201 m). Teils mit dem bloßen Auge, teils mit dem Fernglas können wir die berühmten Aufstiegsrouten - etwa durch die gewaltige Lhotse-Südwand - nachvollziehen. Ähnlich großartig ist das Panorama, das wir auf unserem Gipfel Nummer 2, dem 5.546 m hohen Chukhung Ri erleben. Dank inzwischen guter Akklimatisation fällt uns der Aufstieg leichter als gedacht, aber nur, weil wir auf unsere Sherpas hören und den Berg ganz langsam angehen.

Das gibt uns Mut für den bergsteigerischen Höhepunkt unserer Nepal - Tour, nämlich die Besteigung des 6.189 Meter hohen Island Peak in der Everest-Gruppe. Allerdings bereiten wir uns auf die Erstürmung unseres Traumbergs sehr gründlich vor. Ein deutscher Bergführer erwartet uns in der auf 4.800 Metern gelegenen Hütte in Chukhung, um uns ins Island Peak Basecamp zu bringen, das auf einer Höhe von 5.100 Metern mit Zelten errichtet ist. Wir werden einem Test unterzogen, wie hoch bei jedem von uns die Sauerstoffsättigung im Blut ist, das heißt, wie gut wir an die Höhe angepaßt sind. Auch wenn die Werte der einzelnen Teilnehmer recht unterschiedlich sind, werden wir alle als höhentauglich erklärt. Damit verringert sich das Risiko, das lebensgefährliche Lungenödem zu bekommen. Immerhin muß der Alpenverein im Durchschnitt jede Woche einen höhenkranken Bergsteiger von Nepal nach Deutschland ausfliegen lassen.

Für diesen Fall führen wir auf unserer Bergtour eine aufblasbare Überdruckkammer mit, die eine Erste Hilfe ermöglicht. Im Basislager erhalten wir aber auch aus dem Depot des Alpenvereins die notwendige technische Ausrüstung wie Klettergurte, Steigeisen und Eispickel.

Nachts um zwei Uhr brechen wir im Schein der Stirnlampen auf. Wir gehen langsam, weil wir bis zum Gipfel 1.100 Höhenmeter und insgesamt eine Tour von 14 Stunden Dauer vor uns haben.

Mühsam geht es über steile Felsrippen und rutschige Geröllrinnen aufwärts. Als wir auf 5.800 Metern Höhe das Gletschereis erreichen und unsere Steigeisen anlegen, ist längst die Sonne aufgegangen. Der mit glitzerndem Firn überzogene Schnee trägt erstaunlich gut. Wir gehen in Seilschaften zu Dritt. Erleichtert wird der Aufstieg durch Fixseile, die der deutsche Bergführer und ein Climbing Sherpa an Steilhängen anbringen. Trotzdem wird das Klettern in der sauerstoffarmen Zone schwerer und schwerer.

Wie muß es erst den Achttausender - Bezwingern ergangen sein, die sich ohne Sauerstoffgeräte durch die "Todeszone“ kämpften. Aber irgendwann stehen auch wir auf dem Gipfel - jedenfalls zehn von den insgesamt dreizehn Teilnehmern.

Wir umarmen uns und wünschen uns Bergheil. Und wieder genießen wir die unbeschreibliche Panoramaschau auf die Achttausendergipfel und unzählige Sechs- und Siebentausender. Da die Sonne scheint und es fast windstill ist, sind wir über unseren Gipfelsieg so beglückt, daß wir mit unserem Sherpa auf dem schmalen Gipfelplateau unseres Traumbergs tanzen und singen. Schade, daß wir keinen Wimpel des Skiclubs mitgebracht haben, um ihn zu hissen. Auch der Abstieg wird uns dadurch erleichtert, daß uns die Bergführer abseilen, teilweise bis zu hundertfünfzig Meter am Stück. Für geübte Bergsteiger ein Genuss der Extraklasse.

Vom Yeti nur ein Skalp

Am nächsten Tag bedanken wir uns im großen, gelben Gemeinschaftszelt mit einer kleinen Abschiedsparty und dem obligaten Trinkgeld bei dem kleinen Team des Basecamps, insbesondere beim Koch und seinem Assistenten, die unter primitivsten Bedingungen ein erstaunlich reichhaltiges Essen für uns zauberten. Buddha danken wir im Kloster Tengpoche. Wieder erleben wir inmitten der Mönche ein sehr buntes religiöses Fest mit Musik- und Tanzzeremonien.

Zurück geht es wieder über Namche Bazar und die luftigen Hängebrücken. Plötzlich kommt uns eine Gruppe von Polizisten mit vorgehaltenen Gewehren entgegen. Sie eskortieren einen freundlichen Herrn, der auf uns zukommt und uns mit den Worten die Hand reicht: „I am the Minister of Tourism!“ In Lukla nehmen wir dann Abschied von unseren beiden Sherpa Guides und den acht wackeren Trägern. Zu Trommeln und nepalesischen Rhythmen wird kräftig getanzt.

Am nächsten Tag geht es dann wieder im Sturzflug aus dem Dach der Welt zurück ins Kathmandu-Tal. Dort lassen wir unsere erlebnisreiche Himalaya- Tour ausklingen: Im schönen Viersterne-Hotel oberhalb der Reisterrassen, in der quirligen Altstadt von Kathmandu und im mittelalterlichen Bhaktapur mit seinen malerischen Pagoden und Palästen. Wen wir nicht getroffen haben, ist der legendäre Schneemensch Yeti, den Reinhold Messner gesehen haben will. Lediglich einen Yeti-Skalp kann man uns in einem Kloster zeigen. Sechstausend Meter sind wohl doch nicht hoch genug.

Autor: Hubert Leitermann

 

Hubert Leitermann hat sich in seiner langen SCK-Zugehörigkeit auf vielen Feldern engagiert, Erfahrungen eingebracht und Interessierten zugänglich gemacht. Seine tollen Beiträge für unsere Pistenpost sind immer eine Bereicherung. Hubert – bitte nicht nachlassen

Rollski-Finale 2001

Zum Abschluss der Rennsaison standen die Hessichen Meisterschaften, Flachstrecke (23.9.) und Bergstrecke (13.10.) an.

Zusammen mit dem HSV-lnline-Cup-Finale in Bad Camberg konnten die HM-Flachstrecke ausgetragen werden. Vom SCK waren neben den 3 Aktiven Holger H., Renzo A. und Bernhard D. auch weitere Vereinsvertreter mcl. Alfred H. erschienen.
Bemerkenswert war bei dieser Veranstaltung, dass einige Vielseitige an insgesamt 3 Wettbewerben teilnehmen konnten: Rollski, Inline-Slalom und Speed-Skating.

Ein kopierter Rundkurs (2,5 km) war für die Rollskiläufer 10-mal zu absolvieren.
Für Holger H., Renzo A. und Bernhard D. gab es jeweils einen 4., 2. und einen weiteren 2. Platz.

Die Bergmeisterschaften im Vogelsberg fanden ebenso wie die auf der Flachstrecke bei herrlichem Herbstwetter statt. Von insgesamt 10 gemeldeten SCK-Startern gingen 8 schliesslich ins Rennen. Die 8 km lange Bergstrecke weist einen Höhenunterschied von ca. 350 Meter auf.

Barbara wurde in ihrer Klasse 1.‚ ebenfalls Hubert L. (H 66) sowie Patrick 0. (H 56) 2. Plätze erzielten Holger Hüttlinger und Michael Förster sowie Bernhard Döring. Auf einen 3. und einen 4. Platz kamen Renzo und Norbert Kröger.

Alles in allem eine achtbare Ausbeute für den SCK.

Autor: Bernhard Döring

 

Bernhard Döring, unser Sportwart Nordisch, berichtet regelmäßig in der Pistenpost über Aktivitäten und Angebote aus seinem Trainingsbereich, die nicht nur die kalte Jahreszeit voraussetzen, sondern ganzjährig stattfinden.

Skitest

Hallo Ihr alle!!

Um Euch im alpenmässig doch eher abseits gelegenen Hessen (oder wo auch immer ihr sonst gerade steckt) an den Vorzügen der Schweiz teilhaben zu lassen, habe ich mich Samstag und Sonntag erbarmt mal ne Runde für Euch zu drehen: Flims Laax Falera hat seinen Vorabgletscher geöffnet und ich war da (Ätsch! Ich wollte eigentlich gar nicht, aber ich dachte mir, ihr würdet es mir nie verzeihen, wenn ich diese Gelegenheit auslasse für Euch einen Bogen zu fahren ;)
(Tschuldigung: Man fährt ja jetzt Kurven... :))

Bei Neidgefühlen und Schnesuchtsanfällen löschen sie diese Mail und fressen sie nicht ihren Computer! Wenns ganz schlimm ist, dann besser nicht weiterlesen

Mein ganz persönlicher Skitest:
Tester: Meiner einer (1,78m; 73kg; sportlicher Fahrer ;) )
Bedingungen: -5 Grad laut der Skala, die da ein Herr Celsius sich mal ausgedacht zu haben scheint. Ausserdem ein wenig (wirklich nur ein kleinb wenig!) Pulverschnee und dafür eine Riesen Menge Sonne.


Ach ja, und die Boarder: In immensen Stückzahlen fallen sie auf dem Gletscher ein, nur um dann, Lemmingen gleich in einer Kette immer und immer wieder die Halfpipe hochzupilgern... (Im Ernst waren da ca. 20% SKifahrer, abzählbar viele Telemarker und der rest Boarder.)

Genug gesülzt: Es gab einen Skitest, bei dem man annahm ich hätte eine Einladung, dabei hatte ich bloss keine Ahnung, wie das läuft. Ich durfte also den ersten Tag umsonst testen.
Bei dem folgenden Bericht ist dringend zu beachten, dass ich jeden Ski nur 3-4 kurze Abfahrten gefahren bin...

Head Cyber WC Slalom 1.65m

Dieser Ski macht EXTREM viel Spass!! Nicht nur dass er bis zu hohen Geschwindigkeiten stabil auf der Kante fährt, man kann sich auch kaum dagegen wehren, in immer abstruseren Schräglagen die diversen Rotationsvarianten auszuprobieren... Er überzeugt im Kurzschwung, sowie im Funcarven und macht sogar in verspurtem Gelände eine gute Figur. Allerdings wäre ich mal auf einen echten Tiefschneetest gespannt...

Atomic 9,16 1.60m:

Dieser Ski ähnelt dem Head insofern, dass er sehr viel kann, allerdingsmuss man sich darauf einstellen, dass er trotz der geringen Länge kein Pony, sondern ein reinrassigen Rennpferd ist: Agressive Schwünge auf der Kante sind sein Metier; ob kurz oder lang ist da irrelevant (Wie eng kan man wohl einen Schwung auf der Kante machen - ohne Rutschanteile).

SEHR anstrengend, da man zu sportlichem Fahren geradezu heraugefordert wird. Neue Definition von sportlich! Sicherlich nichts für Rutscher...

Atomic 9,12 1.60m:

Etwas weg vom Rennski, ansonsten ganz der "alte Bruder". Der 9,12 ist etwas flexibler nicht ganz so aggressiv und daher eben auch nicht so stabil. Er macht dafür im verspurten Gelände eine bessere Figur.

Atomic 10,22 1.88m:

Wenn ich bisher von hohen Geschwindigkeiten gesprochen habe, so sollte man diese hier neu definieren: Wenn man nach dem Motto "Längere Shwünge = höheres Tempo" geht, dann ist dieser Ski für die gaaaaanz langen Schwünge.

Leider ist das im Kurzschwung sehr anstrengend und im Gelände versagt er total. Ich weiss natürlich nicht, wie sich das verhält, wenn man erst mal eingefahren ist und sich an den Ski gewähnt hat. Eins ist klar: Am ersten Tag und auf einer Gletscherpiste konnte ich die Geschwindigkeitsgrenze dieses Skis nicht ausreizen.

Salomon X-Scream 1.80m (mein eigener)

Der Klassiker unter den Allroundern. Spass im Kurzschwung, wennauch bei weitem nicht so dynamisch wie die Kurzen. Fehlerverzeihend und gemütlich zu fahren oder bis zu einem gewissen Tempo sehr sportlich. Leider wird er dann bei einer nicht sehr genauen Fahrweise schnell unruhig. er ist halt ein Freerider und kein Rennski. Das merkt man dann auch im Gelände: Er schwimmt wie ein Fisch!

Und ist hier sicherlich jedem der anderen Modelle hochhaus überlegen. Spass pur!!!

Salomon X-Scream 1.70m

Wie sein grosser Bruder ist er im Gelände und im Kurzschwung zu Hause, allerdings wird er bei noch geringerem Tempo unruhig. Dafür ist er im Kurzschwingen dynamischer, fast nervös. Man muss eigentlich nur noch drüber nachdenken...

Rossignol Slalomrennski 1.63m (?)

Ein Kurzschwunggenie. Leider machte das soviel Spass dass ich in der einen letzten Abfahrt zu nichts anderem gekommen bin. Aber der Kurzschwung... Bleibt zu bemerken, dass es sehr anstrengend war, weil dieser reinrassigen Rennski doch EXTREM aggressiv ist!

Gesamturteil

Ich werde, wenn ich ein sehr günstiges Angebot für den Head bekomme (hmm, wie wahrscheinlich ist das wohl...), diesen sofort kaufen. Für mich der absolute Gewinner. Eindeutig der breitbandigste, der noch dazu zu meinem Typ passt. Leichte Abstriche im Tempo und wahrscheinlich auch im Tiefschnee muss man da hinnehmen können. Mag man die mittelgrossen Schwünge etwas lieber und dreht überhaupt gerne flach am Boden auf der Kante (na gut manchmal übertreibe ich ein wenig...;) ), ist man beim 9,16 sehr gut aufgehoben und wenn man sehr auf Genuss steht und auf SEHR schnelles Fahren verzichten kann, dem empfehle ich sofort den langen X-Scream!

Allgemein kann ich nur sagen, dass ein solcher Test nur zu empfehlen ist: Man hat hinterher den Ski gefunden, der am Besten zu einem passt; und das ist meist nicht der teuerste oder der am meisten gefahrenste. Ob man ihn dann auch kaufen kann, ist die andere Frage... :)

Fazit: Ich werde es wieder tun!!

Ich hoffe Ihr hattet Spass am Lesen und vielleicht hats ja sogar Information gebracht... Für Rückfragen (z.B. wie man so bekloppt sein kann, Anfang November schon auf einen Gletscher mit nur einer Piste zu fahren...) bin ich jederzeit offen.

Bis bald

Euer Marcus

PS: Wen`s tröstet: Ich hab einen furchtbaren Muskelkater... :)

Autor: Marcus Jacob

 

Badminton-Turnier des SCK

Am 11.11.2001 fanden sich 18 Badmintonfreunde in der Turnhalle der Sindlinger Wiesen ein, um an dem beliebten Turnier des SCK teilzunehmen.

Die routinierte Organisation übernahmen, wie in den Vorjahren, Sandra und Stefan Passarge. Für die Turnierleitung bedanken wir uns bei der frisch verheirateten Marion Pispers.

Um 13:30 Uhr erklang die Startmusik für die Mixed-Doppel, die wegen des 11.11. auf eine Spielzeit von 11 Minuten festgelegt waren. Jeder Teilnehmer hatte insgesamt 9 Spiele zu absolvieren.

Obwohl natürlich der Spaßfaktor bei diesem Turnier an erster Stelle stand, mangelte es den Teilnehmern nicht an einem gesunden Ehrgeiz. Der Schweiß lief daher ganz schön und wir freuten uns nach dem fünften Spiel auf eine erholsame Kuchenpause. Dann ging es mit neuen Kräften in die zweite Runde.

Am Ende stand dann ziemlich schnell fest, wer den ersten Platz bei diesem Turnier belegen würde. Den ersten Platz sicherte sich Marcus Jacob nach einem zusätzlichen Einzel gegen Jörg Rosenthal, welcher damit auf Platz 2 kam. Den dritten Platz teilten sich Hans-Jürgen Pispers, Wolfgang Röseler und Stefan Passarge.

Jeder Teilnehmer erhielt bei Siegerehrung eine kleine Überraschungstüte und sogar unsere Zuschauer wurden hiermit bedacht.

Seinen gemütlichen Ausgang fand diese besonders gelungene Veranstaltung mit einem Abendessen beim Griechen in Kelkheim.
Vielen Dank für die gute Organisation. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal.

Autor: Doris Franzisket

 

SCK Teilnehmer am EURO Marathon Frankfurt 2001

Inliner

Name Startnr. Platz Zeit
Frauen
Beck, Birgit T2056 731 1:49:11
Henties, Simone X601 1345 1:59:48
Franzisket, Doris X749 1361 2:00:03
Schneider, Melitta X498 1365 2:08:20
Männer
Kroneberger, Dr. Kurt T1046 302 1:39:22
Döring, Bernhard T566 439 1:43:02
Bock, Mathias T838 931 1:52:32
Bechtold, Karl T1193 999 1:53:44
Frei, Dr. Jürgen T135 1002 1:53:45
Kübel, Christian T415 1137 1:55:38
Leibssle, Michael T992 1296 1:58:25
Neumann, Jürgen T1413 1340 1:59:50
Janusz, Andreas T826 1488 2:03:16

Läufer/innen

Name Startnr. Platz Zeit
Cellarius, Günter 2638 1525 3:21:22
Knam, Klaus 5861 4273 3:56:01
Buchholz, Marion F181 327 3:50:18

16. Kelkheimer Halbmarathon

mit Hessischer Meisterschaft

Im Rahmen des 16. Internationalen Halbmarathons in Kelkheim wurden auch die Hessischen Meisterschaften für Langstreckler(innen) 2001 ausgetragen.

Beim 5km Jedermannslauf traten erstmals auch Inlineskater an den Start. Die Strecke musste deshalb etwas abgeändert werden, da die Borngasse mit ihrem Kopfsteinpflaster nicht für Inliner benutzt werden konnte.

Mit über 600 Teilnehmern beim Halbmarathon wurde wieder ein Rekord aufgestellt.

Der Skiclub war mit vielen routinierten Streckenposten an der Laufstrecke und Helfern am Getränkestand vertreten.

Der Dank gilt allen Beteiligten für ihren Einsatz.

SCK-Teilnehmer Jahrgang Zeit
Patrick O Connor 42 1:39:50
Marion Buchholz 51 1:45:16
Bernd Geis 54 1:50:31
Felix Beutner 88 1:55:36
Karl Boecking 55 2:06:14
Katrin Rebbert 59 2:12:21
Horst Barthel 37 2:13:30
Les Collins 47 2:15:31
Annette Leitermann 50 2:31:30