Skiclub Kelkheim e.V. - Verein zur Förderung des Skisports
Pistenpost 86
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Schneeball 86

Liebe SCK-lerinnen!

Die Diskussion um Kostensenkungen im Gesundheitswesen treibt skurrilste Blüten. Selbst der Ruf nach Risikoprogrammen oder Eigenversicherung für Sportverletzungen hallte kürzlich durch die Medien.

Ein jetzt abgeschlossene Untersuchung der Gmünder Ersatzkasse hat jedoch ans Licht gebracht, wo die wahren Kostentreiber liegen. Am prägnantesten ist die Erkenntnis, dass 92% der Gesamtausgaben von einem Fünftel der Kassenmitglieder verursacht wird. Die Hälfte der Versicherten nahm dem gegenüber überhaupt keine Leistungen in Anspruch und verursachte damit nur 1% der Kosten.

Doch wesentlich interessanter für uns Sportvereinsmitglieder, Übungsleiter und ehrenamtlich Tätigen ist die Erkenntnis, dass allein 15% der Kosten durch Herz-Kreislauferkrankungen und 14% durch Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems verursacht werden. Während Krebs (11%), Verletzungen (9%) und alle anderen Ursachen dahinter rangieren.

Was bedeutet dies für uns? Natürlich die Erkenntnis, dass ohne unsere - quasi zum Nulltarif erhältliche Präventivarbeit - der Kostenanteil für die Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen noch wesentlich höher wäre.

Körperliche Leistungsfähigkeit, aufgebaut durch sportliche Betätigung - insbesondere durch Ausdauersport - ist eben die beste Vorbeugung gegen diese Volkskrankheit. Regelmäßig betriebener Sport beugt nachgewiesenermaßen auch vor gegen Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Untersuchungen haben nachgewiesen, dass das alte Sprichwort vom "Rasten" und "Rosten" wahrhaft zutreffend ist. Völlig gerechtfertigt werden diese rund 30% umfassenden Krankheitsursachen den so genannten Zivilisationserkrankungen zugeordnet.

In welcher Größenordnung würde sich auch der stets umstrittene Krankenstand in Firmen und Behörden bewegen, ohne die Arbeit der Sportvereine ? Sie tragen mit dazu bei, dass allmorgendlich körperlich belastbare und mental ausgeglichene Mitarbeiter ihre Arbeit aufnehmen.

Darauf können wir alle stolz sein.

Auf eine angemessene Honorierung ihrer Tätigkeit warten unter dessen auch zwei Jahre nach Ausrufung des "Jahres des Ehrenamtes" die rund 7,5 Millionen in Deutschland ehrenamtlich Tätigen noch immer. Ach – ja – doch – hätte ich fast vergessen. Die Stadt Kelkheim verleiht für verdiente Bürger ab etwa 20jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit die so genannte Ehrenspange.
Ein herzliches Dankeschön an unseren Sportfreund Herbert Seidler für die Einreichung des Vorschlages und für die Glückwünsche an alle Gratulanten.

Na – wenn dies nicht für die Jüngeren unter uns Ansporn genug ist im Verein Verantwortung zu übernehmen!

Autor: Alfred Herrmann

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.

Campitello, Montezumas Revenge und die wohl längste Heimfahrt der Geschichte

Uahhh, gähn! So früh am Morgen aufstehen!
Für die meisten Skiclubmitglieder und Reiseteilnehmer fing der Morgen des 1. Februar 2003 wirklich bereits um 5 Uhr an – außer für ein paar Wenige, die wohl die Reiseausschreibung mit nur einem Auge gelesen hatten und in voller Überzeugung in reinstem Hessisch sprachen: "Ei, mer sinn doch noch nie um 8 in Lange los gefahrn, eieieiei".
Auch aus Michls O-Ton, als er morgens gegen 7.20 Uhr in Kelkheim Herrn Dr.B. aus K. per Handy informierte, "dass diejenigen im Vorteil seien, die lesen können", ging hervor, dass sich da jemand in der Weckeinstellung seines Weckers geirrt hatte.

Das muss unseren Doc so beeindruckt haben, dass er sich gleich nach Besteigen des Busses in Langen mit einer halben Flasche Bacardi betäubte, um die fast 10-stündige Fahrt nach Campitello schlafend zu überstehen. Beweisbilder werden noch geliefert.

Detlef – unser Busfahrer - steuerte den mit 60 wedel-, carving- und boarding-willigen Männlein und Weiblein besetzten Bus sicher und ruhig auf der Autobahn Richtung Süden.
Wir fuhren durch - wie mit Puderzucker überzogener - Landschaft, an eindrucksvollen Gebirgen bei Füssen vorbei (die im Bus eine einzelne Dame in Verzückung geraten ließ, indem sie staunend fragte, ob das nun die Zugspitze sei) und hinein in die raue Schönheit des Fassa Tals, so arbeitete sich die Gruppe erfolgreich bis in das kleine Dorf im Trentino vor, wo wir die nächsten 7 Tage verbringen wollten.

Gegen 19.30 Uhr hatte die Gruppe das Hotel Enrosadira fast ganz in Beschlag genommen und konnte wenig später das erste Abendessen im Speisesaal einnehmen. Die ersten Skipässe wurden verteilt - entgegen der im Bus vertretenen Meinung, dass sich der Seniorenpass darauf bezieht, dass es im Hotel für diese Personengruppe nur halbe Portionen gibt, konnten sich auch die 42er Jahrgänge an großzügigen Tellergerichten erfreuen!

Die Gruppeneinteilung wurde bekannt gegeben und Anfangszeiten verkündet – sehr zum Ärger einer kleinen Gruppe von Smörebröds, die sich über Michls kleine Ansprache entsetzlich aufregten. Doch davon ließen wir uns nicht weiter stören und nahmen den ersten Schlummertrunk in der Bar ein, bevor wir nach der langen Fahrt müde ins Bett fielen.

Am ersten Skitag wurde noch gnädig mit den Anfangszeiten umgegangen und so stand der Großteil der Gruppe doch schon um 9.45 Uhr zur ersten Aufwärmgymnastik an der Endstation der Sellaronda Gondel. Schneidender Wind, stahlblauer Himmel, Sonnenschein und optimale Schneeverhältnisse erwarteten uns.

Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten bei der mathematisch durchdachten Gruppenaufteilung, bei der sowohl Übungsleiter als auch die braven Schüler ihre Zuordnungsprobleme hatten, lag ein herrlicher erster Skitag vor uns.

Den krönenden Abschluss dieses Tages fanden wir in der Taverne, wo wir einmal mehr an den kreativen Ideen des Organisationsteams erkennen konnten, dass hier viel Arbeit in die Vorbereitungen zu der 10ten Fahrt des SCK gesteckt wurde.
Beim sogenannten Kennlernspiel – die eingefleischten Clubmitglieder kennen die Varianten dieser Charade bereits – ging es dieses Mal um "Switch – die Frau im Manne" oder "wer die Fernbedienung hat, besitzt die Macht"!

Eindeutiger und einstimmig bejubelter Sieger war Lilo Wanders (alias Walter ohne H), der /die, obwohl er/sie die Sendung "Wa(h)re Liebe" angeblich gar nicht kannte, eine perfekte Moderation dieser Ausstrahlung auf die Bühne legte.
Dafür gab es dann auch die Belohnung fürs Team!
Auch die anderen Akteure waren sehr kreativ und boten dem Publikum eine breite Auswahl an Soaps, Talkshows, Wetterberichten, Krimis und Gameshows.

Leider gab es keinen Sonderpreis für die Darstellung der Miss Marple (eine Rolle, die Isolde auf den Leib geschrieben war) im Stück "Tod in der Gletscherspalte".

Doch hier sei nun verraten, dass der Skilehrer den Mord auf dem Gewissen hatte! Warum ? Ganz einfach, seine Schülerin konnte nicht richtig kannten – und das wissen wir ja, dass so etwas einen ÜL schon mal aus der Fassung bringen kann.

Der Abend endete mit einer gelungenen Disconacht, Abba, Techno und DJ Wowo – äh Wolfgang.

Lag es nun an der langen Nacht, an diversen Getränken oder an Stefano, dass daraufhin einige Teilnehmer am nächsten Tag im Bett bleiben mussten ??? Oder woher kam die plötzliche Epidemie namens Montezumas Revenge ?
Selbst unser putzmunterer Herbert, der vor keiner Piste und keinem Skifahrer Halt macht, lag danieder und durfte nur noch Kamillentee statt Weizenbier zu sich nehmen.

Es sollte noch viele das gleiche Schicksal ereilen – doch, dass wir es gut überstanden haben, zeigt dieser Bericht.

Der Wettergott schickte uns Neuschnee und so konnten 7 Teams – nahezu vollständig (einer ging gleich beim ersten Hügel verloren) – am Donnerstag zu einer Pistenralley starten.
Luftballons wurden aufgeblasen, Rätsel waren zu lösen, Grappasorten musten gezählt werden, Bilder wurden gemalt (hier sei nochmals bemerkt, dass es hier mehr um Kreativität als um Logik ging) und Verse gedichtet – für jeden war etwas dabei bei der rasanten Verfolgungsjagd.

Und am Ende trafen sich Almstapler, Liftschnatzler, Schneeätzen ......... gut gelaunt an der Schneebar vor dem Hotel, wo der Anton aus Tirol (alias Holger) in seiner Krachledernen seine Vorstellung vom Schuhplatteln gab.
Den Ausklang gab’s – von unermüdlichen Discotänzern und Discoqueens gewünscht – in unserer Kellerdisco, nachdem ein unbeeinflussbares, neutrales Jurorenteam (man weiß ja wer die 2 waren) mit sicheren Rechen- und Bewertungsformeln das Siegerteam erkoren hatte.
Man war sich einig ! Dabei sein ist alles und im nächsten Jahr wird es bestimmt genauso lustig !

Ja, wir hatten wirklich eine schöne Woche und nachdem wir uns so gut verstanden und aneinander gewöhnt hatten (die meisten zumindest), wollten wir gar nicht mehr auseinandergehen.
Dieser Wunsch wurde auch prompt von der Reiseleitung erfüllt – denn wir bekamen eine Verlängerung ganz ohne Aufpreis in Form einer Mega-Zwanzig-Stunden-Stop-And-Go-Schneesturm-Fahrt, die gegen 3 Uhr morgens am Sonntag, den 9.2.2003 in Kelkheim endete.

Diese Fahrt geht unbestritten in die Geschichte des Skiclubs ein! Doch das kann uns nicht erschüttern, die ersten Anmeldungen für die Fahrt 2004 sind schon vorgemerkt!

Und in Erinnerungen werden wir dann am 9.3.2003 ab 17.00 Uhr in der Viehweide (Hofheim) schwelgen ! Also nicht vergessen ! Wecker stellen, sonst schauen wir uns die vielen schönen Bilder ohne Euch an!

Ein herzliches "Ski Heil" von Moni
11. Februar 2003

Autor: Monika Bischoff-Schaefer

 

Seit vielen Jahren ist Monika Bischoff-Schaefer mit dem SCK verbunden. Aus anfänglichen Courchevel-Reisen haben sich Fahrten nach Zauchensee, Brixen, Campitello, Obertauern, Zillertal, Kronplatz und Soraga ergeben. Monika ist begeisterte PADI Tauchlererin, Fotografin, Skifahrerin, Rennradfahrerin und beruflich im Bereich Gartenbauwissenschaften / Phytomedizin als Versuchsingenieurin tätig.

10. Gemeinschaftsfahrt nach Campitello

... und viele, die immer mitfahren, sind wieder dabei. Aber auch die vielen "Neuen" sind voller Erwartung, auf das, was da komme. Und da ist er schon, der Bus samt unseres Busfahrers Detlef. Pünktlich natürlich, na ja fast pünktlich. Um 7.00 Uhr ist Abfahrt geplant. Einen musste Michel noch wecken. Ok, der wollte erst um 8.00 Uhr kommen, wie die Jahre zuvor. Aber dieses Mal lief manches anders. Matthias kam eben nach Langen zum Bus. Er ist da sehr flexibel. In Langen fingen wir noch Waltraud und Christoph ein. Die wollten erst um 9.00 Uhr kommen. Egal, wir sind komplett und der Bus kann rollen. Allgäu begrüßt uns mit Sonnenschein und strahlend weißem Schnee. Eine tolle Einstimmung auf unsere, vor uns liegende, Woche in Bella Italia.

Campitello empfing uns schneefrei. Egal, erst mal müssen die Koffer in die Zimmer, wir richten uns häuslich ein - das Hotel gehört uns! Die abendliche italienische Schlemmerei zog sich die ganze Woche durch mit Pasta und anderen Köstlichkeiten. Was soll's, es schmeckt und wir leisten ja auch den ganzen Tag was. Jawohl, es wird wieder geübt und noch mal geübt und vorgefahren, korrigiert und das Ganze noch einmal. Dennoch machen wir uns gegenseitig immer wieder auf das herrliche Panorama aufmerksam. Mich beeindruckte, dass ich das Gefühl hatte, die Felsen anfassen zu können. So nah erschienen sie mir.
Durch unsere unermüdlichen Übungsleiter Melitta, Michel, Ralf, Harry, Kai, Stefan, Wolfgang und Alex auf den neuesten technischen (Carver)Stand gebracht, fahren wir nachmittags vergnügt alleine los. Es findet sich, was zusammengehört.

Wir, Isolde, Gudrun, Karin, Irma und ich machen uns auf den Weg. Melitta will mit den anderen ÜL in das Mittagstal fahren – beneidenswert. Also, wir fahren nach dem Mittagessen nach Arabba los. Schöne lange Pisten, die Sonne scheint – noch. Wir können uns kaum an der schönen Landschaft satt sehen. Auf dem Rückweg trübt es sich ein, der Wind fängt an zu blasen, es wird bitter, bitter kalt. Und Isolde geht uns verloren. Wo ist sie? Sie stand doch eben noch neben uns. Ja, es war viel los am Lift. Vielleicht kam sie nicht so schnell voran und wurde abgedrängt. Also, wir warten, sie muss ja bald aus dem Lift kommen. Und wir warten – mittlerweile eine halbe Stunde – voller Sorge und Überlegen, was nun zu tun ist. Warum habe ich mein Handy nicht mit? Als ich gerade vorschlagen wollte, uns paarweise zu trennen, um nach ihr zu suchen, kam sie endlich wieder zu uns. Isolde hat scheinbar die Strecke so gut gefallen, sie fuhr sie halt noch mal – ohne uns.
Nee, sie hat uns einfach durch das einsetzende Schneetreiben nicht gesehen und fuhr an uns vorbei wieder in Richtung Arabba. Erleichtert, sie wieder bei uns zu haben, traten wir den kalten Weg heimwärts an. Durchgefroren kamen wir im Hotel an und Isolde flößte uns am warmen Feuer des Kamins den Willi ein. Ach, tat das gut.

Michel verordnete, wie jedes Jahr, den (Zwangs-)Kennenlernabend. Ich hatte, wie jedes Jahr, überhaupt keine Lust dazu. Zumal ich doch schon alle kenne. Na ja, fast alle. Und wie jedes Jahr, mache ich selbstverständlich immer wieder mit. Wie gut !!! Denn has du nicht gesehen befand ich mich mittendrin unter den VIPs. Als da waren; eine Diskussionsrunde mit Möllermann, Petra Roth und Co., der Gottschalk mit "Wetten dass...?", zwischendurch bekamen wir die aktuelle Wettervorhersage, Miss Marple löste einen Mord in der Gletscherspalte, Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer sorgte für den richtigen Versicherungsschutz, Professor Brinkmann turtelte mit Gabi Dohm, Tom Jones, der Tiescher, mit sehr knappen String, heizte mit Sex Bomb ein. Der Höhepunkt schlechthin war Lilo Wanders. Und wie jedes Jahr war er wieder mal Klasse, der Kennenlernabend. Kein Wunder, oder? Lilo Wanders bekam samt Team, das für diese Fahrt von der Simone kreierte T-Shirt. (Anmerkung der Autorin: Ich möchte auch so ein T-Shirt haben. Kann man es auch käuflich erwerben?) Mit DJ Wolfgang ließen wir diesen Abend in der hauseigenen Taverna bei flotter Discomusik ausklingen.
In dieser Woche hatten wir viele Kranke zu beklagen. Der Magen-Darm-Virus begleitete uns hartnäckig. Stets war jeder voller Mitgefühl für jeden, den es erwischte und der bangen Frage, wer wird der Nächste sein?



Jeden Tag trieb es uns, trotz allem, auf die genialen Pisten. Die Sella-Ronda grünrum, die Sella-Ronda orange herum. Im Anschluss trafen sich einige in der Schirmbar auf den wohlverdienten Bombardino.
Unser ÜL-Team hat sich wieder eine Pisten-Rallye für uns ausgedacht. Leider konnte ich nicht teilnehmen (war in Gruppe 5 eingeteilt); ich hütete erkältungsmäßig das Bett. Laute Musik vor dem Hotel lockte mich raus. Und schon wieder war ein Promi unter uns. Der Anton aus Tirol sorgte bei typischer Brotzeit mit Chiabatta, "Paarmal"-Schinken, Käse und Wein, für ausgelassene Stimmung. Und weiter ging’s mit lustig. Abends in der Taverna wurde die Rallye prämiert.

Gruppe 5 gewann und bekam ebenfalls das bereits erwähnte T-Shirt. (Ich soll es scheinbar nicht bekommen!?!)


Leider war die Woche viel zu schnell vergangen. Freitag rief uns zum letzten Mal, bei strahlendem Sonnenschein, der Berg rauf. Wir genossen alle und zogen unsere Carver-Spuren in den pulvrigen Schnee. Noch ein letzter Blick auf die unvergleichliche Bergkulisse und ab ging's in die Gondel talwärts.

Isolde überreichte abends im Namen von uns allen, unseren ÜL jeweils ein T-Shirt. Wir sagen danke für die hervorragende Betreuung und freuen uns aufs nächste Jahr, hier in Campitello.

Die Heimfahrt war ebenso gespickt mit "Hight-Lights" verschiedenster Art. Jens, unser Busfahrer und ein Meister seines Könnens, manövrierte uns geschickt durch den Karerpaß. Echt ein Erlebnis. Es gab Szenenapplaus. Gerade nach Österreich reingefahren, wurden wir auch schon durch ein heftiges Schneetreiben ausgebremst. Und so schlichen wir in einer Blechlawine gefangen, Richtung Heimat. Schneeflocken so groß wie Wattebäuche, begleiteten uns. Endlich, nach Stunden des Sitzens, durften wir uns die Knochen geraderücken. Wir "überfielen" an einem Autohof den kleinen Supermarkt. Man soll nicht glauben, was der Hunger alles fertig bringt. Es wurden kalte Würstchen aus dem Glas, eingelegte Gurken, Chips, Kekse, Schokolade und anderer Schweinskram eingekauft.


Viel ist in dem Laden nicht übriggeblieben. Wir waren ja nicht Wenige. Weiter ging's mit guter Laune heimwärts. Glücklich und gesund kam ich um 2.30 Uhr zu Hause an.


Ciao Bella Italia – Ski Heil

Autor: Jitka Reibeling

 

Familienwoche in der Ramsau

Ronny Ackermann hilft mit Schnee

Eine wunderschöne weiße Winterlandschaft erwartet uns in Ramsau. Und trotzdem leben wir vom 4. bis 11. Januar mit dem Prinzip Hoffnung, nämlich mit der Hoffnung auf mehr Schnee. Nur allzu dünn bedeckt die weiße Pracht die Wiesen, aus den Loipen blicken überall die braunen Maulwurfshügel. Nichtsdestoweniger herrscht am Ankunftstag große Wiedersehensfreude. Ausgelassene Stimmung wie beim jährlichen Familientreffen, wobei die meisten schon viele Jahre zur Ramsauer Familie gehören.

Als Familienoberhaupt hält Alfred seine obligate Begrüßungsrede, die nicht nur höflich beklatscht, sondern von vielen auch regelrecht eingefordert wird. Dabei wird feierlich die Clubflagge gehißt, die die ganze Woche über die getäfelte Wand des Aufenthaltsraums ziert. Alles ein altbewährtes Ritual. Was an diesem Abend fehlt, ist das sonst übliche Treffen der Übungsleiter im Separee, um das Programm der Woche zu besprechen und die Teilnehmer auf die verschiedenen Kurse aufzuteilen. Abwarten und Tee trinken, heißt es heute. Wer weiß, vielleicht geschieht ja noch ein Wunder und Petrus läßt es über Nacht schneien.

Doch in der Nacht kann man die Sternlein zählen und am Morgen grüßt der Dachstein vor einem strahlend blauen Himmel. Es ist zwar sehr kalt, aber von einem wolkenlosen Himmel fällt kein Schnee. "Was tun?", fragt Alfred beim Frückstück. Und wenn man seinen sorgenvollen Blick sieht, ahnt man, daß er sich für den Schneemangel höchstpersönlich verantwortlich fühlt. Steht vielleicht etwas über Schneegarantie in der Ausschreibung ? Statt den Rechtsweg einzuschlagen wird schließlich ein Ausweg eingeschlagen. Alfred will mit den Einsteigern erst einmal mit und ohne Ski wandern und auch Reiner will mit seiner "Bombergruppe" die Fortbewegungsart den Schneeverhältnissen anpassen.

So bekommen die passionierten Walkerinnen Elfi und Linde unverhofft Gesellschaft. Manfred, der in früheren Jahren Skiausflüge angeboten hat, muß erst einmal abwarten. Hubert, der die fortgeschrittenen Skater betreut, hat die Idee, das Training ins Stadion zu verlegen. Marion, Gitta und Günther, die etwas früher in Ramsau eingetroffen sind haben berichtet, daß die Stadionrunden mit Kunstschnee recht gut präpariert sind. Und in der Tat: Es ist zwar etwas lästig, mit den Autos ins Stadion zu fahren, aber die Trainingsbedingungen sind dort optimal. Tag und Nacht laufen die Schneekanonen und produzieren riesige Berge von Schnee, die dann mit Lastwagen und Planierraupen verteilt werden. Warum der ganze Aufwand? Nur um uns und die anderen Skigäste bei guter Laune zu halten? Das wäre sicher zu viel der Ehre. Nein, der Eifer der Schneemacher gilt den Nordischen Kombinierern, die hier am Donnerstag einen Welt Cup Wettbewerb austragen wollen. Wir bewegen uns also auf weltmeisterlichem Kunstschnee, wie er sonst nur den alpinen Skifahrern zuteil wird.

Frühsport für Körper und Seele

So ist unser erster Skitag gerettet und gleichzeitig auch für die nächsten Tage vorgesorgt. Alfreds Sorgenfalten glätten sich und die Stimmung ist so gut, daß Singen und Musizieren angesagt ist. Horst und auch Gert verteilen Liederblätter und die Gesangstalente aller Stimmlagen haben freie Fahrt.

Horst hat auf seinem Akkordeon viele beliebte Lieder einstudiert und zusammen mit Hubert auch notenmäßig ein abendfüllendes Ramsau-Programm vorbereitet. Ganz abgestimmt auf Herbert´s Guitarre. Hubert, der im letzten Jahr mit seinem alten Kontrabaß für Rhythmus und Showeffekte gesorgt hat, schlägt diesmal mit seiner Super-Mundharmonika höhere Töne an. Ob die Wahl der Lieder immer richtig war, sei freilich dahin gestellt. Wenn man statt "Leise rieselt der Schnee" winterfeindliche Songs wie "Jetzt treiben wir den Winter aus" zum besten gibt, braucht man sich nicht zu wundern, daß keine Flocke Neuschnee in Sicht ist. Eins muß man natürlich sagen: für unseren beliebten Frühsport ist die Schneelage voll ausreichend. Dieses morgendliche Ritual ist inzwischen geradezu ein Markenzeichen der Ramsauer Woche. Auf der Wiese neben dem Blasbichler Hof stehen alle im großen Kreise und versuchen die eleganten Bewegungen nachzuahmen, die unsere Gymnastik-Übungsleiterinnen Anne oder Andrea vormachen. Manch einer bewegt sich dabei so kurios, daß er mit seinen Darbietungen für ein allgemeines Gaudium sorgt. Auch Lachen ist gesund. Und letztlich hilft es allen, wenn nicht nur das skifahrerische, sondern auch das seelische Gleichgewicht ins Lot gebracht wird.

Schon am zweiten Tag ist die Truppe seelisch so ausgeglichen, daß jede einzelne Trainingsgruppe trotz des Schneemangels ihren Gewohnheiten nachgeht.

Die Bombergruppe findet wie eh und je ihren Weg zur geliebten Sonnalm, wo sie sich vom singenden Wirt Gerhardt mit Schifferklavier, zotigen Witzen und allerlei Schabernack unterhalten läßt. Günther findet auf nahezu geheimnisvolle Weise immer wieder Loipen, wo er seine täglichen 30 Kilometer-Runden absolvieren kann.

Als er allerdings mit Patrick mühsam die steile Piste vom Ritisberg hochskatet, findet er die Höhenloipe von Steinen übersät. Marion muß zwar diesmal weitgehend auf die "Märchenwiese" verzichten, wo sie sonst Tag und Nacht ihre Runden dreht, doch sie hat diesmal in Werner aus München einen versierten Trainingspartner für ihren bevorstehenden Einsatz bei den Europäischen Ski-Bankmeisterschaften und den Masters World Cup in Seefeld. Alfred ist findig genug, um immer wieder klassische Spuren aufzuspüren, wo er seine Schutzbefohlenen in die Geheimnisse des diagonalen und paßgangfreien Langlaufs einweiht. Andrea begeistert die Einsteiger für das Nordic Walking auf Brettern; dabei zeigt sie vor allem den beiden Horsts, wie man schnelle Ski bergab nicht mit der Textilbremse, sondern mit Schneepflugbogen in Zaum halten kann. Patrick trainiert wie ein Weltmeister für die Masters in Seefeld, um dem amerikanischen Team, für das er dort starten wird, alle Ehre zu machen; dabei erweist er sich einmal mehr als ein Weltmeister im Wachsen, der schon dreimal umgewachst hat, ehe andere einen leeren Platz im Wachskeller gefunden haben. Im übrigen verbessert sich nach und nach die Schneelage, weil der Himmel ein Einsehen hat und es nachts schneien läßt.

Skater im Kommen

Hubert hat in seinem Skatingkurs einen unerwartet großen Zulauf.

Das liegt sicher nicht nur daran, daß sich das Training auf den Stadionbereich konzentriert, wo alles für das bevorstehende Skatingrennen der Nordischen Kombinierer vorbereitet ist.

Schon in den letzten Jahren hat das Interesse am Skating in unserem Club ständig zugenommen. Sogar Alfred, ehemals eiserner Klassiker, hat schon den Engadiner Skimarathon durchgeskatet. Ulli, unser Lauftreffleiter für die Speed-Gruppe, gehört inzwischen auch auf Skatingbrettern zur schnellen Truppe, wie er auch bei Bezirksmeisterschaften am Taufstein immer wieder beweist. Anne, die diesmal sogar die Kniestreckung lehrbuchgetreu hinbekommt, dient inzwischen für die weniger Talentierten als Vorzeigemodell. Gert L., dem es immer besser gelingt, die in seiner Glanzzeit als Straßen-Marathoni gehortete Kondition auf die Bretter zu bringen, ist allerdings nach wie vor Hubert´s Musterschüler, seit er nach einem solchen Ramsauer Kurs den Engadiner unter vier Stunden bewältigt hat. Beste Fortschritte und einen prächtigen Eindruck macht zu aller Freude auch Gert W., der uns im vergangenen Jahr mit seiner Herzgeschichte große Sorgen gemacht hat. Klaus könnte längst ein Spitzen-Skater sein, wenn er mehr mit den Skiern und weniger mit den Laufschuhen Wettkampf um Wettkampf bestreiten würde. Seine Angela ist ihm jedenfalls skimäßig schon ganz schön auf den Fersen.

Auf den Spuren ihres Günthers ist auch Gitta ganz flott unterwegs und wer weiß, vielleicht bekommt sie ja eines Tages auch wie Günther Sternchen in den Augen, sobald im Vogelsberg die ersten Schneeflocken angekündigt sind. Bei Annette ist das sommerliche Rollski-Training und auch der Kurs von Karl Sieder sichtlich gut angeschlagen. Wenn man sieht, wie kräftig sie beim Asymmetrischen bergauf rein haut, dann ahnt man, daß unsere kampferprobten Nordic Walkerinnen auch im Winter stark im Kommen sind. Stark im Kommen als Skater ist auch Felix, unserer jüngstes Multitalent; die Frage ist nur, ob er bei seinen vielen Sportarten wie Langstreckenlauf, Mountainbiking und neuerdings Segelfliegen auch noch genügend Zeit für den Skilanglauf hat.


Über all solche Fortschritte ihrer Schüler freuen sich natürlich die Übungsleiter. Ein wenig dürfen sie aber auch an sich selbst denken. Denn die Ramsauer Trainingswoche ist nun einmal recht wichtig für alle, die an Wettkämpfen teilnehmen. So trainieren z.B. Alfred, Manfred J. und Reiner für den Dolomitenlauf und den Marcia Longa , und Hubert denkt an Masters in Seefeld und an die große Finnland-Durchquerung.

Auf Tuchfühlung mit den Weltmeistern

Beim Trainig im Stadion, das für die Nordische Weltmeisterschaft 1999 gebaut wurde, treffen wir bald auf Profis. Die Teilnehmer für die Wettkämpfe in der Nordischen Kombination reisen nach und nach an und nehmen ihr Training auf. Wir können uns inmitten der verschiedenen nationalen Teams ungehindert tummeln. Unser Hauptaugenmerk gilt natürlich den deutschen Kombinierern, vornweg Ronny Ackermann. Als einige der Läufer im deutschen Nationaltrikot zusammen stehen, um wohl ihre Renntaktik zu diskutieren, gesellt sich Annette wie von ungefähr dazu und fragt ganz naiv: "Ist hier der Treffpunkt vom Skikurs?" – "Sie können hier gerne mitmachen!", erklären die jungen Männer amüsiert, aber als sie dann wieder loslaufen, kann unsereins nur wenige Schritte mithalten und dann staunend miterleben, mit welcher Leichtigkeit die Spitzenläufer auch die steilsten Anstiege hinaufskaten.

Am nächsten Tag geht es dann für die Kombinierer hart zur Sache. Die Wettkämpfe beginnen mit dem Springen auf der Schanze. Einige von uns verfolgen aufmerksam das Geschehen, vor allem Reiner, der in seiner Jugend selbst einmal Kombinierer war. Nach den Ergebnissen des Springens erfolgt nachmittags der Start zum 10-Kilometer Skirennen im freien Stil. Dabei sind wir in großer Zahl unter den Zuschauern. Wir müssen uns allerdings warm anziehen, da eine klirrende Kälte herrscht. Um uns warm zu machen, feuern wir die deutschen Läufer kräftig an und das natürlich bei jeder der fünf Stadionrunden. Wenn der Läufer mit der Startnummer 1 und dem fuchsroten Haarschopf vorbei kommt, tönt der Schlachtruf: "Ronny,Ronny!" Und Ronny führt auch mehrere Runden das Rennen an, bis er sich allerdings am Ende dem starken Finnen Lajonen geschlagen geben muß. Schade, aber wir hätten`s auch nicht besser gekonnt.

Apres-Ski auf der Halser Alm

Was wir mindestens ebenso gut wie die Spitzensportler können, ist das Feiern nach getaner Tat. Nach altbewährtem Ritual ist jeweils Donnerstag der gesellschaftliche Höhepunkt der Ramsauer Familienwoche. Natürlich auf der legendären Halser Alm, wo denn sonst?! Abends nach Einbruch der Dunkelheit wird gemeinsam zu Hütte hochgewandert. Alle drängen sich dicht bei dicht in dem kleinen engen Raum, der nur von einer Petroleumlampe und einigen Kerzen romantisch erleuchtet ist.


Zu Trinken gibt es vor allem Schwarzen Tee, Glühwein und Jagertee. Rumflaschen stehen zur Selbstbedienung auf dem Tisch, und manch einer gießt ständig nach als wäre es Wasser. Moni und Hans, unsere Gastgeber vom Blasbichler Hof, vollbringen wieder einmal das Kunststück, auf einem winzigen Eisenherd mit Holzfeuer riesige Bratpfannen voller köstlicher Hausmannskost zu produzieren. Zuerst gibt es deftige Eier mit Speck. Bis zu zehn Hungrige essen jeweils gemeinsam aus einer Pfanne. Als zweiter Gang folgt dann aus denselben Pfannen ein leckerer Kaiserschmarren. Als die Pfannen wiederum unters Volk auf die Tische verteilt sind, folgt ein Ritual in drei Schritten: Erstens klatscht Moni sehr großzügig Preiselbeerkompott auf die Berge von zerrissenem Pfannkuchen. Zweitens streut Hans mit einem großen Sieb

Unmengen von Puderzucker darüber, wobei er nie vergißt, gleichzeitig den Herren mit schütterem Haarwuchs zu einem beschneiten Haupt zu verhelfen. Drittens schüttet er über das ganze hochprozentigen Rum und entflammt diesen. Die Flammen schießen bis zu den Deckenbalken, so daß man fürchten könnte, die Hütte brennt ab. Damit das nicht geschieht, muß sich das jeweilige Pfannen-Team die Lunge aus dem Leib blasen.

Glücklicherweise sind die meisten gegen Ende der Woche konditionell so gut drauf, daß ihnen noch Luft zum Singen bleibt. Soweit das Kerzenlicht reicht, werden die Liederblätter leer gesungen. Damit Horst am Akkordeon seine Noten lesen kann, bindet er sich auf den Kopf eine lichtstarke Stirnlampe, die Hubert im Himalaya erfolgreich erprobt hat. Herbert holt das letzte aus seiner Klampfe heraus und sein Gesang wird immer uriger, je mehr Jagertees er intus hat. Peter, unser Kammersänger, singt auf allgemeinen Wunsch die Arie: "Steht ein Soldat am Wolgastrand" und Anne wird genötigt, dank ihrer landsmannschaftlichen Herkunft das Lied "Auf der schäb'schen Eisenbahne" mundartgerecht zum besten zu geben. Gesungen wird auch noch am Heimweg unterm Sternenhimmel. Alfred verteilt Fackeln, um auch denen heimzuleuchten, die vom Jagatee weiche Knie und einen schweren Kopf haben.

Autor: Hubert Leitermann

 

Hubert Leitermann hat sich in seiner langen SCK-Zugehörigkeit auf vielen Feldern engagiert, Erfahrungen eingebracht und Interessierten zugänglich gemacht. Seine tollen Beiträge für unsere Pistenpost sind immer eine Bereicherung. Hubert – bitte nicht nachlassen

440 Kilometer Skiabenteuer in Finnland


"Der absolute Höhepunkt in dieser Wintersaison war die Teilnahme am 20.Internationalen Skimarathon Rajalta Rajalle Hiihto quer durch Finnland von der russischen zur schwedischen Grenze in einer Woche über 440 Kilometer. Das war die Strecke von 5 Vasaloppets in 7 Tagen!!!"

Mit diesen Worten berichtete Wilfried Priebs vom Dresdner Skiclub Saxonia über ein Skiabenteuer, das sich vom 7.bis 13.März nahe dem Polarkreis abspielte. Und der Saxonia-Mann ist wahrhaft in Sachen Skiabenteuer einiges gewöhnt. Er organisiert Reisen zu allen Worldloppets, den großen Skimarathons in aller Welt und er hat selbst unter anderem schon 11 mal am Wasalauf teilgenommen. Deshalb haben sich auch Manfred Hütter und ich (Hubert Leitermann) für die Idee der Finnland-Durchquerung begeistern lassen

und sind mit 32 anderen deutschen Skilangläufern – hauptsächlich aus Sachsen und Thüringen – am 6.März mit Skiern und Seesack in die finnische Wintereinsamkeit geflogen.

Überlebenstraining statt Wellness-Urlaub

In Kuusamo nahe der russischen Grenze treffen wir in einer Turnhalle die Teilnehmer aus Finnland und einigen anderen Ländern, darunter vor allem Amerikaner, Schweden und Spanier. Insgesamt nehmen 329 Läufer teil, die – aufgeteilt auf drei Gruppen - jeweils mit einem Tag Abstand starten.

Wir gehören zur ersten Gruppe mit 101 Teilnehmern, wovon mehr als die Hälfte aus Deutschland kommt. 19 Läuferinnen sorgen dafür, daß das ehrgeizige Skiunternehmen keine reine Männersache bleibt. Auch die Führung liegt in den Händen von Frauen, was in Finnland dank der sehr fortgeschrittenen Emanzipation allerdings nichts Ungewöhnliches ist. Auf Skiern begleitet uns täglich die sehr gut Deutsch sprechende Anna, während Susanna sich um Bustransport und Quartiere kümmert. Apropos Quartiere: Meistens gibt es zünftiges Matratzenlager in Turnhallen und Schulzimmern, Hotelunterkünfte sind die Ausnahme. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig, weil die Schnarcher Nacht für Nacht erbarmungslos zuschlagen können. Aber wir haben ja keinen komfortablen Wellness-Urlaub gebucht, sondern Überlebenstraining unter verschärften Bedingungen in der Wildnis. Glücklicherweise müssen wir unsere Existenz nicht auch noch durch Hunger und Durst auf's Spiel setzen. Morgens und abends gibt es reichlich zu essen mit so Leckerbissen wie Rentier-Geschnetzeltes und Lachs in allen Variationen. In der Früh vor der Tour schätzen wir aber auch den magenfreundlichen Haferschleim, den wir durch lappisches Beerenmus genießbar machen.

Denn in der Tat: aufgestanden und gefrühstückt wird in aller Herrgottsfrühe. Schon ab 5 Uhr sichern sich die ersten harten Burschen die besten Plätze in den kargen Waschräumen. Wenn man so um 6 Uhr ans Frühstück geht, muß man möglichst schon seinen Seesack gepackt haben, damit dieser zusammen mit den Ersatzskiern im Bus verstaut werden kann.

Dabei ist es wichtig, den richtigen Bus zu wählen, weil oftmals am Ziel mehrere unterschiedliche Quartiere warten. Da mußste hellwach sein, auch wenn Dir die lieben Kameraden wieder einmal den Schlaf geraubt haben. Wir waren uns mit Manfred einig: Das ist purer Streß, von dem wir uns erst zu Hause im Sommer wieder erholen können.

Endlose Winterwelt am Polarkreis

In der Loipe gestartet wird meist schon um 7 Uhr. Ein Motorschlitten fährt morgens voraus, um eine einsame, klassische Spur durch den jungfräulichen Schnee zu ziehen. Am Ende des Feldes fährt ebenfalls ein Motorschlitten als "Besenwagen". Zwischen dem ersten und letzten Schlitten können bis zu 20 Kilometer liegen. Warum das Teilnehmerfeld so weit auseinanderfällt ? Bei diesem Skimarathon wird offiziell keine Zeit genommen. Es ist kein Wettkampf, weil bewußt das Natur- und Landschaftserlebnis im Vordergrund stehen soll. So kommt es, daß die einen die Tour als Skiwanderung genießen, die anderen sich aber gegenseitig Rennen liefern, weil sie den Adrenalinstoß brauchen. Täglich kämpfen einige Finnen, Schweden und Deutsche um die Ehre, als erste ins Ziel zu kommen. Manchmal hat man allerdings auch das Gefühl, daß es nicht nur um die Ehre, sondern auch um die Sicherung der besten Schlafplätze geht. Wir gehören eher zu jenen Läufern, die die herrliche und schier endlose Winterwelt am Polarkreis genießen. Ein Schnee, wie wir ihn noch aus unserer Kinderzeit in den böhmischen und hessischen Mittelgebirgen in schöner Erinnerung haben.



Mit einer Skiwanderung im Stile eines Sonntagsausflugs durch den Taunus hat unsere Finnland-Tour allerdings nichts zu tun. Dafür ist allein schon die Strecke viel zu lang. Immerhin sind Tag für Tag durchschnittlich 70 Kilometer zu bewältigen.

Wenn man am Anfang zu sehr bummelt, muß man am Ende Tempo machen, um rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit ans Ziel zu kommen.

Wachsprobleme an der Null-Grad-Grenze

Die erste Etappe geht über 63 Kilometer. Wir werden mit dem Bus direkt an die russische Grenze gebracht und laufen von dort zurück nach Kuusamo. Das Gelände ist sehr bergig und dicht mit Fichten und Kiefern bewaldet. Das bedeutet steile Aufstiege und ebenso steile Abfahrten. Da die Loipe slalomartig um die Bäume führt, sind Stürze im tiefen Schnee kaum zu vermeiden. Von den Höhen reicht der Blick weit in russisches Gebiet hinein, das früher als Ladoga-Karelien zu Finnland gehörte. Der Himmel ist bedeckt, aber es ist relativ warm, daß heißt mittags geht es an die Null-Grad-Grenze. Damit haben wir wirklich nicht gerechnet, denn nach den Erfahrungen des Vorjahres wurden wir auf Minustemperaturen bis zu 30 Grad vorbereitet. Natürlich sind wir einerseits froh, daß es nicht so eisig wird. Andererseits stehen wir vor einem großen Wachsproblem. Vor allem Manfred hat sich auf den Polarwinter so verlassen, daß er nur grünes Wachs für ganz kalten Schnee eingepackt hat. Da es von da an tägliche Temperaturschwankungen zwischen minus 5 und plus 5 Grad gibt und zeitweise sogar Klisterverhältnisse herrschen, muß er sich mit allerlei Hilfe so durchmogeln. Selbst die als stille Reserve mitgebrachte Rennschuppe ist den finnischen Wetterlaunen nicht so recht gewachsen.

Markiert ist die Loipe mit niedlichen roten Schleifchen, die da und dort an den Ästen hängen. An Abzweigungen stehen kleine gelbe Schilder mit dem Rajalle-Logo. Alle 5 Kilometer wird angezeigt, wie weit es noch zum Ziel ist. An Übergängen über große Straßen stehen Streckenposten, alles Freiwillige, die stundenlang im Einsatz sind. Auch die Verpflegungsstationen, die alle 10 bis 20 Kilometer eingerichtet sind, werden von freiwilligen Helfern betreut. Oft sind es nur Vertiefungen im Schnee, wo über einem Holzfeuer ein schwarzer Teekessel baumelt, aus dem es heißen Saft gibt. Dazu reicht man nach nordischer Tradition eine Handvoll Rosinen oder saure Gurkenscheiben. Mehr gibt es dann so auf der halben Strecke jeder Tagesetappe. Man sitzt dann in einem Lappenzelt, einem Rentierstall oder auch einem gemütlichen Holzhaus und genießt dann die heiße Kartoffelsuppe mit Lachs oder Gemüseeintopf mit Rentierfleisch. Einmal bekommen wir sogar Würstchen, die wir an langen Spießen selbst am offenen Feuer grillen können.

Eine tolle Stimmung, wenn 20 oder 30 Skiläufer sich mitten im romantischen Winterwald um die qualmende Feuerstelle scharen. So könnte man stundenlang verbringen, wenn das Tagesziel nicht so weit wäre. Und wir erleben es täglich: die letzten 10 bis 15 Kilometer können sich endlos ziehen.

Ziel des ersten Tages ist das Hotel Troppiikki bei Kuusamo. Es macht seinem Namen alle Ehre: ein großes Thermalbad mit Palmen und tropischen Pflanzen. Wir genießen vor allem die schöne Sauna. Übernachtet wird allerdings in nahegelegenen Holzhütten, in winzigen Räumen mit Stockbetten, vier Mann in einem Zimmer, selbst die Vorhangstangen mit nassen Klamotten behängt.

Nach dem Abendessen gibt es – wie künftig jeden Abend – ein Informationstreffen mit technischen Details für den nächsten Tag. Anlaß für lebhafte Diskussionen ist stets der Schneebericht. Von Ratsuchenden umdrängt ist stets der erfahrene Finne Paavo, der in deutsch geheime Wachstipps verrät. Anschließend herrscht natürlich Hochbetrieb im Wachskeller.

Auf den Spuren deutscher Landser

Am zweiten Tag wartet eine Strecke von 72 Kilometern auf uns. Ein großer Teil davon führt über eine ehemalige Bahntrasse. Als die Deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit den Finnen gegen die Russen kämpfte, ließen sie zur russischen Grenze eine Bahnlinie von insgesamt 178 Kilometern Länge bauen. Beim Rückzug der Deutschen 1944 wurde die Bahn ebenso wie viele Siedlungen nach dem Grundsatz der "verbrannten Erde" zerstört. Die deutschen Landser haben in Finnland allerdings auch andere "Erinnerungen" hinterlassen. Immer wieder erzählen uns finnische Helfer, daß sie deutsches Blut in den Adern haben. Wir freuen uns jedenfalls über die deutsche Bahntrasse, weil es sich darauf relativ eben läuft. Allerdings – und das gilt für unsere gesamte Tour – haben wir ständig mehr oder weniger starken Gegenwind.

Kein Wunder, wir laufen ja von Osten nach Westen.

Bei einer Windstärke von 5 bis 8 muß man sich vor allem über die vielen zugefrorenen Seen hart vorankämpfen. Deshalb bilden die Skiläufer auch Gruppen, um sich beim Windschattenfahren a'la Tour de France in der Führung abzulösen. An einigen Gruppen kann man sich gut orientieren, weil sie ein konstantes Tempo fahren. Dazu gehört z.B. der "Spanische Geleitzug", sechs junge Männer aus Arragon, von denen die Stärkeren die Schwächeren in bewundernswerter Kameradschaft mitziehen. Ich selbst springe nach Lust und Laune von Gruppe zu Gruppe. Mal plausche ich mit Kollegen aus Sachsen, mal mit den durchtrainierten Amerikanerinnen. Viel zu erzählen haben wir uns auch mit Rita Stoltz aus Darmstadt, die ich 1992 in Alaska beim Masters Weltcup kennen gelernt habe. Wenn ich zu lange "gebummelt " habe, muß ich wieder einen Sprint einlegen, um in angemessener Zeit über die Runden zu kommen. Da hänge ich mich gern an finnische Läuferinnen an, die sowas von flott und effizient fahren, daß man den Eindruck hat, sie würden ihr ganzes Leben nichts anderes machen als Skilanglauf. Für uns schneearme Mitteleuropäer ist es schon ein Riesenerfolg, so eine Tour ohne größere Probleme durchzustehen. Heute erreichen wir recht geschafft die Siedlung Taivalkoski. Beim Hotel Taivalvaari werden wir in bescheidenen Zimmern und Hütten untergebracht.

84 Kilometer im Schneesturm

Am dritten Tag haben wir eine Strecke von 55 Kilometern und als Ziel Syötekeskus vor uns. Im Gegensatz zum Vortag wird es wieder sehr bergig mit langen Anstiegen. Erstmals kommen wir durch ein Gebiet mit einem größeren Loipennetz. Die dort trainierenden Finnen begegnen uns in sichtlichem Respekt, wenn sie sehen, daß wir als Ultra-Läufer an der Landesdurchquerung teilnehmen. Das Hotel, das uns heute erwartet, liegt weithin sichtbar oben auf einem hohen Berg, der im Schlußspurt recht kraftraubend erklettert werden muß. Für den letzten Steilhang gibt es für uns allerdings eine echte Überraschung. Wir können den Schlepplift benutzen, der hier für den Alpinski-Betrieb gebaut ist. Am nächsten morgen können wir dann bis zum Einstieg in unsere Loipe die Piste zur rasanten Abfahrt nutzen, was allerdings für Skilangläufer nicht immer ein reines Vergnügen ist, zumal sich dabei auch das mühsam aufgebrachte Steigwachs schneller abreibt.

Und gerade an diesem vierten Tag heißt das Motto: ein Königreich für gut gewachste Ski! Denn vor uns liegt die längste Tagesetappe von sage und schreibe 84 Kilometern. Um das Maß der Herausforderung voll zu machen, beginnt es zu schneien, erst schön und romantisch nach der beliebten Weise "Leise rieselt der Schnee", dann immer dichter und stürmischer. Viele Teilnehmer, vor allem diejenigen, die sich für Klister entschieden haben, haben bald hartnäckige Stollen an den Skiern.
Immer wieder müssen sie stehen bleiben, das Wachs abkratzen und mit Hartwachs ihr Glück versuchen. Gerade heute müssen wir ausgedehnte Seen und Moorlandschaften überqueren.

Stundenlang geht es durch offenes Gelände, wo der stürmische Gegenwind so richtig angreifen kann und den Schnee ins Gesicht treibt. Die Spur ist so zugeweht, daß man sie nur noch mühsam ertasten kann. Selbst die Markierungsstangen sind oft so schlecht zu erkennen, daß man im tiefen, nassen Neuschnee blindlings herumstapfen muß, um sich immer wieder neu zu orientieren. Ein wahres Wunder, daß keiner verloren geht. Jeder ist heute heilfroh, wenn er die große Verpflegungsstelle bei Kilometer 44 erreicht hat. Hier kann man sich in einem Lappenzelt am offenen Feuer aufwärmen und mit Tee und heißer Suppe die Durchhaltekraft stärken. Bei einigen, die total durchnäßt und vom Kampf im Schneesturm erschöpft sind, ist der Wille zum Durchhalten allerdings sehr geschwächt. Sie beschließen, den Rest der Etappe mit dem bereitgestellten Bus zurückzulegen. Wer heute durchkommt – und manche schaffen das Ziel in Ranua erst nach Einbruch der Dunkelheit – der kann sich als kleiner Held in der Sauna feiern lassen.

Phantastisches Nordlicht

Zum Ausgleich gibt es am nächsten Tag einen Schongang. "Lächerliche" 44 Kilometer sind es bis Hosio, und auch das Wetter ist wesentlich freundlicher geworden. So recht ein Tag, um die Landschaft zu genießen und mit Freunden und Helfern da und dort ein Schwätzchen zu halten. Übernachtet wird in einer Schule, vor der wir von den Schulkindern herzlich empfangen werden.

Die Schüler haben für jeden von uns einen Anhänger gebastelt und die Klassenräume mit selbstgemalten Bildern geschmückt. Mit großem Eifer veranstalten sie eine lustige Tombola, bei der es viele kleine Dinge, die sie gesammelt haben, zu gewinnen gibt. Man hat den Eindruck, daß in dieser Schule noch "heile Welt" herrscht und Manfred bekennt, daß er hier gern Lehrer gewesen wäre. Die Idylle hat aber auch im Norden Finnlands ihre Grenzen. Immer mehr Schulen sind leer, weil zu wenig Kinder nachwachsen und in der Bevölkerung seit vielen Jahren eine deutliche Wanderungsbewegung von Norden nach Süden im Gang ist.
In solch einer ehemaligen Schule verbringen wir die nächste Nacht, nachdem wir bei schönem Wetter unsere 6.Tagesetappe von 56 Kilometern zurückgelegt haben. Das klingt wie Routine und ist es auch. Arme und Beine, Herz und Verstand sind es längst gewöhnt, ohne jeden Ruhetag Marathonleistungen zu erbringen. Trotzdem machen sich immer mehr Verschleißerscheinungen bemerkbar. Viele Teilnehmer müssen Blasen an den Füßen pflegen, Knie- und Handgelenke werden bandagiert und Erkältungen kuriert. Manfred wird von Zahnschmerzen geplagt, die er aber mit dem Rat eines sächsischen Zahnarztes und Tablettendoping unter Kontrolle kriegt. Apropos sächsische Skikollegen: Als wir in besagte ehemalige Schule kommen und in den verschiedenen Räumen nach einem Plätzchen am Boden suchen, wo wir eine Matratze hinlegen können, hören wir, daß jeder Meter reserviert ist – natürlich nur für Sachsen. Es gibt sie als noch, die alten Seilschaften, denken wir enttäuscht, da wir ja auch über die Saxonia gebucht haben.

Aber wir sind zu müde, um einen Ost-West-Konflikt zu provozieren und begnügen uns mit einem kleinen Schlafwinkel im Treppenhaus.
Ebenso elementar wie unser Quartier sind die sanitären Einrichtungen. Ein Riesenbottich mit eiskaltem Wasser und hölzerner Schöpfkelle sowie eine Plumbshütte mit vier Öffnungen in einem langen Brett. Und das ganze noch in einiger Entfernung durch den tiefen Schnee am Waldrand. Aber es hat bekanntlich alles sein Gutes. Beim nächtlichen Gang erlebe ich ein phantastisches Nordlicht, einen Himmel, der wie von Laserkanonen erleuchtet in grünen und gelben Lichtbündeln erstrahlt, die ständig neue Gestalt annehmen.

Schlußspurt zum Ziel

Das nächtliche Nordlicht ist der Vorbote der Sonne, die uns am 7.und letzten Tag unserer Abenteuertour treu begleitet. Das gute Wetter können wir auch dringend gebrauchen, denn bis Tornio, unserem Ziel an der schwedischen Grenze, dehnt sich noch eine Loipe von 76 Kilometern. Es geht durch hügeligen Wald, aber auch über viele Seen und Flüsse. Konditionell wird uns noch einmal alles abgefordert. Ein jüngerer Skikollege aus Bayern, mit dem ich viel unterwegs war, läßt sich auf den letzten 20 Kilometern zurückfallen und gesteht mir später: "Heute habe ich den Hammermann gesehen". Bei mir selbst kommt gegen Ende ein Hochgefühl auf, wie ich es sonst nur von Wettkämpfen kenne. Ich bekomme die "zweite Luft", werde immer schneller und überhole Gruppe um Gruppe.

Bald geht es auf einem zugefrorenen großen Fluß entlang, der zur Ostsee hin wie ein Meeresarm immer breiter wird.
Als ich unseren Freund Hubertus Richter, einen vielerfahrenen Skifahrer und Professor aus Erfurt, einhole, ist für uns kein Halten mehr. Mit wildem Doppelstockschub liefern wir uns die letzten zwei Kilometer ein heftiges Rennen. Gleichauf schießen wir den finnischen Helfern in die Arme, die uns mit dem finnischen Schlachtruf "hyvvä, hyvvä!" kräftig anfeuern. Wir sind glücklich am Ziel, die 440 Kilometer von Grenze zu Grenze sind geschafft.

Versöhnung mit den Sachsen

Zum Ausklang besuchen wir in Tornio die Brauerei Lappin Kulta, was so viel heißt wie "Gold aus Lappland". Das herbe Freibier ist ein schöner Gegensatz zum süßen Saft an den Verpflegungsstationen.
Anschließend treffen sich die 101 Teilnehmer und die Betreuer zum fröhlichen Abschlußabend.

Jede teilnehmende Nation gibt etwas zum besten, meist mit Bezug auf die gemeinsamen Erlebnisse. Die Amerikaner improvisieren ein kleines Kabarett, Holländer, Schweden und Spanier stellen die einzelnen Teilnehmer in netten Episoden vor, die Finnen nehmen sich mit einem Sprachkurs selbst auf den Arm und führen handgebastelte Skimodelle vor, mit denen man u.a.den Gegenwind austricksen kann. Die Deutschen singen. Genauer gesagt die Sachsen. Und was singen sie? Richtig: "Sing mei Sachse, sing!", den nostalgischen DDR-Schlager.

Die Bühne ist randvoll gefüllt mit über dreißig Sachsen und Thüringern. Manfred singt solidarisch mit und ich spiele so leidenschaftlich Mundharmonika, daß ich als Möchtegern-Sachse akzeptiert werde. Das lohnt sich inzwischen. Zwei Wochen nach unserer Tour haben wir aus Dresden den Tipp bekommen, uns vom dortigen Fernsehsender einen Filmbericht über unsere Tour anzusehen. Ein Kamerateam des Mitteldeutschen Rundfunks hatte uns die ganze Tour über begleitet. Der Film gibt unsere Erlebnisse eindrucksvoll wieder, und wir bemühen uns jetzt um ein Video, um es den Interessierten im Skiclub vorzuführen. Wem dann unsere Tour noch nicht hart genug erscheint, für den gibt es eine echte Steigerung.

Während wir Finnland vom Osten nach Westen durchquert haben, wird inzwischen auch eine Durchquerung von Süden nach Norden angeboten. Das sind dann 1.800 Kilometer in 33 Tagen, ohne Pause, versteht sich.

Autor: Hubert Leitermann

 

Hubert Leitermann hat sich in seiner langen SCK-Zugehörigkeit auf vielen Feldern engagiert, Erfahrungen eingebracht und Interessierten zugänglich gemacht. Seine tollen Beiträge für unsere Pistenpost sind immer eine Bereicherung. Hubert – bitte nicht nachlassen

Wettkampfsaison 2002 / 2003 Nordisch

Zur Vorbereitung auf den Winter dient seit Jahr und Tag die Waldlauf-Veranstaltung der Skiabteilung des TUS Wiesbaden Rambach. In der Saison 2002/2003 wurde der Lauf "Rund um den Kellerskopf" zum 43. Mal veranstaltet ! Damit verbunden wurde auch am 22.9.2002 wieder die Waldlaufmeisterschaft des Bezirk 1. Erfreulicher Weise waren wieder über 60 Aktive aus 6 Bezirksvereinen am Start. Darunter auch 2 Akteure des SCK. Felix Beutner, Schüler 15, sowie der Verfasser. Auf der bekannten Laufstrecke gab es über 2,5 km und 10 km jew. Platz 1 und Platz 2. Als Bezirksmeister/in konnten erneut geehrt werden: Martina Stück und Peter Gauer, beide vom ausrichtenden Verein.

Die Hoffnungen auf eine guten Winter wurden zunächst nicht erfüllt. Weder zum Training, noch zu irgendwelchen Wettkämpfen zeichneten sich im Dezember und auch Anfang Januar 2003 entsprechende Schneeverhältnisse in unseren Breiten ab.

Auf dünner Schneedecke, im Vogelsberg, konnten dann die Bezirksmeisterschaften im Langlauf durchgeführt werden. Wieder ermöglichte es der Bezirk 2, einer Schar von Aufrechten des Rhein-Main-Taunusbezirks, eine gemeinsame Meisterschaft auszurichten. Insgesamt waren ca. 65 Aktive, mehrheitlich vom Bezirk 2, bei relativ brauchbaren Skatingbedingungen am Start. Der SCK war durch 9 Läuferinnen und Läufer vertreten. 7,5 und 12 km Skating war angesagt. Anne und Ulli waren erstmalig dabei und schlugen sich sehr gut.

Auch Barbara, Winfried, Renzo, Norbert, Patrick, Hubert, Alfred und der Verfasser konnten sich platzieren. Tagesbestzeit erzielte A. Trusch, SZ Wiesbaden, der damit auch Bezirksmeister wurde.

Der für den 2. Februar 2003 geplante Taunus-Skiwandertag musste leider kurzfristig, wegen zu geringer Schneedecke, abgesagt werden. Obwohl es zwischenzeitlich in den anderen Mittelgebirgen relativ stark geschneit hatte, waren die Niederschläge im Taunus zu gering ausgefallen. Dies sollte sich auch bei den zu verzeichneten Temperaturen in dem Winter und der Region nicht mehr ändern.

Mangelnde Schneelage führte schließlich auch dazu, dass die Hess. Meisterschaft in Gersfeld zunächst abgesagt werden musste. Diese wurden bei sehr guten Bedingungen am 22./23. Februar auf der Loipe Schwabenhimmel durchgeführt. Schneelage und Loipen genügten internationalem Standart.
Zwei Damen und 5 Herren, vom SCK stellten sich dem Starter.
Im Einzellauf waren 6 bzw. 15 km im freien Stil zu absolvieren.
Barbara und Marion wurden in ihren Klassen jeweils 1.
Auch die SCK-Herren erreichten gute bis sehr gute Platzierung: Holger (H 31) und Winfried (H 51) belegten jew. den 2. Platz; Michael (H 51) wurde 3., während sich Renzo (H 46) und Hubert (H 66) mit undankbaren 4. Plätzen bescheiden mussten.

Am zweiten Tag der Meisterschaft wurden die Staffelrennen gelaufen. Eine SC K- Staffel sowie eine gemischte SCK/SZ Wiesbaden-Mannschaft gingen in der AK-Konkurrenz auf die 3x 10 km-Strecke.
Während SC K 1, mit Holger, Michael und Winfried, auf den 6. Platz lief, beendete die gemischte Mannschaft, Renzo, Hubert und Alfred Trusch (Wiesbaden) das Rennen auf dem 10. Rang.

Nachdem sich die Schneelage in den Mittelgebirgen über einen längeren Zeitraum stabilisiert hatte und ausreichende Trainingsbedingungen zu verzeichnen waren, schienen die hessischen Meisterschaften auf der Langstrecke, die für den 2. März terminiert waren, gesichert.
Mildere Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung setzten dann der guten Schneedecke, auch am Taufstein im Vogelsberg stark zu.
Dennoch gelang es dem TGV Schotten einen Rundkurs von ca. 7 km zu präparieren. Wiederum waren 2 Vereine des Bezirks mit 1 Läuferin und 6 Läufern vertreten.

Über 21 km / klassische Technik gab es jew. einen 3. Pl. für Annette sowie Manfred Hütter. Auf der 42 km-Strecke platzierten sich alle SCKler erneut überaus zufriedenstellend: Hubert, Platz 1; Alfred, Renzo und der Verfasser jew. Platz 2.

Autor: Bernhard Döring

 

Bernhard Döring, unser Sportwart Nordisch, berichtet regelmäßig in der Pistenpost über Aktivitäten und Angebote aus seinem Trainingsbereich, die nicht nur die kalte Jahreszeit voraussetzen, sondern ganzjährig stattfinden.

Einige Bilder der vergangenen LL-Saison

 

Der Marathon im Weiltal

Wir sind die "Sensation"

Der Startböllerschuß ist so laut, daß die rund 1000 Läuferinnen und Läufer erschreckt zusammen zucken. Den Schuß gibt der Landrat des Hochtaunuskreises ab, der vorher ein paar warme Worte zum ersten Landschaftsmarathon auf dem Weiltalweg sagt und diese Initiative vom Naturpark Hochtaunus gebührend würdigt. Gestartet wird am 27.April um 9.30 Uhr in Schmitten-Arnoldshain am Fuße des Feldbergs, das Ziel liegt 42 Kilometer entfernt in Weilburg an der Lahn. Da der Start auf 490 m Höhe liegt und das Ziel nur auf 128 m, hatte sich das Märchen vom einfachen Bergabmarathon verbreitet und dazu beigetragen, daß dieser Lauf schon im Januar ausgebucht war. Wer sich aber dann mit dem Streckenprofil näher beschäftigte, der wußte, daß zwar insgesamt 800 m Gefälle zusammen kam, daß aber immer wieder entsprechend kräftige Anstiege zu bewältigen waren, die sich auf stolze 500 Höhenmeter addieren ließen. Ulli und Anne Kaiser sowie Klaus Knam und Angela, die den Weiltalweg schon im letzten Jahr abgeradelt haben, mußten feststellen, daß das selbst für Radler keine einfache Tour ist.

Wir wollen den Marathon trotzdem wagen. Wenn ich von "wir" spreche, dann meine ich Andrea Beutner und mich (Annette Leitermann). Schon vom Start an sind wir die Sensation, weil wir im großen Heer der Marathonis als einzige Nordic Walker und überhaupt als einzige Walker antreten. Wir sind gerüstet wie Soldaten im Wüstenkrieg:

Mit Stöcken und einem großen Trinksack, der rucksackartig am Rücken hängt und von dem ein langer Trinkschlauch mundgerecht nach vorne führt. Einige Läufer fragen natürlich, ob wir uns zutrauen, innerhalb der Zeitlimits durchzukommen, viele äußern sich aber anerkennend. "Das finden wir toll!", hören wir immer wieder. Das gibt uns Selbstvertrauen. Nur ein Offenbacher macht uns mit einer der süffisanten Bemerkung an: "Na , Ihr rechnet wohl mit Schnee, wo habt Ihr denn die Ski?" Aber den mache ich mit meinem neuesten Anti-Offenbacher-Witz mundtot. (nachzulesen unter www.annettes-witze.de)

Wir haben das Gefühl, daß wir gut vorbereitet sind. Schon im vergangenen Jahr habe ich damals gemeinsam mit Gitta Fündling-Cellarius- in einem Testlauf festgestellt, daß die Marathon-Distanz unter sechs Stunden zu schaffen ist. Seitdem haben wir regelmäßig auch mit Andrea trainiert, nicht zuletzt auch beim Lauftreff.

Leider fällt Gitta wegen einer längeren Fußverletzung aus, so daß sie den Marathon nicht mitlaufen kann. Daß wir mit Hilfe unserer Stöcke auch steilste Anstiege bewältigen können, haben wir erst kürzlich beim Feldberglauf bewiesen, wo es uns gelang, noch vor den letzten Läufern ins Ziel zu kommen. Betreut werden wir von Armin Beutner, dem Ehemann von Andrea. Er begleitet uns getreulich auf dem Fahrrad, auf dem er Ersatzstöcke, Bananen und Getränke mitführt. Allerdings hat er schon vorher darüber geklagt, daß es für ihn hart werden könnte, sechs Stunden im harten Sattel zu verbringen.

Überraschend verkürztes Zeitlimit

Hoch motiviert und gut betreut legen wir von Anfang an ein strammes Tempo vor. Bald walken wir am Ende des Feldes allein, wenngleich immer einige langsame Jogger in Sicht bleiben und später dieser oder jener sich sogar zu uns zurückfallen läßt. Uns begleiten zwei junge Ordner auf Mountainbikes, die wie Hirtenhunde vor und zurückfahren, um ihre Schäfchen gut zusammen zu halten.

Sie sind richtig begeistert von unserem Einsatz und entwickeln einen regelrechten Ehrgeiz, um uns innerhalb des Zeitlimits sicher ins Ziel zu bringen. Zur Beruhigung sage ich: "Wir haben ja sechseinhalb Stunden Zeit". Aber die Ordner wissen es besser: " Nein, daß Ziel ist nur 6 Stunden offen". – "Warum das?" frage ich überrascht. – "Weil das heute morgen so von der Organisation beschlossen wurde". – "Mein Gott, jetzt kommen wir ja wirklich unter Zeitdruck!" Und ich beginne wie wild zu rechnen. Denn wir müssen ja nicht nur das Ziel innerhalb von 6 Stunden erreicht haben, sondern auch bei Kilometer 10, 20 und 30 bestimmte Durchlaufzeiten einhalten, um nicht zu riskieren vorzeitig aus dem Rennen genommen zu werden.

Die ursprünglichen Sollzeiten waren 1:30 Std.für 10 km , 3:00 Std. für die 20 km Std und 4:30 Std. für die 30 km und 6:00 Std für die 40 km.
Zielschluss sollte laut Ausschreibung 16 Uhr sein. Nun stimmt das alles nicht mehr und wir müssen uns ganz schön sputen, um das neue Zeitlimit einzuhalten.

Vom Rechnen und dem Tempomachen lassen wir und allerdings den Spaß an der schönen Landschaft nicht verderben. Teils geht es durch die Wiesen am Fluß entlang, teils durch Buchenwälder in vollem Frühlingsgrün. Gasthäuser zum Einkehren, Bänke für die Rentner. In der Nähe von Hunoldstal laufen wir am Anwesen von Ivan Rebroff vorbei – freilich ohne es sehen zu können, zu abgeschottet liegt es mitten im Wald. Für einen Landschaftsmarathon sind auch ausgesprochen viele Zuschauer auf den Beinen, in den Dörfern entlang der Strecke sitzen einige einfach auf Campingstühlen vor ihren Häusern, um uns zu bestaunen und anzufeuern. In Weilmünster, dem größten Ort an der Strecke, stehen die Zuschauer so zahlreich und dicht, daß man sich vorkommt wie bei einem großen Stadtmarathon. Erfreulicherweise entdecken wir unter den Zuschauern auch viele Sportfreunde, insbesondere aus Kronberg, Eppstein und Hornau, die uns persönlich kennen und mit Namen Mut und Anerkennung zurufen. Was wir freilich vermissen, sind unsere Fans vom Skiclub. Einige hatten zugesagt. Wo sind sie geblieben?

Über sieben Brücken

Auf der gesamten Strecke überqueren wir sieben Brücken, meist kleine, romantische Holzstege. Unten am Fluß läuft es sich sehr gut und man kommt locker voran. Doch praktisch nach jeder Brücke geht’s bald wieder hoch in die Berge. Eine besonders harte Bergprüfung erwartet uns zwischen dem fünften und dem siebten Streckenkilometer: Vom 378 Meter hoch gelegenen Hunoldstal strebt der Weiltalweg zur Burg Weilstein hinauf, die auf 470 Metern angesiedelt ist, um danach bis Landstein wieder auf 340 Meter abzufallen. Dabei ist der Weiltalweg abwechselnd asphaltiert und naturbelassen. Für uns bedeutet das, daß wir unsere Stöcke ständig anpassen müssen, um optimal laufen zu können.

Für Sand, Kies und Schotter brauchen wir die blanken Metallspitzen und für Asphalt müssen wir die Gummipfropfen aufstecken, um einen guten Abstoß zu haben und das nervige Klack-klack-klack zu vermeiden. Hier ist uns Armin eine riesige Hilfe.

Stopfen an, Stopfen ab - bald funktioniert das in Sekundenschnelle und die Radlerhose erweist sich als ideales Materialdepot.
Etwa alle 5 Kilometer ist eine Verpflegungsstelle eingerichtet, wo es reichlich Wasser, Apfelschorle, Tee und später auch Bananen gibt. Viele Helfer laufen uns mit Bechern entgegen und versorgen uns rührend, so daß wir anfangs nur selten an unseren Trinkschläuchen suckeln. Damit das Trinken wie am Schnürchen klappt und wir keine Zeit verlieren, fährt einer unserer Radbegleiter vor jeder Verpflegungsstelle voraus, um unser Kommen rechtzeitig anzukündigen. Manchmal verspricht uns der Ordner auch: " Ich sorge dafür, daß ihr einen großen Bahnhof bekommt!" Dann läßt auch die akustische Unterstützung nichts zu wünschen übrig: Sprechchöre rufen unsere Namen, Bravorufe zeigen, daß man unseren Einsatz bei einem regulären und nicht eben leichten Marathon zu schätzen weiß, und riesige Kuhglocken sorgen für eine Stimmung wie bei den berühmten Bergläufen in der Schweiz. Die zweite Verpflegungsstation und gleichzeitig die 10 Kilometer-Marke passieren wir in einer Zeit von 1 Stunde und 21 Minuten. Wir sind happy, denn damit haben wir gegenüber der neuen, also verkürzten Sollzeit erst einmal 4 Minuten gut gemacht.

Das ist für uns kein Grund, in ein gemütlicheres Tempo zurückzufallen. Im Gegenteil, jetzt hauen wir erst richtig rein. Unser über viele Wochen und Monate ausdauerndes Training kommt uns jetzt zustatten. Jedesmal, wenn wir vom Training am Albertsweg zurückkamen, riefen wir wie aus einem Munde: "Ich könnte schon wieder!" Unsere Stöcke haben wir deshalb auch längst nicht mehr im Keller oder in der Garage deponiert, sondern allzeit bereit im Schirmständer an der Haustür.

Wir sind mit den Dingern schon so verwachsen, daß wir problemlos damit schlafen könnten. Jetzt ist allerdings keineswegs an Schlaf zu denken. Allein schon das Wetter hält uns munter, denn es ist genauso wechselhaft wie die Laufstrecke: Sonne, grauer Himmel, Wind, Regen, Hagel – alles in ständig wechselnder Folge. Die Temperaturen sind allerdings meist recht marathongünstig und die Regenschauer dauern nie lange. Während Wegbeschaffenheit und Wetter wechseln, bleiben wir sehr beständig, was unser Schritttempo angeht. So können wir bis Kilometer 20 unser Zeitguthaben auf 8 Minuten vergrößern und trotz der Achterbahn über Berg und Tal bis Kilometer 30 auf 10 Minuten ausbauen.

Dann kommt der "Hammermann"

Jeder Marathoni kennt den Spruch: Ein Marathon fängt erst bei 30 Kilometer an. Diese Erfahrung bleibt auch uns nicht erspart. Denn just bei dieser Distanz wird Andrea auf einmal langsamer.

"Was ist ?", frage ich, "hat Dich der Hammermann getroffen?" – "Ich fürchte ja", seufzt sie und wirkt sichtlich erschöpft. " Das mußte ja kommen", erkläre ich entschieden, "schließlich läufst Du heute Deinen ersten Marathon!" Ich tue geradeso als hätte ich zig Marathons hinter mir und nicht nur den Würzburg-Marathon vor zwei Jahren. "Hänge Dich dicht hinter mich und laß Dich von mir ziehen!" Und wir laufen im Windschatten so synchron, daß mir Andrea auf die Hacken tritt, wenn ich mal den Schritt wechseln muß. Später hat mir Andrea gestanden, daß sie vor allem befürchtete, die Blase an ihrem Fuß könnte aufgehen und sie zum Aussteigen zwingen. Aber wir kämpfen uns Kilometer für Kilometer vorwärts.
Bei mir macht sich der Hammermann mit einem regelrechten Rechenfimmel bemerkbar, denn ständig versuche ich irgendwelche Zeiten auszurechnen. Vor lauter Rechnerei übersehe ich manches Kilometerschild.

"Sind wir bei Kilometer 37?" – "Nein!", ruft Armin, der Gott sei Dank noch klarer im Kopf ist als wir, "da vorn ist schon die 38!" Also alles wieder von vorn durchrechnen. Aus meinem Rechenfimmel kann ich mich nur befreien, wenn Zuschauer und Helfer uns anfeuern. Manchmal muß man das Anfeuern regelrecht herausfordern. "Na, könnt Ihr für uns keine La Ola machen?!", rufe ich einer Gruppe von Feuerwehrleuten zu und quittiere dann ihr gut gemeintes Bemühen mit den Worten: " Das müßt Ihr wohl bis zum nächsten Jahr noch etwas üben." Auch die Polizisten, die die Straßenübergänge für die Läufer sichern, empfehlen sich als Freund und Helfer. Sie bieten uns an, uns in ihrer grünen Minna ins Ziel zu fahren und wiederholen unterwegs mehrmals: "Was ist Mädels, unser Angebot steht noch!" Was eine Versuchung!

Irrer Endspurt

Fast denke ich an eine Fata Morgana, als ich an der letzten kleinen Trinkstation das Schild mit der 40 entdecke. Mir ist nach Jubeln zumute. "Andrea, guck mal die 40, so weit bist Du noch nie in Deinem Leben gelaufen!" Gleichzeitig ruft der Ordner, der uns über die ganze Strecke so rührend begleitet hat: "Rennt jetzt Mädels, was das Zeug hält! Ihr schafft es in deutlich weniger als sechs Stunden. Ich fahre schnell ins Ziel voraus und sorge dafür, daß sie Euch einen großen Bahnhof machen!"

– Wir lassen uns das nicht zwei Mal sagen und hauen mit unseren Stöcken auf die Asphaltstraße derart ein, daß die Zuschauer begeistert rufen: "Bravo,bravo, das ist echtes Powerwalking!" Auf einmal hören wir die Stimme von Gitta: "Super , super Ihr habt eine tolle Zeit!".Gitta lauert wie ein Paparazzi am Straßenrand, um Zielfotos von uns zu schießen. Als wir wild entschlossen über die Ziellinie stürmen, bereitet uns eine große Zahl von Läufern und Helfern einen begeisterten Empfang. Selbst die mehrfache deutsche Marathonmeisterin Birgit Lennartz, der Stargast des Weiltalweg-Landschaftsmarathons, kommt herbei, um uns zu versichern, sie fände es toll, daß zwei Frauen mit Nordic Walking erfolgreich einen regulären Marathon bewältigen. Wie erfolgreich wir sind, wird uns erst klar, als wir auf die Uhr blicken: Wir sind nach 5.50 Stunden im Ziel, 10 Minuten vor dem offiziellen Zielschluß. Das bedeutet einen Schnitt von 7 1/2 Kilometer pro Stunde. "Das schafft Ihr nie!", hat Reiner Kretzschmar beim Lauftreff zu uns gesagt. Wir können ihn jetzt eines Besseren belehren.

Im Ziel treffen wir den Rest unserer Mannschaft, die den Marathon normal laufend, d.h. joggend zurückgelegt hat: Marion Buchholz, Günther Cellarius, Manfred Hütter, Klaus Knam und meinen Mann Hubert. Dabei sind Günther und Hubert besonders happy, weil sie bei der Siegerehrung einen Pokal als 2. bzw. 3. Altersklassensieger mitnehmen können.



Andrea und ich, wir hätten für unsere Leistung auch einen Pokal verdient. Das meinen jedenfalls unsere Clubkollegen und auch viele andere Läufer.

Autor: Annette Leitermann

Spässle g'macht!

www.annettes-witze.de gibts nicht wirklich, auch das war einer von Annettes Witzen, und fast wäre die Pistenpost Redaktion darauf hereingefallen.

Den Offenbacher-Witz gibts aber wirklich, und Annette erzählt ihn gerne, zum Besipiel bei unserem Lauf- und Walkingtreff.

Kommt doch einfach mal vorbei und lacht (und lauft) mit!

 

Skater Saison 2003

Liebe Skater

Neben den regelmäßigen Skate-Terminen sehen die Planungen für diese Saison auch noch ein paar Besonderheiten vor.

Regelmäßige Skate-Termine mit dem SCK

Wie schon in den letzten Jahren treffen wir uns in etwa 2-wöchigem Rhythmus meist Sonntag vormittags (während der Sommerferien Mittwoch abends statt Hallentraining) an unterschiedlichen Strecken für 1 – 1,5 Stunden zum Skaten (Streckenlängen ca. 15 – 20 km). Die Termine und Treffpunkte werden kurzfristig (je nach Wetterlage) per Email-Rundschreiben sowie über die SCK-Homepage (www.skiclub-kelkheim.de) bekanntgegeben. Wer Interesse hat, daran teilzunehmen, gibt mir bitte eine Email-Adresse oder ersatzweise eine Telephonnummer an, um in den Verteiler mit aufgenommen zu werden. Je nach Gruppenzusammensetzung können wir dabei einfach Fahren, ein paar Übungen zum sichereren und besseren Skaten machen oder gezielt für die Teilnahme an einem Marathon trainieren.

Wir skaten außerdem auch wieder regelmäßig beim TNS (Tuesday-Night-Skating in Frankfurt, www.t-n-s.de) mit.

Unser Treffpunkt ist jeden Dienstag rechtzeitig vor (!!!) 20:30 Uhr fertig umgezogen an der Alten Brücke, Sachsenhäuser Seite, an der Notrufsäule (Parkmöglichkeit z.B. im Parkhaus an der Walter-Kolb-Str., ca. 3EUR). Abfahrt ist immer ziemlich pünktlich um 20:30 Uhr. Streckenlängen 35-45 km, das Tempo ist flott, aber so, daß eigentlich jeder mitkommt, der einigermaßen fit ist und gute 2 1/2 Stunden (mit etwa 20 Min. Pause dazwischen) auf den Skates stehen kann.

Inline-Marathons

In den letzten Jahren war der Saisonabschluß jeweils der Frankfurt-Marathon Ende Oktober. Aufgrund des schlechten Wetters in den letzten Jahren wollten wir einen früher im Jahr gelegenen Marathon als Saisonhöhepunkt fahren. Leider fallen dieses Jahr aber sowohl in Groß-Gerau als auch in Mannheim-Schwetzingen die Marathonveranstaltungen aus. In einigermaßen erreichbarer Nähe gibt es dann noch einen Marathon in Ludwigshafen (bei Mannheim) am 12. Juli, nähere Infos habe ich noch nicht, stelle sie aber auf unsere Homepage, sobald ich sie habe.

Ansonsten können interessierte Marathon-Skater mit dem SCK bei den Veranstaltungen des HSV-Inline-Cups teilnehmen.

Die Termine sind:

Datum Ort Disziplin(en)
29.6.03 Ewersbach Slalom
12.7.03 Breitscheid Slalom
16.8.03 Tann/Rhön Slalom + Speed (d.h. 1/2- oder Marathon)
23.8.03 Melsungen Speed
31.8.03 Vellmar Speed
14.9.03 Schotten Speed
21.9.03 Bad Camberg Slalom + Speed, Abschlußveranstaltung
Zumindest bei einigen der Speed-Rennen werden wir dabei sein, auf jeden Fall beim Abschluß in Bad Camberg. Bitte meldet Euch bei Interesse bei mir (s.u.).

Sonstige Skate-Veranstaltungen

Als besondere Veranstaltungen für oder mit Skatern sind geplant:
Eine Ganztages-Tour oder auch eine mehrtägige Tour (letztere nur bei genügender Anzahl Interessierter, bitte bei mir melden!) für die ganze Familie (Radfahrer und Rollskifahrer sind willkommen). Die Ganztages-Tour könnte am Vogelsberg-Vulkan-Radweg stattfinden, die Mehrtages-Tour am Bodensee. Termine stehen noch nicht fest, gebe ich aber frühzeitig bekannt.

Außerdem findet am 29.6. die Veranstaltung Tal Total am Rhein statt (für Skater, Radfahrer, Rollskifahrer etc., näheres rechtzeitig auf unserer Homepage). Der SCK trifft sich entweder gegen 7:45 Uhr am Parkplatz auf der A66 zwischen Hattersheim und der Raststätte Weilbach oder bis 9 Uhr am Rheinuferparkplatz in Lorsch (ab 9 Uhr sind die Straßen gesperrt!). Dauer: den ganzen Tag, Streckenlänge variabel, man kann auf einer Rheinuferseite hin und zurückfahren oder an den Fähren übersetzen und einen Rundkurs fahren.

Weitere bzw. aktuelle Infos gibt's auf der SCK-Homepage (www.skiclub-kelkheim.de) oder bei:

Tel/Fax 06192/31820

Viele Grüße

Autor: Kurt Kroneberger

 

Dr. Kurt Kroneberger ist unser souveräner SCK „Finanzminister“. Neben dieser rein zahlenorientierten Arbeit ist er erfolgreich als Speedskater, u. a. 2006 Deutscher Meister im Marathon der Altersklasse 40 (Lauf auf dem Nürburgring) – und wie wir von ihm lesen können, auch einer von den Freeridern, die den besonderen Kick brauchen.

Apfelweintour 2003

 

Treppensteigen kostet nichts

Contra Fitness-Studio: Jeder kann sich einfach in Form halten

Denken wir uns mal einen Herrn Turnschuh aus, der sich , weil das ja alle tun mit Leibesübungen fit halten möchte. Was also macht Herr Turnschuh? Er meldet sich in einem Fitness-Studio an und zahlt brav seine 60 Euro Monatsgebühr. Im Jahr sind das 720 Euro, dafür könnte sich unser Freund ein richtig schickes Fahrrad kaufen - aber dazu später.
Weil er ein bequemer Sportler ist und zudem auf der Höhe der Zeit , radelt Herr Turnschuh lieber im Studio, wo man diese Art der Bewegung "Spinning" nennt. Da wird er nicht nass und man muss auch nicht frieren.

Beim nächsten Mal trabt unser Freund auf dem Laufband. Auch dabei zieht er den dezenten Schweißgeruch im Studio der frischen Luft vor. Am liebsten aber macht Herr Turnschuh bei den vielen Gymnastik-Angeboten mit, die man heute Aerobic nennt.
Ein Kurs nennt sich Step, dabei stellen die Teilnehmer einen kleinen Schemel vor sich und springen nach Musik rauf und runter. Macht ganz schön fertig. Außerdem erfreut sich Herr Turnschuh – er darf das, er ist Single des Anblicks der holden Damen in ihren schicken String-Body-Sportanzügen.

Wenn er seine Sportstunde hinter sich hat, eilt Herr Turnschuh zur Arbeit - mit dem Auto. Dort fährt er mit dem Fahrstuhl in den dritten Stock, das Treppenhaus benutzt er, wenn überhaupt, nur bis zur Kantine.

Nun aber , so sein Malheur, ist Herr Turnschuh krank geworden: Erkältung. Der Arzt meint, frische Luft täte ihm gut und Bewegung im Freien, das stärke die Abwehrkräfte. Leider hat das vom Doktor verschriebene Medikament einige Nebenwirkungen, die Herrn Turnschuh nicht bekommen. Aber zum Glück gibt es dafür ja auch ein Medikament.
Ein Tipp für Herrn Turnschuh: Nomen est omen, vernünftige Laufschuhe kosten maximal 120, die schickste Badehose allenfalls 30 Euro. Fahrräder gibt es im Baumarkt schon ab 200 Euro. Und das Beste am Schluss: Treppensteigen kostet gar nichts.

Autor: Martin Müller-Bialon

 

Nachwuchs



Eltern: Bianca & Mathias Wolf

 

Hochzeit von Franziska von Tettau und Kai Penske

Liebe Skifreunde,

über die vielen Aufmerksamkeiten, Glückwünsche und Geschenke zu unserer Hochzeit haben wir uns sehr gefreut. Auch Euer Ehrenspalier am 10. Mai nach der Trauung war eine tolle Überraschung.

Bei allen, die an uns gedacht haben und mit uns gefeiert haben möchten wir uns auf diesem Wege noch mal ganz herzlich bedanken.

Franzi & Kai

 

Verleihung der Ehrenspange der Stadt Kelkheim

Unser Bild zeigt Alfred Herrmann bei der Ehrung durch Bürgermeister Thomas Horn. Es wurden am Freitag, dem 29.11.2002 insgesamt 23 Bürger mit der Ehrenspange der Stadt Kelkheimer für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet. Alle trugen sich in das goldene Buch der Stadt Kelkheim ein, die Damen freuten sich über Blumen, die Herren über einen Schluck Wein. Die Überreichung durch Bürgermeister Thomas Horn und Vereinsdezernent Othmar Nicolaus fand vor rund 250 Gästen im Plenarsaal statt. Umrahmt war der Abend vom Gospelchor, unter Leitung von Lieselotte Hein und der Dirigentin Petra Loewe sowie der Bläser-Klasse G7 a, unter der Leitung von Holger Schneider der Eichendorffschule.

An diesem Abend verwies Bürgermeister Thomas Horn darauf, dass nicht die Politk im Mittelpunkt stehrt, sondern das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger in den Vereinen der Stadt. "Es sind Mitbürger, die mehr als zwanzig Jahre in einem Verein mitarbeiteten, die neue Ideen vorangetrieben haben, die Mitglieder einer aktiven Bürgergesellschaft sind".

Und weiter: "Ich glaube, das Problem in manchen Familien zu kennen. Heißt es da nicht zuweilen, wer ist der Onkel, der da gelegentlich vorbeikommt? Und ich habe mir sagen lassen, dass es da schon mal in der einen oder anderen Ehe gekriselt hat".

Zum Abschluss der Ehrung waren nicht nur die Kehlen der Redner trocken, sondern alle 250 Gäste freuten sich über einen kräftigen Schluck Bier oder Wein und den schmackhaften Imbiß.

 

Sommerfest 2003

 

Wir trauern um Fritz Manthey

"Bis ich 100 bin vergehen noch viele Jahre"
so Fritz Manthey in einem Interview vor 12 Jahren gegenüber der Sportredaktion der Frankfurter Rundschau. Die Erfüllung dieser Vision war ihm leider nicht vergönnt.

In seinem 95. Lebensjahr verstarb am 15. April unser Ehrenmitglied und Träger des Schneekristalls in Gold - Fritz Manthey.

Der Schwiegervater unseres SCK-Gründungsvorsitzenden - Heinz Maschke - verbrachte seine letzten Lebensjahre gemeinsam mit seiner Frau in einer betreuten Seniorenwohnanlage in Bad Krozingen.

Seine beispiellose Karriere als Seniorensportler hatte er vor seinem Umzug von Frankfurt an den Fuß des Schwarzwaldes beendet. Die Jahre 1984 bis 1995 waren die Jahre seiner großen sportlichen Erfolge. Neben der Teilnahme an zahllosen Wettkämpfen und Volksläufen kehrte er alleine von 11 Seniorenweltmeisterschaften - zwischen Südtirol und Alaska - mit 13 Gold-, 8 Silber- und 3 Bronzemedaillen zurück. Nach seinem Erfolg von Östersund/Schweden 1990, mit 3x Gold, wurde ihm vom Hessischen Skiverband dessen höchste Auszeichnung für internationale sportliche Erfolge, der Schneekristall in Gold, verliehen.

Doch nicht nur im Winter war Fritz aktiv. Auch in der übrigen Zeit nahm er zum Aufbau seiner Kondition an Laufwettbewerben teil. So auch als mehrmals als ältester Teilnehmer beim Kelkheimer Halbmarathon.

Hinter die Geheimnisse der sich ständig weiter entwickelnden Technik zur rennmäßigen Präparierung von Langlaufski ist er in seinem hohen Alter nicht mehr gekommen. Legendär bleiben seine nach Rat und Tat durch Sportfreunde akribisch geführten diesbezüglichen Aufzeichnungen. Den Großteil seines Wachssortimentes und seiner Langlaufski hinterließ er dem Verein schon vor seinem Umzug.

Seine große Hoffnung – doch wieder nach dem erhofften Abklingen gewisser, altersbedingter Beschwerden - im Schwarzwald gelegentlich auf sein bestes Paar Rennski steigen zu können, blieb ihm leider verwehrt. Dazu hatte er diese Paar Ski mit in das Seniorenheim genommen. Weiter fortschreitende Altersbeschwerden hinderten ihn an der Verwirklichung dieses großen Traumes.

Seine letzte Ruhestätte fand Fitz nun an der Seite von Heinz Maschke auf dem Kelkheimer Hauptfriedhof. Die Urnengrabstätte ist erkennbar an einer zusätzlichen Gedenktafel des SCK für Heinz Maschke.

Anlässlich seines 90. Geburtstages wurde ihm in Bad Krozingen die Ehrenmitgliedschaft im SCK verliehen. Sein damaliges, unendliches Winken mit dem Taschentuch vom Balkon seiner Wohnung wird mir unvergessen bleiben.
Wir alle werden unseren "Alten Fritz" in ehrwürdiger Erinnerung behalten.

Autor: Alfred Herrmann

Bitte lesen:
Fritz Manthey in einem Interview vor 12 Jahren gegenüber der Sportredaktion der Frankfurter Rundschau

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.