Skiclub Kelkheim e.V. - Verein zur Förderung des Skisports
Pistenpost 87
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Schneeball 87

Liebe SCK-lerinnen!

Vor noch nicht allzu geraumer Zeit scheint es gewesen zu sein, als wir in festlichem Rahmen unser 25 jähriges Vereinsjubiläum feierten.

In der Festbroschüre war damals zu lesen, wie prächtig sich unser Skiclub weiter entwickelt hatte. Auch noch nach der Lücke, die durch den frühen Tod unseres Gründungsvorsitzenden - Heinz Maschke – kurz vor dem 11. Jahr des Bestehens entstanden war. Die just ab dieser Zeit sich ständig verschlechternden Schneeverhältnisse, nicht nur in den schnell erreichbaren Mittelgebirgen, trugen noch das Übrige dazu bei.

Am 12. Dezember wird sich nun unser Gründungstag zum 30. Male jähren. An diesen möchten wir im Rahmen unseres Winterfestes am 22. November ein wenig erinnern. Dazu sind alle Mitglieder recht herzlich eingeladen.

Bezogen auf das menschliche Dasein ist der 30. Geburtstag in etwa die endgültige Schwelle die vom herangewachsenen zum gereiften Menschen führt. Doch unser Skiclub hatte sich schon sehr viel früher als fester Bestandteil des sportlichen Angebotes unserer Stadt etabliert. Der Kelkheimer Skiclub ist schon sehr früh zu einem Begriff geworden, nicht nur innerhalb unserer Stadt, gar über unsere Landesgrenzen hinaus.

Was hat sich nun aber in den vergangenen 5 Jahren an Herausragendem verändert.

In Ergänzung unsres ganzjährigen, breitensportlichen Angebotes haben wir unseren einstmaligen Lauftreff mit großem Erfolg wiederbelebt. Unsere Mitglieder können heute ein ausgewogenes Fitnessprogramm in Form des bewährten Hallentrainings, Waldlaufens, Walkings und dieses mehr und mehr durch die als Nordic-Walking bezeichnete Sportart nutzen. Unser effizientes und abwechslungsreiches Angebot in der Halle, basierend auf der Arbeit ständig durch Weitebildung qualifizierter Übungsleiter/innen, hat sich in stetig steigenden Besucherzahlen nieder geschlagen. Wem dies noch nicht ausreicht, kann zusätzlich Inlineskaten, Skirollerlaufen und Ballsportarten betreiben.

In den jungen Sportarten, wie Inlineskating, Walking und Nordic-Walking, haben wir ebenso dafür gesorgt, dass ausgebildete Übungsleiter/innen diese Gruppen betreuen.

Doch diese Erfolge im Breitensportangebot wären nicht möglich gewesen ohne eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Diese hat zwar einiges mehr an Finanzmitteln erforderlich gemacht, doch der erzielte Erfolg hat dies Ausgaben gerechtfertigt. Von der traditionellen Pressearbeit, wie Artikel und Annoncen, über die Beteiligung an den Weihnachtsmärkten der Stadt, dem Markt der Vereine bis zum Internetauftritt, haben wir die Möglichkeiten konsequent genutzt.

Und dies alles hat sich niederschlagen in stark gestiegenen Teilnehmerzahlen die unsere Angebote nutzen, letztlich auch in der sehr positiven Entwicklung der Mitgliederzahl, entgegen des allgemeinen Trends. Denn andere Vereine können nur träumen von Mitgliederzuwächsen um rund 25 %. Von rund 305 ist unsere Mitgliederzahl auf heute rund 380 Mitglieder angewachsen. Und dies innerhalb von nur 5 Jahren. Darauf können wir wahrlich stolz sein.

Unsere Mitglieder wissen aber auch, dass sie beim Skiclub gut aufgehoben sind in einem Kreis sportorientierter, aufgeschlossener Menschen, denen auch andere Dinge des Lebens nicht fremd sind. Denn unsere Winterreisen, verbunden mit der Möglichkeit unsere ureigenste Sportart zu erlernen, sind keine stupiden Trainingswochen. In Ergänzung unserer Veranstaltungen während des ganzen Jahres wird auch dort Geselligkeit gepflegt.

Aber auch die im Hintergrund für diese Entwicklungen unverzichtbare - für Außenstehende oft nicht erkennbare - organisatorische, administrative Arbeit der vergangenen 5 Jahre wurde mit erfolgreich abgeschlossenen Ergebnissen bewältigt. So hat sich der Vorstand beispielsweise einer difizielen, seit vielen Jahren notwendigen Arbeit gestellt und sich eine Geschäftsordnung gegeben. Die Tätigkeiten der jeweiligen Verantwortlichen, sind in allen Aufgabengebieten nun klar definiert.

Unsere Satzung wurde den heutigen Verhältnissen angepasst und letztlich auch das leidige Thema der Jahresbeiträge bewältigt, mit einer erstmals wieder seit 11 Jahren moderaten Anpassung.

Die Ergebnisse dieser trockenen, oft aufreibenden Vorstandsarbeit können sich ebenso sehen lassen.
Wenden wir uns der Zukunft zu.

Wir werden uns sicherlich wohl wieder - symbolisch gesehen - auf "weniger anspruchsvolle, blaue Pisten und Loipen" begeben.
Doch dies ist nicht ein "Ausruhen auf erstrittenen Lorbeeren".

Eine Reihe von Zukunftsaufgaben gilt es anzugehen, stets mit dem Blick auf die Weiterentwicklung und Attraktivitätssteigerung des Erreichten. Wir müssen uns insbesondere konzentrieren auf unseren Nachwuchs, sowie gegenüber neuen Entwicklungen nach wie vor offen sein und reagieren. Wir müssen unsere Kinder und Enkelkinder begeistern für unseren Sport, auch wenn er leider – wie in früheren Jahren - kaum noch direkt vor der Haustür betrieben werden kann. Unseren zahlreichen jungen Familien muss die Möglichkeit geboten werden gemeinsam diesen herrlichen Skisport auszuüben. In kaum einer anderen Sportart ist dies für alle Altersgruppen gemeinsam möglich. Diese Chance müssen wir nutzen in Form neuer Reiseangebote.

Zur Festigung der bei den Fahrten geknüpften Verbindungen bedarf es aber auch einer Möglichkeit der Bindung während des ganzen Jahres. Über die bewährten geselligen Veranstaltungen hinaus, bedarf es dafür aber auch Räumlichkeiten in denen sich Clubmitglieder, insbesondere Kinder und Jugendliche treffen können um sich beim Skiclub gemeinsam Zuhause zu fühlen.
Gerade wir brauchen dazu aber Räume, wie andere Vereine auch, wie Vereine die gar den Vorzug genießen ihre Sportart vor Ort betreiben zu können. Wir benötigen Räume nicht nur um unsere Historie und vereinseigenes Material zu verwahren. Wir brauchen die Möglichkeit eines Vereinstreffs in den eigenen vier Wänden. Nur so entsteht das Gefühl der Identifizierung mit dem Gesamtverein. Wir benötigen solche Räume auch für andere Zusammenkünfte, für Vorstandssitzungen und Besprechungen. Seit 30 Jahren werden Vorstandssitzungen und notwendige Treffs bei den Vorstandsmitgliedern Zuhause oder in Gaststätten abgehalten. Dies ist ein unhaltbarer Zustand. Ohne die Möglichkeit der Nutzung von Räumen im "Alten Rathaus", säßen wir buchstäblich auf der Straße.

Im sportlichen Bereich ist eine der wichtigsten Aufgaben die Wiederbelebung einer gemeinsamen Clubmeisterschaften für Jung und Alt in einem kosten- und zeitgünstigen Rahmen. Doch dies nicht mit dem Ziel eines leistungsbezogenen Konkurrenzkampfes.

Der Gedanke des gemeinsamen "Events" wie man in Neudeutsch zu sagen pflegt, das gemeinsame Gaudi soll dabei Motiv genug sein. Auch in heimischen Gefilden soll dies unter Verzicht auf das neueste Skimodell noch heute möglich sein.

Schließlich müssen wir uns auch um neue, für Kinder und Jugendliche attraktive Hallenzeiten in einer eventuell neu erbauten Halle auf dem Gelände des stillgelegten Hallebades bemühen. Eine solche Halle böte die einmalige Chance unser einst zur Aussetzung erzwungenes Jugendtraining wieder aufleben zu lassen.

Zur Bewältigung dieser Ziele werden nach wie vor jedoch Menschen benötigt, Clubmitglieder die bereit sind sich selbstlos für die gemeinsame Sache zu engagieren. Ich bin davon überzeugt, dass wir diese auch in Zukunft in unseren Reihen haben.

In diesem Sinne wünsche ich unserem SCK zum "30 jährigen" auch weiterhin eine erfolgreiche Zukunft.

Autor: Alfred Herrmann

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.

Skitour 1. Mai

Der krönende Abschluß der Skisaison soll auch in diesem Jahr eine Skitour über das verlängerte Maiwochenende sein. Das Ziel ist der Furkapaß, mit unserer Unterkunft "Hotel Tiefenbach" (2106 m) direkt an der Passstrasse gelegen, die zu dieser Zeit noch Wintersperre hat. Etwas über der Schneegrenze, ist es ein idealer Ausgangspunkt für Skitouren.

Am 1. Mai sind wir, Beate und Günter Meuser, DSV-Skitourenführer vom SC-Höllkopf und Melitta Schneider, Lothar Fritz, Torsten Kleippa, Michael Leibssle vom SC-Kelkheim, früh aufgestanden, so daß wir um 10.00 Uhr an der Schranke zur gesperrten Paßstraße in der Nähe von Andermatt in der Schweiz stehen. Von hier werden wir mit einem Kleinbus zum Hotel gefahren und beziehen das Matratzenlager.

Wir ziehen uns um und bereiten uns auf unsere erste Tour vor. Zur Ausrüstung gehören Ski mit Tourenbindung. Die Bindung ist so konstruiert, daß die Ferse zum Aufsteigen frei beweglich ist und für die Abfahrt fest fixiert wird. Weiterhin Steigfelle die beim Aufstieg unter die Ski geklebt werden, Lawinensender, Lawinenschaufel, Harsch-Eisen, ergänzende Bekleidung und Annorak sowie Verpflegung. Auch wenn es sehr warm ist und die Sonne scheint müssen wir die komplette Ausrüstung mitnehmen, damit wir auf alle Wettersituationen vorbereitet sind.

So gerüstet gehen wir unser erstes Ziel, daß Chli (klein) Bielenhorn (2940 m) an. Wir steigen bei warmen guten Wetter über die Ausläufer des Tiefengletschers in Richtung Südwesten auf. Es geht vorbei an den Kamelen, Felsformationen die aussehen wie zwei liegende Kamele. Die letzten Meter zum Gipfel müssen wir ohne Ski gehen, da es hier sehr felsig ist. Außerdem weht ein kräftiger kalter Wind. Ist das der Vorbote für das Wetter des nächsten Tages?

Wir gratulieren uns zu unserem ersten Gipfel und fahren bei unterschiedlichen Schneearten, von Pulver bis Sulz, ab ins Tal. Das Programm hat 3 ½- Stunden gedauert. Den Rest des Tages verbringen wir mit einem Nachmittagsschläfchen, essen früh zu Abend und gehen früh ins Bett.

Die Vermutung, daß das Wetter schlechter werden könnte ist eingetroffen. Am nächsten Tag ist es neblig und es schneit leicht. Bei der schlechten Sicht werden wir nur eine einfache Tour gehen. Wir schlagen den gleichen Weg zum den Tiefengletscher ein und gehen aber diesmal rechts, also nord-westliche Richtung bis zum felsigen Fuß des Tiefenstocks. Eine andere Gruppe hat hier in ca. 3300 m ihr Skidepot eingerichtet und ist auf den Gipfel geklettert. Ganz schön mutig, finden wir, bei einer Sicht von manchmal nicht Mal 10 m. Wir fahren nach einer kurzen Rast, die wir stehend in steilem Gelände verbringen, im dicksten Nebel wieder ab. Bei mäßiger Sicht ist der Schnee gut. Am Ende des Gletschers kleben wir die Felle wieder unter die Ski zu einem kurzen Gegenanstieg auf die Albert-Heim-Hütte (2543 m). Hier gibt es Hüttenkaffee und Cafe-luz, eine Spezialität des Hauses, mit Obstler, dazu einen leckeren, selbstgebacknen Kuchen vom Wirt, der früher Bäcker war.

Wir fahren zum Hotel ab. Günter wird noch eine Einweisung mit den Lawinen-Verschütteten-Suchgeräten (LVS) durchführen. Das sind Sende- und Empfangsgeräte, die wir während der Tour immer am Körper tragen. Wenn tatsächlich jemand in einer Lawine verschüttet wird können am schnellsten die Bergkameraden helfen, denn die Zeit ist knapp. Innerhalb der ersten halben Stunde sinken die Chancen für einen Verschütteten dramatisch. Das Gerät wird am Körper getragen und sendet ein Signal aus.

Sollte jemand verschüttet werden stellen die nicht Verschütteten ihr Gerät auf Empfang, so daß nach dem Signal des Verschütteten gesucht werden kann. Wir haben zwar mehrfach damit geprobt, aber wenn es im Ernstfall gelingen soll ist Übung und Routine notwendig. Günter vergräbt ein Gerät. Zuerst beginnt die Grobsuche bis jemand ein Signal empfängt. Der, der als erster ein Signal empfangen hat, beginnt nun dicht über dem Schnee mit der Feinsuche. Die wird nach einem bestimmten Raster durch geführt und es kommt auf die richtige Ausrichtung des Suchgeräts an. Würde man sich nur um einen halben Meter irren und in einer tonnenschweren Lawine an dem Gesuchten vorbei graben wäre dies für ihn eine Katastrophe.

Beim Abendessen dann die Diskussion: Was machen wir wenn das Wetter morgen wieder schlecht wird? Fahren wir dann zurück nach Hause? Günter erklärt sich bereit das Wetter zu beobachten. Um vier und auch um fünf Uhr morgens regnet es in noch Strömen, aber um sechs Uhr geht der Regen in Schnee über und es ist sehr dunstig. Mit mäßiger Stimmung frühstücken wir. Der Hotelwirt hat den Tageswetterbericht zur Ermutigung auf den Tisch gelegt. Das Wetter soll sich rasch aufklären. Im Wallis scheint angeblich schon die Sonne. Kaum zu glauben. Abmarsch soll 8 Uhr sein.

Die übliche Morgenprozedur. Felle unter die Ski kleben. Günter prüft ob jeder sein LVS-Gerät am Körper trägt und auf Senden gestellt hat. Wir gehen zunächst die Paßstraße hinauf und biegen in die Schneise des Sidelenbachs ab. Unser Ziel ist das Chli (klein) Furkahorn (3026 M). Kaum losmaschiert sind durch die Wolken die ersten blauen Flecken zu erkennen. Der Wetterbericht ist wohl doch richtig. Wir überholen eine Gruppe die uns dann später wieder überholt. Das Wetter wird immer besser, die Stimmung auch und die Berge stehen in einem phantastischen Licht da. Der Aufstieg dauert mit Esspausen und Fotoshooting ca. 4 Stunden. Den Gipfel teilen wir uns mit der anderen Gruppe. Es sind die Bergsteiger vom Vortage. Wir schauen bei strahlendem Sonnenschein auf den Rhonegletscher, sehen hinunter zur Rhonequelle, dahinter das grüne Wallis und die verschneiten Spitzen des Berner Oberlandes. Ein grandioser Ausblick. Wir können uns fast nicht losreißen.

Wie unter Alpinisten üblich überlassen wir der anderen Gruppe, weil sie zuerst auf dem Gipfel war, den noch jungfräulichen Abfahrtshang. Er ist sehr steil, mit einem noch gut tragendem Harschdeckel und leicht angetautem Firn. Wir geniessen diese Passage, denn der folgende Sonnenhang ist schon aufgeweicht und stark durchfeuchtet. Im Schnee haben sich gläsern schimmernde Wasserflecken gebildet, worin wir teilweise bis an die Knie einsinken. Beate muß einmal Melitta‘s Ski mit der Lawinenschaufel ausgraben weil sie sonst nicht frei gekommen wäre. Bis Melitta weiter fahren kann beobachten wir die umliegenden, etwas entfernter liegenden, steilen Hänge. Es rauscht und der faulige Schnee rutscht herunter wie Wasser. Im unteren Bereich können wir an Schattenhängen fahren.

Hier ist der Schnee besser, allerdings ist Skifahren mit Samtpfötchen angesagt, da man sonst einbrechen würde. Eine schwierige Abfahrt. Den Rest des Tages verbringen wir mit Sonnenbaden vor dem Hotel und mit Rucksack und Tasche packen. Am nächstem Tag, unserem letzten, wollen wir noch einmal früh losgehen.

Sonntagmorgen die Nacht ist um 5 Uhr vorbei. Unser Plan heute: Wir gehen zu den "Stotzigen Firsten" eine Gipfelgruppe (2752 m), die wir schon einmal im letzten Jahr begangen sind. Schnell frühstücken und das Material in Ordnung bringen. Das Lager wird geräumt und die Reisetaschen werden im Skikeller deponiert. Die sollen uns später mit dem Bus nach unten gebracht werden.

Wir gehen entlang der Passtrasse Richtung Furka. Die Morgensonne können wir schon hinter den östlichen Gipfeln wahrnehmen. Kurze Zeit später der Sonnenaufgang. Ein selten schöner, wenn auch kurzer Anblick, denn schnell ist die Sonne in ihrer ganzen Pracht zu sehen. Dort wo der Sidelenbach unter der Strasse durchfliesst, Höhe ca. 2280 m, zweigen wir nicht rechts wie am Tag zuvor ab, sondern entfernen die Felle von den Skiern und haben eine kurze, knackige Abfahrt in der Morgensonne vor uns, noch sehr hart vom Nachtfrost. Wir überqueren im Tal die Trasse der alten Furka-Eisenbahn, so auf Höhe 2100 m. Der kommende Anstieg ist zu der frühen Stunde noch hart und verharscht, so dass wir die Harscheisen einsetzen müssen. Die Harscheisen verhindern das seitliche Abrutschen wenn die Felle nicht genügend Grip bieten.

Ein schöner Anstieg in einem Tal, das ständig wechselnde Ausblicke bietet. Auch der Galenstock (3586 m) der noch ein Ziel für einen anderen Urlaub sein könnte, sehen wir in seiner ganzen Pracht.

Auf der Höhe der "Firsten" angekommen entfernen wir Felle und Harscheisen für eine kurzen Abfahrt (ca. 80 Höhenmeter), die uns das Klettern über den stark ausgeaperten Gipfelgrad erspart. Wieder ein kurzer Anstieg und wir sind am Ziel. Das Gipfelkreuz ist jetzt um ca. 10.30 Uhr erreicht und wie haben uns eine Vesper redlich verdient. Doch die immer noch rasch steigende Sonne ermahnt zum Aufbruch, wollen wir doch Firn und keinen Sulzschnee fahren. Eine Abfahrt von 950 m Höhenunterschied liegt vor uns und der Schnee ist noch gut. Gegenüber, an der anderen Talseite, sehen wir das Hotel Tiefenbach. Wir wollen nun diesen Bergrücken abfahren bis zur Schneegrenze.

Zuerst ein Steilhang zwischen den Felsen mit einer leichten Pulverschneeauflage, wie mit Puderzucker überstreut. Wir schweben weiter in dem nun flacheren, stark kupierten Gelände, über den leicht aufgefirnten Schnee dahin. Die Skifahrer verlieren sich fast auf der riesigen Schneefläche.

Ein Fischmaul, die Schneedecke ist an dieser Stelle bis auf den Grund aufgerissen, wird problemlos übersprungen. Das letzte Stück dann wieder sulzig, aber wir wissen ja nun wie so etwas gefahren wird. Mit dieser grandiosen Abfahrt beschließen wir die Skisaison 2002/2003.

Die Route endet an einem kleinen Flusswehr der Furka-Reuss. Hier werden die Ski auf den Rucksack geschnallt und ein ca. ½-stündiger Fußmarsch auf einem Wanderweg ist noch zu bewältigen. Auf der Wiese blühen Krokusse, hier ist unübersehbar schon der Frühling ausgebrochen. Der Hotelbus kommt mit leichter Verspätung an der vereinbarten Serpentine an und bringt uns mit sämtlichen Gepäck zu den am Ende der Passstraße geparkten Autos zurück.

Der Rest ist eigentlich wie immer. Wir sitzen die Kilometer die uns von den geliebten Bergen trennen im PKW ab und sind am Sonntagabend wieder zu Hause, allerdings mit schönen Erlebnissen in der Erinnerung. Jetzt kann die Sommersaison beginnen. Lust bekommen? Wir gehen ganz sicher im nächsten Jahr wieder auf Ski-Tour.

Autor: Michael Leibssle

 

Wer kennt Michael Leibssle nicht? Sportlich gesehn kann er fast alles – so scheint es. Gibt es Zweifler? Die lassen sich schnell überzeugen, am besten durch Teilnahme an der mittwochs-Skigymnastik oder an einer von Michael organisierten alpinen Reise, in der er als DSV-Übungsleiter überzeugt.

Wie das Rotkäppchen mit dem bösen Wolf und den sieben Geißlein durch Courchevel wedelte.

Anfang dieses Jahres fand wie immer die Skireise nach Frankreich in die Trois Vallées statt, diesmal erneut zum aller aller letzen Mal (alle Jahre wieder)! Es ging auch wahrlich märchenhaft zu: begrüßt wurden wir mit wunderbaren knirschenden Neuschnee, der gleich am ersten Abend herab fiel und allen ein vorfreudiges Lächeln auf den ersten Pistentag ins Gesicht zauberte. Am nächsten Tag dann die gewohnte Prozedur, Aufteilung in Grüppchen, die sich gemeinsam den Tag dann nach Belieben mehr oder weniger sportlich gestalteten.

Da gab es einmal die gackernden Hühnchen, die ruhigen Kavaliere, die SuperCracks und. ja, Rotkäppchen mit seinen Sieben Geißlein. Da mögen nun die Gebrüder Grimm bei so einer Verdrehung der literarischen Märchentatsachen sich doch im Grab umdrehen, aber so war's, ich hab's mit eigenen Augen gesehen, war ich doch eins der Geißlein! Also, die Tage verliefen recht ruhig, Rotkäppchen kannte sich gut aus, in den Bergen und den Tälern. Erkennbar an seiner roten Mütze führte es seine Schützlinge brav morgens raus in Freie und brachte sie abends wieder heile heim. Dabei scheute sich Rotkäppchen nicht davor, die Geißlein auch anzuspornen und etwas die eigenen Grenzen aus zu testen, ich sage nur, eine einzige fünfminütige Pinkelpause im Verlauf eines ganzen Tages.

Doch wenn es gefährlich wurde, als zu Beispiel auf einmal ganz viele rutschige eisige Stellen, die dahin gar nicht bestellt waren, auftauchten, machte Rotkäppchen den Ängstlichen auch Mut, blieb an ihrer Seite und geleitete sie sicher herunter. Der Schock trat einige Tage später ein. Eins der Geißlein war bereits vorher durch undisziplinierte Einzelgänge aus dem Rahmen gefallen und hatte den Argwohn geweckt, da es sich herausnahm, einfach mal an einer anderen Stelle zu warten, auf die falsche Piste zu fahren, oder sich im letzen Moment an der Seilbahn zu verlieren. Als jedoch der Wind immer stärker wurde und man um jeden Stofffetzen dankbar war, da zeigte das falsche Geißlein sein wahres Gesicht!

Es war nämlich in Wirklichkeit ein Wolf! Eindeutig identifizierbar durch sein Fell auf dem Kopf und den baumelnden Schwanz.

Am Abend beim Fondue-Essen wurde diese Erkenntnis diskutiert und nachdem der Wolf den Eid schwur, keins der anderen Geißlein anzufallen und für immer gut zu werden, wurde er auch brüderlich in die Runde der Courchevel - Veteranen aufgenommen und schon fürs nächste Jahr (und das übernächste und überübernächste) als Teilnehmer vorgemerkt. Der Frieden der Gruppe wurde nur noch zum Ende hin gestört, als ausgerechnet das jüngste Geißlein, von gerade einmal 10 Jahren, am vorletzten Tag beschloss, jetzt eindeutig zu gut für die Rotkäppchen - Gruppe geworden zu sein und sich kurzerhand an die SuperCracks hängte, die mit dem rotzfrechen Zugang, der ihnen mit der Zeit ja sogar den Rang ablaufen könnte, ihre liebe Not hatten. Doch zufrieden und glücklich waren schließlich alle, entweder durch die schweißtreibenden Saunagänge oder allerspätestens beim, wie nicht anders erwartet, vorzüglichem Essen. So ging es auch nach sieben Tagen der intensiven körperlichen Ertüchtigung voll frohen Mutes zurück nach Hause.

Autor: Karolina Zebrowski

 

Buckelpistencamp

Muskelkater und Glücksgefühle

"Streck Dich!!"

Was wie eine Ansage eines Badminton- oder Volleyballtrainers klingt, kann auch von einem netten Mädchen kommen. Ebenso der Ruf „Fang endlich an zu schlucken!!“ Was nun sicher den einen oder anderen zum Schmunzeln bringt, hat sich so am ersten Tag meines Buckelpistencamps in Kaprun abgespielt. Das nette Mädchen war Tine (Christine Gerg, ja genau GERG: 26 Jahre alt, 7 Jahre lang Buckelpistenweltcup gefahren, Schwester von Hilde Gerg), die Trainerin, die wahrscheinlich unter unserer Gruppe mehr zu leiden hatte, als wir unter ihr... Aber nun mal von vorn.

Was ich schon die letzten drei Jahre eigentlich machen wollte, habe ich mir dieses Jahr endlich erfüllt: Ein Buckelpistencamp bei der Skicamp GbR (www.skicamp.de), die aus Tatjana Mittermeier (mehrfache Weltcup-, Olympia- und Weltmeisterschaftsgewinnerin in der Buckelpiste), Enno Thomas (Trainer der Nationalmannschaft Buckelpiste) und wechselnden angestellten Trainern (alle ehemalige oder aktuelle Nationalmannschaftsfahrer) besteht. Nun tigerte ich also ohne Vorwissen am Mittwoch, den 29.10.03 nach Kaprun, um mal zu sehen, ob diese Camps so gut sind wie ihr Ruf. Wir fingen Mittwoch Abend ganz gemütlich mit Abendessen und Vorstellung an. Dann wurde allerdings auch gleich klar, dass das nicht nur ein Vergnügungscamp war.

Es ging um Skifahren: Früh aufstehen, pünktlich treffen – ganz nach meinem Geschmack! Am ersten Tag war dann leider sehr schlechte Sicht (was ja bekanntlich gut ist, um die richtige Position zu finden...). Nach zwei Abfahrten wurden die Gruppen eingeteilt (Grösse im Schnitt etwa 7 Leute), dann gings los. Zuerst ein kurzes (oder auch weniger kurzes – je nach Gruppe) Techniktraining, dann ab in die Buckel. Training bei echten Profis kann man glaube ich nur dann beurteilen und schätzen, wenn man mal eins gemacht hat. Die Kritik ist kurz, konstruktiv und auf den Punkt – zumindest bei meiner Trainerin. Ich war extrem beeindruckt, wie schnell man lernt und Fehler ausgetrieben bekommt. Jede Übung eröffnet einem eine ganz neue Welt. Nach einem Tag war klar: Es kann sich zwar keiner mehr bewegen, aber den Morgen können wir trotzdem kaum erwarten...

Der Morgen zeichnete sich leider durch eine Hiobsbotschaft aus: „Fönsturm“!! Heute kein Skibetrieb möglich. Also Ersatzprogramm: Bouldern, Joggen, Hochseilgarten, Trampolin, Gymnastik, Wandern, etc. Am nächsten Morgen weiterhin Sturm, allerdings die Hoffnung, dass am Mittag aufgemacht wird. Wurde dann auch. Es war zwar schon sehr frisch, aber immerhin konnte man fahren und auch schon mehr sehen, als am Donnerstag. Zwischendurch sogar so gut, dass die allseits gefürchtete (aber zugegebenermassen sehr lehrreiche) Videoanalyse durchgeführt werden konnte. Die wurde dann abends nach dem Essen (übrigens immer sehr lecker und vor allem reichlich) durchgesprochen. Wer auch immer die Zeitlupe erfunden hat, sollte dafür büssen!! Es ist erschreckend wie lächerlich eigentlich gute Skifahrer aussehen, wenn man nur das richtige Bild heranzieht...

Nachdem wir uns also unsere Fehler zur genüge angesehen hatten, genossen wir den letzten Abend – einige vielleicht auch ein klitzekleines bisschen zu lang... Am nächsten Morgen empfing uns Sonne. Es wurde ein Traumtag: Powder zum einfahren, dann Buckel vorbereiten (die natürlich schön weich und regelmässig waren) und dann einen ganzen Tag lang nur knacken lassen. Mit dem in schlechter Sicht angeeigneten und gefestigten Wissen, machten wir alle einen Riesensatz nach vorn. Auch diejenigen in meiner Gruppe, die regelmässig Rennen fahren (und daher auch oft in Kaprun trainieren), waren völlig hin und weg: Die Buckel waren so regelmässig, dass Tine sie sogar als weltcuptauglich einstufte. Und noch besser sahen sie natürlich aus, wenn dann mal drei Trainer in Folge da durchfetzten...

Um 14.00 Uhr war dann leider alles vorbei. Ich nehme einen sensationellen Muskelkater und einen Pool an neuerworbener Technik und Wissen mit und freue mich schon auf das nächste Camp. Denn das kommt bestimmt...

Und zum Schluss noch ein paar Facts für Interessierte: Unterbringung in 3-4 Stern Hotels; Gruppengrösse ca. 7 Personen, Kurs normalerweise ca. 5 Stunden am Tag mit kurzen Pausen, der Rest kann zum freien Fahren oder einfach zum ausruhen genutzt werden (meines Erachtens, bzw. meiner Kondition nach, sind diese 5 Stunden eher zu lang als zu kurz);

Skitest, meist von Dynastar und Fischer, ist zu lächerlichen Preisen (einige Euro) möglich, Verkauf von Fischer Ski und anderem ausgewählten Equipment der Sponsoren zu Einkaufspreisen; alle anderen Fragen werden entweder auf der Website oder auch gern von mir (was ich eben mitbekommen habe) beantwortet (mjacob@gmx.de).
Und ganz zum Schluss das Fazit für alle Buckelinteressierten. Unbedingt probieren: Man braucht noch keine Buckelpistenerfahrung zu haben, um mitzumachen. Ein solider Kurzschwung reicht da schon aus. Und es macht echt jede Menge Spass, mit Leuten Ski zu fahren und am Abend zu unterhalten, die auf internationaler Bühne für unglaubliche Furore gesorgt haben und trotzdem ganz auf dem Teppich geblieben sind!!

Autor: Marcus Jacob

 

Ergebnisse

Kelkheimer Halbmarathon 2003

Name Altersklasse Zeit
Name Altersklasse Zeit
Hauptlauf
Wolfgang Haas M40 1:25:33
Felix Beutner SMA 1:41:21
Andrea Hofmann W40 1:59:04
Horst Barthel M65 2:02:52
5 km Jedermann Lauf
Rudolf Kümmel M60 0:25:02
Wolfgang Langer M55 0:29:43

Frankfurter EURO Marathon 2003

Name Altersklasse Zeit
Name Altersklasse Zeit
Läufer/innen
Wolfgang Haas M40 3:06:14
Marcus Jacob M20 3:56:20
Klaus Knam M40 3:57:15
Ulrich Kaiser M50 3:58:28
Inliner
Kurt Kroneberger M40 1:25:27
Mathias Bock M45 1:40:30

Bilder vom Kelkheimer Halbmarathon 2003

Allen Helfern ein Dankeschön für die Mithilfe beim Ausrichten des Laufes und der Bewirtung

Immer mehr Sportler gehen am Stock

"Nordic Walking": Wie man ohne Bretter Ski läuft und "blöde Sprüche von der Seite" ignoriert

9 Frauen und 2 Männer des SCK stehen auf dem Parkplatz des Schwimmbades Kelkheim und lernen laufen. "Rechtes Bein vor, linken Arm dazu. Dann das linke Bein vor und den rechten Arm", ruft eine der mittlerweile drei Trainerinnen. "Also sollen wir ganz normal gehen", ruft eine der Aktiven zurück. Doch das hätte sie besser nicht tun sollen. Ein fataler Fehler. Schließlich handelt es sich nicht um normales Gehen, wie die Trainerin sie sofort belehrt. Beim "Nordic Walking" ist der Kalorienverbrauch "enorm hoch", ein "super Ganzkörpertraining", das "wahnsinnig gelenkschonend" ist.

"Normales Laufen", murmelt die Trainerin leise vor sich in und schüttelt verwundert den Kopf.

Die 11 SCKler lernen an diesem Samstag Nachmittag bei 12 Grad und leichtem Nieselregen "Nordic Walking". Der SCK vermittelt diese Sportart bereits seit mehr als zwei Jahren. Das Angebot wird sehr gut angenommen, so dass kaum noch Teilnehmer das "Normale Walking" praktizieren. Es ist eben eine untypische Trendsportart, meine ich. Ein Trend, der sich etablieren wird und nicht so schnell wieder verschwindet, wie andere Sportarten, die plötzlich hip sind. Anders als schwer erlernbare Aerobic-Varianten, die sich drei Monate halten, wir sich Nordic Walking etablieren. Es ist einfach zu erlernen und spricht eine große Zielgruppe an. Alle Jogger mit Kienproblemen sind bei uns richtig und das sind ja nicht unbedingt wenige.

"Nordic Walking" kommt ursprünglich aus Finnland. Es wurde Mitte der neunziger Jahre als Sommertraining für die finnische Ski-Nationalmannschaft entwickelt. Die Bewegungen ähneln denen des Skilanglaufs. Gelaufen wir mit speziellen Stöcken, die besondere Halteschlaufen und gehärtete Spitzen für den Asphalt haben. Fast alle Oberkörpermuskeln werden beansprucht und verteilen damit die Kraftanstrengungen auf den ganzen Körper. In Finnland walkt heute jeder fünfte regelmäßig.

Die Sportindustrie wünscht sich hierzulande finnische Verhältnisse. Die Entwicklung dieser Sportart sieht sehr positiv aus. Was die Deutschen machen, machen sie richtig. Laufen in Finnland immer noch vorwiegend Leistungssportler mit Stöcken, aber ohne Ski, spreche der Sport hier alle sozialen Schichten und alle Altersstufen an.

Sogar Lebensmittelketten hatten schon "Walking"-Stöcke und spezielle Jacken und Hosen im Programm. Außerdem sind Kurse in "Nordic Walking" bereits fester Bestandteil des Angebots vieler Volkhochschulen und Sportvereine. Von einem Sportgeschäftsinhaber erfuhr ich, dass er neulich sogar an eine Gruppe von Managern Stöcke verkaufte, die nun in der Mittagspause durch Frankfurt walken.

Die Vorteile des "Nordic Walking" sind vielseitig, ich versuche einige davon aufzuzeigen. Neben einer hohen Fettverbrennung , einer verbesserten Ausdauer und einem entlasteten Bewegungsapparat führt er zu angenehmen Kontakten mit freundlichen Menschen, die einem schon von weitem zulächeln. Und das ist wirklich nett gemeint. Natürlich haben wir auch schon "blöde Sprüche von der Seite" gehört.

Zum Beispiel "Na, haben Sie Ihre Ski vergessen?" oder auch "Sie warten auf Schnee, was?" Aber so etwas kann einen überzeugten Sportler nicht ärgern. Die Atmosphäre ist beim "Nordic Walking" so entspannt, dass man strahlend durch die Gegend läuft und blöde Sprüche einfach überhört.

Auf dem Weg der Hohen Schneise Richtung Meistersturm gehen die Teilnehmer inzwischen und üben, hinten den Griff kurz loszulassen, den Stock mit der Schlaufe mit Schwung nach vorne ziehen, ihn dann wieder fest anzufassen und in den Boden stechen. Genau wie beim Skilanglauf ist diese Bewegung wichtig, um den ganzen Körper zu trainieren und nicht zu verkrampfen.

Wir stochern am Jugendtreff vorbei und zwei türkische Jungs sitzen knobelnd davor. Sie sehen aus, als hätten sie so etwas noch nie zuvor gesehen. Aber Gedanken haben sie sich über das "Nordic Walking" schon gemacht. "Das ist doch lächerlich", sagt der eine. "Mit Stöcken laufen – ich krieg die Krise", sagt der andere. Beide spielen Fußball. Das sei ein richtiger Sport. Anstrengend und schweißtreibend - was für Männer eben. Sie schütteln die Köpfe und knobeln weiter.

Die Gruppe geht weiter "Und immer schön rechts Bein und linken Arm gleichzeitig nach vorne ziehen" hört man die Trainerin noch einmal. Und wieder murmelt eine Teilnehmerin leise vor sich hin: "Irgendwie ist es ja schon wie normales Gehen".

Autor: Annemarie Kaiser

Trainerin Nordic Walking

 

Annemarie Kaiser – nicht nur unsere stellvertretende SCK Vorsitzende – sondern auch ausgebildete Übungsleiterin für die Bereiche Nordic Walking und neuerdings auch für Skike (Nordic Skating oder Nordic Blading mit Langlauf-Stöcken) eine zum Skiclub passende Trendsportart, die im Gelände und auf der Straße ausgeübt werden kann.

Nordic Walking Volksläufe

Rennsteig, Hunsrück und Davos Alpin Marathon

Nordic Walking ist derzeit die Trendsportart Nummer 1. Behauptet jedenfalls Aldi, wo man spezielle Stöcke sowie Schuhe und Kleidung ins Angebot aufnahm. Die Stöcke waren innerhalb von nur einer Stunde ausverkauft. Alfred konnte gerade noch einige für den Club ergattern, und so hatten wir auch hier wieder die Nase vorn. Bei unserem Walking- und Lauftreff sieht man fast nur noch Teilnehmer mit Stöcken, die meist in drei Leistungsgruppen kraftvoll durch den Wald walken. Dies geschieht genau so professionell wie beim Skilanglauf. So haben inzwischen Andrea, Anne und Marlene beim Hessischen Skiverband eine Ausbildung als Übungsleiterinnen für Nordic Walking erhalten. Dank des guten Trainings sind unsere Walkerinnen und Walker zunehmend in der Lage, sich an Volksläufen zu beteiligen. Eine gute Gelegenheit dazu gab es beim Hornauer Volkslauf, wo - angeführt von Alfred - unsere Truppe die neue Sportart so eindrucksvoll demonstrierte, daß auch die Hornauer kürzlich mit einem Nordic Walking Team beim Altköniglauf in Kronberg teilnahmen.

Einige unserer Nordic Walkerinnen haben im Laufe dieses Jahres auch in der Marathon-Szene auf sich aufmerksam gemacht. Das begann – wie schon in der letzten Pistenpost berichtet - mit dem erfolgreichen Einsatz von Annette und Andrea am 27.April beim Weiltalweg-Marathon. Die beiden waren die Sensation, weil Walking nicht als eigene Disziplin ausgeschrieben war und sie trotzdem mit der Zeit von 5:50 Stunden unter dem für Läufer geltenden Zeitlimit von 6 Stunden blieben.

Bei weiteren drei großen Langstrecken-Events, nämlich beim Rennsteiglauf, beim Davos Alpin Marathon sowie beim Hunsrück Marathon gab es dagegen unter Beteiligung unserer ambitionierten Skiclub-Frauen spezielle Wettbewerbe für Walker. Der Mythos „Marathon“ sorgte auch dabei wieder für tiefe Eindrücke und nachhaltige Erlebnisse.

Endlich beim legendären Rennsteiglauf

Im Thüringer Wald treffen sich am 17.Mai insgesamt rund 15.000 Läufer und Walker zum 31.GutsMuths-Rennsteiglauf, dem größten Cross-Lauf Europas. 25 Nationen sind vertreten und sorgen für ein internationales Flair. Die Läufer können sich zwischen einem Super-Marathon von 73,2 km, einem Marathon von 43,1 km und einem Halbmarathon von 21,1 km entscheiden; für die Walker sind Strecken von 15 und 35 km ausgeschrieben. Annette und Hannelore entscheiden sich für die 35 km-Tour, ohne freilich zu ahnen, daß am Ende daraus fast 42 km, also eine klassische Marathon-Distanz wird. Hubert und Manfred J. sind diesmal bescheidener. Sie sind in den vergangenen Jahren schon öfters die langen Distanzen gelaufen und begnügen sich in diesem Jahr mit dem Halbmarathon. Das hat zudem den entscheidenden Vorteil, dass sie rechzeitig in Oberhof sein können, um die Frauen im Ziel würdig zu empfangen.

Startort für die Walker ist Schnepfenthal. Annette und Hannelore sind tief beeeindruckt, als sie sich in einem riesigen Pulk von rund 650 Walkerinnen und Walkern wiederfinden, davon viele mit Stöcken. Von Anfang an geht es ziemlich steil bergauf, weil Schnepfenthal – wie schon der Name sagt – im Tal liegt und die Kammhöhe des Thüringer Walds erklommen werden muß, auf der der Rennsteig, ein insgesamt 164 km langer Fernwanderweg, liegt.

Das Starterfeld zieht sich schnell auseinander, weil einige Walker aufs Tempo drücken, während andere die Strecke im Wanderschritt wesentlich gemütlicher angehen. Unsere beiden Nordic Walkerinnen arbeiten sich bald in eine vordere Position und müssen nur diejenigen ziehen lassen, die den Schritt von professionellen Gehern haben oder die - wie sich später zeigt – streckenweise bergab joggen. Oben auf dem Rennsteig angelangt müssen sich die Walker die oftmals sehr schmalen Waldwege mit den Läufern teilen, die auf der Supermarathon-Strecke von Eisenach nach Schmiedefeld unterwegs sind. Das führt mitunter zu Reibereien, weil manche Läufer meinen, sie hätten Vorrang und die "Wanderer" müßten ehrfurchtsvoll zur Seite springen, wenn sie angerannt kommen. Doch Annette und Hannelore haben mit den Joggern keine Probleme. Im Gegenteil: Man macht sich gegenseitig Komplimente, zumal manche Jogger erleben müssen, daß die flotten Walkerinnen im Anstieg dank der Stöcke schneller sind. Walker oder Jogger – auf jeden Fall hat`s der Rennsteiglauf in sich. Mit Höhenunterschieden zwischen 600 und fast 1000 Metern gilt er als der größte Berglauf Europas. Landschaftlich ist er wohl auch einer der schönsten. Denn immer wieder gibt es auf dem Weg durch den Wald herrliche Ausblicke weit hinein in die Täler. Zwischendurch immer wieder idyllische Bergwiesen. Auf einer solchen Wiese liegt die Verpflegungsstation Ebertswiese. Vom weiten hört man schon die Bläser, die die Wettkämpfer mit der "Waldeslust" und anderen fröhlichen Weisen bei Laune halten. Auch muß hier niemand Hunger und Durst leiden, denn für jeden gibt es das passende Angebot. Die Jogger, die auf ihren empfindlichen Magen Rücksicht nehmen müssen, können neben Bananen und Keksen auch Haferschleim bekommen, der wahlweise gesalzen oder gezuckert werden kann.

Die Walker dagegen können ihren kulinarischen Gelüsten freien Lauf lassen und sogar ein leckere Thüringer Bratwurst vom Grill genießen. Auch unsere beiden Nordic Walkerinnen verzichten auf den grünlichen Schleim und nehmen sich etwas Zeit, die besseren Sachen des Büffets zu probieren. Allerdings läuft ihnen die Zeit schneller davon als geplant. Das liegt freilich nicht am mangelnden Einsatz, sondern an der Streckenangabe. 35 Kilometer steht in der Ausschreibung. Doch als Annette und Hannelore glauben, kurz vor dem Ziel zu sein, sehen sie das Schild "Grenzadler 5 Kilometer". Und ein Streckenposten erklärt, daß der Grenzadler noch passiert werden muß, um dann erst nach weiteren 2 Kilometern das Ziel in Oberhof zu erreichen. Am Ende sind es fast 42 Kilometer und damit wieder einmal ein Marathon.
Kein Wunder also, daß Manfred und Hubert in Oberhof länger auf ihre Frauen warten müssen als ursprünglich geplant. Sie hätten sich mit ihrem eigenen Lauf gar nicht so beeilen müssen. Waren sie doch morgens in großer Eile vom Walking-Startort Schnepfenthal nach Oberhof gefahren, um von dort aus den Halbmarathon (21 km) zusammen mit insgesamt etwa 5000 Teilnehmern zu laufen. Der Lauf ist landschaftlich reizvoll, aber voller Berge, der höchste davon der Große Beerberg mit 982 Metern Höhe. Trotz der zeitweisen Enge auf den schmalen, steilen Waldwegen erreichen Manfred und Hubert das Ziel in Schmiedefeld in der Zeit, die sich jeder von beiden persönlich vorgenommen hat. Bald nach dem Zieleinlauf fahren beide mit dem Bus zurück nach Oberhof, um dort die Frauen in Empfang zu nehmen.

Annette und Hannelore sind glücklich, als sie vom Rennsteig herunter ins Ziel stürmen. Sie beklagen sich zwar über die unrichtige Angabe der Streckenlänge, freuen sich aber über ihre gute Zeit. Tatsächlich gehören sie mit zu den ersten Walkerinnen, die das Ziel erreichen und die Medaille umgehängt bekommen. Abends ist die große Feier in Schmiedefeld, von der alle Rennsteigläufer des Skiclubs seit Jahren schwärmen. Annette und Hannelore sind zum ersten mal dabei und sofort von der einmaligen Stimmung im großen Festzelt hell begeistert. Die Ansbachtaler Mussikkapelle spielt so mitreißend auf, daß es auch muskelkatergeschädigte Marathonis nicht mehr auf den Sitzen hält. Alles steht auf Bänken und Tischen und singt und schunkelt, was das Zeug hält, immer wieder wälzt sich eine schier endlose Polonäse durchs Zelt und außen drum herum. Schwarzbier fließt in Strömen und der Rauch vom Bratwurstgrill vertreibt den letzten Geschmack von Haferschleim. Wenn dann immer wieder wie ein Nationalhymne das berühmte Rennsteiglied aufbraust, verspürt jeder Jogger und Walker eine unbändige Lust, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Das Abenteuer Davos-Marathon

In den vergangenen Jahren waren immer wieder Läufer des Skiclubs beim traditionsreichsten Hochgebirgs-Marathon, dem Swiss Alpine Marathon Davos. Am 26.Juli wurde dieser ehrgeizige Berglauf zum 18. Mal ausgetragen und erreichte mit fast 5000 Meldungen einen neuen Teilnehmerrekord.

Königsdisziplin ist ein Ultra-Marathon über eine Distanz von 78 Kilometern mit 2.300 Höhenmetern bergauf und das gleiche wieder bergab, wobei es über schmale Bergpfade bis auf fast 2800 Meter Höhe geht. Statt des Ultras kann man sich schon seit jeher dafür entscheiden, einen Wettkampf über die ersten 30 Kilometer (K 30) oder die letzten 42 Kilometer (K 42) mitzumachen. In diesem Jahr wurde erstmals ein eigener Wettbewerb für Nordic Walking angeboten und zwar über die ersten 30 Kilometer. Ausgeschrieben waren zwar nur 27,8 Kilometer, aber wie beim Rennsteiglauf entpuppte sich die Strecke als erheblich länger.

Ein spezieller Nordic Walking Wettkampf im Hochgebirge – das fasziniert Annette Leitermann und Andrea Beutner. Begleitet werden sie von den beiden Davos – Veteranen Hubert Leitermann und Manfred Hütter, die schon mehrmals den Ultra (K 78) bewältigt haben, diesmal aber "nur" den K 42 in Angriff nehmen, freilich mit das Härteste was es auf dieser Distanz an Alpinläufen gibt.

Auch Annette und Andrea müssen erleben, daß das alpine Gelände eine weit größere Anstrengung bedeutet als das Walking im Taunus und daß selbst der Feldberglauf gegenüber Davos vergleichweise harmlos ist. Zunächst ist es für beide schon mal ein großes Erlebnis, gleichzeitig mit 125 Nordic Walkern im Zentrum von Davos zu starten. Das vielstimmige Klack-klack-klack der Stöcke ist für die Teilnehmer und die Fans unter den vielen Zuschauern wie Musik in den Ohren. Der Genuß für Auge und Ohr steigert sich noch, als die Nordic Walker von einem riesigen Pulk von Mountain Bikes überholt werden. Die Radler gehören zu einem Team-Staffelwettbewerb, an dem Biker, Inliner und Läufer teilnehmen, ebenfalls im Rahmen des Swiss Alpine Events. Außerhalb von Davos geht es sehr bald von der breiten Straße ab in die felsigen Pampas. Schmale Wiesenwege und Bergsteige erfordern einen kräftigen Stockeinsatz. Dabei trennt sich rasch die Streu vom Weizen. Teilnehmer mit guter Technik verschärfen das Tempo und schnell zieht eine Spitzengruppe den anderen davon. Annette und Andrea können erstaunlich gut mitziehen und sich im ersten Drittel halten. Die Organisatoren haben – wie sie später eingestanden – das Tempo der Nordic Walker unterschätzt. Denn die Ultra-Marathon-Läufer (K 78), die 10 Minuten später gestartet waren und die anfangs über eine andere Route zur Hauptstrecke geführt wurden, laufen sozusagen auf die flotten Nordic Walker auf. Anders als beim Rennsteiglauf kommt es auf den engen Bergpfaden zu einem regelrechten Gerangel. Wie auf der Autobahn kommt es zu gewagten Überholmanövern durch die Läufer, wobei viele Walker Gefahr laufen, vom Weg den steilen Abhang heruntergedrängt zu werden.

Gegenseitige Beschimpfungen bleiben da nicht aus, und viele Walker ärgern sich, daß sie von manchen drängelnden Läufern wie Teilnehmer zweiter Klasse behandelt werden. Jedenfalls haben die Organisatoren gelobt, in Zukunft den Streckenverlauf besser zu planen und solchen unnötigen Ärger zu vermeiden.

Nachdem der Pulk der schnellen Läufer vorbei ist, können sich die Walkerinnen wieder ganz auf die Strecke konzentrieren. Dann weiß man auch, warum dies der Nordic Walking Hit der Schweiz ist. Die Strecke ist einmalig abwechslungsreich, die Szenerie wechselt auf Schritt und Tritt. Es geht durch einen reizvollen Landschafts- und Naturpark, durch die wildromantische Zügenschlucht und über den tollkühnen Wiesner Eisenbahn-Viadukt, den man auf einem Steig aus Holzbohlen überquert und der manchen Läufern Probleme macht, die nicht schwindelfrei sind. Von Davos nach Filisur, dem Ziel der Walker, geht es durch das Langwassertal. Es gibt steile Abstiege, aber auch nicht minder steile Anstiege. Per saldo geht es zwar insgesamt 900 Meter bergab, aber auch 400 Höhenmeter nach oben. Annette und Andrea müssen weit härter arbeiten, als sie es bisher gewohnt waren. Kein Wunder, daß zwischen den Verpflegungsstationen der Trinksack schnell leer wird und die Kehle austrocknet. Das liegt natürlich auch an der Sonne, die es gut meint mit Walkern und Joggern, aber auch für viel Schweiß und Durst sorgt. Was sagte der leitende Arzt beim Info-Abend in Davos? Wer nicht mindestens 1 Liter Flüssigkeit pro Stunde trinkt, läuft Gefahr, ernsthaft zu dehydrieren und muß damit rechnen, aus dem Rennen genommen und in dem Rot-Kreuz-Zelt an den Tropf gehängt zu werden.

Unsere beiden Walkerinnen halten durch und erreichen nach mehr als 32 Kilometern das Ziel in Filisur. Natürlich sind sie überglücklich, daß sie ihren ersten alpinen Nordic Walking Wettbewerb geschafft haben und das noch mit respektabler Zeit von 4 :26 Stunden . Von der Anstrengung sind sie aber auch geschlaucht und erholungsbedürftig. Deswegen nehmen sie es auch nur murrend zur Kenntnis, daß der Bahnhof in Filisur hoch über dem Ort liegt und sie noch einmal kräftig hochsteigen müssen, um mit dem Zug zurück nach Davos zu fahren. Dort warten sie dann – frisch geduscht und mit Kaffee und Kuchen gestärkt – bis Hubert und Manfred ins Stadion vor der Eissporthalle unter viel Applaus einlaufen. Auch Hans Arnold beendet tapfer den K 78-Lauf, allerdings mit einer verbundenen Hand von einem Sturz auf dem letzten Kilometer. Was uns nicht umbringt, macht uns härter!

Drei Nordic Walking Sisters im Hunsrück

Der Hunsrück Marathon am 31.August ist nach dem Weiltal-Marathon, dem Rennsteiglauf und dem Davoser Alpinlauf der vierte und letzte große Einsatz in der Nordic Walking Saison 2003. Mit von der Partie sind die drei Nordic Walking Sisters Annette, Andrea und Hannelore; die vierte im Bunde, nämlich Gitta, kann wegen Fußproblemen so lange Distanzen nicht mitmachen, walkt aber immer im Geiste(und beim Training) mit. Die Besonderheit im Hunsrück: Marathon (42 km) und Halbmarathon (21 km) werden getrennt für Jogger, Walker und Inliner angeboten.

Das heißt also, die Walker werden artgerecht gesondert gestartet, gewertet und gewürdigt und nicht wie Anhängsel der Jogger behandelt. Die Marathon-Strecke führt von Emmelshausen nach Simmern größtenteils auf der früheren Dampflock-Trasse, die durchgehend asphaltiert ist und als Schinderhannes-Radweg von Bikern und Inlinern geschätzt wird. Natürlich ist dies auch für Rollskifahrer eine Traumstrecke, da sie bei erstklassigem Belag nur wenig Gefälle und Steigung aufweist. Die Walker starten vor den Joggern. Anders als in Davos sind es nicht nur Nordic Walker, die sich auf den Weg machen.

Viele haben keine Stöcke und manche davon erweisen sich als Geher, die mit ausgeprägten Hüftbewegungen das Tempo beschleunigen. Dennoch erhält unser Nordic Walking Trio immer reichlich Applaus, weil sie ein gutes Bild abgeben, wie sie mit kraftvollem Einsatz der Stöcke im Gleichtakt voranstürmen. Da die Strecke fast durchgehend asphaltiert ist, können die Gummipfropfen durchgehend an den Stöcken bleiben und müssen nicht immer wieder gewechselt werden. Diesmal ist es Manfred Jahnsohn, der die Walkerinnen auf dem Moutainbike begleitet. Das heißt, er fährt voraus und wartet immer wieder irgendwo unterwegs an der Strecke, um die Mädels anzufeuern und mit seiner neuen Digitalkamera Schnappschüsse zu machen. Mit auf der Strecke ist Hubert, der den Marathon als „normaler“ Jogger mitläuft.

Annette ist diesmal besonders gut drauf und gibt meist das Tempo an. Vielleicht liegt es auch mit daran, daß es für sie so etwas wie ein Heimspiel ist. Hat sie doch im Hunsrück ihre Kindheit erlebt. Mehr noch: aus dem kleinen Ort Maitzborn, wo sie aufgewachsen ist, nimmt nicht nur ihre Schwester, sondern auch einige andere Verwandte und Freunde am Halbmarathon teil. Weitere Fans gibt es unter den Streckenposten und an den Verpflegungsstationen. Die Schwester hat schon vor dem Start auf dem Trikot von Annette, Andrea, Hannelore und Hubert eine Werbung für die 700 Jahrfeier von Maitzborn im Juni 2004 angeheftet. Viele Zuschauer rufen erfreut: "Guck mal, die laufe für Maitzborn!".

Übrigens: Die Verpflegungsstellen sind hervorragend mit verschieden Getränken, Bananen und Schmankerln ausgestattet und zwischendurch gibt es immer noch etwas zu trinken.

Der Durst hält sich in Grenzen, da das Wetter zwar meist freundlich, aber nicht zu warm ist. So kann man den schönen Hunsrück-Höhenweg mit seinen weiten Wäldern und seinen schönen Ausblicken genießen.
Allerdings: Ein Marathon ist ein Marathon und keine genußvolle Wanderung und sei die Landschaft noch so reizvoll. Das bekommen auch unsere drei Nordic Walkerinnen wieder zu spüren, auch wenn sie diesmal nicht so unter Zeitdruck stehen wie im Frühjahr beim Weiltal-Marathon, wo sie ja wie Jogger behandelt wurden und 10 Minuten unter dem Zeitlimit von 6 Stunden blieben. Während es anfangs sehr flott vorangeht, muß am Ende gebissen werden.

Da meldet sich wieder einmal der Hammermann und in Erinnerung kommt die alte Marathoni-Weisheit, daß ein Marathon erst bei Kilometer 30 beginnt. Puste ist meist noch genug da, aber da werden die Beine schwer, die Blasen drücken und ein allgemeines Unwohlsein zieht durch den ganzen Körper. Noch kritischer ist freilich die nachlassende Motivation. Wie formuliert es der Marathon-Guru Herbert Steffny? Ein Marathon wird im Kopf gewonnen oder verloren. Andrea, die stark erkältet ist, gibt später zu, daß sie am liebsten aufgegeben hätte. Doch irgendwie kommt auch sie wieder über das Motivationstief hinweg. Dabei hilft sicher auch Annette`s Trick, sich geistig zu beschäftigen. So intoniert sie das Lied mit den 10 kleinen Negerlein und abwechselnd muß jeder eine Strophe dichten, egal ob sich`s reimt oder nicht. Gott sei dank bleiben am Ende 3 kleine Negerlein übrig. Sie erhalten dann noch einen Motivationsschub von Hans Arnold, den Dauer-Marathonläufer, der seine Kräfte einteilt, um am kommenden Wochenende wieder beim Jungfrau-Marathon anzutreten. Hubert, der sich nicht so zu schonen braucht, hat die Nordic Walking Frauen schon früher überholt und läßt sich derweil als 2. Sieger seiner Altersklasse feiern. Was er allerdings nicht schafft, ist die Publicity, die den Frauen zuteil wird. Als sie mit ihren Stöcken zu dritt über die Ziellinie stürmen, werden sie von einem Reporter empfangen und ausgiebig interviewt. So macht man mit Nordic Walking Karriere!

Apropos Karriere: Auf der Ausschreibung für den Weiltal-Marathon im nächsten Jahr kann man ein Foto von Annette und Andrea bewundern. Beste Motivation also für die Nordic Walking Saison 2004. Wer macht mit? Das Training hat schon begonnen!

Autor: Hubert Leitermann

 

Hubert Leitermann hat sich in seiner langen SCK-Zugehörigkeit auf vielen Feldern engagiert, Erfahrungen eingebracht und Interessierten zugänglich gemacht. Seine tollen Beiträge für unsere Pistenpost sind immer eine Bereicherung. Hubert – bitte nicht nachlassen

Radtour durch den Regionalpark Rhein Main am 16. Aug.

Zuverlässig, wie fast während des ganzen Sommers, stand auch an unserem Radtour-Samstag eine wolkenlose Sonne freundlich lächelnd über dem Rhein- Main-Gebiet. Für unseren jährlichen geselligen Ausflug hatten wir uns dieses Mal den neuen Regionalpark ausgesucht, der in ständiger Erweiterung Freiflächen im dichtbevölkerten Rhein-Main-Gebiet sichert, von einem Netz von landschaftlich reizvollen Wegen und Anlagen durchzogen.

Markante Wegweiser finden sich an vielen Stellen im Regionalpark. Ein Meter hohe Holzstelen mit Naturparksymbol und einer zum Standort gehörenden Erklärung weisen auf interessante Objekte oder geschichtsträchtige Abschnitte hin.

Der Landschaft wird ein Sinn gegeben und den Sinnen eine Landschaft.

Knapp zwanzig Fahrrad-Cracks richteten am fortgeschrittenen Morgen am Flörsheimer Mainufer ihre Räder aus und nachdem sich alle Teilnehmer ein-gefunden hatten, rollte die Korona auch schon auf dem Hochwasserdamm in Richtung Osten.

Der schmale Damm zwang zum Windschattenfahren; Pappeln raschelten am Ufer und der Main schimmerte zwischen den Bäumen. Die ständig kommenden und gehenden Flugzeuge zersägten die Ruhe des späten Vormittags.

Eddersheim war bald erreicht, allerlei Gastronomie schlief noch, auch der vielgepriesene Eisdielen-Italiener gegenüber der Kirche hielt seine Straßenmöbel noch unter Verschluß.

An der Schwarzbach-Mündung in Okriftel ging es dann landeinwärts unter hohen Bäumen dahin. Leise quasselte der seichte Bach neben uns, nur unterbrochen von einem Wehr mit Fischaufstiegsrinne. Manch einer wäre wohl gern diesem romantischen Weg gefolgt, den wir aber verließen und zum Rosarium mit seiner sieben Meter hohen Rosenpyramide querten. Über 6.000 Rosen in 120 verschiedenen Arten blühen hier übers Jahr. Beete und Klettersprossen, Sträucher und ein Seerosenteich mit hohen Gräsern vermittelten ein Bild der Harmonie und einen Hauch von Arkadien. Ein kleiner, begehbarer Traum, in Schnuppernähe ätherischer Wohlgerüche. Und ein der Welt entrückter Tour-Teilnehmer erging sich sogar barfuß im kuschelweichen Gras.

Am Ende der beeindruckenden Wasserwerkallee mit ihrem alten Bestand an Lindenbäumen, die ein Blätterdach über das Kopfsteinpflaster spannten, und angesichts des Jugendstil-Wasserwerks Hattersheim, hielt Manfred einen kleinen Vortrag über die Wasserversorgung der Stadt Frankfurt, früher und heute.

Bald darauf war das Obstbaumrondell mit dem historischen Farbrührgerät der ehemaligen Hoechst AG erreicht. Die anschließende Speierlingsallee führte zum Nußbaumquartier mit der großen Aluminiumskulptur eines Raben. An einer großen Wiese vorbei, erreichten wir die Weilbacher Kiesgruben. Von Aussichtstürmen aus konnten wir sehen, wie diese geschändete Landschaft der Natur zurückgegeben wird, wie Buschwerk die Seen umwächst und Tiere neue Lebensräume finden.

Durch Weilbach und ausgefranste Neubaugebiete hindurch war bald Bad Weilbach mit seinem Park, der Schwefelquelle und dem Dammwildgehege erreicht. An der Streuobstwiese beginnt der Panoramaweg mit seinen fünf monumentalen Steinskulpturen und mündet in Wicker in den Weinlaubengang zur alten, 1996 restaurierten Flörsheimer Warte. Die Flörsheimer Schweiz an schließend setzte beschauliche Akzente bis zur St. Anna-Kapelle oberhalb der Wiesenmühle.

Nur die Treppen hinunter und wir waren im Hof des beliebten Ausfluglokals im Bachgrund.

Auf der großen Terrasse fanden alle Platz und schnell kamen gutaussende Kalorien auf die Tische, von eigenen Weinen des Hauses flankiert.

Die Sonnenschirme mußten hin und wieder mit der wandernden Sonne neu ausgerichtet werden und eine heitere Atmosphäre lag über der Mittagsrast.

Wieder aufgesessen, leitete uns ein Holzsteg über sumpfiges Gelände und wir rollten auf das Gebirge der Wickerer Mülldeponie zu. Hier blieb uns nicht erspart, daß wir unseren Abfall nochmals im Schaufenster zu Gesicht bekamen. Allmählich werden die Hänge der Müllberge begrünt und nähren die Hoffnung, daß sich auch hier die Natur in einigen Jahren gnädig über das Wohlstandsmahnmal legt.

Weiter gen Westen kamen wir nördlich von Hochheim zu der weithin sichtbaren Aussichtskanzel “Vogelnest”, die hoch über dem aufgelassenen Kiesgrubengebiet Silbersee thront und einen fantastischen Rundblick bietet, im Vordergrund auf die wiedergewonnene Naturlandschaft. Die skurrile Aussichtskanzel verleitete den von der Erdenschwere befreiten Hubert noch zum Freiklettern, während anderen schon beim puren Durchblick durch die Holzverstrebungen die Beine weich zu werden drohten.

Schnell war dann der Golfplatz von Delkenheim erreicht, weiter führte uns ein schöner Weg durch Streuobstwiesen nach Massenheim, wo wir am Ortsausgang in die Wickerbachaue einbogen, wo Helmut uns unterwegs noch auf einen ver- träumten Weidenpavillon aufmerksam machte.

An der historischen Straßenmühle vorbei ging es zuletzt doch noch einmal bergan. Beim Aufstieg zur Flörsheimer Warte hatten unsere Füße alle Hände voll zu tun.

Mit fliegendem Atem wurde der obere Weinbergsweg erreicht und ein paar Pedaltritte weiter hatten wir den Gutsausschank mit Fernblick erreicht. Der war jetzt geöffnet und wir ließen uns entspannt unter alten Nußbäumen die Weine des renommierten Winzers Joachim Flick munden, während die Blicke ungehindert vom Taunus bis zur Bergstraße schweifen konnten. Eine ideale Kulisse für einen weinseligen Sommernachmittag unter freiem Himmel.

Langsam sank die Sonne und tauchte Wiesen und Felder in warmes Licht. Mit diesem Abschlußtrunk klang unsere Tour aus. Von der Warte bergab an den historischen Kalkbrennöfen von 1740 vorbei war Flörsheim und das Mainufer bald erreicht und wir rollten nach 35 Kilometern Radtour light auf den Park- platz, wo die Autos noch friedlich in der Sonne dösten.


Karlheinz Haubs

Mittwochsradeln in den Ferien

....Ei wir sin mit`m Radl do....

Während der Sommerferien trafen sich einige radlbegeisterte SCK'ler zum sogenannten "Mittwochs-Radeln".
Herbert Penske überraschte immer wieder mit neuen Zielvorschlägen in die nahe Umgebung Kelkheims und führte auf verkehrsberuhigten Schleichwegen.

Die Touren waren interessant, die Stimmung stets lustig und launig, dass sogar einige Sonntagsausflüge zusätzlich geplant und durchgeführt wurden.
Die Runden führen z.B. durch die Schwanheimer Dünen, zum Rosarium und weiter nach Eddersheim, zum Brauhaus nach Mainz, am Main entlang zur Gerbermühle, durch den Frankfurter Stadtwald zum Goetheturm, längs des Frankfurter Grüngürtels, zum Wälches nach Ginnheim, zum Sonnehof nach Stierstadt, zur Krontalquelle mit Wassertreten und Heilwassertrinken (wer's mag).

Wie beim Skifahren kam auch hier der Einkehrschwung nie zu kurz. Ganz nach dem Motto: Wer schwitzt, muss auch viel Trinken.

Wem jetzt schon die Radlbeine kribbeln, kann sich für die nächsten Sommerferien schon mal den Treffpunkt vormerken: immer Mittwoch, 18.00 Uhr, Parkplatz Sindlinger Wiesen Schule.


Annemarie Kaiser

Rollski Aktivitäten

Wie in den vergangen Jahren gab es auch 2003 wieder zahlreiche Rollskirennen auf regionaler und überregionaler Ebene.

Die Termine reichten von Anfang Mai bis Ende September. Da die DM im Berglauf bereits am 31. Mai terminiert war, hatten wir eigentlich wenig Spielraum für ein umfangreiches Trainingprogramm. Dennoch hatten wir Allrounder, Renzo, Norbert und ich bereits ein bzw. zwei Flachrennen in den Beinen. So gingen wir schliesslich auf die Reise ins südliche Erzgebirge. Dort, im Spielzeugdorf Seiffen, veranstaltete der WSV, in Verbindung mit dem SV Deutschneudorf, die DM Berglauf.

Alle Herren mussten 9 km, bei 300 HM, die Damen 6 km, bei 200 HM, in CT bewältigen. Mit den Ergebnissen kann man, denke ich, durchaus zufrieden sein: 1x Pl. 2/Da 4 (Barbara) und 2x Pl. 3 /H 4 u. 5 (Renzo + ich). Bedauerlicherweise konnte unser Top-Mann für Bergläufe, Holger, krankheitsbedingt nicht starten. Nach dem 2. Rennen auf hessischem Boden in Lanzenhain (7./8. 6.), das Bestandteil der Internationalen Rollskitour 03 war und ausserdem als Hess. Meisterschaft -Flachstecke- gewertet wurde., folgte Mitte Juli die HM im Berglauf. Während in Lanzenhain nur zwei SCKler auf schwerer Strecke ins Rennen gingen, war der Skiclub am nordhessischen Meißner (Berglauf) besser vertreten. Neben Barbara und Marion starteten Alfred, Manfred J., Norbert, Renzo und ich.

Die Ergebnisse der Hess. Meisterschaften 2003

Flachstrecke: 1x Pl. 1/H 5/21 km FT;
1x Pl. 3/H 4/30 km FT (Renzo)
Berglauf: 4x Pl. 1/ Da. 4 + 5/ 5,9 km,
409 HM/CT (Barbara + Marion)
sowie
H 7 + 6 / 7,4 km, 502 HM/CT
(Manfred J. + Norbert);
2x Pl. 2/ H 7 + 5 (Alfred + ich);
1x Pl. 4 !

Nach einem weiteren Berglauf in Boppard, 3 SCKler waren am Start, stand schliesslich die DM -Flachstr.- auf dem Programm. Als "letzter Mohikaner" vertrat ich, Ende September, die Farben des Vereins in Stadthagen, genauer gesagt, in den Bückebergen. Nach 27 km (FT) kam ich als 3. bei den Senioren 2 ins Ziel. Damit war ich dann doch sehr zufrieden.

Übrigens, aus gesamthessischer Sicht gesehen, war die Bilanz der DM 2003 mehr als erfreulich, denn mit einer deutschen Jugendmeisterin (Julia Müller), einem Dritten der männl. Jugend (Michael Henning) sowie einem 2. und 3. Platz bei den Herren (H. Hau und A. Dillemuth, alle genannten vom SC Lanzenhain) konnten Plazierungen erzielt werden, die so nicht unbedingt erwartet worden waren.

Abschliessend bleibt zu hoffen, dass die Rollski-Saison 2004 ähnlich erfolgreich verläuft und alle Akteure von Erkrankung und Verletzungen verschont bleiben.


Bernhard Döring

Badmintonturnier

Eine wilde Horde führt eine groß angelegte Invasion der Sindlinger Wiesen Schule durch. Im Zentrum der Attacke: Die Sporthalle. Na gut, direkt wild war die Horde vielleicht nicht, und sooo riesig war sie vielleicht auch nicht. Wenn man es genau betrachtet, dann waren es vielleicht "nur" 11 SCKler, die ein Badmintonturnier spielen wollten - darunter ich.

Für alle Zeitungsschnellleser an dieser Stelle die Kurzform: Rein, umziehen, quatschen, aufwärmen. Dann BummBumm, "smashen", "droppen" und "clearen". Hiernach Sieger ehren, dann endlich mampfen und das eine oder andere und vielleicht sogar noch ein Bierchen trinken. Die Details sind natürlich, wie auch in den letzten Jahren, das Interessanteste ...

Nach kurzfristiger Anreise war ich doch überrascht, nur so wenige Teilnehmer für das Turnier vorzufinden, aber einige der sonstigen Stammspieler hatten leider andere Verpflichtungen. Immerhin machten wir mit der Spielleitung (wie auch in den letzten Jahren kompetent durch Sandra gestellt) das Dutzend voll, von den zahlreich erschienenen "Jugendfanclubs" mal ganz zu schweigen. Die Stimmung war also trotz geringer Teilnehmerzahl gewohnt hoch, ebenso wie das Niveau! Aber um eben solche Eigenschaften braucht man sich beim SCK ja sowieso meist wenig Sorgen zu machen. Gespielt wurde, wie auch in den letzten Jahren, "mixed" mit vorher ausgeklügeltem Spielplan.

Durch die nunmehr vorhandene Erfahrung der Spielleitung (und der dazugehörigen "Unterstützung") in diesem eminent wichtigen Bereich erreichte eben jener Spielplan ein bisher nie dagewesenes Maß an Ausgeglichenheit, was dazu führte, dass Klagen, die in den schon angesprochenen letzten Jahren doch immer wieder zu Diskussionen bei auch schon angesprochenem Bierchen geführt hatten, völlig ausblieben, wobei diese Tatsache unter Umständen auch der großzügig bemessenen Pausenzeit (3 Freirunden gegen 8 Spiele) und dadurch bedingten besseren Fitness zuzuschreiben sein könnte, was jedoch nicht näher eruiert wurde.

Und für alle, die jetzt - wie ich beim Schreiben auch – den Faden verloren haben:
Der Spielplan war klasse, es gab keine Klagen, dafür viele Pausen.

Wir "dropten", "smashten" und "clearten" uns also durch 8 Spiele und kämpften in den Freirunden tapfer den hoffnungslosen Kampf gegen Essen und Trinken, was ja, wie in den letzten Jahren auch, reichlich vorhanden war. Am Ende stand dann fest, dass nichts feststand: Der Tabelle ist schon zu entnehmen, dass eigentlich alle gleich gut waren – na ja, zumindest immer ziemlich viele in einer Gruppe. Und die ersten 3 Plätze (nur jeweils eine Person) täuschen auch über die Tatsache hinweg, dass die besten diesmal gar nicht so gut und sich insbesondere nicht einig waren, wer denn nun besser ist. Eben solche (die ersten 3) waren nämlich nach den offiziellen Spielen punktgleich. Sie hatten alle 2 Mal verloren, was mir in diesem Ausmaß bisher noch nie zu Ohren gekommen war. Nach ordentlicher Diskussion ob und wenn wie (und warum überhaupt und womit und wann und mit wem noch und so weiter) man diese 3 Plätze nun noch ausspielen sollte, wurden dann drei Einzel gespielt. Die Helden schlugen sich heroisch, förderten nahezu unglaubliche spielerische Fähigkeiten zutage. Die Menge tobte, das Volk klatschte und am Ende war klar: Alle waren wir wirklich platt und es ist ja auch nichts Schlimmes dabei, die "Jugend" endlich auch mal was gewinnen zu lassen ...

Und mit dieser Erkenntnis ging es dann zum Schäfer Jakob, um die in so sinnvoller Weise vergeudete Energie auf ebenso sinnvolle Weise wieder zu ersetzen und die Ereignisse des Tages Revue passieren zu lassen: Michels angeschlagene Stirn, der unfassbare Gewinn des Pärchenspiels, und so weiter und so weiter. Wem das jetzt nichts sagt, der sollte sich unbedingt nächstes Jahr einen Ruck geben – es ist ja schließlich keine Profiveranstaltung - und auch kommen. Spaß vorprogrammiert – Muskelkater auch, eben genau wie auch in den letzten Jahren schon ...

Autor: Marcus Jacob

Hier die Platzierungen

Platz Name
1 Marcus Jacob
2 Ludwig Franzisket
3 Hans-Jürgen Pispers
4 Doris Franzisket / Kurt Kroneberger / Stefan Passarge / Ralph Schiffer
5 Wolfgang Röseler
6 Michael Leibssle / Mathias Wolf
7 Regina Cloos

 

Ein Wochenende der anderen Art

An dem Tag unserer Anreise bauten wir als erstes die Zelte auf. Danach wollten wir eigentlich eine etwas längere Zeit im See baden, doch diesen Plan gaben wir sehr schnell auf, da die Wassertemperatur unseren Ansprüchen nicht genügte.
Um trotzdem unseren Spaß zu haben, schauten wir uns die Wasserskifahrer an, die zu unserem Vergnügen sehr oft ins Wasser fielen. Was für ein köstlicher Spaß!

Doch am nächsten Tag sollte alles anders werden. Nach einer sehr, sehr lauten Nacht, die wir dem Güterzug, dessen Gleise direkt neben unserem Zelt verliefen, zu verdanken hatten, zwängten wir uns geschwächt und müde in die engen Neoprenanzüge, die uns keine Chance zum atmen gaben. Anstatt bemitleidet zu werden lachten uns alle aus.

Das konnte ja heiter werden! Nach sehr kurzer und spöttischer Erklärung ging es dann auch schon los.

Ich ( Maike) machte den Anfang, kam aber nicht weiter als 100 Meter. Davon konnte ich ( Nathalie) nur träumen. Nach den 4,3,2,1 Anzählungen landete ich gleich im kalten Wasser.
Doch schon beim nächsten Mal wurde es besser. Und bei den nachfolgenden Versuchen machte es sogar richtig viel Spaß.

Wenn man es aber bis zur ersten Kurve geschafft hatte ( worüber man sich schon sehr freute) musste man den ekelhaften Weg über den mit Entenkacke übersäten Steg nehmen.


Weitere Bilder dieses Wasserski-Wochenendes auf unserer Bildergalerie Wasserski 2003.

Da wir aber hart im Nehmen waren, änderte auch diese „Kleinigkeit“ nichts daran, dass wird den Tag mit dem Wasserskifahren sehr genossen haben.

Vor allem beruhigte es uns sehr, dass außer uns noch andere Anfänger dabei waren, die nicht so locker auf den Skiern standen.
Die Profis dagegen probierten dann auch noch verschiedene Bretter aus. Statt auf Skiern zu fahren nahmen sie Wakeboards, Kneeboards, Mono- oder Trickski.

Auch der Abend davor, an dem wir gemütlich beisammen saßen und grillten war sehr schön. Obwohl wir wegen der Dunkelheit nicht sahen was wir aßen, schmeckte es sehr gut.

Dieses Wochenende war vollgestopft mit schönen Erlebnissen.
Zum Wasserskifahren kommt man eben nicht alle Tage.
Und wir können allen nur raten es auch mal auszuprobieren.

Autoren: Nathalie Ramm, Maike Sabel

 

Sommerfest 2003

Diesmal ohne Leitthema, aber trotzdem wie immer mit viel Spaß.

Alfred's Ansprache zum Fest

Weitere Bilder vom Sommerfest auf unserer Bildergalerie.

 

Mit dem Skiclub zur Weinprobe

Gänzlich untypisch für die ansonsten nur loipen- bzw. pistengewohnten SCK-ler begab sich eine kleinere Abordnung am 25.10.03 zu einer sog. "Erlebnisweinprobe" zum Weingut Hubertus Dengler & Sohn nach Gau-Algesheim.

Der gecharterte "Panoramasicht"- Bus startete wie vorher angekündigt (17.00) pünktlich um 17.30 ab Kelkheim-Münster. Nach relativ kurzer Fahrt und Absolvierung einer kurzen sportlichen Einlage zu Fuß war der Ort des Geschehens bald erreicht.
Nach Beruhigung der erwartungsfrohen Gäste durch den Juniorchef des Hauses begann der Einkehrschwung. Dazu standen aus dem Familienbetrieb 15 verschiedene Weinsorten, so. u.a. trockene / halbtrockene Riesling, Ruländer & Kerner, zwei Sylvaner und einige Weißherbst / Rose / Rotweine zur Verfügung. Es konnte niemand zu kurz kommen bzw. jeder war für sich selbst verantwortlich !

Die Erläuterungen des Winzers beschränkten sich auf das Wesentliche und schon allein dadurch unterschied sich diese Weinprobe von dem was sonst bekannt ist bzw. mit dem die Genießer beim Verkosten gebremst werden.

Der "all inklusiv" gereichte Winzerteller nach Art des Hauses erforderte zur Bezwingung einen kräftigen Doppelstockeinsatz. Scheinbar hat er allen geschmeckt.
Ein "high-light" des Abends dürfte wohl für alle die Besichtigung der Keller bzw. der Winzer-katakomben, einschließlich der Probeschluck des neuen (2003er) Weines gewesen sein.

Neben einer kurzen Ansprache des 1. Vorsitzenden fasste dieser den erlebnissreichen Abend wie folgt zusammen:

"Der Wein hat so viel Fülle, den kannst Du nur trinken, wenn Du Besuch hast"

Bei der Heimfahrt zu später Stunde wurden vom Chauffeur (fast) alle gewünschten Ausstiegsorte angefahren. Meldungen über irgendwelche Probleme am nächsten Tag liegen hier nicht vor. Insofern geht der Unterzeichner davon aus, dass alle Teilnehmer (beim nächsten Mal vielleicht ein paar mehr) gut in den Sonntag kamen.

Ansonsten scheint es allen gefallen zu haben. Ein Dankeschön für die Initiatoren bzw. Organisatoren. Vielleicht bald mal auf ein Neues !
Zur Verbesserung des sportlichen Charakters bzw. zur Appetitanregung könnte ich mir zukünftig eine kleinere "Walking"-Runde in den Weinbergen vorstellen (stehe ggf. zur Beratung bereit)

Autor: Klaus Boschann

P.S.: Eigene Besuche beim Winzer zu weiteren Proben bzw. Erwerb der wohlschmeckenden und preislich gefälligen Weine sollten vorher unter der Tel.-Nr.: 06725/2633 angekündigt werden.

 

Seit 2003 ist Klaus Boschann Mitglied in SCK. Als „Flachlandtiroler“ geboren lagen seine früheren Erfahrungen im Anfänger-Skilanglauf. Als einer der ersten Mit-Walker im SCK wurde er bald darauf vom Nordic-Walking angesteckt. Wie man aus seinem nebenstehenden Beitrag unschwer erkennen kann, hat er u.a. überregionale N-W-Angebote für den SCK erkundet und an solchen aktiv teilgenommen.

Eine himmlische Schnapsidee

Schauen wir 25 Jahre zurück. Wir sehen einen Mitfünfziger mit Hornbrille, seines Zeichens Realschullehrer an der Kelkheimer Eichendorfschule und engagierten Kommunalpolitiker am seidenen Fallschirm hängend abschweben auf eine Schar lustiger Skiclubmitglieder, vermischt mit einer Truppe skibegeisterter Franzosen. Unter ihnen unser Gründungsvorsitzender Heinz Maschke, tief betrübt dieses Geschehen am Boden verfolgend, denn der Arzt hatte ihm diese Gaudi untersagt.


Man könnte meinen dieser Mitfünfziger schwebe einem Messias gleich vom Himmel in die weiße Arena Courchevels, um nach der Landung er zu verkünden, dass es in Kelkheim unbedingt einen Skiclub geben müsse.

Doch diese Botschaft hatte dieser umtriebige Mensch, namens Rudolf Alscher , schon 5 Jahre zuvor bei einer Stammtischrunde verkündet und darauf - dass dies in Kelkheim möglich sei - mit vier Freunden eine Wette abgeschlossen.

"Rudi" Alscher ist der Gründungsvater unseres Vereins.

Über die Städtepartnerschaft zwischen Kelkheim und St. Fons, einem insbesondere durch seine Chemische Industrie geprägten Vorort von Lyon, entwickelte sich zwischen dem SCK und dem Ski-Nautic-Club St. Fons eine langjährige Freundschaft. Prägten damals noch gegenseitige Besuche dieses Miteinander, so ist doch noch heute unsere Traditionsfahrt nach Courchevel ein Überbleibsel aus dieser Zeit.

Gesundheitliche Grüne hinderten "Rudi" in den Jahren danach mehr und mehr am aktiven Leben des SCK teilzunehmen. Doch gelegentlich schaute er bei seinen Gründungsmitgliedern vorbei um sich des prächtigen Gedeihens "seines" Skiclubs zu erfreuen.
Eine Schnapsidee hatte zur Gründung des SCK geführt. Mit einem Schnaps auf das Wohl des SCK hatte sich "Rudi" auch nach einer Zufallsbegegnung 1993 im alten Rathaus von uns verabschiedet. Denn wenige Tage danach erreichte uns die Nachricht von seinem plötzlichen Tode.

Sicherlich wäre er mit Stolz beim Winterfest unter uns, um nun das 30 jährige Bestehen "seines" Skiclubs mit einer Runde Schnaps zu feiern.

Autor: Alfred Herrmann

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.

Neue Übungsleiterinnen

Wir gratulieren

unseren Nordic-Walking-Übungsleiterinnen zu erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung

Andrea Beutner ist nun "Instrukteurin Nordic-Walking" über den Landessportbund
Marlene Herrmann und Anne Kaiser sind nun "DSV-Nordic-Walking-Trainerinnen" über den Deutschen Skiverband

Herzlichen Glückwunsch

Der Vorstand

 

Nachwuchs



Jacob Nuding

 

Große Überraschung von den pfiffigen Übungsleitern

Die ganze Geschichte fing so an:

In Campitello im Februar diesen Jahres bei unserer Abschlußfeier wurden Michael und ich zur Mitte gebeten; Kai hielt die Ansprache. Ich ahnte daß das mit der 10. Fahrt zu tun haben muß, Michael wohl auch. Kai sprach ein Lob über die konstant gute Leistung über die ganzen Jahre als Fahrten.- und Teamleiter aus, das zunächst Michael galt. Dabei bekam ich schon Gänshaut weil dann im Eilverfahren die ganzen Jahre wie ein Film durch meinen Kopf schossen.

- Ich hatte nämlich aus gleichen Gründen eine Ansprache für die Teilnehmer und für Michael vorbereitet; daher hatte ich alles sehr gut im Kopf. Er wollte nämlich von mir eine aus Hefe gebackene 10 erhalten; aber diese hatte nach einer Woche schon längst nicht mehr das Aussehen um sie verschenken zu können.

Danach erwähnte Kai mich, mit einem Dank diese ganze Arbeit an Michael´s Seite mitbegleitet und dabei auch vieles geduldet zu haben. Dabei kamen mir beinahe die Tränen. Wahrscheinlich wurde es nicht bemerkt, weil in diesem Partyraum gedämpftes Licht war.

Dann wurde uns ein „ Riesen Carver aus Schokolade, etwa einen Meter (für die Naschkatze Michael ) überreicht. Und dann... kam die eigentliche Überraschung !!! Wir erhielten Karten für eine Gruppe namens < Stomp > whauh!!!

Diese Profis wollten wir uns schon längst einmal zu Gemüte führen. Ich hatte im Fernsehen einige Ausschnitte gesehen und wir wollten die ganze Show auch einmal erleben.

Tja der Termin, war ja wohl auch nicht so einfach mit uns abzustimmen , da es eine Überraschung werden sollte. Kristin hat das irgendwie ganz raffiniert in unseren Gesprächen herausbekommen wann wir in Sommerurlaub fahren; und so konnten wir noch vor dem Urlaub unser Geschenk einlösen.
Kristin und Igel waren auch ganz neugierig auf diese Show und wir hatten das Vergnügen mit ihnen in einer Reihe zu sitzen.

Es fing schon sehr witzig an, indem eine Person mit einem großen schweren Holzbesen die Bühne kehrte. Komisch, war hier noch schnell sauber zu machen ? Nein! Das ganze bekam immer mehr Takt und Rhythmus indem der Besen gleichmäßig in der Längs.- und Querachse aufgedotzt wurde abwechselnd mit den Borsten, die ein ganz bekanntes Geräusch, wie beim Hof kehren. Dieses Soli wurde noch durch ca. 8 weiteren Personen ergänzt. An der Stirnseite der Bühne waren Mikrophone installiert, so daß alle Geräusche die auf der Bühne entstanden haargenau zu hören waren.

Es gab eine Nummer mit Plastiktüten und Zeitungspapier, die war auch spitze! Wir kannten die Raschelgeräusche mit der Zeitung durch Aufwärmübungen in der Gymnastik. So raffiniert im Wechsel , einfach ..... nur gut. Stühle wurden auch als Instrument benutzt, das Rücken und Kippen der Stuhlbeine, synchron oder im Wechsel, man traute kaum den Augen und den Ohren.

Wir könnten noch einige Beispiele bringen. Eine Nummer noch. Mit einem Gegenstand, den man für das WC wenn es verstopft ist verwendet, entstand auch interessante und witzige Rhythmik. Wenn sich der Gummisauger löste und dann auch der Holzstab der auf den Boden aufgedotzt wurde, alle Möglichkeiten einen anderen Takt zu erzeugen wurden ausgeschöpft; wie auch bei all den anderen Themen.

Diese Vorstellung war sooo gut. Wir würden uns „ Stomp“ auch noch ein zweites Mal ansehen.

Vielen Dank nochmals für diese gelungene Überraschung.

Autor: Melitta Schneider