Skiclub Kelkheim e.V. - Verein zur Förderung des Skisports
Pistenpost 89
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Schneeball 89

Skisport fördert bekanntlich die Gesundheit und hält fit. Doch wer sich aus Ski stellt, sollte sich auch möglicher Unfallgefahr bewusst sein. Jedes Jahr sind tausende von Skisportlern davon betroffen, durch eigenes Verschulden, durch Fremdeinwirkung oder wegen nicht erkannter Gefahren.

Nicht nur während der Skisaison, auch während der schneelosen Zeit werden Vorstände, Übungsleiter, Reisorganisatoren und Vereinsmitglieder mit Versicherungsfragen konfrontiert.

Die häufigsten Fragen:

  • Gegen was ist man im Verein versichert?
  • Wer zahlt für was?
  • Soll mein Unfall gemeldet werden?
In Kurzform möchte ich deswegen – über das was man wissen sollte – informieren.

Während des „satzungsgemäßen Betriebes“ sind Unfälle im Sportverein für den Freizeitsportler, den Übungsleiter oder Funktionär über einen Gruppenvertrag – einer so genannten SPORTVERSICHERUNG abgesichert. Diese ist in unserem Skiclub über den Mitgliedsbeitrag abgegolten.

Für Vereinsmitglieder gilt der Versicherungsschutz also nur so lange, wie im Verein trainiert, gelaufen, gespielt und bei Veranstaltungen teilgenommen wird die der Verein ausrichtet. Auch die An- und Abfahrten hierzu sind versichert. Außerhalb des Sportbetriebes besteht nur Schutz, wenn das Mitglied im Auftrag des Vereins handelt.

Jedoch sind die Versicherungssummen sehr niedrig und die Sportversicherung springt nur ein, wenn eine andere Versicherung eine Übernahme verweigert.

Der LANDESSPORTBUND rät deswegen in jedem Falle – vorsorglich - eine Schadensmeldung abzugeben.

Dabei wird unterschieden in Meldungen für Unfallschäden/Krankheitsfälle (auch Zahn- und Brillenschäden), sowie in unserem Verein für Unfallschäden an Kraftfahrzeugen, da wir eine solche zusätzlich abgeschlossen haben. Formulare hierfür sind beim Vorstand anzufordern.

Hier und bei Unfällen während der übrigen Freizeit übernimmt zwar im Regefalle die Krankenkasse die Kosten der Behandlung, doch für gesundheitliche Folgeschäden, für materielle Schäden oder gar Rechtsstreitigkeiten kommt gerade im Falle eigener Schuld niemand auf. Unangenehm wird es, wenn dann eine finanzielle Absicherung fehlt.

Private Zusatzversorgung ist also insbesondere für Skisport treibende Vereinsmitglieder sinnvoll.

Um gegen all diese Risiken abgesichert zu sein, bietet der DEUTSCHE SKIVERBAND mit einer Mitgliedschaft im DSV-aktiv-Club der FREUNDE DES SKISPORTES (FdS) einen unfangreichen Versicherungsschutz.

Dieser beinhaltet Kranken-, Unfall-, Haftpflicht-, Rechtschutz- und sogar Wintersportgeräte-Versicherung. Für Geräte wird gezahlt bei Bruch, Beschädigung, Verlust und Diebstahl. Im Standardschutz ist beispielsweise all dies während einer Wintersaison für € 45,-- zu haben.

Gerade bei Verlust eines neuen Paar Ski – auch Leihski – ist man mit dieser Versicherung eine Sorge los. Darüber hinaus gibt es 12 mal im Jahr das Ski & Sportmagazin "DSV aktiv" mit allen wichtigen Informationen aus der Szene.

Also – wie ich meine – in Anbetracht der Risiken des Skisportes eine empfehlenswerte Sache.
Siehe auch "Die 10 DSV-Gesundheitsregeln für Skifahrer" in dieser Ausgabe.

Informationen zu dieser Versicherung sind über die Übungsleiter und über den Vorstand erhältlich.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine tolle und unfallfreie Skisaison

Autor: Alfred Herrmann

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.

Renngruppe Skiclub Kelkheim und Skigilde Langen beim 24h Formula Charity Wohltätigkeitsrennen in Villars (Schweiz)

Am Wochenende 17./18.01.04 fand in Villars in der Schweiz das alljährliche 24 Stunden Skirennen statt. Die Skigilde Langen hat schon mehrmals an diesem Rennen teilgenommen. Der ehemalige 1. Vorsitzende Alex Tischer hat innerhalb der Skigilde für diese Veranstaltung geworben. Er ist im Auftrag seiner Firma Tag Heuer mit der Zeitmessung beauftragt und konnte auf diesem Weg auch Sponsorengelder von Tag Heuer aktivieren. Die Autovermietung SIXT Seibel in Langen stellte einen Kleinbus für die Anfahrt zur Verfügung. Dieses Mal sollte auch ich dabei sein.

Die Rennmannschaft wurde gestellt von Holger Wolf, Stefan Wiedekind, Stefan Seibel, Matthias Metz, Martin Hecker (Skigilde Langen) und Michael Leibssle (Skiclub Kelkheim). In 1800 m Höhe wurde das Rennen am Samstag um 12:00 Uhr auf einem Sammelplatz gestartet. Die ersten Läufer mußten im Pulk, das heißt Le- Mans-Start, mit Skiern oder Snowboard auf dem Rücken etwa 300 Meter bergauf zu einem bestimmten Punkt laufen, dort anschnallen und die Abfahrt hinunter rasen.

Am Ende der Rennpiste ging es dann gleich in den Lift, beim einsteigen keine Zeit verlieren, bei Betrieb aktiv Anstehen, rauf auf den Berg und die Rennpiste wieder hinunter. Auf der Piste waren zeitgleich alle Mannschaften, unter anderem auch zwei Behinderten-Mannschaften unterwegs, so daß nicht immer die Ideallinie gefahren werden konnte, weil immer wieder überholen, bzw. überholt werden, angesagt war.

Da in diesem Jahr das Wetter nicht so ganz mitspielte und für die Nacht zum Sonntag ein Schneesturm vorausgesagt war, wurde das Rennen aus Sicherheitsgründen am Samstag um 17:00 unterbrochen und am Sonntagmorgen um 4.00 Uhr wieder gestartet. Die Mannschaften mußten in den verbleibenden 13 Stunden so viele Kilometer wie möglich zurücklegen, denn pro Rennkilometer wurde ein bestimmter Geldbetrag für eine wohltätige Sache fällig. Für diesen Betrag mußte der Sponsor der jeweiligen Mannschaft aufkommen. Der diesjährige Erlös ging an die Hilfe für aidskranke Kinder. Schirmherr der Veranstaltung war Formel 1 Rennass Jacques Villeneuve, der auch selbst mit einer Mannschaft teilnahm.

Die Strecke war etwa 3 km lang und wurde über einen Sessellift erreicht. Jede Mannschaft hatte sich ihre eigene Wechseltaktik der Läufer erarbeitet. Wichtig war herauszufinden wann die Knie weich wurden und die Puste ausging. Der Langener-Team-Chef Dieter Metz hat die ganze Zeit an der Strecke gewacht und den Wechsel organisiert. Ein Wink des aktiven Rennläufers signalsierte "ich fahre noch eine Runde dann will ich ausgewechselt werden". In der Zwischenzeit konnte sich der nächste Rennläufer bereit machen. Der Ablauf beim Läuferwechsel glich einem Boxenstop in der Formel 1. Zur Seite treten, Transponder (elektronischer Zeit- und Rundenzähler) ausziehen, Transponder anziehen, gleichzeitig Startnummer über den Kopf ausziehen, dem Nächsten wieder über den Kopf anziehen. Einen kräftigen Schubs und wieder auf die Strecke. Zwei "Mechaniker" waren vollauf beschäftigt Bestzeit beim "Pit stop" herauszuholen.

Eine Live-Musik-Veranstaltung mit großer Bühne wurde wegen der Sturmwarnung kurzerhand vom Berg ins Tal verlegt. Es bestand die Möglichkeit ins Tal zu fahren und an der Open Air Party teilzunehmen. Auf einer Bühne spielten verschiedene Bands heiße Rhythmen. Unter anderen auch eine Band in der der Formel 1 Teamchef von Jordan, Eddy Jordan, hinter dem Schlagzeug saß. Zur Überraschung aller tauchte dann auch F1 Rennfahrer Jacques Villeneuve mit einer Gitarre auf der Bühne auf. Gegen 01:00 fuhren wir wieder mit der Zahnradbahn auf den Berg, um in einem umfunktionierten Kuhstall in den Schlafsack zu kriechen, und noch schnell eine Mütze Schlaf zu nehmen.

Pünktlich um 4 Uhr wurde dann erneut das Rennen gestartet. Bei starkem Schneegestöber war die Strecke an den Toren beleuchtet, so daß man hinter den Toren immer wieder in ein dunkles Loch hineinfuhr. Als dann gegen Morgen die ersten Lichtstrahlen hinter dem Bergmassiv sichtbar wurden, konnte man einige erleichterte Gesichter sehen, denn dies bedeutete, daß das Frühstück im naheliegenden Restaurant bereitstand. Es konnte von allen gratis eingenommen werden.

Bei Croissant und heißem Kaffee konnte man dann einige Köpfe auf den Tisch sinken sehen, die sich so ein paar Minuten Schlaf ergatterten. Um 12:00 Uhr, im Zieleinlauf, sah man dann in erschöpfte aber sichtlich erleichterte Gesichter. Man hatte es geschafft, der Natur getrotzt und trotz schlechter Sicht und Schneetreiben durchgehalten ohne schlapp zu machen.

Am Start waren 154 Mannschaften mit 980 Läufern, unter denen sich auch der Österreichische Nationalläufer Christian Mayer und F1 Renn-A Jacques Villeneuve – auf Skiern genauso gut unterwegs wie im Formel 1 Rennwagen - befanden. Die 6 Läufer der Skigilde Langen und des Skiclubs Kelkheim brachten es in den 13 Stunden auf 231 Kilometer. Das bedeutete den 14. Platz in der Gesamtwertung. Mit diesem zufrieden stellenden Ergebnis fuhren wir, in der Kleidung in der wir die letzten zwei Tage verbracht hatten, zurück nach Hause.

Autor: Michael Leibssle

 

Wer kennt Michael Leibssle nicht? Sportlich gesehn kann er fast alles – so scheint es. Gibt es Zweifler? Die lassen sich schnell überzeugen, am besten durch Teilnahme an der mittwochs-Skigymnastik oder an einer von Michael organisierten alpinen Reise, in der er als DSV-Übungsleiter überzeugt.

Alles außer Piste

Konzentration!! Das ist eines der wichtigsten Elemente: Für einen kurzen Augenblick alles perfekt machen, dann entspannen und einfach das Gefühl geniessen, es geschafft zu haben… Was viele nicht mit Skifahren verbinden, sondern eher mit Golf oder Turmspringen ist das Grösste für eine ganze Menge Skifahrer!! Diesen Sommer verbanden einige dieser Leute wieder Sonne, Wärme und Skifahren während der schon mit Kultstatus belegten Sommerskisession in Zermatt.

Sommerskifahren in Zermatt:
In der ersten Augustwoche trafen sich eine dieses Jahr eher kleine, aber erlesene Gruppe von Bergverrückten in einem Appartement in Zermatt. Matterhornblick, 2 min. zur Bergbahn, eigene Kochecke. Was will man mehr? Die ganze Session liess sich denn auch gut an: Perfektes Wetter, sensationell präparierter Park und Piste, nicht gar zu viele Leute. Zumindest letzteres sollte sich ändern: Es gab ab Tag 2 ein professionelles Camp. Die schlechte Seite der vielen Leute wurde jedoch bei weitem durch die Menge an guten Skifahrern und den demnach ständig zu sehenden spektakulären Tricks, weit jenseits des für den Normalskifahrer Vorstellbaren, ausgeglichen. Die Stimmung war ausgelassen, wie eigentlich immer, wenn sich ein Teil der Freestyle-Gemeinde trifft. Stars aus der Schweiz und aus Amerika konnte man hautnah erleben. So hautnah, dass man teilweise erst am Ende der Liftfahrt realisierte, wer denn da eigentlich neben einem stand. Ist ja auch unfair, wenn die immer Skibrillen aufhaben (wer sich ein bisschen auskennt - oder Kinder hat, die sich auskennen -, dem werden Namen wie Gian Simmen und John Stark vielleicht etwas sagen).

Nach 2 Tagen einfahren ging es recht gut zur Sache. Die einen fuhren Pipe, die anderen sprangen über Kicker, wieder andere liessen sich ein paar Techniktipps für die Piste verpassen. Dann gab es noch die "Cross-sportiven": Skifahrer lernten Snowboarden, Snowboarder lernten Telemarken… Alle lernten! Schnell, viel und immer mit einem ganz breiten Grinsen auf dem Gesicht. Wie konnte man auch anders: Die Sonne liess sich ja nicht davon abbringen, uns ständig zuzuschauen. Das hatte natürlich auch seine Nachteile: Zum einen war man regelmässig nass geschwitzt (Es waren dann Mittags schon so an die 10 Grad) und zum anderen wurde am 4. und 5. Tag der Gletscher zugemacht, weil der Schnee zu sehr mit Wasser durchtränkt war. Das "zwang" uns dann dazu die sensationelle Zermatter Bergwelt per Mountain Bike kennen zu lernen… Nur zwei Worte: Traumhaft schön!! Tja und nachdem wir dann die letzten 2 Tage immer wieder zusammen mit dem Deutschen National-Freestyleteam geliftet waren mussten wir dann wieder nach Hause. Aber eines bleibt: Die Erinnerung:
Philosophie des Fliegens:
Tief durchatmen. "Du schaffst es, du schaffst es du schaffst es! Du musst Dich doch nur trauen, den Kopf zu drehen…" Der letzte vor mir fährt… Er ist etwas zu schnell und landet weit im Flat (Flaches Stück nach dem steilen Landungsbereich) nach dem Kicker. Also eine leichte Bremskurve nach dem Losfahren. Weiss ich! Von den letzten 5 Versuchen… "Nur den Kopf drehen… Und nicht wieder Angst haben und geradeaus drüber springen!!" Noch einmal tief durchatmen und den Bewegungsablauf einmal trocken durchgehen. Beine direkt am Absprung leicht anziehen, um kompakt zu bleiben, den Kopf drehen und nicht nach vorne oder hinten fallen.

Eigentlich ganz einfach. Und los… Der bekannte kleine Buckel gleich nach dem Losfahren, dann der leichte Bremsschwung. Bisher alles gut. Ich fahre direkt aufs Matterhorn zu. Die Musik im Ohrhörer suggeriert ein Gefühl der Freiheit. Rechts am Blickrand springt ein Boarder einen 540 (Eineinhalbfache Drehung) aus der Halfpipe. Ich nehme es nur am Rande wahr. Zu gross ist die Konzentration auf die nächsten 5 Sekunden… Der Kicker kommt näher, das Matterhorn verschwindet dahinter. Mein Puls rast in die Höhe in Erwartung des Absprungs. Mein Oberkörper verwindet sich nach rechts, der Kopf knickt ein, jede Muskelfaser spannt sich. Direkt auf dem Kicker löst sich alles. Absprung! Ich reisse den Kopf nach links, hebe ab und habe einen Moment Orientierungsschwierigkeiten. Der Körper folgt dem Kopf und ich drehe mich - in irgendeine Richtung. Wolken ziehen vorbei. Leichte Panik macht sich breit. Dann kommt das Matterhorn von links ins Blickfeld. Der Kopf hört auf zu drehen. Der Rest vom Körper folgt dem Impuls.

Die Geschwindigkeit war richtig und ich werde perfekt landen. Kurz geniesse ich noch das Gefühl des Fliegens in Richtung Matterhorn, dann geht es wieder auf den Boden zurück. Geschafft!! Der erste 360 (Helikopter, volle Drehung) über einen grosse Kicker. Meine kritische Hälfte (die viel grössere) meldet sich: "Zuviel Anspannung. Lockerer… Es geht doch, warum hattest Du denn solche Angst?" Die andere Hälfte ist für die nächste Halbe Stunde durch Adrenalin und Glückshormone ausser Gefecht gesetzt… Konzentration!! Das ist eines der wichtigsten Elemente: Für einen kurzen Augenblick alles perfekt machen, dann entspannen und einfach das Gefühl geniessen, es geschafft zu haben…

Autor: Marcus Jacob

 

Nordic Walking - der sanfte Renner

Der Skiclub hat die Kompetenz

Es sind, wie so oft, die einfachen Dinge, die große Wirkung erzielen. Nordic Walking gehört ohne Zweifel dazu. Das sportlichen Gehen mit Stockeinsatz hat Konjunktur, seit von Skandinavien aus die Bewegung zum Trend wurde und sich mittlerweile zu einer eigenen Sportart entwickelt hat.

Die Skilangläufer mussten allerdings von der außerordentlichen Wirksamkeit für die Fitness und die Gesundheit nicht groß überzeugt werden. Denn als Bewegungsmuster ist Nordic Walking lange vor der Erfindung dieses Modebegriffs im Sommertraining der ambitionierten Skilangläufer fest verankert gewesen.

Der "Skigang", also der Sprunglauf mit Skistöcken auf steilen Waldwegen und Bergwiesen, war schon immer beliebt, um für die kommende Wintersaison Koordination, Ausdauer und Schnellkraft zu trainieren. Deshalb ist es gut, wenn jetzt der Deutsche Skiverband (DSV) deutlich erkennen lässt, dass das Nordic Walking zu seinen Kernkompetenzen gehört. Bundesweit gibt es bereits viele Aktivitäten.

So haben Experten der Deutschen Sporthochschule in Köln weitreichende Konzepte für die Einrichtung von DSV Nordic Walking-Zentren entwickelt. Ausgangpunkt war dabei, die bereits vorhandenen und gut ausgebauten Loipenzentren das ganze Jahr über zu nutzen. In Zusammenarbeit mit der Firma Gelita aus Eberbach wurden bisher 5 Nordic Walking-Ausbildungszentren eingerichtet. Dort vermitteln erfahrene Fachleute das spezifische Know How an lizensierte Übungsleiter, Trainer und Ausbilder im DSV. Das Zentrum Mitte in Eberbach-Beerfelden im südlichen Odenwald ist für die Vereine zuständig, die – wie der Skiclub Kelkheim - dem Hessischen Skiverband angeschlossen sind.

Inzwischen wurden Anne Kaiser und Marlene Herrmann zu DSV Nordic Walking Trainerinnen ausgebildet. Außerdem hat Andrea Beutner bei einem vom Deutschen Sportbund organisierten Ausbildungslehrgang die Lizenz als Übungsleiterin für diese Sportart erworben.
Unsere drei Nordic Walking „Instructors“ werden unterstützt von unseren Übungsleitern für Skilanglauf wie namentlich Alfred und Reiner. Durch den aktiven Einsatz unserer Übungsleiter hat das Nordic Walking im Skiclub einen erstaunlich großen Aufschwung genommen.

Am Lauf-, Walking- und Nordic Walking-Treff am Donnerstag um 19 Uhr und am Samstag um 16 Uhr (Winterhalbjahr) nehmen jeweils 20 bis 30 - in der Spitze bis zu 40 – Nordic Walker teil. Stöcke zum Nordic Walking stehen auch für interessierte Nichtmitglieder bereit. Je nach Leistungsstärke wird unter Führung der Übungsleiter in mehreren Gruppen gewalkt, so dass Einsteiger, Fortgeschrittene und Könner das für sie richtige Tempo finden. Dabei zeigt sich, dass das Nordic Walking als sanfte Spielart des Sports diesseits der Atemlosigkeit das Erlebnis miteinander und den Austausch untereinander fördert. Während des Trainings ist es Aufgabe der Übungsleiter, den Teilnehmern den richtigen Umgang mit den Stöcken beizubringen.

Die große Chance, beim Nordic Walking bis zu 90 Prozent der gesamten Muskulatur des Körpers zu beanspruchen und bis zu 35 Prozent mehr Kalorien zu verbrennen als beim Wandern, wird nur genutzt, wenn der Bewegungsablauf stimmt. Nur allzu oft begegnet man Walkern, die mit den Stöcken vor sich hinstochern oder die Stöcke kraftlos hinter sich her schleifen. Dabei kann jeder Nordic Walking richtig lernen, wenn er es sich von Fachleuten zeigen lässt.
Nordic Walking kann man das ganze Jahr über betreiben, auch wenn es in Kelkheim mal schneit. Deshalb wird diese Sportart auch vom Skiclub als Ganzjahresprogramm angeboten. Gleichzeitig bietet unser Winterprogramm die Chance, das Nordic Walking beinahe zwangsläufig mit dem Skilanglauf fortzusetzen. So kann Nordic Walking auch ein Türöffner zum Winter werden.

Teamwettbewerb beim Pfingstlauf


Eigentlich ist es dem Skiclub zu verdanken, dass die TUS Hornau ihren diesjährigen Pfingstlauf um einen Nordic Walking-Wettbewerb bereichert hat. Denn im Vorjahr hatte vom Skiclub eine Reihe von Nordic Walkern in der Absicht teilgenommen, für die Aufwertung dieser Sportart zu demonstrieren. Dies hat Wirkung gezeigt. Ausgeschrieben wurde über eine Strecke von 10 Kilometern ein Wettbewerb für Teams mit jeweils drei Teilnehmern, wobei die Zeit des oder der Dritten gewertet wurde. Der Skiclub beteiligte sich mit drei Mannschaften. Davon belegte die Mannschaft bestehend aus Annette, Andrea und Gitta hinter Hornauer und Lorsbacher Teams den dritten Rang.

Sie nannten sich „Keuchende Taunusziegen“ und erhielten für diesen originellen Namen noch einen Sonderpreis in Form eines Verzehrgutscheins über 40 Euro einzulösen bei der Vereinsgaststätte Marco. Alfred hatte sich einiges vorgenommen und stürmte seinem Team als Nordic Walker weit voran. Er hatte sich im Vorjahr über einen älteren Walker aus Hornau geärgert, der immer wieder weite Strecken unfairer Weise ins Joggen verfiel, um sich dann im Ziel als schnellster Nordic Walker feiern zu lassen. Alfred wollte ihm das Joggen austreiben, doch sein Konkurrent entzog sich diesmal der Revanche durch Abwesenheit. So wurde Alfred wohlverdient schnellster Nordic Walker, wobei er – nicht nur aus Höflichkeit – einer Nordic Walking Instrukteurin aus Kronberg im Ziel den Vortritt ließ.

Angesichts dieses Erfolgs der Nordic Walker konnten sich auch die stocklosen Normalläufer des Skiclubs nicht lumpen lassen und erzielten - vorwiegend auf der 20-Kilometer-Distanz – persönliche Bestzeiten. Läufer aller Altersklassen angefangen von Felix Beutner über Wolfgang Haas und Günther Cellarius bis hin zu Horst Barthel und Hubert Leitermann konnten sich als Sieger auf dem Treppchen feiern lassen. Insgesamt erwies sich der Skiclub beim Hornauer Pfingstlauf als teilnahmestärkster Verein und erhielt dafür ein Fässchen Bier. Angestochen wurde dieses Fass aber erst beim Kelkheimer Halbmarathon. Belohnt damit wurden in erster Linie die Nordic Walker und anderen Helfer, die als Streckenposten, am Bierpavillion und am Bratwurstgrill dafür sorgten, dass diese internationale Laufveranstaltung wieder erfolgreich über die Bühne ging.

Das Freibier reichte aber auch, um einigen teilnehmenden Läufern aus unseren Reihen auf dem Siegerpodest zuzuprosten.

Rennsteiglauf - ein Magnet für Nordic Walker

Wie schon in den vergangenen Jahren, so suchten auch in dieser Sommersaison wieder einige unserer abenteuerlustigen Nordic Walkerinnen größere Herausforderungen. Der legendäre Rennsteiglauf bot dazu einmal mehr Gelegenheit. Mit dem Rennsteig verbinden viele unserer Clubmitglieder die Erinnerung an schöne Touren und Wettkämpfe mit Laufschuhen oder Langlaufskiern. Das Highlight im Frühjahr ist der Rennsteiglauf, der inzwischen auch Nordic Walker in grosser Zahl anzieht. Am 15.Mai waren wieder rund 15.000 Läufer und Walker aus 25 Nationen in den Thüringer Wald gekommen. Die Läufer konnten sich zwischen einem Supermarathon von 73 km, einem Marathon von 43 km und einem Halbmarathon von 21 km entscheiden; für die Walker waren Strecken von 15 und 35 km ausgeschrieben. Annette und Hannelore entschieden sich für den Nordic Walking-Wettbewerb über 35 km. Hubert und Manfred J. waren diesmal bescheidener. Sie sind in den vergangenen Jahren schon öfters die langen Distanzen gelaufen und begnügten sich in diesem Jahr mit dem Halbmarathon. Das hatte zudem den entscheidenden Vorteil, dass sie rechtzeitig in Oberhof sein konnten, um die Frauen im Ziel würdig zu empfangen.

Beim Start in Schnepfenthal waren Annette und Hannelore beeindruckt, als sie sich in einem riesigen Pulk von rund 650 Walkern wieder fanden, davon ein großer Teil mit Stöcken. Von Anfang an ging es steil bergauf, weil die Kammhöhe erreicht werden musste, auf dem der Rennsteig, ein insgesamt 164 km langer Fernwanderweg, liegt. Unsere beiden Nordic Walkerinnen arbeiteten sich bald in eine vordere Position und mussten nur diejenigen ziehen lassen, die den Schritt von ambitionierten Gehern hatten. Oben auf dem Rennsteig angelangt mussten sich die Walker die oftmals sehr schmalen Waldwege mit den Läufern teilen, die auf der Supermarathon-Strecke von Eisenach nach Schmiedefeld unterwegs waren. Oft führt das zu Reibereien. Doch Annette und Hannelore hatten mit den Joggern keine Probleme. Im Gegenteil: Man machte sich gegenseitig Komplimente, zumal manche Jogger erleben mussten, dass die flotten Walkerinnen im Anstieg dank der Stöcke schneller waren.

Walker oder Jogger – auf jeden Fall hat´s der Rennsteig in sich, weil er immer wieder bis auf 600 Meter abfällt, um bald darauf wieder auf fast 1000 Meter anzusteigen. Dabei müsste man eigentlich ausgiebig die reizvolle Landschaft genießen. Auf dem Weg durch den Wald gibt es herrliche Ausblicke in die Täler. Zwischendurch immer wieder idyllische Bergwiesen. Auf einer solchen Lichtung liegt die Verpflegungsstelle Ebertswiese. Von weitem schon hörte man die Bläser, die die Wettkämpfer mit der „Waldeslust“ und anderen fröhlichen Weisen bei Laune zu halten suchten. Auch musste hier niemand Hunger und Durst leiden, denn für jeden gab es das passende Angebot. Die Jogger, die auf ihren empfindlichen Magen Rücksicht nehmen mussten, konnten sich neben Bananen auch grün-grauen Haferschleim hineinziehen.

Die Walker durften ihren kulinarischen Gelüsten freien Lauf lassen und sogar eine leckere Thüringer Bratwurst vom Grill genießen.

Doch eine allzu lange Rast war auch für die Walkerinnen nicht angesagt. Sie trauten der Streckenangabe nicht, die auch im Vorjahr mit 35 km ausgeschrieben war, aber höflich verschwieg, dass am Ende mehr als 40 km zu bewältigen waren. Ein zügiges Tempo einzuhalten war also die Devise. Da passte es bestens, dass sich unseren Frauen zwei männliche Nordic Walker an die Fersen hefteten und sich sichtlich Mühe gaben trotz Tempoverschärfung dran zu bleiben. So stachelte man sich stockmäßig und verbal über eine lange Distanz an und lieferte sich auch noch beim Zieleinlauf ein grandioses Finish samt innigen Umarmungen hinter der Ziellinie. Das Ziel war diesmal am Grenzadler nahe dem neuen Biathlon-Stadion und nicht erst wie im Vorjahr fünf Kilometer weiter im Zentrum von Oberhof.

Manfred, der die Frauen am Ziel erwartete, war im ersten Augenblick etwas irritiert über die Verbrüderungsszenen unter den Nordic Walkern, machte aber dann schöne Siegerfotos von unseren glücklichen „Siegerinnen“. Hubert kam später nach, weil er beim Halbmarathon in seiner Altersklasse die Silbermedaille gewonnen hatte und natürlich die Siegerehrung abwarten wollte. Es fehlte nicht viel und die Medaille wäre ihm feierlich von dem bei der Ehrung anwesenden Frank Luck um den Hals gehängt worden, also vom erfolgreichsten Biathleten aller Zeiten, der mit der Biathlon-WM 2004 in seinem Heimatort Oberhof Abschied von der Nationalmannschaft genommen hatte.

Abends im großen Festzelt wieder die Siegesfeier, von der alle Rennsteigläufer schwärmen. Die Ansbachtaler Musikkapelle spielte auf`s Neue so mitreißend auf, dass es auch muskelkatergeschädigte Marathonis nicht mehr auf den Sitzen hielt. Alles stand auf Bänken und Tischen, sang, schunkelte und streckte immer wieder enthusiastisch die Arme zu Himmel, wenn es um die Schicksalsfrage ging, ob denn der alte Holzmichel noch lebt. Schwarzbier floss in Strömen und der Rauch vom Bratwurstgrill vertrieb den letzten Geschmack von Haferschleim. Wenn dann immer wieder das berühmte Rennsteiglied aufbrauste, verspürten unsere Nordic Walkerinnen eine unbändige Lust, im nächsten Mai wieder dabei zu sein.

Auf alpinen Geröllpfaden in Davos

In den vergangenen Jahren waren immer wieder Läufer des Skiclubs beim traditionsreichsten Hochgebirgsmarathon., dem Swiss Alpine Marathon Davos. Am 31.Juli wurde dieser ehrgeizige Berglauf zum 19. Mal ausgetragen und erreichte mit 5.200 Läufern und Walkern einen neuen Teilnehmerrekord. In diesem Rahmen gab es zum zweiten Mal einen eigenen Nordic Walking-Wettbewerb über eine Strecke von 32 Kilometern. Dabei waren, wie schon im Vorjahr, Annette und Andrea mit von der Partie. Einmal mehr mussten sie erleben, dass die alpinen Geröllpfade eine weit größere Anstrengung erfordern als das Walking im Taunus und dass selbst der Feldberglauf gegenüber Davos vergleichsweise harmlos ist.

Sie erfuhren aber auch einmal mehr, warum dies der Nordic Walking Hit in der Schweiz ist. Die Strecke ist einmalig abwechslungsreich, die Szenerie wandelt sich auf Schritt und Tritt. Es geht durch einen reizvollen Landschafts- und Naturpark, durch die wildromantische Zügenschlucht und über den tollkühnen Wiesener Eisenbahnviadukt, den man auf einem Steig von Holzbohlen überqert und der Läufern Probleme macht, die nicht schwindelfrei sind. Von Davos nach Filisur, dem Ziel der Walker, geht es durch das Langwassertal entlang eines tosenden Gebirgsflusses und durch Tunnels, die durch kleine rote Lichter am Boden schummrig ausgeleuchtet sind. Es gibt steile Abstiege, aber auch nicht minder heftige Anstiege.

Per saldo geht es zwar insgesamt 940 Meter bergab, aber auch 410 Höhenmeter nach oben. Annette und Andrea mussten weit härter arbeiten, als sie es üblicherweise gewohnt sind. Aber unsere beiden Walkerinnen hielten eisern durch und waren überglücklich, als sie das Ziel nach 32 Kilometern erreichten und das noch in der respektablen Zeit. Ihren „Sieg über sich selbst“ feierten sie dann in Davos gemeinsam mit Hubert, der als jahrelanger Davos-Läufer auch diesmal beim anspruchsvollen Hochgebirgsmarathon wieder gut über die Berge gekommen war.

Frankfurter Grüngürtel und Kölner Rheinauen


Einige unserer Frauen sind inzwischen süchtig nach Nordic Walking und nehmen die Stöcke am liebsten schon mit ins Bett, um allzeit bereit zu sein. Klar, dass sie förmlich brennen nach neuen Abenteuern. Die neueste Herausforderung ist gewaltig, denn sie wollen es altgedienten Marathonis gleich tun, für die es das Lebensziel ist: „Einmal im Leben musst Du in Biel gelaufen sein!“ Die Rede ist von dem wohl berühmtesten 100-Kilometer-Lauf der Welt, der jedes Jahr Mitte Juni im schweizerischen Biel stattfindet und den auch schon einige unserer Nordischen wie Günther Cellarius, Manfred Hütter, Klaus Knam und Hubert Leitermann einmal oder mehrmals erfolgreich bewältigt haben. Da Biel ursprünglich ein Militärmarsch war, nehmen auch heute noch neben den Läufern in großer Zahl Marschierer, Walker und neuerdings Nordic Walker teil.

Unsere Walkerinnen können sich da problemlos einreihen, vorausgesetzt sie sind hochmotiviert, kerngesund und super trainiert.

Ein wichtiger Testlauf fand im Sommer statt. Unter der Regie von Klaus Knam wurde eines schönen Sonntags der Grüngürtelweg, der rings um Franfurt führt und offiziell mit 63 Kilometer Länge angegeben ist, unter die Stöcke genommen. An dieser ehrgeizigen Nordic Walking-Aktion beteiligten sich neben Klaus auch Annette, Andrea, Hannelore und Hubert. Klaus hatte bei der Stadtverwaltung für jeden einen Wegeplan besorgt, in dem man zugleich an bestimmten Anlaufstellen Stempel anbringen konnte, um die geleisteten Kilometer nachzuweisen und am Ende eine Anstecknadel zu bekommen. Von der Fähre Höchst aus führt der meist recht gut ausgeschilderte Grüngürtelweg durch den Stadtwald nach Oberrad und Gerbermühle, dann nach Überquerung des Mains durch Ostpark und Riederwald nach Bergen-Enkheim, Lohrberg , Heilsberg (Bad Vilbel) und Berkersheim und schließlich auf dem Nidda-Radweg über Eschersheim, Praunheim und Rödelheim zurück nach Höchst.

Klaus, der stocklos walkte, war voller Bewunderung für die Nordic Walking-Frauen, die mit perfekter Stocktechnik von Anfang an ein flottes Tempo vorlegten und dies auch noch nach 50 und mehr Kilometern eisern durchhielten. Hin und wider nutzte vor allem Andrea die kleinen Pausen an den Stempelstellen, um ihre blasenempfindlichen Füsse neu zu verpflastern. Klaus, der bei dieser Gelegenheit gebrauchte Bergschuhe ausprobieren wollte, die ihm ein sozial veranlagter Kollege für die Bonifatius-Wallfahrt geschenkt hatte, musste bereits nach 20 km feststellen, dass sich die Sohlen lösten.

Zum Glück hatte er in seinem großen Rucksack auch Laufschuhe dabei. Als Essen und Trinken zur Neige gingen, gab es einen regelrechten Überfall auf eine italienische Eisdiele in Bergen.

Da man dort keine Getränke zum Mitnehmen herausrücken wollte, wurden die eigenen Trinkflaschen im Waschraum aufgefüllt. Um den tapferen Walkern entgegen zu kommen, hatte sich Angela Fröhlich von Höchst aus auf den Weg gemacht. Doch sie musste per Handy zurückbeordert werden, da die Truppe nach mehr als 9 Stunden feststellte, dass rund 60 km zurückgelegt waren und bis zum Ziel fast 70 km zusammen gekommen wären. So entschloss man sich, den Rest mit der U-Bahn zu fahren, um beim Höchster Schlossfest auf den gelungenen Ultra-Test anzustossen.

Gute Trainingsmöglichkeiten für Marathon-Walker bieten inzwischen auch eine Reihe von Wettbewerben, die nicht an Volksläufe „angehängt“ sind, sondern eigens für Walker und Nordic Walker veranstaltet werden. So nahmen Annette, Gitta, Günther und Hubert an einem Nordic Walking Marathon teil, der Mitte Juni in Friedenfels (Nationalpark Steinwald angrenzend an das Fichtelgebirge) stattfand. Veranstaltet wurde der Marathon vom Verband der Nordic Walking Schulen in der laut Ausschreibung „ersten Nordic Walking Area Deutschlands“. Am Start auf der anspruchsvollen Waldstrecke waren 560 Nordic Walker, darunter auch viele Instrukteure und andere technisch perfekte Spezialisten.

Jeder Finisher erhielt eine Urkunde mit seiner Laufzeit, es gab aber keine Wertung der Gesamt- oder Klassensieger. Um nicht Gefahr zu laufen, disqualifiziert zu werden, mussten einige Regeln beachtet werden.

So durfte auf Strecken bis 15 km grundsätzlich nicht gejoggt werden. Auf längeren Strecken ist gelegentliches Nordic Jogging bis zu jeweils 400 Metern gestattet, sofern es nicht zum Überholen, sondern nur zur Auflockerung der Muskeln dient. Als allerdings Günther und Hubert sich durch forciertes, aber korrektes Nordic Walking bis in die Spitzengruppe vorgearbeitet hatten, verfielen einige junge, ehrgeizige Läufer samt einem Instrukteur viel stärker ins Joggen, als es den Regeln entsprach.

Lässt sich also beim Nordic Walking kein echter Wettkampf durchführen, weil eine ausreichende Kontrolle nicht möglich ist? Dass sich die Teilnehmer recht wirksam gegenseitig kontrollieren können, haben Annette und Hubert kürzlich in Köln erlebt, wo sie am 24.Oktober am Karstadt Sport walking day teilnahmen. An dieser grössten Walking-Veranstaltung Deutschlands beteiligten sich 4.200 Walker und Nordic Walker.

Es gab eine grosse Walking-Messe mit neuesten Modellen an Stöcken, Schuhen und Ausrüstung aller Art.

Als Leitfiguren anwesend waren ausgerechnet berühmte Alpine, nämlich Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, die auf Wunsch auch Exemplare ihres Buches „Nordic Walking“ handsignierten. Beim Start bei schönem Herbstwetter am Rheinufer gab es zunächst riesiges Gedränge, obwohl die Zeitmessung mittels Chip erfolgte und die Uhr erst ab Überschreiten der Starlinie lief. Erst nach 7 km Rhein aufwärts und Überquerung der ersten Rheinbrücke wurde es besser, weil sich dann die Walker nach den Distanzen 10, 20 und 30 km aufteilten. Größtes Problem: die erste Verpflegungsstelle war dem Massenansturm nicht gewachsen und konnte die meisten Walker auf der 30 km-Strecke erst nach 17 km mit Getränken versorgen, was bei nicht wenigen Walkern zu Kreislaufschwäche führte.
Sehr positiv war, dass zwar etliche Walker im flotten Wettkampftempo unterwegs waren, dass aber niemand sich durch Joggen unfair Vorteile verschaffen konnte. „Hier wird nicht gejoggt!“ tönte es gleichsam im Chor, sobald nur einer in den Trab fiel. Nordic Walking kann man also gelegentlich mit gesundem Wettkampfgeist betreiben, auch wenn es eine „sanfte“ Sportart für Körper und Seele ist.

In der bevorstehenden Wintersaison wird natürlich weitergewalkt, wobei die Nordic Walker nahtlos auf Langlaufski übergehen können, sobald es in Taunus und Vogelsberg ausreichend Schnee gibt oder man zur Skifreizeit in die Ramsau mitkommt.

Ganz nach dem Motto: Mit dem Skistock durch's ganze Jahr!

Autor: Hubert Leitermann

 

Hubert Leitermann hat sich in seiner langen SCK-Zugehörigkeit auf vielen Feldern engagiert, Erfahrungen eingebracht und Interessierten zugänglich gemacht. Seine tollen Beiträge für unsere Pistenpost sind immer eine Bereicherung. Hubert – bitte nicht nachlassen

19. Kelkheimer Halbmarathon - SCK 10 Jahre dabei

In erster Linie dank des Engagements und der Initiative unseres Clubmitgliedes Gerd Löwer, konnte auch in diesem Jahr wieder unser Straßen-Halbmarathon durch das Stadtgebiet erfolgreich stattfinden.

Nach dem Ausscheiden des SV Fischbach aus dem Veranstalterteam waren wir als Mitausrichter nun auch schon zum zehnten mal dabei. 35 Helferinnen und Helfer waren auch in diesem Jahr wieder für Streckenbetreuung des südlichen Teils und für die Bewirtung an der Stadthalle im Einsatz.

607 Finisher beim Halbmarathon und 119 beim 5 km Jedermannslauf, darunter 9 Läuferinnen und Läufer unseres Vereins, bedeuteten zu Gerds` Freude wiederum Teilnahmerekord infolge der Jahr zu Jahr gestiegenen Beliebtheit des Kelkheimer Halbmarathons.
Der geleisteten Arbeit von Organisatoren und Helfern kann keine bessere Würdigung zuteil werden.

Nochmals ein herzliches Dankeschön an alle, insbesondere auch an - zur Unterstützung des Papas mit Warnweste und Kelle ausgerüstet – Nachwuchshelfer Nils Kalisch (8).

Autor: Alfred Herrmann

Ergebnisse unserer Mitglieder:

Halbmarathon 21 km
Name Platz AK Zeit AK Bemerkung
Wolfgang Haas 2 1:23:36 M40 11. Platz der Gesamtwertung
Günther Cellarius 2 1:34:11 M55
Felix Beutner 2 1:44:04 Jugend männlich (bis 17 J.)
Hubert Leitermann 1 1:53:26 M70
Andrea Hofmann 10 2:04:25 W40
Anuschka Prokot 12 2:04:40 W20
Horst Barthel 1 2:06:35 M65
Jedermannslauf 5 km
Name Platz AK Zeit AK
Rudolf Kümmel 3 0:26:03 M60
Marion Bomm 4 0:40:35 W55

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.

Transalp die zweite oder warum man immer wieder nach Südtirol will ...

Als ich vor zwei Jahren mit meinen Söhnen Kai und Christian die erste Transalp-Tour gefahren bin, war es vor allem die Herausforderung der hohen Berge und das Fahren abseits der großen Strassen, was uns zu dieser Tour gebracht hatte. Der Reiz lag auch darin, dass wir nicht so genau wussten, ob wir das so schaffen könnten, wie wir das uns vorgenommen hatten.

In diesem Jahr wussten wir besser, was auf uns zukommt und hatten uns diesmal eine etwas längere Tour zusammengestellt. Es waren 470 km mit 16.000 Höhenmetern die wir uns vorgenommen hatten in 9 Tagen zu schaffen.

Im Gegensatz zu 2002 begannen Christian und ich in diesem Jahr recht früh mit einem Training im Taunus, das uns zwei Mal die Woche für zwei bis drei Stunden ins heimische Gebirge führte, Kai hatte ja in München die Berge vor der Tür und konnte praktisch vor Ort unter realen Bedingungen trainieren.

Als wir dann am 30. Juli das Auto packten und gen München fuhren, waren wir sehr zuversichtlich. Der nächste Morgen brachte uns per Zug nach Steinach am Brenner, wo wir das Unternehmen „Transalp die Zweite“ dann begannen.

Um die Mittagszeit Start am Bahnhof in Steinach und es lagen 40 ziemlich schwierige Kilometer vor uns, zuerst die Sattelalm, dann in Italien die Enzianhütte, das Schlüsseljoch und dann glücklicherweise ein nettes Quartier im Pfitschtal.
Der nächste Morgen führte uns direkt auf das Pfundererjoch, mit 2.568 m gleich der höchste Punkt der gesamten Tour.



Über Vintl, Nauders und den schönen Bannwaldweg ging es nach Onach zur zweiten Übernachtung. Diese beiden Tagen waren insgesamt doch sehr anstrengend und wir brauchten die gute Verpflegung und ausreichenden Schlaf.
Der dritte Tag führte uns schon ins Skigebiet Dolomiti Superski, vorbei am Kronplatz und St. Vigil zur Pederü-Hütte und hinauf zur malerischen Fanes-Alpe, wo wir in der Fanes-Hütte unser Quartier vorbestellt hatten. Die Hütte war ziemlich ausgebucht, aber das ist bei dieser Spitzenlage auch nicht verwunderlich.

Weiter führte unsere Strecke über den Col Locia und den Pralongia – Pass zur Capanna alpina in der Nähe von Corvara und Arraba. Mittagsrast auf der Pralongia-Hütte mit Blick nach Norden Richtung Corvara, nach Süden lag die Marmolada in der Sonne. Nach der Abfahrt über Cherz und Arraba folgten wir den uns von der Skireise bekannten Pfaden über die Pordoi-Passstrasse und die Rote Piste aufwärts zur Porta Vescovio auf 2.532 m. Das ist der Punkt, wo in Arraba die beiden Gondelbahnen mit Marmolada-Blick ankommen. Grandiose Aussichten !Unser Weg führte oberhalb des Lago Fedaia immer auf dem Bindelweg in Richtung Westen zum Rifugio Viel dal Pan, einer Hütte mitten am Berghang gegenüber dem Marmolada Massiv. Ein unvergleichlicher Blick auf den Marmolada Gletscher in der Abendsonne war die Krönung unseres Abendessens.

Nach dieser Nacht auf einer Superaussichtsplattform der Dolomiten ging es zum Passo Pordoi und weiter über Canazei und Campitello ins Fassatal. Bei Moena führte der Weg bergauf zum Kararpass und auf uns von 2002 bekannten Wegen über Obereggen, das Reiterjoch (2002 m) und Stava nach Cavalese. Von Cavalese ging es über eine wirklich lange, aber sehr abgeschiedene kleine Asphaltstrasse wieder steil hinauf auf den Passo Manghen, mit 2074 m der Höhepunkt an diesem Tag, der im Val Sugana in Levico Terme endete. Wir kamen nun wieder in die Nähe der Forts und Festungen aus dem ersten Weltkrieg. Ein Teil unseres Weges führte uns an den österreichischen Forts Belvedere, Cherle und Somme vorbei.

Auf dem Weiterweg fuhren wir dann über den Monte Maggio mit einer sehr anspruchsvollen und langen Trailabfahrt, die auch teilweise geschoben noch ein echtes Erlebnis war.


Zu guter letzt mussten wir dann noch über den Monte Pasubio bevor wir uns Abends am 8 Tag dann in Rovereto einfanden. Die Etappe war wieder sehr anstrengend und so beschlossen wir, die Tour hier zu beenden und uns den Abstecher nach Riva zum Gardasee für eine nächste Tour aufzuheben.

Autor: Herbert Penske

 

Sommer-Radtouren rund um Kelkheim

Seit einigen Jahren fahren wir in den Sommerferien mittwochs ab 18 Uhr als Ersatz für die Gymnastik in der Halle mit den Rädern rund um Kelkheim und manchmal auch ein bisschen weiter. In unterschiedlichen Zusammensetzungen mit mehr oder weniger Teilnehmern führt uns Herbert ständig in neue Gegenden, die eigentlich ganz nah, aber von uns bisher per Fahrrad noch nicht entdeckt waren. Unsere Ziele in diesem Sommer waren in Eddersheim, Kelsterbach, Stierstadt, Nidda-Angelverein, Rote Mühle, Hattersheim, Viehweide, Liederbach, Sulzbach, Höchst - Schlossplatz etc.

Die Strecken sind eigentlich für jeden Radfahrer zu meistern. Wir fahren in der Regel 1 Stunde weg, kehren dann etwa 1 Stunde ein und fahren dann wieder 1 Stunde zurück. Solange es richtig hell ist, dauert das Ganze auch manchmal etwas länger.

Es werden dabei zwischen 20 und 40 km Rad gefahren, je nach Streckenprofil und ob wir in den Norden oder in den Süden fahren. Nach Westen geht es auch einfacher als nach Osten aber auf jeden Fall gibt es immer eine Einkehr und es gibt jemanden, der könnte uns sicherlich genau sagen, wo es den besten Handkäs mit Musik in der Rhein-Main-Region und im Vordertaunus gibt.

Hoffentlich gehen dem Herbert dabei nicht die Ideen aus und wir freuen uns auf das nächste Jahr, wenn wieder Sommerferien in der Halle sind.

Autor: Gisela Penske

 

Wein - Radtour 2004

Rund um den Kellerweg in Guntersblum

Unsere jährliche Wein-Radtour, die beliebte "Tour de Trance" nach der Tour de France, führte uns wieder einmal nach Rheinhessen – und zwar zum "Kellerwegfest" nach Guntersblum. Der Ort in der Rheinebene leidet unter einem so hohen Grundwasserspiegel, daß die Winzer genötigt waren, ihre Weinkeller in einer höhergelegenen Gasse in den Berg zu graben. Wirtschaftsgebäude und Wohnhäuser kamen erst in späterer Zeit dazu. Die mehr als hundert Keller dieser weinlastigen Meile mit einem Weinfest zu verbinden, war dann nur noch ein kleiner Schritt. Doch für uns sollte es am 21.August zuvor eine sportliche Ouvertüre geben. Trotz der ungünstigen Wetterprognosen trafen 27 Clubradler beim vereinbarten Treffpunkt in Guntersblum ein. Alle waren bestens ausgerüstet und zogen profihafte Regenkleidung an, als kurz vor dem Start der erste Regenschauer einsetzte. Doch das Wetter wurde rasch freundlicher, und nur nach der Mittagsrast und beim späteren Bummel durch den Kellerweg meldeten sich die vorhergesagten Niederschläge.

Durch den Weinort Guntersblum, der seinen Namen vom Burgunder-König Gunther hat und der mit seinen Adelshöfen und einer Kirche mit orientalisch anmutenden Doppeltürmen gefällt, rollten wir uns langsam ein. Am Ortsausgang beäugte uns ein Lama, das zwischen Pferden graste, und dann schluckte uns auch schon das Rebenmeer. Offenbar waren alle Teilnehmer - Nordic Walking sei Dank – weit besser in Form, als man es von herkömmlichen Weinradlern erwarten kann. Statt gemächlich von Weinstock zu Weinstock zu bummeln, legten sie auf den Winzer-Highways ein Tempo vor, mit dem man durchaus 100 Kilometer pro Tag schaffen kann.

Jedenfalls hatte Günther, der kurz zurückfuhr, um für Gitta noch etwas am Auto zu holen, einige Mühe, an die zickzack radelnde Truppe wieder Anschluss zu finden.

Zum Trost konnte er aus der Ferne das schöne Bild genießen, wie die lange Reihe buntgewandeter Radler sich durch das Spalier der grünen Rebzeilen zog. Doch trotz Hightech-Rädern und Rennkleidung blieb es bei sehr vereinzelten Sprints, und wir Weinradler erwiesen uns stets im richtigen Moment als Genießer. So versetzte uns das schöne Stadtbild von Oppenheim, das ins Blickfeld rückte, in eine entzückte Bummelfahrt. Diese führte uns durch Ludwigshöhe weiter über die Weinberge nach Dienheim, wo in Richtung Rhein abgebogen wurde. Bald war der Strom erreicht, unbebaute Ufer beiderseits, von endlosen Baumreihen eingefaßt.

Wir nutzten den Hochwasserdamm, sahen die Schleppkähne und Containerschiffe vorüberziehen, und passierten den idyllisch gelegenen Oppenheimer Segelflugplatz. Von der Sonne ermutigt, öffneten einige Flugfreunde die Hangar-Tore und zogen Motor- und Segelflugzeuge ans Licht. Wir indes tauchten in einen Auwald ein, der Oppenheim hier vom Rhein trennt, ein Rückzugsraum für Mensch und Tier.

Die Ausflugs-Gaststätte "Waldhaus" mit Rheinblick ignorierten wir aufgrund der frühen Tageszeit beflissen, setzten die Fahrt auf sandigem Weg entlang des Flusses fort, und konnten sehen, welch auffallend sauberes Wasser in sanften Wellen ans Ufer schlug. Dann war der Oppenheimer Hafen erreicht, auf dessen Kai wir entlang radelten, manch dümpelnde Yacht bewundernd. Danach stadteinwärts, am Mariacron-Gebäude vorbei, und aufwärts zum historischen Marktplatz, wo bereits entspannte Müßiggänger beim Wein saßen und den Händlern des Bauernmarktes zusahen, wie diese ihre letzten Eigenerzeugnisse den Passanten schmackhaft machen wollten. Im Oppenheimer Rathaus schenken an jedem Wochenende während des Sommer-Halbjahres ortsansässige Winzer ihre Weine und Sekte aus und bieten dazu typische Straußwirtschaftskost an. Wir nahmen diese praktische Gelegenheit zum Anlaß, die Mittagsrast hier einzurichten, und bald hatte jeder sein Wasser, seine Schorle, seinen Weinund manchen Spundekäs, überbackenen Winzerweck oder Ähnlichesauf dem Tisch. Und, wie abgestimmt, folgte der einzige Regenschauer während unserer ganzen Tour just in dieser Zeit und spülte eine Hochzeitsgesellschaft aus der nahen Katharinenkirche in den Gastraum. Die Braut, nur mühevoll beschirmt, der Bräutigam, in regenglänzendem Schwarz und die tropfenden Festgäste griffen erleichtert nach den bereitstehenden Sektgläsern.

Wir, zum Aufbruch bereits entschlossen, standen Spalier und Manfred gab der jungen Braut noch folgende frohe Worte mit auf den Weg ins Eheglück: "Den Bösen regnet’s in das Grab, den Guten auf den Hochzeitstag."

Endlich weiter und ordentlich bergauf. In kleinstem Gang wurde die größte gotische Kirche zwischen Straßburg und Köln passiert, etwasweiter ein Terrassen-Restaurant und nach der Burgruine Landskron war die rheinhessische Höhe erreicht und gab den Blick rheinabwärts nach Nierstein, zum Feldberg und auf die Frankfurter Bürotürme frei. Hier oben blies nun ein kräftiger Wind, der die reifenden Trauben trocknete, und im Zickzack ging es über die Weinbergswege nun wieder in südliche Richtung, dem Ausgangspunkt entgegen. Dann doch noch ein Plattfuß. Winfried, der Betroffene, geriet indes keineswegs in Stress oder gar Panik, denn Annette hatte flugs einen neuen Schlauch parat, worauf Winfried den 27 Zuschauern unserer Gruppe eindrucksvoll demonstrierte, wie solch kleine technische Pannen routiniert behoben werden.

Der neue Schlauch mit französischer Aufschrift verleitete einen der Umstehenden zu der Bemerkung "Mon Dieu, mon pneu verliert die Luft un peu!" Nachdem der Dichter, der Radler mit dem nun dichten Schlauch und alle anderen wieder aufgesessen waren, ging es zügig hügelauf undhügel ab bis zu einem römischen Wachturm, der in den letzten Jahren wiederhergestellt worden war. Von hier weitete sich der Blick über dieWeinfelder zurück nach Oppenheim, über Guntersblum, in die Rhein-ebene und hinüber zu den Naturreservaten Kühkopf und Knoblochsaue bis zu Odenwald und Bergstraße. Die Flurbereinigung, naturnah und schonend erfolgt, hat die alten Hohlwege erhalten und durch einen davon rollten wir nun bergab direkt zum Keller Nr. 1 in Guntersblum.

Am Nachmittag waren dort im Kellerweg nur wenige Weinfreunde unterwegs, aber in einer der Kelterhallen lockte ein Kuchenbuffet zum süßen Einstieg. Nachdem die Räder wieder verstaut, die Outfits bürgerlich angeglichen und die Frisuren gerichtet waren, kam es zum finalen Einkehrschwung im Kellerweg. Hier nur schauen, dort ein 0,1 er-Piffchen süffeln, weiter schlendern, um sich dann vom nächsten Regenschauer zu einer erneuten aber längeren Einkehr bewegen zu lassen. Beim letzten Keller dann, Nr. 110, spielte schließlich eine Kapelle für uns ein ausgedehntes musikalisches Adieu und eine doch etwas zu kurz geratene Radtour hatte ihren trefflichen Abschluss gefunden.


Weinguide Charles

Autor: Karlheinz Haubs

 

SCK Sommerfest 2004











 

Weinprobe am 26. November 2004

Weil’s im letzten Jahr so schön war .... hatten sich in diesem Jahr wieder 25 Menschen entschlossen, die Weine des von Helmut empfohlenen Winzers "Venino" in Wicker zu probieren.

Um 18.00 Uhr waren alle pünktlich am Alten Rathaus in Münster. Aber: Um 18.20 Uhr rollte noch immer kein Bus für uns um die Ecke! Alfred entschloß sich, mal nachzufragen, per Telefon beim Busunternehmen. "Ja, ich fahre noch Linie und Eure Gruppe habe ich total vergessen!" Na, toll! Abblasen? Ging nicht. Der Winzer hatte sich ja schließlich mit Essen u.s.w. gerichtet.

Nach mehreren Telefonaten erbarmte sich wirklich der Busunternehmer Bettenbühl und schickte um 19.00 Uhr einen Bus incl. einer ganz, ganz netten Fahrerin. Die brachte uns – trotz der von allen Seiten lautstarken, sicher gut gemeinten Tipps zur schnellsten Fahrtroute – sicher um 19.30 Uhr zu unserem Winzer in Wicker. Zwischenzeitlich mußten die Damen 1. wegen aufkommender Kälte und 2. wegen knurrendem Magen, einen Schnaps im Alten Rathaus trinken.

Ja, und dann ging’s uns so richtig gut! Zuerst gab es Federweißen mit ausgesprochen hervorragend leckerem Flammkuchen. Danach, umrahmt mit ausführlichen Informationen zum Weinanbau im allgemeinen und besonderen, richtig viele gute Weine, Brezeln und Spundekäs, Wurstbrote und vieles andere mehr.



Auf jeden Fall wurde uns klar, dass dieser Winzer (übrigens ein Familienbetrieb in mindestens 3. Generation) sein Metier absolut liebt und beherrscht. Einige Geschichten vom Vater und Großvater wurden erzählt, z.B. "Der Opa hat mit dem Dr. Scheu (Scheu-Rebe) oft ziemlich viel Wein gesoffe und Zigarren geraucht" – natürlich in Wicker Dialekt klingen solche Geschichten viel gemütlicher.

Ist ja klar, dass die Gruppe entsprechend dem Weinkonsum und der Gemütlichkeit im Probierstübchen ziemlich aufgekratzt war. Etliche Witzchen kamen aus der Runde und als der Bus, diesmal vom Chef gesteuert, uns gegen 23.00 Uhr abholte (und uns wahlweise fast vor der eigenen Haustür absetzte) waren wir mit diesem gelungenen Abend rundum zufrieden.



Zum Abschluß noch ein Spruch vom Winzer: "Reich ist nur der, der es versteht, das, war er hat, zu genießen".

Autor: Erika Hofmann

 

Sportlerehrung 2004

Zwölf unserer aktiven Sportlerinnen und Sportler konnte auch in diesem Jahr wieder Bürgermeister Thomas Horn im Plenarsaal des Rathauses zu sich bitten, um im Namen des Magistrates der Stadt die Ehrenurkunde und ein Präsent für herausragende sportliche Leistungen zu überreichen. Krönender Abschluss des Zeremoniells ist die Eintragung in das Goldene Buch der Stadt.

Damit waren wir wiederum zweitstärkster Verein.

Die Urkunde erhielten:
Marion Buchholz, Anette Leitermann, Dr. Barbara Wardeck-Mohr, Holger Hüttlinger, Winfried Diel, Michael Förster, Norbert Kröger, Manfred Jansohn, Renzo Albanese, Hubert Leitermann, Alfred Herrmann, Bernhard Döring
Voraussetzung - um zu dieser Ehrung geladen zu werden - ist das Erreichen von Platzierungen auf den Rängen 1 bis 3, also im Jahre 2003 "auf dem Treppchen " gestanden zu haben bei Hessischen Meisterschaften und darüber (Deutsche Senioren, Masters Worldcup).

In Anbetracht der Tatsache, dass für unsere Sportarten vor Ort so gut wie nie, gar im Taunus nur bedingt auf Schnee trainiert werde kann – für alle ein Top-Ergebnis und der Lohn für ihr kontinuierliches Ganzjahrestraining.

Zugegeben – die Teilnahmefelder werden in den Altersklassen mit zunehmendem Alter dünner und damit vordere Platzierungen wahrscheinlicher. Dennoch, nur überdurchschnittliche Fitness und die Bereitschaft sich zu schinden bleibt Grundvoraussetzung für erfolgreiche Wettkampfteilnahme. Wir können stolz darauf sein immer wieder eine große Zahl derer in unseren Reihen zu haben.

Autor: Alfred Herrmann

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.

FIS-Verhaltensregeln und DSV-Tips

Die Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS)im DSV hat schon Mitte der Siebzigerjahre in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Skiverband (FIS) eine Reihe von Regeln und Tips für Skisportler erarbeitet und in einer Broschüre veröffentlicht.
Dies sind die so genannten

  • FIS-Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder
  • FIS-Verhaltensregeln für Ski-Langläufer
  • DSV-Tips für Sesselliftfahrer
  • DSV-Tips für Schleppliftfahrer
  • DSV-Tips zum Verhalten gegenüber Pistenraupen
  • Die 10 DSV-Gesundheitsregeln für Skifahrer
  • FIS-Umweltregeln für Wintersportler
Insbesondere während unserer Skireisen sollen Neulinge mit diesen vertraut gemacht werden, bzw. sollten sich die alten Haserln und Hasen wieder an sie erinnern.

Gerade wir – als im Verein organisierte Skisportler – sind aufgerufen den Millionen Ski-Freizeitsportlern, die sich Jahr für Jahr ohne körperliche Vorbereitung und ohne Kenntnis der Gefahren des Skilaufes auf die Hänge und in die Loipen begeben, in Vorbereitung und Verhaltenweisen Vorbilder zu sein.


Ich möchte deswegen in Ergänzung meines "Schneeballs" in unserer heutigen Pistenpost die "10 Gesundheitsregeln" und die " FIS -Umweltregeln für Wintersportler" vorstellen.

Der heutige Massenskitourismus und seine dazu gehörige Technik setzt der ungezügelten Umweltzerstörung kaum noch Grenzen. Umso größere Bedeutung erfährt auch hier das persönliche Verhalten eines jeden.. Jeder ist aufgerufen dieses selbstkritisch auf den Prüfstand zu stellen.

Autor: Alfred Herrmann

Skisportler und Snowboarder in aller Welt erleben die freie Natur. Sie ist Heimat für Tiere und Pflanzen, die auf empfindlichem Boden gedeihen. Sie schützt auch den Menschen selbst. Alle sind aufgerufen, die Landschaft zu schonen, um auch in Zukunft Skisport und Snowboarding in einer intakten Umwelt ausüben zu können und nachhaltig zu sichern. Der Internationale Skiverband bittet daher die Skisportler und Snowboarder, folgende Regeln zu beachten:

  1. Informieren Sie sich über Ihr ausgewähltes Gebiet. Unterstützen Sie die Orte, die sich um die Umwelt sorgen.
  2. Wählen Sie umweltfreundliche Verkehrsmittel – Bus und Bahn – zur Anreise.
  3. Bilden Sie Fahrgemeinschaften bei Anreise mit dem privaten Auto.
  4. Lassen Sie Ihr Auto am Skiort stehen, nehmen Sie den Skibus.
  5. Fahren Sie nur bei ausreichender Schneedecke Ski und Snowboard.
  6. Halten Sie sich an die markierten Pisten und Loipen.
  7. Beachten Sie Pistenmarkierungen und -sperrungen.
  8. Verzichten Sie auf das Fahren abseits der Pisten besonders in Waldgebieten.
  9. Fahren Sie nicht in geschützte Gebiete. Schonen Sie Tiere und Pflanzen.
  10. Nehmen Sie Ihren Abfall mit.

Verletzung, Unfall oder Krankheit sind keine typischen Begleiterscheinungen des Skisportes, sondern davon unabhängig. Sie sind vielmehr Folge von richtigen oder falschen Verhaltensweisen der einzelnen Skisportler. Der Skifahrer hat sein Schicksal in der Hand. Richtige Verhaltensweisen sind der beste Schutz vor Unfällen, Verletzungen oder Erkrankungen. Sie lassen sich erlernen.

  1. Jeder Skifahrer sollte konditionell gut vorbereitet sein, der Bewegungsapparat und das Herz-Kreislaufsystem so trainiert sein, der Bewegungsapparat und das Herz-Kreislaufsystem so trainiert sein – am besten das ganze Jahr über -, dass allen sportlichen und körperlichen Anforderungen genügt wird.
  2. Den Wetterverhältnissen angepasste Kleidung ist unerlässlich, um Unterkühlungen auszuschließen. Die technische Ausstattung, vor allem Schuhe und Bindung, müssen den neuesten Sicherheitsvorschriften entsprechen.
  3. Nach längeren Abfahrten Erholungspausen einlegen und die Fahrzeiten, insbesondere in den ersten Tagen, nicht zu lange ausdehnen. Unfälle ereignen sich überwiegend bei Ermüdung und am späten Nachmittag.
  4. Bei Herzschmerzen, Schwindel, Atemnot und anderen Beschwerden anhalten und sobald als möglich den Arzt aufsuchen.
  5. Vorsichtiges und umsichtiges Fahren vermeidet Unfälle. Lawinensperrgebiete nie durchfahren.
  6. Übermäßiges Essen unmittelbar vor und während des Skilaufens sind zu vermeiden. Kleine kohlenhydratreiche Zwischenmahlzeiten haben sich bewährt.
  7. Vor und während des Skilaufens keinen Alkohol trinken.
  8. Menschen mit erhöhtem Blutdruck, Zuckerkrankheit, Durchblutungsnot des Herzens (beziehungsweise nach Herzinfarkt) dürfen meistens auch Ski laufen, sollten jedoch zuvor den Rat ihres Arztes einholen.; ebenfalls wer Medikamente einnimmt.
  9. Nicht das Alter, sondern ein schlechter Trainings- und Gesundheitszustand sind ein Grund, auf das Skilaufen zu Verzichten.
  10. Skiläufer sollten auf ausreichenden Schlaf achten, damit der Körper sich von den täglichen Belastungen erholen kann.

 

Alfred Herrmann ist seit 1976 Mitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender, nachdem er vorher 12 Jahre lang Sportwart Nordisch war. Wie auf dem nach ihm benannten Steig zum Staufen geht’s unter seiner Leitung mit den Alpinen und Nordischen stetig aufwärts. Der Vorzeigesportler besitzt nicht nur einen vollen internationalen Worldloppet-Pass, sondern auch als Instructor Nordic die „einzig wahre“ Kompetenz für das Nordic Walking. Die beliebten Skiwochen in Ramsau sind ohne ihn nicht vorstellbar. Seinem Ruf, gelegentlich auf „stur“ zu schalten, ist das neue Clubheim zu verdanken. Als Hausphilosoph versucht er immer wieder mit seiner Rubrik „Schneeball“, Lawinen neuer Ideen ins Rollen zu bringen.

Badmintonturnier

Auch dieses Jahr wieder eine gelungene Veranstaltung.
17 Spielerinnen und Spieler trafen sich am 7. November
zum traditionellen Badmintonturnier des SCK.

Hier die Platzierungen:

Platz Name
1 Tobias Henties
2 Ludwig Franzisket
3 Sandra Passarge / Bianca Wolf
4 Marc Altenberg / Sabine Göb / Ralph Schiffer
5 Doris Franzisket / Kurt Kroneberger / Hans-Jürgen Pispers / Mathias Wolf
6 Stefan Passarge / Jörg Rosenthal
7 Wolfgang Haas / Andreas Jungkind
8 Rosi Blankenbühler / Regina Cloos

Autor: Sandra Passarge

 

Sandra Passarge ist seit 1989 Mitglied im SCK, war neun Jahre Schriftführerin im Vorstand und engagiert sich schon sehr lange in der PP-Redaktion. Sie ist Mutter von zwei aufstrebenden SCK-Nachwuchstalenten (Moritz und Pauline), organisiert Jugend- und Familienfahrten, Badmintonturniere und so weiter.

Unser SCK-Nachwuchs



Julian Rosenthal - 26.08.2004